BundespräsidentMedien veröffentlichen Fragen und Antworten zur Wulff-Affäre

Der Bundespräsident will offenbar auch mit Erlaubnis der Medien die Fragen von Journalisten und die Antworten nicht veröffentlichen. Das tun einige nun selbst.

Im Streit um die Offenlegung von Medienanfragen an den in der Kritik stehenden Bundespräsidenten Christian Wulff haben erste Zeitungen umfangreiche Veröffentlichungen gemacht. Die Welt und Welt am Sonntag stellten Fragen, die sie Wulff und der BW-Bank gestellt hatten, sowie die dazugehörigen Antworten ins Internet. In einer Erklärung hieß es, die Zeitungen machten von ihrem Recht am eigenen Wort Gebrauch.

Wulff steht wegen eines Privatkredits für sein Eigenheim, kostenloser Urlaube bei Freunden aus der Wirtschaft und seines Umgangs mit den Medien seit einem Monat in der Kritik. Er hatte in seinem Fernsehinterview vor gut einer Woche angekündigt, alle Fragen von Journalisten und die dazugehörigen Antworten zu veröffentlichen.

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Wulffs Anwalt Gernot Lehr hatte dies aber kurz darauf aus rechtlichen Gründen abgelehnt. Eine Offenlegung der Antworten auf die Anfragen von Journalisten verletze deren Recht am eigenen Wort und am Schutz ihrer Rechercheergebnisse, hatte der Jurist argumentiert. Mehrere Zeitungen entbanden Lehr daraufhin von der Pflicht, ihre Rechercheergebnisse zu schützen.

Der nun auf Welt Online veröffentlichte Katalog enthält weitgehend bekannte Angaben über das Zustandekommen von Wulffs Privatkredit bei Edith Geerkens. Wulff hatte 2008, als er noch Ministerpräsident Niedersachsens war, bei der befreundeten Unternehmergattin 500.000 Euro geliehen und den Privatkredit später mit Hilfe der BW-Bank abgelöst. Auf die Frage, was der Präsident über die Herkunft des Geldes von Geerkens wisse, antwortete Anwalt Lehr der Welt zufolge: "Herr Wulff wusste, dass Frau Edith Geerkens vermögend ist."

Viele Fragen und Antworten drehen sich um die Ablösung des Privatdarlehens durch "ein rollierendes Geldmarktdarlehen" bei der BW-Bank im Jahr 2010 zu günstigeren Zinsen sowie die Umwandlung in ein langfristiges Darlehen Ende 2011. Wulffs Anwälte wie auch die Bank widersprachen Vorhaltungen, bei den Finanzgeschäften hätte Wulff außergewöhnlich günstige Konditionen bekommen. Auch diese Details wurden bereits in Medien erörtert.

Leserkommentare
  1. Vielleicht sollte Wulff doch im Amt bleiben, damit nicht ein falscher Schein entsteht. Er ist eben nur Symptom, nicht Ursache des Problems.

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    ""Der Bundespräsident genießt mein Vertrauen. Es kann keine Rede davon sein, dass die Stimmung in der Fraktion kippt."

    Ich bin schon mal gespannt, wie groß Kauders "Geduld" ist...

    Unaufrichtigkeit und Trickserei kann nicht auf die Gesellschaft geschoben werde. Wenn das so wäre, dann wäre sein Verbleiben im Amt die Bestätigung für den Niedergang zahlreicher Konventionen und Werte, für die gerade der Bundespräsident stehen soll.

    ""Der Bundespräsident genießt mein Vertrauen. Es kann keine Rede davon sein, dass die Stimmung in der Fraktion kippt."

    Ich bin schon mal gespannt, wie groß Kauders "Geduld" ist...

    Unaufrichtigkeit und Trickserei kann nicht auf die Gesellschaft geschoben werde. Wenn das so wäre, dann wäre sein Verbleiben im Amt die Bestätigung für den Niedergang zahlreicher Konventionen und Werte, für die gerade der Bundespräsident stehen soll.

