Verfassungsschutz Parteien empört über Linken-Überwachung

Der Verfassungsschutz hält die Beobachtung von führenden Politikern der Linken unverändert für rechtmäßig. Selbst politische Gegner der Linken zeigen sich fassungslos.

Die Beobachtung von 27 Politikern der Linkspartei durch den Verfassungsschutz ist laut dessen Präsident Heinz Fromm unverändert rechtmäßig. Fromm verwies auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes von 2010. Darin fänden sich auch Ausführungen zur Rechtmäßigkeit der Beobachtung von Abgeordneten.

Der Verfassungsschutz beobachtet nach Informationen des Spiegels 27 der 76 Bundestagsabgeordneten der Linken, darunter Fraktionschef Gregor Gysi und Parteichefin Gesine Lötzsch, den als Reformer geltenden Vizefraktionschef Dietmar Bartsch, die von einer Mehrheit des Bundestages gewählte Vize-Parlamentspräsidentin Petra Pau sowie elf Mitglieder der Linksfraktionen verschiedener Landtage.

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Fromm sagt dazu: "Dass heute eine gewisse Aufregung nach einer Presseberichterstattung entstanden ist, dafür habe ich in politischer Hinsicht durchaus Verständnis." Aber "es ist nicht neu, dass die Partei beobachtet wird. Es ist nicht neu, dass Abgeordnete in die Beobachtung einbezogen sind. Den Betroffenen ist das bekannt. Also: So what?" Vorwürfe, der Verfassungsschutz beobachte Die Linke, aber sei auf dem rechten Auge blind, wies er zurück.

Der Verfassungsschutzpräsident sagte, die Abgeordneten würden nicht in ihrem täglichen Leben beobachtet. Der Verfassungsschutz nehme nur zur Kenntnis, in welcher Weise sie sich politisch betätigten. Dies werde gegebenenfalls auch in den Akten erfasst.

Der Fraktionschef Der Linken, Gregor Gysi, hatte dem Verfassungsschutz vorgeworfen, ihn auch mit geheimdienstlichen Methoden überwacht zu haben. Ein Beleg dafür sei, dass ihn betreffende Verfassungsschutzakten, die er eingesehen habe, stellenweise geschwärzt worden seien.

Lammert hält Beobachtung für "übertrieben"

Unterstützung erhält Gysi nicht nur von Mitgliedern der eigenen Partei, sondern auch von seinen politischen Gegnern. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) nannte das Ausmaß der Beobachtung übertrieben und unverhältnismäßig. Auf die Frage, ob der Vorgang auch Thema im Bundestagspräsidium werden könnte, antwortete Lammert: "Das mag wohl sein." Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) sprach sich dafür aus, die Beobachtung von Bundestagsabgeordneten durch den Verfassungsschutz zu stoppen. Er halte dies "für ein Unding", sagte Thierse.

Cem Özdemir, der Parteichef der Grünen, stellte die generelle Ausrichtung des Verfassungsschutzes in Frage: "Angesichts der Performance … stellt sich die Frage, wie es weitergehen kann." Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD und Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste, Thomas Oppermann, sagte, der Verfassungsschutz werde Rechenschaft über die Beobachtung Der Linken ablegen müssen.

Leser-Kommentare
  1. gewisser Leute ist das (relativ) verständlich. es kamen oft genug verfassungsfeindliche töne von gewissen leute. vielleicht ist die anzahl der beobachteten ein bisschen übertrieben, die beobachtung selbst aber gerechtfertigt. wünschte mir, man würde auch hier in Österreich die FPÖ im Auge behalten. Die ist nämlich noch viel gefährlicher.

    Aber beide Parteien haben lustigerweise viele gemeinsamkeiten obwohl sie am anderen ende des politischen spektrums sind. da sieht man wieder, wie sehr dieses links/rechts denken überholt ist

    aber auf jedenfall geht die beobachtung im großen und ganzen völlig in ordnung

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    gewisser Leute ist das (relativ) verständlich. es kamen oft genug verfassungsfeindliche töne von gewissen leute.

    Dürfte ich um ein Beispiel bitten? Ich verfolge die Politik der Linken erst seit ein paar Jahren, habe aber noch nie etwas derartiges mitbekommen. Im dieser Zeit habe ich aber schon mehrer verfassungsfeindliche Aktionen von diversen anderen Parteien mitbekommen.

    Generell halte ich den Verfassungsschutz in dieser Form für absolut überflüssig. Ein Verein, der über ein jahrzehnt Neonazi-Mordserien ignoriert und während dieser Zeit Verlautbarungen von linken Politikern akribisch durchkämmt auf der Suche nach Angriffsfläche, ist absolut für den Popo.

    Der VS hat sich immermehr zu einer politischen Waffe entwickelt, die gerne von den konservativen Parteien genutzt wird linke Parteien zu verunglimpfen.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz

    gewisser Leute ist das (relativ) verständlich. es kamen oft genug verfassungsfeindliche töne von gewissen leute.

