"Man fühlt sich hilflos"
Wulff: "Nein. Ich muss mein Verhältnis zu den Medien herstellen, neu ordnen, anders mit den Medien umgehen, sie als Mittler stärker einbinden und anerkennen. Sie haben eine wichtige Aufgabe in der Demokratie. Die Medien haben auch ihre Verantwortung, aber die müssen sie selber unter sich ausmachen. Vielleicht muss man die Situation auch menschlich verstehen. Wenn man im Ausland ist, in vier Ländern in fünf Tagen, zehn Termine am Tag hat und erfährt, dass Dinge während dieser Zeit in Deutschland veröffentlicht werden sollen, wo man mit Unwahrheit in Verbindung, wo man also Vertrauensverlust erleidet, dann muss sich auch vor seine Familie stellen.
Wenn das Innerste nach außen gekehrt wird, private Dinge, eine Familienhaus-Finanzierung, wenn Freunde den Kredit gegeben haben, in die Öffentlichkeit gezogen werden, dann hat man (eine) Schutzfunktion und man fühlt sich hilflos. Und ich habe dann gebeten, um einen Tag die Veröffentlichung zu verschieden, damit man darüber reden kann, damit sie sachgemäß ausfallen kann. Und ich hatte vor meiner Auslandsreise, nachdem in meinem Umfeld, im Dorf, recherchiert worden war von den Redakteuren, es ging um Korruption, das hat das ganze Dorf aufgeschreckt, den Vertrag offen gelegt, die Bedingungen gezeigt und die private Kreditgeberin genannt, und war dann doch erstaunt, dass während meines Auslandsaufenthaltes diese Veröffentlichung erfolgen sollte.
Trotzdem, das ist keine Entschuldigung, das ist auch keine ausreichende Erklärung, aber vielleicht der Impuls, der dazu geführt hat. Das wiederum ist menschlich, aber man muss eben als Bundespräsident die Dinge so im Griff haben, dass einem das eben nicht passiert. Und trotzdem ist man Mensch und man macht Fehler."
Schausten: "Nun sagen Sie, an der Stelle haben Sie sich offenbar als Opfer gefühlt. Sie achten die Pressefreiheit, was schon ein bisschen erstaunlich ist, dass ein Bundespräsident das betonen muss. Nun hat man aber das Gefühl, das ist vielleicht nur ein Lippenbekenntnis. Wir haben ja auch gehört, dass sie vor einem halben Jahr einen Redakteur der "Welt am Sonntag" auch bereits im Schloss Bellevue (...) bearbeitet haben, dass er eine bestimmte Berichtererstattung nicht bringt."
Wulff: "Wenn sie die Erfahrung machen, dass privateste Dinge aus dem privatesten Bereich zum Teil Jahrzehnte zurückliegen, aus einer schwierigen Kindheit, einer schwierigen Familie öffentlich gemacht werden, und sie kurz vor der Veröffentlichung mit den Fakten konfrontiert werden, dann ist es doch normal, dass man darum bittet, noch einmal ein Gespräch zu führen. Und der Redakteur hat sich über die Gelegenheit gefreut, er hat mit mir gesprochen. Und es ist dann nichts zurückgeblieben. (...) Ich musste ja auch einen Lernprozess machen. Ich bin vom Ministerpräsidenten zum Bundespräsidenten ja sehr schnell gekommen, ohne Karenzzeit, ohne Vorbereitungszeit, das ging sehr schnell. Und ich bin aus Hannover nach Berlin gekommen (...), aber trotzdem ist es noch etwas anderes, ob man als Ministerpräsident Akteur ist, oder ob man als Staatsoberhaupt den präsidialen Anforderungen genügt."
Deppendorf: "Können Sie jetzt glaubwürdig zum Beispiel die Pressefreiheit in anderen Ländern, auch in Ungarn, verteidigen?"
Wulff: "Ich habe das ja gerade getan, auch bei dieser Reise in der arabischen Welt. Und habe dort vor Studenten und Studentinnen gesagt, das ist schmerzhaft. Das ist für die Betroffenen schmerzhaft, das kann für die Familien sehr schmerzhaft sein. Das ist eben dann auch der Preis der Popularität, der Bekanntheit der Öffentlichkeit, dass man Dinge offenbaren muss, wo viele anderen sagen, das würde ich doch niemals offenbaren, ich möchte doch niemals, dass das über meine Stiefschwestern, Kinder, Verwandten Geschichten in der Zeitung stehen.
Wir müssen auch aufpassen, dass überhaupt noch Menschen bereit sind, sich dieser Sache – auch im Internet, wenn Sie da sehen, was da über meine Frau alles verbreitet wird an Fantasien – dann kann ich nur sagen, da müssen wir doch auch sehen, dass die Menschen noch bereit sind, sich der Öffentlichkeit zu stellen, in die Öffentlichkeit zu gehen. Insofern ist es das ein schwieriges Feld, aber ich sage, ich habe einen Fehler gemacht, aus innerer Überzeugung. Ich hatte nun über Weihnachten Zeit, diese Dinge auch zu reflektieren und räume diesen Fehler ein, hatte ihn allerdings auch gleich nach Rückkehr in einer Entschuldigung gegenüber dem Chefredakteur zum Ausdruck gebracht."