    • NWJ
    • 13.01.2012 um 8:29 Uhr

    Es ist alles so banal, aber der Mann ist schrecklich. Jetzt teilen die Anwälte mit, dass die Veröffentlichungszusage von Herrn Wulff im TV-Interview nicht rechtens war. Man muss bedenken, Herr Wulff ist Jurist. In der gleichen Sendung behauptet Herr Wulff, dass er für ein Flug-Upgrade seine privaten Bonusmeilen verwendet hat. Die Lufthansa kann das nicht bestätigen, weil das nach Wulffs Beschreibung nicht geht. Was soll das? Warum macht der das? Das hat doch nichts mit einer Medien-Hetzjagt zu tun. Ist Herr Wulff von allen guten Geistern verlassen? Eines dürfte feststehen, genau wie bei KTzG, er hat den Überblick verloren. Und das dürfte dann zutreffen.

    19 Leserempfehlungen
  2. Dann legaliesieren wir bitte auch Schwarzarbeit und vor Allem Sozialbetrug. Wenn wir die mächtigen Betrüger davon kommen lassen, dann die Kleinen doch erst recht.

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    • Psy03
    • 13.01.2012 um 9:57 Uhr

    wenn sich alle wie Herr Wulf nur noch (halbwegs) Rechtlich und nicht mehr moralisch korrekt verhalten würden.

    Was Allein schon im Straßenverkehr los wäre, wenn sich alle "nur" an die Regeln halten und soetwas wie gegenseitige Rücksichtnahme abstellen...

    Man nimmt dem Amt doch komplett den Sinn wenn es jemand ohne Moral ausführt, ein ungläubiger sollte ja auch kein Papst sein.

    • otmars
    • 13.01.2012 um 17:12 Uhr

    Es gibt kein Recht im Unrecht. Selbst unterstellt die Dinge die BP Wulff getan hat, seien strafrechtlich relevant, so ist das kein Freibrief für andere das gleiche zu tun.
    Die Legalisierung von Unrecht nur weil andere auch Unrecht begangen haben, würde unsere Rechtsordnung dauerhaft schädigen.
    Es ärgert auch mich, das jemand der Hartz IV empfängt alles offen legen muß und Zuwendungen zum Unterhalt gestrichen bekommt, wenn er das nicht tut. Aber es ändert nichts daran, wenn er erwischt wird, so ist das eben die Rechtslage.
    Herr Wulff ist allem anschein nach ein Kind der Geiz ist Geil Mentalität. Das er daneben ein gestörtes Verhältnis zur Wahrheit hat, ist der eigentliche Skandal. Dafür gehört er auch zum Rücktritt gezwungen.

    • moni76
    • 14.01.2012 um 14:48 Uhr

    Sie vergleichen Äpfel und Birnen miteinander - merken Sie es? Wulff hat gegen kein Gesetz verstoßen.

    • Psy03
    • 13.01.2012 um 9:57 Uhr

    wenn sich alle wie Herr Wulf nur noch (halbwegs) Rechtlich und nicht mehr moralisch korrekt verhalten würden.

    Was Allein schon im Straßenverkehr los wäre, wenn sich alle "nur" an die Regeln halten und soetwas wie gegenseitige Rücksichtnahme abstellen...

    Man nimmt dem Amt doch komplett den Sinn wenn es jemand ohne Moral ausführt, ein ungläubiger sollte ja auch kein Papst sein.

    • otmars
    • 13.01.2012 um 17:12 Uhr

    Es gibt kein Recht im Unrecht. Selbst unterstellt die Dinge die BP Wulff getan hat, seien strafrechtlich relevant, so ist das kein Freibrief für andere das gleiche zu tun.
    Die Legalisierung von Unrecht nur weil andere auch Unrecht begangen haben, würde unsere Rechtsordnung dauerhaft schädigen.
    Es ärgert auch mich, das jemand der Hartz IV empfängt alles offen legen muß und Zuwendungen zum Unterhalt gestrichen bekommt, wenn er das nicht tut. Aber es ändert nichts daran, wenn er erwischt wird, so ist das eben die Rechtslage.
    Herr Wulff ist allem anschein nach ein Kind der Geiz ist Geil Mentalität. Das er daneben ein gestörtes Verhältnis zur Wahrheit hat, ist der eigentliche Skandal. Dafür gehört er auch zum Rücktritt gezwungen.

    • moni76
    • 14.01.2012 um 14:48 Uhr

    Sie vergleichen Äpfel und Birnen miteinander - merken Sie es? Wulff hat gegen kein Gesetz verstoßen.

    • jagu
    • 13.01.2012 um 8:33 Uhr

    Es dürfte kaum anzunehmen sein, dass in der Zeitung von Merkels Freundin Friede Springer etwas steht, was Friede nicht möchte.

