Kredit-Affäre: Das war's, Herr Bundespräsident
Christian Wulff hat angeblich versucht, die Veröffentlichung des Skandals um seinen Hauskredit zu verhindern. Mit diesem Verhalten schadet er dem Land. Kommentar
© Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Christian Wulff im Schloss Bellevue
Politische Affären nehmen für gewöhnlich einen erwartbaren Verlauf: Erst kommt eine Sache hoch, die einen bisher vermeintlich sauberen Politiker ins Zwielicht setzt. Der Politiker leugnet oder zeigt sich keiner Schuld bewusst. Dann kommen immer mehr Fragwürdigkeiten ans Tageslicht, weil nun weitere Medien die Spur aufnehmen. Der betroffene Politiker gibt immer nur das zu, was schon bekannt ist, beharrt aber darauf, gegen kein Gesetz verstoßen zu haben.
Schließlich tritt er, wenn der Druck zu groß wird, vor die Öffentlichkeit und gibt sich reumütig. So versucht er, sie zu besänftigen. Parteifreunde fordern daraufhin ein Ende der Debatte, "aus Rücksicht auf das Amt", und werfen den Medien "Hetzjagd" vor, obwohl die nur ihrer Pflicht nachgehen, die Öffentlichkeit aufzuklären. Und so weiter und so fort.
Am Ende aber stürzt der Angegriffene. Nicht über seine tatsächliche oder vermeintliche Verfehlung. Sondern über seinen Umgang mit der Affäre. Und weil es selbst treuen Partei- und Koalitionsfreunden irgendwann zu viel ist und sie bei einem Fortgang Schaden für ihre Partei oder Koalition fürchten.
So war es zuletzt im Fall Guttenberg. Und so wird es auch im Fall Wulff wohl bald sein.
Ungewöhnlich und erstaunlich ist in diesem Fall das Ausmaß an politischer Instinktlosigkeit und Skrupellosigkeit, das Christian Wulff an den Tag legt. Denn nun kommt heraus, dass er offenbar auch noch versucht hat, die Veröffentlichung des Skandals um seinen Hauskredit und die Annahme sonstiger Gefälligkeiten vermögender Wirtschaftsfreunde mit dubiosen Mitteln zu verhindern – durch Druck auf die Bild-Zeitung und deren Chefredakteur Kai Diekmann.
Genau dieses könnte in dieser Affäre das "Zu-viel" sein: Ein Bundespräsident, der Medien zu erpressen versucht, ist nicht haltbar. Er schädigt das Ansehen der gesamten politischen Klasse.
Wie ein zorniger Dorfschultheiß
In den Augen vieler Bürger verstärkt Wulff mit seinem Verhalten das Bild, das alle Politiker so sind: raffgierig, skrupellos, nur auf den eigenen Vorteil bedacht.
So aber sind Politiker längst nicht alle. Die meisten von ihnen sind politisch integer. Sie handeln am Gemeinwohl oder zumindest dem Interesse ihrer Partei orientiert und sind keineswegs nur auf den eigenen materiellen Vorteil bedacht.
Christian Wulff, das zeigt sich immer mehr, ist ganz offenkundig das Gegenteil davon. Sein Anruf bei Diekmann, sollte er tatsächlich so stattgefunden haben, offenbart, wie Wulff wirklich tickt: Er versuchte, eine Berichterstattung zu verhindern, in der es um Verfehlungen ging, die er später immerhin selbst einräumte. Er drohte mit einem Strafantrag, obwohl die Fakten der Kreditgeschichte stimmten. Und das Absurdeste: Er hinterließ all dies auf Diekmanns Mailbox. Nicht einmal ein zorniger, tumber Dorfschultheiß sollte sich so verhalten, ein Bundespräsident schon gar nicht.
Wulff ist offensichtlich ein Mensch, der ein gestörtes Verhältnis zu eigenen Fehlern und damit zur Wahrheit hat. Ein solcher Charakter in diesem Amt schadet dem Land.
Er sollte daher, wenn er diesen Schaden abwenden will, wie er es geschworen hat, einsehen, dass seine Stunde geschlagen hat – und gehen. Nicht nur, weil es sein hohes Amt gebietet. Sondern weil er politisch-moralisch gefehlt hat.
