Bundespräsident Union kritisiert Wulffs Krisenmanagement
Unionsfraktionschef Kauder hat dem Bundespräsidenten Fehler vorgeworfen, Rücktrittsforderungen aber zurückgewiesen. Die Opposition bot Hilfe bei der Nachfolgersuche an.
Unionsfraktionschef Volker Kauder hat das Krisenmanagement von Bundespräsident Christian Wulff in der Kredit- und Medien-Affäre als "wirklich nicht gut" bezeichnet. Es "wäre am besten gewesen, einmal in einem Aufwasch alles darzulegen und dann kommt nichts mehr", sagte Kauder in der ARD. Es sei zudem "sicher kein Ausweis von Klugheit" gewesen, "einem Chefredakteur eine solche Sache auf die Mailbox zu sprechen", sagte Kauder im Hinblick auf einen Anruf Wulffs bei Bild-Chefredakteur Kai Dieckmann, in dem es um einen bevorstehenden Bericht der Zeitung über die Finanzierung von Wulffs Privathaus ging.
Der Unionsfraktionschef wies Rücktrittsforderungen wegen der gegen den Präsidenten erhobenen Vorwürfe aber zurück. Wulff habe seine Fehler eingeräumt, sich dafür entschuldigt und werde im Amt bleiben. "Und deswegen sind alle Diskussionen darüber, wer einen neuen Kandidaten bringen könnte, Unsinn."
Kauder reagierte damit auf Forderungen von SPD und Grünen, die der Union eine gemeinsame Kandidatensuche für den Fall eines Rücktritts Wulffs angeboten hatten. Grünen-Chefin Claudia Roth erklärte ihre Bereitschaft zu helfen. Sie habe "ein großes Interesse daran, dass es in unserer Demokratie eine starke moralische Instanz gibt und das ist der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin". Sie frage sich, "wie will Herr Wulff diese Autorität gewinnen, wie will er sie bekommen, wo er so dramatisch an Glaubwürdigkeit verloren hat".
SPD streitet über Konsequenzen
SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte gesagt, die SPD wolle keinen eigenen Kandidaten benennen, die CDU könne auch jemanden aus ihren Reihen vorschlagen. "Wir wollen bloß, dass dieses unwürdige Theater endlich ein Ende hat."
In der SPD-Spitze gibt es allerdings Meinungsverschiedenheiten über die Konsequenzen, sollte Wulff zurücktreten. Parteichef Gabriel wies Forderungen von SPD-Generalsekretärin Nahles zurück, im Falle eines Rücktritts müsse auch der Bundestag neu gewählt werden. Die SPD werde keinen parteitaktischen Vorteile daraus ziehen. Genau das warf ihm allerdings CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt vor. Gabriel habe schon immer den nötigen Anstand vermissen lassen. "Von ihm kommt nur Zündelei und parteitaktisches Manövrieren."
Der Bundespräsident steht seit mehr als drei Wochen wegen eines privaten Hauskredits, den er vor seinem Amtsantritt bei der Frau des befreundeten Unternehmers Egon Geerkens aufnahm, in der Kritik. Bei der Diskussion um den Privatkredit geriet Wulff zusätzlich unter Druck, als bekannt wurde, dass er im Dezember mit einem Anruf beim Chefredakteur der Bild die Berichterstattung über die Affäre angeblich stoppen wollte und mit Konsequenzen gedroht haben soll. Wulff hatte den Anruf zwar bestätigt, doch betont, er habe nur um eine Verschiebung des Berichts gebeten und sich zudem beim Chefredakteur entschuldigt.
Zeitung widerspricht Wulff
Die Bild-Zeitung beharrt weiterhin darauf, dass der Bundespräsident die Berichterstattung über die Finanzierung seines Privathauses verhindern wollte. Der Bundespräsident habe vielleicht das Verschieben als Etappe gesehen, "das Verhindern ganz eindeutig als Ziel", sagte Bild-Vizechef Nikolaus Blome.
Der Spiegel berichtete, dass Wulff nicht nur dem Chefredakteur der Bild-Zeitung mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht habe, sondern auch dem Chef des Springer-Verlags, Mathias Döpfner. Wenn der Artikel über seinen 500.000-Euro-Privatkredit erscheine, bedeute das Krieg zwischen dem Präsidialamt und Springer bis zum Ende seiner Amtszeit, werde Wulff im Springer-Verlag zitiert. Der Verlag bestätigte den Bericht des Magazins.
Wulff selbst denkt offenbar weiter nicht an Rücktritt. Bei einem Neujahrsempfang für Mitarbeiter am vergangenen Freitag habe er sich zuversichtlich gezeigt, "dass dieses Stahlgewitter bald vorbei ist", hatte die Bild am Sonntag berichtet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht "keine Veranlassung, über eine Nachfolge für den Bundespräsidenten zu sprechen."