    Bisher sind alle Mitbewerber von März bis Koch sehr schnell aus der Politik ausgestiegen (vermutlich war denen klar wie es sonst weitergeht, oder es wurde ihnen klargemacht), Wulff wollte das nicht, der hat so etwas in einem Rechtsstaat für unmöglich gehalten.

    Dafür wurde er zunächst als Präsident politisch abserviert und nun gibts Saures, nun wird er, seine Frau und Familie persönlich fertiggemacht.

    Dabei geht es um nicht mehr und nicht weniger als unser Staatsoberhaupt, das uns Deutsche in der ganzen Welt repräsentiert.

    Auch jeder folgende Präsident wird seinetwegen belächelt werden - wir Deutschen sind damit beschädigt worden, und alles weil ein paar Wahnsinnige Pomadejünglinge durchdrehen?

    Das kann ja wohl nicht sein.

    Ich hoffe, Diekmann hat den Schneid, diese Fragen allen Bundestags- und EU-Abgeordneten zu stellen, er kann sich dann den Orden an die Brust hängen, dass die Bildzeitung entscheidet, wer dieses Land regiert und es gäbe sofort Neuwahlen.

    Das wäre nicht mehr als konsequent, mit den läppischen Fragen lässt sich nämlich jeder Politiker und Spitzenbeamte absägen.

    Und das schlimmste, die anderen Medien machen bei der Beschmutzung unseres Landes mit.

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    wie Sie und andere Kommentatoren schreiben, dass Wulff von "ganz oben" wegen potentieller Nichtunterzeichnung des ESM abgeschossen werden sollte, bleiben dennoch mehrere Fragen offen.
    Warum sollte Merkel Wulff abschießen wollen? Machtpolitisch entsorgt hatte sie ihn schon. Extraenergie verschwendet sie nicht, dafür ist sie zu sehr Physikerin. Um potentiell selbstgefährdend gegen den eigens inthronisierten Bundespräsidenten zu zündeln, fehlt ihr die Spielernatur.

    Wenn er den ESM nicht unterschreiben wollte, hätte er sich äußern müssen. Ein bisschen dagegen sein, siehe Lindauer Rede, reicht nur fürs eigene Gutmenschentum, für mehr aber nicht.
    Das Format, ganz klar Stellung zu nehmen: "Ermächtigungsgesetz, unterschreib ich so nicht, lieber geh ich", kann man ihm nach der bisherigen Amtsführung nicht ernstlich zuschreiben.
    Ein derartiges Format steht in klarem Gegensatz zum zu Tage getretenen Wesenszug beim Gejammer über das angeblich gebrochene Ehrenwort der Bildzeitung.
    Die Erwartung Wulffs, der Bildzeitung den Geerkens "Darlehens"-vertrag exklusiv zu zeigen, um sie damit als Gegenleistung dazu zu bringen, nie wieder das Wort "Maschmeyer" und "anonymer Scheck" in den Mund zu nehmen, wäre die Erwartung unseres Präsidenten an ein Ganovenehrenwort.
    Ihre Idee von Gleichheit und Brüderlichkeit, die Wulff-Fragen nicht Wulff exklusiv, sondern allen Abgeordneten der Reihe nach vorzulegen, finde ich brilliant.
    Und das sollten wir nicht Herrn Diekmann von der Bildzeitung überlassen.

    und habe sie weiter gesponnen.
    Was wollte Merkel von Wulff? Bestimmt keinen Serienrücktritt, auch einen gigantischen Presserummel konnte sie sich kaum erhofft haben.
    Sie wollte, dass er den ESM unterzeichnet.

    Sollte Ihre Annahme zutreffen, dass es die von höchster Stelle zugedachte Aufgabe der Bildzeitungsjournaille ist, schon mal die Folterwerkzeuge zu zeigen, dann muss diesmal etwas gründlich daneben gegangen sein.
    Das tut man nämlich geräuschlos im Geheimen, nicht derart öffentlich.

    Denkt man diesen Gedanken weiter, war es Diekmann, nicht Wulff, der aus der Spur gelaufen ist. Er wollte seine Aufgabe als reine Foltervorzeigemarionette "von höchsten Gnaden" nicht mehr so weiter spielen, sondern sich als Journalist emanzipieren. Und deshalb befand er sich auch in der Situation, den Handymailboxinhalt veröffentlichen zu müssen, quasi als Diekmannsche Arbeitsplatzsicherung "nach ganz oben".