Wenn Wulff aber uneinsichtig bleibt, müssen ihm seine Parteifreunde und die Kanzlerin klar machen, dass er nicht länger tragbar ist. Sonst wird die Provinzaffäre dieses politisch Unreifen zum Sprengsatz auch für sie.






einen Privatkredit von einem vermögenden Privatmann Geerkens erhalten, Unlautere Vorteile für Geerkens im Gegenzug sind nicht mal als Verdacht bekannt. Abgesehen davon, das er für den Kredit an Wulff höhere Zinsen erhielt, als auf der Bank.
Die Bankkredite entsprechen hinsichtlich Zins und Ausgestaltung auch üblichen Verträgen.
Reichen neuerdings Begriffe wie Privatkredit und Unternehmer aus Korruption zu unterstellen?
Es ist zwar legitim misstrauisch zu werden und nachzuforschen aber eben nicht Verdacht als wahrscheinliche Tatsache zu unterstellen.
Mit solchen Methoden wurde vor 80 Jahren schon die Weimarer Republik diskrediert und bis hin zu den Freislerschen Nazischauprozessen ausgeweitet.
Das wollen Sie dovch nun wohl wirklich nicht.
Wenn Wulff sich hat korrumpieren lassen, das gehört das nachgewiesen, ansonsten heisst es Klappe halten.
H.
sei Ihnen gegönnt, doch "ansonst .. Klappe halten" hat mehr von der nachweimarischen Zeit als Sie es den mitdiskutierenden Chattern zuschreiben!
Ob tatsächlich jeder diesen "banküblichen Kreditzins" bekommen hätte? und Geerkens hat ihm ja (offiziel) gar keinen Kredit gegeben, sondern seine mit ihm in ehevertraglebende Frau! (wo ne Verkäuferin so einfach ne halbe Mil. rumliegen hat?) und Urlaube mit Freunden, mit denen Geschäftsbeziehungen (gibts in Niedersachsen Geschäftsbeziehungen des Landes mit Maschmeyer?) sind in den meisten Unternehmen (in der freien Wirtschaft) Kündigungsgrund und bei Beamten sind Zuwendungen wie eine Flasche Rotwein auch gefährlich!
Vielleicht sollten wir die Politikerkaste doch nicht mit normalen Maßstäben messen (wie sie für jeden in D. gelten); Limbo muss man üben!
Mal davon abgesehen daß ich mir von Ihnen sicher nicht den Mund verbieten lasse -
unlautere Vorteile nicht mal als Verdacht bekannt? - es gibt meines Wissens nach verschiedene Strafanzeigen gegen Herr Wulf. Ob die Staattsanwaltschaft Ermittlungen aufnimmt ist natürlich fraglich (-> weisungsgebunden, die Justiz ist in D-Land nun mal leider NICHT unabhängig...)
hinsichtlich Zins und Ausgestaltung üblichen Verträgen entsprechend? Auch hier lese ich in der Presse anderes! (Stichwort "gehobener Privatkunde"...)
---
Und abseits juristischer Definitionen:
ich bin kein Gefängnisswärter, der in seinem Handeln auf juristische Entscheidungen angewiesen ist, ich bin schlicht und einfach deutscher Staatsbürger!
Und als solcher nehme ich mir das Recht heraus, vom obersten Repräsentant meines Staates Glaubwürdigkeit zu erwarten!
Auf nimmerwiedersehen, Herr Wulff!
Wer vor Jahren an seinen damaligen Amtsvorgänger sehr hohe moralische Anforderungen gestellt hat, der sollte selbige heute, wo er selbst diesen Posten innehat, auch bei sich selbst anwenden! Dazu sind Sie ganz offensichtlich nicht gewillt oder nicht in der Lage. Deshalb sind Sie für dieses Amt schlicht und einfach ungeeignet!
sei Ihnen gegönnt, doch "ansonst .. Klappe halten" hat mehr von der nachweimarischen Zeit als Sie es den mitdiskutierenden Chattern zuschreiben!