    Dürfte ich um ein Beispiel bitten? Ich verfolge die Politik der Linken erst seit ein paar Jahren, habe aber noch nie etwas derartiges mitbekommen. Im dieser Zeit habe ich aber schon mehrer verfassungsfeindliche Aktionen von diversen anderen Parteien mitbekommen.

    Generell halte ich den Verfassungsschutz in dieser Form für absolut überflüssig. Ein Verein, der über ein jahrzehnt Neonazi-Mordserien ignoriert und während dieser Zeit Verlautbarungen von linken Politikern akribisch durchkämmt auf der Suche nach Angriffsfläche, ist absolut für den Popo.

    Der VS hat sich immermehr zu einer politischen Waffe entwickelt, die gerne von den konservativen Parteien genutzt wird linke Parteien zu verunglimpfen.

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  2. kann der Verfassungschutz mit geballter Kraft Links observieren.

    Gut dass wir diese integre und über jeden Zweifel erhabene Organisation haben !

    26 Leser-Empfehlungen
  3. Wahlkämpfe? Zu anstrengend, zu teuer, zu nervenaufreibend. Sich mit Argumenten auseinander setzen? Oh Gott, man müsste sie ja erst mal durchdenken...

    Bleibt nur noch dies: richte den Inlandsgeheimdienst auf den politischen Gegner ab und spiele die ewige "Die sind zwar keine Verfassungsfeinde, aber da gibt es schon welche und insgesamt ist das alles richtig"-Leier über sich dafür her gebende Medien ab.

    Und dann wundere dich scheinheilig, dass die Arbeitnehmer- und Friedenspartei auf 6 % zurück fällt.

    Mission accomplished.

    14 Leser-Empfehlungen
  4. Wenn sich der Verfassungsschutz gegen die veritable existenzielle Gefahr die von Links ausgeht bereits so verausgabt, bleiben ihm natürlich nicht mehr ausreichend Kräfte gegen die bei weitem nicht so reale Gefahr von Rechts vorzugehen.

    Ironieschalter aus.

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    Wer dauernd auf dem Podium steht und schreit: Vereint zusammen im Antifaschismus, der sei an die Geschichte des Demkratischen Blocks ( http://de.wikipedia.org/w... ) und der Nationalen Front erinnert.
    Auch dieses Instrument unter der Führung einer sozialistisch (kommunistischen) Partei steht dem Grundgesetz entgegen, ist also verfassungsfeindlich. Eine Partei, die die Antifaschistische Aktion stützt (und leitet?) kann nicht verfassungskonform sein, denn sie will im Endeffekt den Staat Bundesrepublik Deutschland abschaffen. Was nachkommen soll, dass hat man an den Ergebnissen des Demokratischen Blocks gesehen.

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    Entfernt. Bitte wenden Sie sich mit Kritik an Moderationsentscheidungen an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/jz

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    Auch dieses Instrument unter der Führung einer sozialistisch (kommunistischen) Partei steht dem Grundgesetz entgegen, ist also verfassungsfeindlich. Eine Partei, die die Antifaschistische Aktion stützt (und leitet?) kann nicht verfassungskonform sein, denn sie will im Endeffekt den Staat Bundesrepublik Deutschland abschaffen. Was nachkommen soll, dass hat man an den Ergebnissen des Demokratischen Blocks gesehen.

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  6. 6. [...]

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    Antwort auf "Oder anders herum:"
  7. Was nicht zwingend bedeutet, dass Sie überwacht werden muss. Jede Partei kann theoretisch gefährlich werden.

    Aber das faktisch Gefährliche an der Linkspartei ist, dass sie aus einer sozialistischen Idee entstanden ist, die nach eigenen Angaben der Partei pervertiert wurde und Verbrechen produziert hat.

    Ich kann nicht erkennen, dass sich die Linkspartei wirklich mit den ideologischen Ursachen dieser Verbrechen auseinandersetzt. Der Verweis, dass es nunmehr ein "demokratischer" Sozialismus sein soll, ist rein formal, offensichtlich nur gemacht, um koalitionsfähig zu sein. Formal "demokratisch" war die Deutsche Demokratische Republik auch.

  8. 8. [...]

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    • bugme
    • 23.01.2012 um 19:54 Uhr

    Wenn Sie sich fragen, warum die Medikamente auf den "Hilfsschiffen" abgelaufen waren, warum die organisierer der "Hilfsflotte" sich weigerten das Angebot anzunehmen, diese Medikamente auf dem Landweg zu transportieren und darüber hinaus noch die Videos anschauen, sehen sie, dass durchaus beide Seiten weniger an dem Menschen als an einer prinzipiellen Eskalation interessiert waren.

    • bugme
    • 23.01.2012 um 19:54 Uhr

    Wenn Sie sich fragen, warum die Medikamente auf den "Hilfsschiffen" abgelaufen waren, warum die organisierer der "Hilfsflotte" sich weigerten das Angebot anzunehmen, diese Medikamente auf dem Landweg zu transportieren und darüber hinaus noch die Videos anschauen, sehen sie, dass durchaus beide Seiten weniger an dem Menschen als an einer prinzipiellen Eskalation interessiert waren.

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