    Sollten diese Hypothesen zutreffen, liegt genau hierin der Grund, warum alle Medien - mit Ausnahme der öffentlich-rechtlichen - auf den Zug springen.
    Sie wollen nicht weiter nur wahlweise Folterwerkzeugvorzeiger oder Homestorylieferanten von Gnaden sein, sondern die Früchte Ihrer Arbeit selbst genießen.

    bei der Beschmutzung unseres Landes mit." - soll das bedeuten, daß nicht die Verursacher von Verschmutzung (beim Eine-Hand-wäscht-die-andere sind es immer mehrere) etwas verschmutzen, sondern die, die sich wehren?

    ---
    Es dürfte kaum anzunehmen sein, dass in der Zeitung von Merkels Freundin Friede Springer etwas steht, was Friede nicht möchte.
    Bisher sind alle Mitbewerber von März bis Koch sehr schnell aus der Politik ausgestiegen (vermutlich war denen klar wie es sonst weitergeht, oder es wurde ihnen klargemacht),
    ---

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    • u.t.
    • 13.01.2012 um 12:18 Uhr

    "Merkel serviert über Springer Wulff ab."

    Das halte ich für die unschlüssigste, widersinnigste Hypothese.
    Für Merkel dürfte diese Affaire so sinnlos sein wie ein Kropf.

    Das was sich Merkel ankreiden kann - und worauf sie endlich vielleicht doch einmal sinnvolle Schlüsse ziehen könnte -, ist ihre hemmungslos am persönlichen Interesse orientierte Personalpolitik, technokratisch gedacht, geradezu macchiavellistisch. Sie installierte immer nur geschmeidige Ja-Sager und debile Lächler um sich herum, shcwache Persönlichkeiten, damit ja nur sie heraussticht.

    So hat sie Minister in Positionen gebracht, die dort nur versagen konnten (Rösler z.B., in der Gesundheit), hat einen eigenen Beitrag geleistet, dass die FDP ihre vollständige Inkompetenz beweisen konnte (und damit als Koalitionspartner wegfallen wird - tolle Strategie), hat viel konservative Substanz aus der CDU weggeekelt (ob man deren Protagonisten mag oder nicht) und dann auch noch zwei Bundespräsidenten "installiert", die beide am Ende zu schwach für dieses wichtige und gute Amt waren/sind.

    Ich bin nun wirklich kein abonnierter Merkel-Gegner, bei einigem muss die Zukunft erweisen, wie gut ihre Politik ist.
    Aber bei ihrer Personalpolitik muss ich sagen, dass sie lieber staatliche Institutionen schädigt, parteipolitische Perspektiven über den Haufen fährt als dass sie ihre Machtposition auch nur ein kleines bisschen angekratzt zu sehen.
    Eine Peron mit Statur scheint sie neben sich wohl kaum ertragen zu können.

    Es ist nicht die Presse die Deutschland beschädigt in dem sie korruptes Verhalten und politische Unmoral aufdeckt und anprangert.
    Offensichtlich vertauschen Sie Ursache und Wirkung.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    wie Sie und andere Kommentatoren schreiben, dass Wulff von "ganz oben" wegen potentieller Nichtunterzeichnung des ESM abgeschossen werden sollte, bleiben dennoch mehrere Fragen offen.
    Warum sollte Merkel Wulff abschießen wollen? Machtpolitisch entsorgt hatte sie ihn schon. Extraenergie verschwendet sie nicht, dafür ist sie zu sehr Physikerin. Um potentiell selbstgefährdend gegen den eigens inthronisierten Bundespräsidenten zu zündeln, fehlt ihr die Spielernatur.

    Wenn er den ESM nicht unterschreiben wollte, hätte er sich äußern müssen. Ein bisschen dagegen sein, siehe Lindauer Rede, reicht nur fürs eigene Gutmenschentum, für mehr aber nicht.
    Das Format, ganz klar Stellung zu nehmen: "Ermächtigungsgesetz, unterschreib ich so nicht, lieber geh ich", kann man ihm nach der bisherigen Amtsführung nicht ernstlich zuschreiben.
    Ein derartiges Format steht in klarem Gegensatz zum zu Tage getretenen Wesenszug beim Gejammer über das angeblich gebrochene Ehrenwort der Bildzeitung.
    Die Erwartung Wulffs, der Bildzeitung den Geerkens "Darlehens"-vertrag exklusiv zu zeigen, um sie damit als Gegenleistung dazu zu bringen, nie wieder das Wort "Maschmeyer" und "anonymer Scheck" in den Mund zu nehmen, wäre die Erwartung unseres Präsidenten an ein Ganovenehrenwort.
    Ihre Idee von Gleichheit und Brüderlichkeit, die Wulff-Fragen nicht Wulff exklusiv, sondern allen Abgeordneten der Reihe nach vorzulegen, finde ich brilliant.
    Und das sollten wir nicht Herrn Diekmann von der Bildzeitung überlassen.