Ob tatsächlich jeder diesen "banküblichen Kreditzins" bekommen hätte? und Geerkens hat ihm ja (offiziel) gar keinen Kredit gegeben, sondern seine mit ihm in ehevertraglebende Frau! (wo ne Verkäuferin so einfach ne halbe Mil. rumliegen hat?) und Urlaube mit Freunden, mit denen Geschäftsbeziehungen (gibts in Niedersachsen Geschäftsbeziehungen des Landes mit Maschmeyer?) sind in den meisten Unternehmen (in der freien Wirtschaft) Kündigungsgrund und bei Beamten sind Zuwendungen wie eine Flasche Rotwein auch gefährlich!
Vielleicht sollten wir die Politikerkaste doch nicht mit normalen Maßstäben messen (wie sie für jeden in D. gelten); Limbo muss man üben!
Mal davon abgesehen daß ich mir von Ihnen sicher nicht den Mund verbieten lasse -
unlautere Vorteile nicht mal als Verdacht bekannt? - es gibt meines Wissens nach verschiedene Strafanzeigen gegen Herr Wulf. Ob die Staattsanwaltschaft Ermittlungen aufnimmt ist natürlich fraglich (-> weisungsgebunden, die Justiz ist in D-Land nun mal leider NICHT unabhängig...)
hinsichtlich Zins und Ausgestaltung üblichen Verträgen entsprechend? Auch hier lese ich in der Presse anderes! (Stichwort "gehobener Privatkunde"...)
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Und abseits juristischer Definitionen:
ich bin kein Gefängnisswärter, der in seinem Handeln auf juristische Entscheidungen angewiesen ist, ich bin schlicht und einfach deutscher Staatsbürger!
Und als solcher nehme ich mir das Recht heraus, vom obersten Repräsentant meines Staates Glaubwürdigkeit zu erwarten!
Auf nimmerwiedersehen, Herr Wulff!
Wer vor Jahren an seinen damaligen Amtsvorgänger sehr hohe moralische Anforderungen gestellt hat, der sollte selbige heute, wo er selbst diesen Posten innehat, auch bei sich selbst anwenden! Dazu sind Sie ganz offensichtlich nicht gewillt oder nicht in der Lage. Deshalb sind Sie für dieses Amt schlicht und einfach ungeeignet!
...wäre es direkt lustig. Gern schimpft man in Deutschland über die Italiener, Griechen, etc. Korrupt und undiszipliniert seien diese Südländer. Aber ach, warum in die Ferne schweifen, denn das "Gute" liegt so nah - Guttenberg, Wulff - die Trickser und Täuscher hierzulande sind nicht weniger korrupt als andernorts. Die dt. Redlichkeit und Disziplin, wo ist sie hin?
Berlusconi et al. sind wenigstens richtig korrupt, und unterhaltsamer sind sie auch. Mein Gott Wulff! Für ne schlappe halbe Million macht man doch keinen Spieserskandal.
Berlusconi et al. sind wenigstens richtig korrupt, und unterhaltsamer sind sie auch. Mein Gott Wulff! Für ne schlappe halbe Million macht man doch keinen Spieserskandal.
"Das sind faschistische Methoden, wenn man mit allem Mitteln eine Person diskreditiert, die man offensichtlich ansonsten legal nicht los wird."
Im Gegenteil, alle waren doch zufrieden, einen netten Präsidenten mit flotter Frau (tätowiert!) zu haben, nicht Gauck mit seinem merkwürdigen Demokratieverständnis. Der unselige Köhler war auch vergessen, also alles in Butter, bis jetzt Wulff sich auf selten dämliche Weise selbst reinreitet.
Stellen wir uns mal vor, jemand wolle über einen Chefredakteur schreiben, er habe sein Haus mit einem billigen Kredit gekauft, bei der Pressestelle von Konzernen preiswert Autos oder Bücher oder Waschmaschinen beschafft und daraus, dass er sich dazu nicht öffentlich bekannt hat, als ihn ein Leser danach fragte, messerscharf erkannt, dass dieser Journalist bestochen ist wie Nachbars Lumpi.
