Die Darstellung, dass der Bundespräsident mit seiner Mailbox-Nachricht an Bild -Chefredakteur Kai Diekmann das Erscheinen eines Berichtes verschieben wollte, erhärtet sich. Wulff habe, wie von ihm selbst in einem TV-Interview gesagt , tatsächlich von einer Verschiebung eines Textes über die Kreditfinanzierung seines Privathauses gesprochen, berichtete die ARD unter Berufung auf eine mit der Nachricht vertrauten Quelle.

Unklar sei allerdings, ob Wulff vielleicht im Gesamtkontext der Nachricht auch verlangt habe, dass der Bericht gar nicht erscheint.

Die Chefredaktion der Zeitung hatte zuvor wissen lassen, Wulff habe die Berichterstattung mit seinem Anruf gänzlich stoppen wollen. Die Zeitung hatte Wulff daraufhin am Donnerstag öffentlich gebeten, die auf Diekmanns Handymailbox aufgezeichnete Nachricht zu veröffentlichen. Wulff antwortete ebenfalls öffentlich, diese sei "in einer außergewöhnlich emotionalen Situation" ausgesprochen und "für sonst niemanden" als für Diekmann bestimmt gewesen . Die Bild -Chefreaktion bedauerte Wulffs Reaktion.

Wulff steht wegen der Finanzierung seines Privathauses bei Hannover in der Kritik, für die er sich als niedersächsischer Ministerpräsident eine halbe Million Euro bei dem befreundeten Unternehmerpaar Geerkens geliehen hatte. Anfang der Woche geriet er wegen mehrerer Anrufe bei der Spitze des Springer-Konzerns zusätzlich unter Druck.

Neben Vertretern der Opposition empfahl FDP Fraktionsvize Birgit Homburger Wulff, die Sprachnachricht veröffentlichen zu lassen. Auch der Politologe Gerd Langguth riet dem Bundespräsidenten, seine ablehnende Haltung zu überdenken. Der Vorsitzende der FDP-Nachwuchsorganisation Junge Liberale, Lasse Becker, ergänzte, wenn nicht die Persönlichkeitsrechte Dritter betroffen seien, sei es ein "nachdenkenswerter Schritt", den Wortlaut der Botschaft freizugeben.