    und habe sie weiter gesponnen.
    Was wollte Merkel von Wulff? Bestimmt keinen Serienrücktritt, auch einen gigantischen Presserummel konnte sie sich kaum erhofft haben.
    Sie wollte, dass er den ESM unterzeichnet.

    Sollte Ihre Annahme zutreffen, dass es die von höchster Stelle zugedachte Aufgabe der Bildzeitungsjournaille ist, schon mal die Folterwerkzeuge zu zeigen, dann muss diesmal etwas gründlich daneben gegangen sein.
    Das tut man nämlich geräuschlos im Geheimen, nicht derart öffentlich.

    Denkt man diesen Gedanken weiter, war es Diekmann, nicht Wulff, der aus der Spur gelaufen ist. Er wollte seine Aufgabe als reine Foltervorzeigemarionette "von höchsten Gnaden" nicht mehr so weiter spielen, sondern sich als Journalist emanzipieren. Und deshalb befand er sich auch in der Situation, den Handymailboxinhalt veröffentlichen zu müssen, quasi als Diekmannsche Arbeitsplatzsicherung "nach ganz oben".

    Sollten diese Hypothesen zutreffen, liegt genau hierin der Grund, warum alle Medien - mit Ausnahme der öffentlich-rechtlichen - auf den Zug springen.
    Sie wollen nicht weiter nur wahlweise Folterwerkzeugvorzeiger oder Homestorylieferanten von Gnaden sein, sondern die Früchte Ihrer Arbeit selbst genießen.

    bei der Beschmutzung unseres Landes mit." - soll das bedeuten, daß nicht die Verursacher von Verschmutzung (beim Eine-Hand-wäscht-die-andere sind es immer mehrere) etwas verschmutzen, sondern die, die sich wehren?

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    Es dürfte kaum anzunehmen sein, dass in der Zeitung von Merkels Freundin Friede Springer etwas steht, was Friede nicht möchte.
    Bisher sind alle Mitbewerber von März bis Koch sehr schnell aus der Politik ausgestiegen (vermutlich war denen klar wie es sonst weitergeht, oder es wurde ihnen klargemacht),
    ---

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    • u.t.
    • 13.01.2012 um 12:18 Uhr

    "Merkel serviert über Springer Wulff ab."

    Das halte ich für die unschlüssigste, widersinnigste Hypothese.
    Für Merkel dürfte diese Affaire so sinnlos sein wie ein Kropf.

    Das was sich Merkel ankreiden kann - und worauf sie endlich vielleicht doch einmal sinnvolle Schlüsse ziehen könnte -, ist ihre hemmungslos am persönlichen Interesse orientierte Personalpolitik, technokratisch gedacht, geradezu macchiavellistisch. Sie installierte immer nur geschmeidige Ja-Sager und debile Lächler um sich herum, shcwache Persönlichkeiten, damit ja nur sie heraussticht.

    So hat sie Minister in Positionen gebracht, die dort nur versagen konnten (Rösler z.B., in der Gesundheit), hat einen eigenen Beitrag geleistet, dass die FDP ihre vollständige Inkompetenz beweisen konnte (und damit als Koalitionspartner wegfallen wird - tolle Strategie), hat viel konservative Substanz aus der CDU weggeekelt (ob man deren Protagonisten mag oder nicht) und dann auch noch zwei Bundespräsidenten "installiert", die beide am Ende zu schwach für dieses wichtige und gute Amt waren/sind.

    Ich bin nun wirklich kein abonnierter Merkel-Gegner, bei einigem muss die Zukunft erweisen, wie gut ihre Politik ist.
    Aber bei ihrer Personalpolitik muss ich sagen, dass sie lieber staatliche Institutionen schädigt, parteipolitische Perspektiven über den Haufen fährt als dass sie ihre Machtposition auch nur ein kleines bisschen angekratzt zu sehen.
    Eine Peron mit Statur scheint sie neben sich wohl kaum ertragen zu können.

