TV-Interview: Wulffs schaurige Menscheleien
Vordergründig bereut Christian Wulff, doch in Wirklichkeit inszeniert er sich als Opfer der Medien. Gut möglich, dass die Show gelingt. Ein Kommentar
© Jesco Denzel/Bundespresseamt - Pool via Getty Images

Bundespräsident Christian Wulff im Interview von ARD und ZDF
Eine Entschuldigung funktioniert nur, wenn sie freiwillig ist. Bundespräsident Christian Wulff hat den Eindruck aufrichtiger Reue gleich zu Beginn seiner gestrigen TV-Abbitte geschmälert, als er sagte, er habe nie daran gedacht zurückzutreten.
Die Schuldeingeständnisse, die er in den Minuten danach folgen ließ, hatten nichts von Freiwilligkeit, sondern hinterließen den Eindruck, erzwungen zu sein – der Preis eben, den er für seinen Amtsverbleib zahlen muss. Schwer zu sagen, wie sehr es Wulff wirklich umtreibt, dass er seinem Amt mehrmals nicht gerecht wurde. Als er direkt zum Schaden für das Amt des Bundespräsidenten befragt wurde, flüchtete er sich in "man"-Formulierungen, als habe das Ganzen nichts mit ihm zu tun.
Es hat etwas Schales, dass er seine Entgleisungen mit der Attitüde eines schuldlos Überforderten begründet. Er habe sich hilflos gefühlt, als er Bild-Chefredakteur Diekmann wütend anrief ("mehr als Opfer"); man müsse seine Situation auch menschlich sehen; und später gar: Menschenrechte gelten auch für einen Bundespräsidenten, insbesondere einen, der ganz ohne Karenzzeit, aus heiterem Himmel ins Amt gekommen sei.
Wulff kokettiert schon länger mit seiner Unzulänglichkeit. Man erinnert sich noch an die Feststellung, er sei als Kanzler ungeeignet, weil zu wenig Alphatier. Was ihm damals etwas Symphatisches gab, funktioniert so jetzt nicht mehr. Es hat im Gegenteil etwas Perfides. Er wolle seine Glaubwürdigkeit wieder herstellen, indem er zeige, dass er aus seinen Fehlern lernt, teilte er den Interviewern von ARD und ZDF mit. Nach seiner Logik gibt es überhaupt kein Fehlverhalten, das ihn zum Rücktritt veranlassen könnte – schließlich lernt er und Fehler sind menschlich. Wulff, ahnt man, müsste Diekmann also schon ein zweites Mal in völliger Fehleinschätzung der Situation auf die Mailbox dröhnen, um selbst einen Grund zur Demission zu sehen.
Wulff löst den Zusammenhang zwischen Amt und Verantwortung auf. Man muss sich einmal vorstellen, was gewesen wäre, hätte dereinst Oberst Klein das verheerende Bombardement von Kundus mit seiner Unerfahrenheit begründet. Oder Ex-Postchef Zumwinkel seine Steuerhinterziehung damit, dass ihn seine Verantwortung als Konzernchef eben zur Selbstüberschätzung gebracht habe.





...habe eine Lernkurve, muß mein Verhältnis zu Mitkommentatoren neu überdenken, es war ein Fehler, Frau Geerts statt Frau Geerkens zu schreiben, und Skatkarten gibt es nicht im Schloß Bellevue, die gibt´s in Burgwedel.
Da gehts mir gleich viel besser! :-)))
Da gehts mir gleich viel besser! :-)))
"Ich habe mit Wulff verhandelt“, sagte Geerkens. „Ich habe mir überlegt, wie das Geschäft abgewickelt werden könnte.“ Seine Frau sei keine direkte Freundin von Wulff, eher familiärer Anhang."
"Bei der Ausreichung des Darlehens sei laut dem Unternehmer eigens ein Weg gewählt worden, bei dem die Namen der Beteiligten nicht auftauchen sollten. „Wir sind beide sehr bekannt in Osnabrück. Und ich wollte nicht, dass irgendein Bank-Azubi sieht, dass so viel Geld von mir an Wulff fließt“, so Geerkens. Daher sei ein anonymer Bundesbankscheck ausgestellt und Wulff übermittelt worden, damit dieser ihn einlösen konnte."