Was macht der Chefredakteur? Er versucht, denjenigen, der das schreiben will, davon zu überzeugen, dass es Quatsch ist. Weil er sich natürlich von einem läppischen Auto, das er und seine Frau drei Monate lang zur Probe gefahren haben, niemals kaufen lässt. Wer anderes vermutet, ist gegen die Pressefreiheit. Und auch viele Bücher habe er schließlich nicht selbst bezahlt. Und überhaupt ...
Es urteilen im Fall Wulff Journalisten, denen es Spaß macht, jemanden zu jagen. Egal wen. Egal warum. Und danach fahren sie mit dem preiswerteren Auto, gekauft mit dem Presserabatt, friedlich nach Hause in das Heim, das ein Kumpel vermittelt hat ... und so weiter, und so weiter.
Dies ist eine Demokratie. Auch für Journalisten. Sie zu kritisieren ist erlaubt. Auch dem Bundespräsidenten. Nicht mehr mit JournalistInnen zu reden ist übrigens auch nicht verboten. Aber das war's dann auch.
Theodor
Als aussenstehender Nichtdeutscher kann ich die Aufregung um Herrn Wulff nicht verstehen. Bei seiner Wahl wurden ja alle seine mangelhaften oder nichtvorhandenen Fähigkeiten und Eigenschaften in diversen Statements gerade auch auf diesem Forum vorausgesagt. Dass er seine Vorbildfunktion nicht werde erfüllen können, dass er ein gut bürgerlicher Durchnittseinfaltspinsel sei, der sich gerne mit Schönen und Reichen umgebe, wurde ausführlich prophezeit. Die Kanzlerin hat ihn damals ausdrücklich portiert. Sie wollte einen schwachen Bundespräsident. Sie hat aus Menschenunkenntnis übersehen, dass naiv-gläubige Eigenschaften gepaart mit Selbstüberschätzung einen Charakter geformt haben, der für das Amt des Bundespräsidenten nicht geeignet ist. Trotzdem sollte man ihn in seinem Amt belassen. Grossen Schaden wird er nicht mehr anrichten. Und repräsentieren kann er ja mit seiner Frau zusammen ganz gut. Ein Nachfolger im jetzigen Zeitpunkt müsste ein wahrer Charaktertitan sein. Solche gibt‘s nur in der Bibel oder im Märchen.
Manchmal hat man das Gefühl, dass die Deutschen einfach zu viel von ihren Politikern verlangen und gerade aus diesem Grunde dann die falschen wählen!
Wählt doch einfach Menschen, die ihren Job für ein anständiges Gehalt anständig ausführen. Basta. Solche gibt’s zu tausenden, allerdings möglicherweise nicht in der Politik.
Schade, dass die Chance mit Gauck vertan wurde. Kein Titan aber ein selten integrer Mensch.
Das Problem ist u. a. das im Ausland der Eindruck entsteht, die Deutschen hätten diese Leute gewählt.
Dem ist nicht so.
Weder Köhler noch Wulff wäre in D direkt gewählt worden.
Wenn man den Medien glauben schenken will, wäre es eher Guttenberg geworden, wäre er zu einer fiktiven Direktwahl angetreten.
Ich gehe davon aus, dass die Bundesversammlung ausschließlich aus Deutschen besteht.
Das Problem ist u. a. das im Ausland der Eindruck entsteht, die Deutschen hätten diese Leute gewählt.
Dem ist nicht so.
Weder Köhler noch Wulff wäre in D direkt gewählt worden.
Wenn man den Medien glauben schenken will, wäre es eher Guttenberg geworden, wäre er zu einer fiktiven Direktwahl angetreten.
Ich gehe davon aus, dass die Bundesversammlung ausschließlich aus Deutschen besteht.
Naja, das Wohlbefinden hält sich bei mir im Hinblick auf Volker Pispers auch in Grenzen... Er würde sich in der Politik sehr schwer tun, denn seine politischen Vereinfachungen muss er dann doch aufgeben. It's so easy to critisize...
richtig, christian wullf schadet dem land, nicht dem amt als solchem, wie fälschlicherweise immer wieder mal behauptet wird.
wo sind die heinemanns unserer tage? bürger, die mehr wollen als eine glamouröse darstellung in den medien und eine weiße weste haben, einfach so, egal, wie lange recherchiert wird.
Fr. Merkel auch. [...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke. Die Redaktion/vn
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