    Es ist nicht die Presse die Deutschland beschädigt in dem sie korruptes Verhalten und politische Unmoral aufdeckt und anprangert.
    Offensichtlich vertauschen Sie Ursache und Wirkung.

    • VeGoMa
    • 13.01.2012 um 8:36 Uhr

    Warum gab es keine Berichte darüber, dass die Fragen beantwortet wurden?

    Wulff wurde als Lügner hingestellt, obwohl Fragen tatsächlich beantwortet wurden.

    Seltsam! Seltsam!

    9 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • tobmat
    • 13.01.2012 um 9:22 Uhr

    Solche Berichte gab es zu Hauf. Ja Wullf hat ja selbst angekündigt das er die "450 Fragen" beantworten und veröffentlichen will.
    Von der Veröffentlichugn hat Herr Wullf dann aber Abstand genommen, mit der Begründung die Rechte der Journalisten nicht verletzen zu wollen.
    Das er die Fragen gar nicht beantwortet hätte habe ich nirgendwo gelesen. Können sie eine Quelle für ihre Behauptung nennen?

    "...Die Anwaltskanzlei beansprucht in einem Anhang unter der eigenen Adresse Vertraulichkeit; entsprechende Hinweise unter der weitergeleiteten Nachricht fehlen. Lehr sagte der F.A.S., es handele sich um eine „bedauerliches Versehen“. Er fuhr fort: „Das war nicht im Auftrag meines Mandanten, nicht mit dem Bundespräsidenten abgestimmt.“......faz

    Die "400 Fragen" sind ein geschicktes Ablenkungsmanöver von Wulff oder Gernot Lehr: Mehrere Tage mokieren sich alle darüber, dass Wulff mit fadenscheiniger Begründung seine Veröffentlichungszusage bricht. Dann werden die Antworten schließlich doch noch öffentlich und - Überraschung - es findet sich nichts wesentlich neues zuungunsten von Wulff. Darüber gerät bequemerweise aus dem Fokus der Aufmerksamkeit, was bereits bekannt ist und jedenfalls in der Summe für mehr als einen Rücktritt ausreichen würde (Geerkens, Talanx, BW-Bank).

    Tja ich denke das sieht auch die Mehrheit der Kommentatoren nicht. Mich würde eine Berichterstattung darüber auch interessieren. Natürlich finde ich es unentschuldbar was sich Herr Wulff bisher geleistet hat, zumal er selber den Zeigefinger hochgehalten hat, aber objektive Pressearbeit sieht anders aus, als das was hier in Deutschland gerade so passiert. Einige Printmedien ausgenommen. Ich finde Agrumente wie zum Beispiel, dass man in Frankreich, Italien usw. über unser "kleinkariertes" Verhältnis zum BP lacht. Der Extremfall Griechenland zeigt uns was passieren kann, wenn man über Jahre zu viel toleriert. Ausserdem haben wir hier Werte auf die man stolz sein sollte und die von einem BP würdig präsentiert werden sollten. Gelingt dies nicht hat ein solches Amt keine Rechtfertigung, es sei denn wir kehren zur Monarchie zurück.

    Wie der Blitz preschte nun die WELT-Gruppe vor, um
    "von ihrem Recht am eigenen Wort Gebrauch zu machen und alle Fragen und Antworten im Internet zu veröffentlichen."

    (Vorhang auf):

    Krupp-Stahl-harte Fragen hageln auf den zu Befragenden ein,
    worauf dieser des wütenden Wotans grollendes Grimmen erschauern lässt.

    (Vorhang zu)

    Nun ist das Gewitter um.
    Schockstarr raunt das Publikum:

    „Nanu? wer hätte das gedacht –
    Der Schauer hat NICHTS nass gemacht
    Die Spannung stieg
    wie sie nun fällt:
    Es steht nichts Neues in der WELT!“
    ---

    Epilog der Intendanz:
    "Die Dokumentation zeigt, wie karg manche Antworten ausfielen, und dass selbst Antworten auf Nachfragen bis heute vieles im Unklaren ließen."
    http://www.welt.de/politi...

    Moral:
    Das lärmende Schweigen von Christian
    Kurbelt schwindelnde Auflagenhöhen an!