- Datum 09.01.2012 - 07:21 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
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Ein Mensch, der nicht nur schweigend auf stilles Vergessen setzt, sondern es als Mittel zur Bewältigung fraglicher moralischer Verhaltensweisen offensiv propagiert.
Seine Absicht ist nicht die Aufklärung des Argwohns, seine Hoffnung ist die Herbeiführung der Harmlosigkeit.
Mit jedem Kalenderblatt, das er abreißt, entreißt er den Menschen auch ein Stück Wahrhaftigkeit.
Sein Ehrgeiz dient nicht dem Erreichen schnellstmöglicher Eindeutigkeit, sein Ziel ist die schleichende Zerstreuung des Zweifels.
Das ist der Wunsch nach einem windelweichen Volk im Wachkoma.
Das ist das wahre Stahlgewitter, die kalkulierte Kapitulation der Klarheit in einer Sache vor dem Hagel der Headlines.
Aber wir wissen ja auch aus Umfragen, dass im jetzigen Zeitalter weniger gelesen wird. Dies ist jedoch dringend für die Infiormation erforderlich. Und es wird immer nur sein Krisenmanagement beanstandet, nicht sein Hang, uns um die Wahrheit zu führen. Er kann sicher nicht anders und es darf vermutet werden, dass noch etwas anderes zutage kommen könnte. Die Sache ist für diesen Druckser (Azubi im höchsten Staatssamt) noch lange nicht ausgestanden. Er kann der Sache schnell ein Ende machen. Gerade aber weil er so unnachgiebig mit den Fehlern anderer Politiker umgegangen ist, wird er dies wohl nicht tun.
Alle Achtung, so viel Literaturkenntnis hätte ich Wulff nicht zugetraut. Ihm scheinen die Stahlgewitter der Springerpresse ja regelrecht gelegen zu kommen.
Eine bessere Ablenkung vom Thema, von wem Wulff eigentlich einen anonymen 500000 €-Scheck bekommen hat, als das Dauergedröhne um die Diekmannmailbox kann Wulff nicht gratis geliefert bekommen.
In Ernst Jüngers "Stahlgewitter" wird der Krieg wird als Erlebnis und existentielle Erfahrung geschildert, die Bedeutung des Erlebens des Einzelnen im Überlebenskampf des Krieges wird besonders hervorgehoben.
Auf die Ursache des Krieges geht das Buch nicht ein.
Man kann den Hinweis auf "Stahlgewitter" durchaus als weitere Vernebelung Wulffs verstehen, auf die Ursache der Kritik - die undurchsichtige Annahme von 500000 € ohne dokumentierte Rückzahlung -nicht einzugehen.
Aber wir wissen ja auch aus Umfragen, dass im jetzigen Zeitalter weniger gelesen wird. Dies ist jedoch dringend für die Infiormation erforderlich. Und es wird immer nur sein Krisenmanagement beanstandet, nicht sein Hang, uns um die Wahrheit zu führen. Er kann sicher nicht anders und es darf vermutet werden, dass noch etwas anderes zutage kommen könnte. Die Sache ist für diesen Druckser (Azubi im höchsten Staatssamt) noch lange nicht ausgestanden. Er kann der Sache schnell ein Ende machen. Gerade aber weil er so unnachgiebig mit den Fehlern anderer Politiker umgegangen ist, wird er dies wohl nicht tun.
Alle Achtung, so viel Literaturkenntnis hätte ich Wulff nicht zugetraut. Ihm scheinen die Stahlgewitter der Springerpresse ja regelrecht gelegen zu kommen.
Eine bessere Ablenkung vom Thema, von wem Wulff eigentlich einen anonymen 500000 €-Scheck bekommen hat, als das Dauergedröhne um die Diekmannmailbox kann Wulff nicht gratis geliefert bekommen.
In Ernst Jüngers "Stahlgewitter" wird der Krieg wird als Erlebnis und existentielle Erfahrung geschildert, die Bedeutung des Erlebens des Einzelnen im Überlebenskampf des Krieges wird besonders hervorgehoben.
Auf die Ursache des Krieges geht das Buch nicht ein.
Man kann den Hinweis auf "Stahlgewitter" durchaus als weitere Vernebelung Wulffs verstehen, auf die Ursache der Kritik - die undurchsichtige Annahme von 500000 € ohne dokumentierte Rückzahlung -nicht einzugehen.
welcher aktuellen rhetorikschmiede ist das wort denn entgleist?
Soweit ich weiß, stammt die Metapher des „reinigenden Stahlgewitters“ von Ernst Jünger, der den 1. Weltkrieg damit beschönigte. Es ist zum Verzweifeln, dass unser Präsident nicht nur unaufrichtig ist, die Presse unter Druck setzt, sich als König der Aussitzer zu bewähren versucht, sondern auch noch ungebildet ist. Wenigstens ein wenig Kultur bräuchte er, um auch nur eine Rede zu halten, die in Erinnerung bleibt. Aber da sind wir ja auch von Köhler nicht verwöhnt worden.