Wulff hat sich gestern den letzten Rest Hoffnung verspielt. Er ist überfordert...die Reisen, die vielen Termine, erst Ministerpräsident und dann gleich Bundespräsident, keiner hat Ihn gewarnt... wir könnten also froh sein dass sich überhaupt noch einer solch einem Job stellt.... bla bla bla!
Und: er lügt sogar noch im Interview. Die Bildzeitung hat gleich dementiert. Er hat nicht um "Aufschub" der Veröffentlichung gebeten....
Wulff, geh besser, es kann nur noch härter kommen!
Es ist ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik: Heute Mittag erklärte das Amt des Bundespräsidenten seinen Rücktritt von Christian Wulff sowie von sämtlichen verfassungsmäßigen Rechten und Pflichten.
Wenn ich die Wahrheit über Deutschland, seine Banken, seine Medienzaren und deren Hofschranzen in der Parlamenten und Regierungen hören will, dann schaue ich mir ganz gewiss kein Beamten TV, kein devotes Katzbuckeln von willfährigen Pseudo-Journalisten in sogenannten aufgezeichneten Brennpunkten an, sondern Georg Schramm!
Warum fragt eigentlich niemand danach, warum es ein Ministerpräsident/Bundespräsident nötig hat, sich bei Freunden Geld zu leihen (wo ihm doch die Bank sogar günstigere Konditionen eingeräumt hat) und sich so in unnötige und unangemessene Abhängigkeitsbeziehungen begibt? Einem Freund, von dem ich mir Geld leihe, würde ich mich moralisch immer stärker verpflichtet fühlen als einer Bank. Wenn er dann noch davon spricht, dass es sich um einen "väterlichen Freund" handelt, dann beschleicht mich der Eindruck, der Kredit sollte vielleicht nicht mit Geld, sondern auf andere Weise beglichen werden. Hinzu kommt, dass es nach Aussage von Wulff Egon Geerkens war, der den Kontakt zur BW-Bank vermittelte und den "Kredit unter Freunden" somit auflöste (aber erst, nachdem die Presse davon Wind bekommen hatte).
Sollte ein Bundespräsident sich so abhängig von einem "väterlichen" Gönner machen?
Wie wir in den letzten Jahren vetreten werden ist nur noch zum Schämen.
Eine Bundeslanzlerin ohne Visionen, nur noch von "den Märkten" getrieben,
ein Außenminister, der eigentlich ein Draußenminister ist, eine Familienministerin, die mehr an eine Barbiepuppe erinnert,
eine "Boygroup" wie aus Bullerbü,
ein gegeelter, völlig hemmungsloser "vorerst gescheiterter" Hochstapler,
ein Bundespräsident, den man nicht mal mehr als reinen Grüßaugust ernst nehmen kann.
Ärgerlich nur - wenn der jetzt geht füttern wir einen Anfang 50-jährigen auf unsere Kosten fürstlich durch während Otto Normalverbraucher gerade in die Rente mit 67 einsteigt.
Ja es kann einem schon mal übel werden.
Das Verhalten ist repräsentativ, nicht nur für unseren Bundespräsidenten.
Und es gilt für andere, weit wichtigere Verfehlungen der Regierungen ebenfalls.
Wer opportunistischen Versuchungen erliegt, sollte nicht ein solches Amt bekleiden, auch wenn er will. Was aber sind denn die Demokraten eines Landes, wenn sie akzeptieren, dass so Jemand im Amt bleibt, nur weil er das will?
Wie viel ist unsere Demokratie wert? Was ist das Christentum, das sowieso kaum noch existent ist und kann ein Mensch, der ein solches Amt bekleidet, mit Recht fragen, ob nicht auch er Recht auf Schwäche haben kann?
Allen Fehlern gemeinsam war die jeweils falsche Annahme, damit durchzukommen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Vorfälle rechtswiedrig oder gar strafbar sind.
Herr Maschmeyer muss sich dubiose Geschäftspraktiken vorwerfen lassen. Vor diesem Hintergrund stellt er sich eben gerne als grosse Unternehmerpersönlichkeit und Strippenzieher im Lande Niedersachsen dar. Der im Ruhestand in der Schweiz lebende Herr Geerkens mochte auch mit seinem alten Freund Wullf angeben. Als Ex-Schrotthändler und Juwelier wäre er unter anderem Umständen kaum auf die Auslandsreisen eines Ministerpräsidenten mitgenommen worden. Das sind keine monetär messbaren Gegenleistungen, aber es irritiert schon.
sind m.E. NICHT die Finanzierung der 500.000 Euro, sondern das Verhalten danach, das offensichtlich bewusste Verschweigen vor dem Landtag, das schnell noch Geraderücken durch einen schnell beschafften alternativen Kredit, dann die unsäglichen Versuche, die Presse unter Druck zu setzen (auch wenn es bloss die Blödzeitung ist, aber auch die "Welt" war betroffen), dann jetzt der Versuch, alles harmlos darzustellen ...
Der Gipfel ist für mich erreicht, wenn er Menschenrechte für sich reklamiert und andeutungsweise seine "arme" Familie ins Spiel bringt, an die er auf dem Weg nach oben offensichtlich weniger gedacht hat, aber jetzt scheut er sich nicht, diese als Schutzschild zu missbrauchen.
Beschämend ist das.
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