    • tobmat
    • 13.01.2012 um 9:22 Uhr

    Solche Berichte gab es zu Hauf. Ja Wullf hat ja selbst angekündigt das er die "450 Fragen" beantworten und veröffentlichen will.
    Von der Veröffentlichugn hat Herr Wullf dann aber Abstand genommen, mit der Begründung die Rechte der Journalisten nicht verletzen zu wollen.
    Das er die Fragen gar nicht beantwortet hätte habe ich nirgendwo gelesen. Können sie eine Quelle für ihre Behauptung nennen?

    "...Die Anwaltskanzlei beansprucht in einem Anhang unter der eigenen Adresse Vertraulichkeit; entsprechende Hinweise unter der weitergeleiteten Nachricht fehlen. Lehr sagte der F.A.S., es handele sich um eine „bedauerliches Versehen“. Er fuhr fort: „Das war nicht im Auftrag meines Mandanten, nicht mit dem Bundespräsidenten abgestimmt.“......faz

    Die "400 Fragen" sind ein geschicktes Ablenkungsmanöver von Wulff oder Gernot Lehr: Mehrere Tage mokieren sich alle darüber, dass Wulff mit fadenscheiniger Begründung seine Veröffentlichungszusage bricht. Dann werden die Antworten schließlich doch noch öffentlich und - Überraschung - es findet sich nichts wesentlich neues zuungunsten von Wulff. Darüber gerät bequemerweise aus dem Fokus der Aufmerksamkeit, was bereits bekannt ist und jedenfalls in der Summe für mehr als einen Rücktritt ausreichen würde (Geerkens, Talanx, BW-Bank).

    Tja ich denke das sieht auch die Mehrheit der Kommentatoren nicht. Mich würde eine Berichterstattung darüber auch interessieren. Natürlich finde ich es unentschuldbar was sich Herr Wulff bisher geleistet hat, zumal er selber den Zeigefinger hochgehalten hat, aber objektive Pressearbeit sieht anders aus, als das was hier in Deutschland gerade so passiert. Einige Printmedien ausgenommen. Ich finde Agrumente wie zum Beispiel, dass man in Frankreich, Italien usw. über unser "kleinkariertes" Verhältnis zum BP lacht. Der Extremfall Griechenland zeigt uns was passieren kann, wenn man über Jahre zu viel toleriert. Ausserdem haben wir hier Werte auf die man stolz sein sollte und die von einem BP würdig präsentiert werden sollten. Gelingt dies nicht hat ein solches Amt keine Rechtfertigung, es sei denn wir kehren zur Monarchie zurück.

    Wie der Blitz preschte nun die WELT-Gruppe vor, um
    "von ihrem Recht am eigenen Wort Gebrauch zu machen und alle Fragen und Antworten im Internet zu veröffentlichen."

    (Vorhang auf):

    Krupp-Stahl-harte Fragen hageln auf den zu Befragenden ein,
    worauf dieser des wütenden Wotans grollendes Grimmen erschauern lässt.

    (Vorhang zu)

    Nun ist das Gewitter um.
    Schockstarr raunt das Publikum:

    „Nanu? wer hätte das gedacht –
    Der Schauer hat NICHTS nass gemacht
    Die Spannung stieg
    wie sie nun fällt:
    Es steht nichts Neues in der WELT!“
    ---

    Epilog der Intendanz:
    "Die Dokumentation zeigt, wie karg manche Antworten ausfielen, und dass selbst Antworten auf Nachfragen bis heute vieles im Unklaren ließen."
    http://www.welt.de/politi...

    Moral:
    Das lärmende Schweigen von Christian
    Kurbelt schwindelnde Auflagenhöhen an!

  3. Wer die gestrige Monitor Sendung und die neusten Enthüllungen gesehen hat kann sich nur voll Scham abwenden. Wie lange sollen die Menschen in diesem Land noch für dumm verkauft werden ? Keine Transparenz, nur noch mehr Täuschungen und Vertuschungen und ein Präsident, der keinerlei Vorbildfunktion erfüllt und die Menschen zur besten Sendezeit belogen hat. Unerträglich.

    15 Leserempfehlungen
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    Es entstand durch diese 'ganz gewisse' Art der Darstellung der Eindruck, Bundespräsident Wulff würde täuschen, tarnen und tricksen. Es war genau diese Vorstellung in den Köpfen der Bürger die gewünscht war, es war aber nicht die Wahrheit.