...dann sollten die Damen und Herren vielleicht auch einmal "Auf den Marmorklippen" lesen - das Buch, dessentwegen Jünger 1938 mit Veröffentlichungsverbot belegt wurde.
Die schrittweise Vernichtung einer Gesellschaft durch Gier und pöbelhafte Gesinnung der Mächtigen ist darin ausgezeichnet beschrieben.
Soweit ich weiß, stammt die Metapher des „reinigenden Stahlgewitters“ von Ernst Jünger, der den 1. Weltkrieg damit beschönigte. Es ist zum Verzweifeln, dass unser Präsident nicht nur unaufrichtig ist, die Presse unter Druck setzt, sich als König der Aussitzer zu bewähren versucht, sondern auch noch ungebildet ist. Wenigstens ein wenig Kultur bräuchte er, um auch nur eine Rede zu halten, die in Erinnerung bleibt. Aber da sind wir ja auch von Köhler nicht verwöhnt worden.
...dann sollten die Damen und Herren vielleicht auch einmal "Auf den Marmorklippen" lesen - das Buch, dessentwegen Jünger 1938 mit Veröffentlichungsverbot belegt wurde.
Die schrittweise Vernichtung einer Gesellschaft durch Gier und pöbelhafte Gesinnung der Mächtigen ist darin ausgezeichnet beschrieben.
Verwundert reibt man sich die Augen.
Die Taktik scheint aufzugehen.
In einem Jahr redet kein Mensch mehr über die Affaire Wulff.
In einem Jahr fragt man sich, wer ist Herr Wulff.
Nur, in einem Jahr sitzt der immer noch in Bellevue.
Und er und seine First Lady finden es völlig gerecht,
dass sie da sitzen.
Verkehrte Welt!
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo.
"Und er und seine First Lady finden es völlig gerecht, ..."
Ist Bettina nicht seine "Second Lady"?
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo.
"Und er und seine First Lady finden es völlig gerecht, ..."
Ist Bettina nicht seine "Second Lady"?
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Diskussionsbeitrag. Danke. Die Redaktion/ag
das Netz vergißt nichts.
Das Krisenmanagement ist in der Tat schlecht.Nur versucht Kauder von den Fakten abzulenken, denn der Mailbox Anruf war nicht nur kein Ausweis von Klugheit, sondern möglicherweise versuchte Nötigung. Im übrigen kann Wulff sich nicht entschuldigen, sondern nur um Entschuldigung bitten und diese Bitte ist noch nicht beim Volk angekommen.
Die Neugier breiter Massen nicht zu befriedigen hat nichts mit mangelndem Respekt zu tun. Eine Pflicht der Bildzeitung Interviews zu geben, kann ich keinem Gesetz entnehmen.
In unserer heutigen Zeit herrscht die irrige Vorstellung man hätte das Recht jederzeit alles über das Leben der anderen zu erfahren. Was ist das? Big Brother Syndrom? Stasi-Mentalität?
Nicht von dem was bis dato gesagt wurde ist für das Amt von Relevanz. Keiner der erhobenen Vorwürfe in irgendeiner Weise strafrechtlich von Bedeutung.
Es grassiert die irrige Annahme, dass wenn alle etwas wollen, sie das Recht dazu hätten. Das ist Unsinn.
Die Neugier breiter Massen nicht zu befriedigen hat nichts mit mangelndem Respekt zu tun. Eine Pflicht der Bildzeitung Interviews zu geben, kann ich keinem Gesetz entnehmen.
In unserer heutigen Zeit herrscht die irrige Vorstellung man hätte das Recht jederzeit alles über das Leben der anderen zu erfahren. Was ist das? Big Brother Syndrom? Stasi-Mentalität?
Nicht von dem was bis dato gesagt wurde ist für das Amt von Relevanz. Keiner der erhobenen Vorwürfe in irgendeiner Weise strafrechtlich von Bedeutung.
Es grassiert die irrige Annahme, dass wenn alle etwas wollen, sie das Recht dazu hätten. Das ist Unsinn.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo.
Das kam gestern bei Jauch schön rüber. Wulff ist kein Vorbild. er ist ein Abbild seiner Parteigenossen und insbesondere ein Abbild der ihn fanatisch verteidigenden CDU Anhänger.
Durchtrieben, verschlagen und bigott bis zum geht nicht mehr.
Eine ehrenwerte Gesellschaft dieser Kanzlerinnen Wahlverein.
"Krieg" führt er also.
In einem "Stahlgewitter" sieht er sich.
Wo lebt dieser Mensch?
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Diffamierungen. Danke. Die Redaktion/ag
"Krieg" führt er also.
In einem "Stahlgewitter" sieht er sich.
Wo lebt dieser Mensch?
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Diffamierungen. Danke. Die Redaktion/ag
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