Wulff gestern:"Aber ich räume hier ein, dass ich Beziehungen zu Frau Geerkens habe."
dass sich Frau Schausten und Herr Deppendorf für ein solches Schmierenthater haben instrumentalisieren lassen bestürzt mich. Vielleicht war ich in meiner Erwartungshaltung auch einfach nur naiv. Schließlich weiß MAN (häufig benutztes Wort unseres BP, dass solches Interviews vorher inhaltlich abgesprochen sind. Warum haben die Interviewer nur vordergründig hart nachgefragt und sind doch an den entscheidenden Stellen nicht bissig genug gewesen? Z.B. Chinareise, Urlaube, Kreditkonditionen usw. Es war inszeniert! Hier zeigt sich leider die Nähe bzw Finanzierung der öffentlich rechtlichen Sender. So etwas brauchen wir nicht mehr.Ich hoffe dennoch, dass Frau Schausten es zumindest leid tun dürfte, den 150 € Hinweis gegeben zu haben - unglaubwürdig!
WARUM machen wir uns nicht alle auf den Weg, diesen Bundeskasper zu stürzen? Weil wir deutsche es nicht gewohnt sind auf die Straße zu gehen. Weil es nur mittelbar an unseren Geldbeutel geht.
Wie hat Herbert Grönemeyer in eine Liede getextet:.. wie eine träge Herde Kühe schauen wir kurz auf und grasen dann gemütlich weiter...
In diesem Sinne
Frit
Die Niedersächsische Staatskanzlei schrieb 2005:Christian Wulff ist es als Mitglied im Aufsichtsrat der VW AG von Gesetzes wegen untersagt, auf operative Entscheidungen des Unternehmens Einfluss zu nehmen.
„Zusammen mit VW-Patriarch Ferdinand Piëch und VW-Chef Martin Winterkorn entwickelte Wulff eine „Grundlagenvereinbarung“, die am 13. August 2009 von den Aufsichtsräten beider Unternehmen unterzeichnet wurde. VW stieg bei Porsche ein, und die Geldgeber der Sportwagenschmiede, darunter die LBBW und deren Tochter BW-Bank, konnten aufatmen. Nur vier Monate später nahm der CDU-Politiker nach eigenen Angaben wegen seines Hauskredits Kontakt zur BW-Bank auf. Auf die Frage des SPIEGEL, ob der Kredit eine Art „Dankeschön“ für die Porsche-Rettung gewesen sei, antwortet Wulff, es bestehe „keine irgendwie geartete Interessenkollision“. Vorgänge aus dem Aufsichtsrat könne er aber nicht kommentieren, weil sie „fortgeltender Verschwiegenheitsverpflichtungen“ unterlägen.“ (SPON 31.12.11)
Da gehts mir gleich viel besser! :-)))
RWE-Boss Jürgen Großmann hielt in der Norddeutschen Landesbank Hannover die Laudatio anlässlich der Veröffentlichung der Wulff-Biographie „Besser die Wahrheit“, kaufte 2500 Exemplare und verschenkte sie als Gratiswerbung für Wulff.
http://www.zeit.de/politi...
ist das Medientheater.
Inquisitorisch sitzen 2 " reine" Journalisten und verhören ihn. Das Tribunal, oder Pranger ( erinnert an´s Mittelalter)
ich bin überzeugt, egal wie er sich verhalten hätte, selbstbewusst, schuldig , neutral, es wäre immer falsch gewesen.
Ich bin abgestoßen von der inzwischen immer öfter inszenierten medialen Inquisition. Sie haben die Macht, jeden fertig zu machen, die wahre Macht des Landes, und alle haben Angst....
Im März 2009 reiste neben Geerkens auch der Hannoveraner Rohrleitungsspezialist Eginhard Vietz mit Wulff nach Japan. Vietz begleitete Wulff zudem im Juni 2010 bei seinen Dienstreisen in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Katar. Im August 2010 bekam der Hannoveraner Unternehmer, der Pipeline-Equipment in die Ölländer der Welt exportiert schließlich Besuch von der Staatsanwaltschaft, da er sich öffentlich zur Zahlung von Schmiergeldern im Ausland bekannte.
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