    Verstehen Sie es noch nicht? Sie wurden wie alle anderen getäuscht. Tragisch ist, dass es schon vielen Menschen vor Wulff so erging. Sie wurden mit denselben Methoden 'unmöglich' gemacht und gingen still und unter Schmährufen von der politischen Bühne.
    Der Bundespräsident ist ein anderes Kaliber und ihm hilft sein Amt. Die Eltern unseres Grundgesetzes schützten diese höchste Position auf ganz besondere Weise. Der Bundespräsident kann nur bei Verbrechen gegen das Grundgesetz oder die Verfassung abgesetzt werden. Sie werden sich etwas dabei gedacht haben..
    Um so grotesker sind die Forderungen nach der Abschaffung dieses Amtes.

    Das ist alles nicht angenehm festzustellen, aber notwendig um nach dem ersten Schock die Wahrheit zu erahnen... Die ist noch unangenehmer, wie eine übel schmeckende Medizin, aber Ihnen werden die Augen aufgehen-wie es in der Bibel heißt ;)

    ... kann es auch jetzt noch tun!
    http://www.wdr.de/tv/moni...
    Unglaublich!

    Es waren weitere Vermutungen. Ein Beweis für ein strafwürdiges Verhalten steht immer noch aus.

    Es entstand durch diese 'ganz gewisse' Art der Darstellung der Eindruck, Bundespräsident Wulff würde täuschen, tarnen und tricksen. Es war genau diese Vorstellung in den Köpfen der Bürger die gewünscht war, es war aber nicht die Wahrheit.

    Verstehen Sie es noch nicht? Sie wurden wie alle anderen getäuscht. Tragisch ist, dass es schon vielen Menschen vor Wulff so erging. Sie wurden mit denselben Methoden 'unmöglich' gemacht und gingen still und unter Schmährufen von der politischen Bühne.
    Der Bundespräsident ist ein anderes Kaliber und ihm hilft sein Amt. Die Eltern unseres Grundgesetzes schützten diese höchste Position auf ganz besondere Weise. Der Bundespräsident kann nur bei Verbrechen gegen das Grundgesetz oder die Verfassung abgesetzt werden. Sie werden sich etwas dabei gedacht haben..
    Um so grotesker sind die Forderungen nach der Abschaffung dieses Amtes.

    Das ist alles nicht angenehm festzustellen, aber notwendig um nach dem ersten Schock die Wahrheit zu erahnen... Die ist noch unangenehmer, wie eine übel schmeckende Medizin, aber Ihnen werden die Augen aufgehen-wie es in der Bibel heißt ;)

    ... kann es auch jetzt noch tun!
    http://www.wdr.de/tv/moni...
    Unglaublich!

    Es waren weitere Vermutungen. Ein Beweis für ein strafwürdiges Verhalten steht immer noch aus.

    • Zecher
    • 13.01.2012 um 8:42 Uhr
    7. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sc

  4. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    9 Leserempfehlungen
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    "Der Enten-Kurier, der standardmäßig die letzte Seite des Hefts ziert, berichtet unter der Überschrift „Maulkorb für die Maus“ über „Hundepräsident Wuff“.

    Dieser habe, so der Enten-Kurier, „Berichte über die Finanzierung seiner Privathütte“ zu verhindern versucht. Und zwar, indem er bei „Führungspersonen der Micky Maus und bei Kai Quiekmann, Chefredakteur des Enten-Kuriers“ angerufen habe.
    Urlaub in luxuriösen Tierpensionen befreundeter Terrier gemacht

    Den Hintergrund der Kreditaffäre beschreibt das Magazin so: Präsident Wuff stehe wegen eines 500.000-Taler-Kredits eines Pudelpaares in der Kritik" ...
    http://www.derwesten.de/t...

    :-))

    "Der Enten-Kurier, der standardmäßig die letzte Seite des Hefts ziert, berichtet unter der Überschrift „Maulkorb für die Maus“ über „Hundepräsident Wuff“.

    Dieser habe, so der Enten-Kurier, „Berichte über die Finanzierung seiner Privathütte“ zu verhindern versucht. Und zwar, indem er bei „Führungspersonen der Micky Maus und bei Kai Quiekmann, Chefredakteur des Enten-Kuriers“ angerufen habe.
    Urlaub in luxuriösen Tierpensionen befreundeter Terrier gemacht

    Den Hintergrund der Kreditaffäre beschreibt das Magazin so: Präsident Wuff stehe wegen eines 500.000-Taler-Kredits eines Pudelpaares in der Kritik" ...
    http://www.derwesten.de/t...

    :-))

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