Wulff-NachfolgeGauck soll Bundespräsident werden

Joachim Gauck soll gemeinsamer Präsidentschaftskandidat von Union, FDP, SPD und Grünen werden. Die Union gab ihren Widerstand auf, um einen Koalitionsbruch zu verhindern.

Der parteilose Theologe Joachim Gauck soll nach dem Willen von Koalition und Opposition der nächste Bundespräsident werden. Dies gab Bundeskanzlerin Angela Merkel am Abend auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von Union, FDP, SPD und Grünen bekannt. "Dieser Mann kann uns wichtige Impulse geben", sagte Merkel. Gaucks Lebensthema sei die "Idee der Freiheit in Verantwortung", sagte die Kanzlerin weiter. Dies verbinde sie als Ostdeutsche – "bei aller Verschiedenheit" – mit Gauck.

SPD-Chef Sigmar Gabriel meinte: "Ende gut, alles gut." Gauck könne die Kluft zwischen Bürgern und politischer Klasse schließen. FDP-Chef Philipp Rösler betonte, Gauck könne verlorenes Vertrauen in das Bundespräsidentenamt zurückgeben. Grünen-Chefin Claudia Roth sagte, Gauck sei schon 2010 der grüne Kandidat gewesen und könne in Zeiten von Rechtsterror in Deutschland viel bewegen: "Joachim Gauck ist jemand, der Demokratie wieder Glanz verleihen kann."

Anzeige

Mit dieser Entscheidung gab die Union ihren tagelangen Widerstand gegen den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler auf. Aus Unionskreisen hieß es am Abend, man habe das übergeordnete Ziel, einen parteiübergreifenden Kandidaten zu finden, bei der Entscheidung in den Mittelpunkt gestellt. 

Grüne und SPD hatten Gauck seit dem Rücktritt von Christian Wulff immer wieder ins Gespräch gebracht – der ehemalige Leiter der Stasiunterlagen-Behörde war der rot-grüne Kandidat der Bundespräsidentenwahl 2010 und damals erst im dritten Wahlgang gegen Wulff gescheitert.

Wer rückt nach?

Bis zur Wahl eines neuen Bundespräsidenten führt laut Grundgesetz der Präsident des Bundesrates die Amtsgeschäfte. Das ist derzeit der bayerische Regierungschef Horst Seehofer (CSU). Spätestens 30 Tage nach dem Ausscheiden des Staatsoberhauptes muss dann die Bundesversammlung zusammentreten und einen Nachfolger wählen.

Als Horst Köhler 2010 zurücktrat, übernahm der damalige Bundesratspräsident und Bremer Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) kommissarisch die Geschäfte des Staatsoberhauptes. Er tat, wie er später sagte, das "staatspolitisch Notwendige": Gesetze unterzeichnen, Diplomaten empfangen. Aus Respekt vor dem Amt verzichtete er in der Übergangszeit auf Auslandsreisen.

Wann wird von wem gewählt?

Für die Wahl des Bundespräsidenten ist die Bundesversammlung zuständig. Sie setzt sich zu gleichen Teilen zusammen aus den Mitgliedern des Bundestages und aus Personen, die von den Landesparlamenten bestimmt werden.

Aktuell sitzen 620 Abgeordnete im deutschen Bundestag, der Bundesversammlung werden also 1240 Mitglieder angehören. CDU und FDP haben dort nur eine Mehrheit von wenigen Stimmen. Daher könnte möglicherweise ein überparteilicher Kandidat nominiert werden.

Der Nachfolger des zurückgetretenen Christian Wulff muss spätestens bis zum 18. März gewählt sein.

Knapp am Koalitionsbruch vorbei

Am Sonntagnachmittag hatte sich auch die FDP per Präsidiumsbeschluss für den 72-Jährigen als Nachfolger für Wulff ausgesprochen – und damit die Union unter Druck gesetzt. CDU und CSU hatten sich lange gegen Gauck gesperrt, um nicht eingestehen zu müssen, sich bei der Wahl 2010 geirrt zu haben. 

Am Nachmittag verhärteten sich die Fronten zusehends. Während die FDP sich auf Gauck festlegte, wollte die Union weiterhin den ehemaligen Umweltminister Klaus Töpfer zum Kandidaten machen. Der aber wurde von den Liberalen ebenso abgelehnt wie der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Wolfgang Huber.

Angesichts der unversöhnlichen Haltung zwischen Union und FDP war zeitweise sogar von einem Bruch der Koalition die Rede. Den haben CDU und CSU mit ihrer Kehrtwende verhindert. Aus Unionskreisen verlautete am Abend, auch die Herausforderungen der Euro-Krise hätten die Entscheidung beeinflusst.

Gauck: "Überwältigt und auch ein wenig verwirrt"

Gauck selbst zeigte sich "bewegt", dass es gelungen sei, ihn als gemeinsamen Kandidaten von Union, FDP, SPD und Grünen zu nominieren. Er sei "überwältigt und auch ein wenig verwirrt", sagte er bei seiner Vorstellung durch die Parteispitzen von Koalition und Opposition am Sonntagabend im Kanzleramt.

Am wichtigsten sei es ihm mit Blick auf seine künftige Aufgabe, "dass die Menschen in diesem Land wieder lernen, dass wir in einem guten Land leben, das sie lieben können", sagte er. Er wolle den Menschen Vertrauen in ihre eigenen Kräfte zur Bewältigung die Krise zurückgeben und diejenigen stärken, die auf allen Ebenen des Landes Verantwortung übernehmen würden. Zudem werde er sich auch weiterhin als eine Art "reisender Politiklehrer" verstehen.

 
Leserkommentare
  1. Dieser Kandidat wird das Land spalten.Er steht für das neoliberale Wirtschaftsmodell, dass von Rot/Grün/Schwarz/Gelb praktiziert wird.Eine Mehrheit der Deutschen will laut Meinungsumfragen angeblich Joachim Gauck als Bundespräsident. Der Rest weiß mehr über ihn als seinen Namen:Der Theologe verteidigte Hartz 4 und Vorratsdatenspeicherung und verklärte noch im letzten Jahr den Afghanistankrieg als Terroristenjagd in dem unsere Soldaten eine „Menge Gutes“ für die Menschen am Hindukusch tun. Gauck,Anhänger der Rente mit 67,ist Mitglied der Atlantik-Brücke und im Senat der Deutschen Nationalstiftung,die 1996 in ihren Thesen unter anderem den Umbau der Sozialversicherung, die Renovierung der öffentlichen Finanzwirtschaft,ein längeres Anhalten der Realeinkommen,eine Überprüfung der sozialpolitischen Staatsausgaben, mehr Eigenverantwortung und eine umfassende Deregulierung auf allen Gebieten anmahnte. Dass Betroffene dieser neoliberalen Auswüchse in der Tradition der Montagsdemonstrationen gegen diese “Reformpolitik” auf die Straße gingen, bezeichnete Gauck als “töricht und geschichtsvergessen”.Gaucks ambivalentes Verhältnis zu Demonstrationen und Demokratie verdeutlichen auch seine Bemerkungen zu den Protesten der kapitalismuskritischen Occupy-Bewegung,die er als “unsäglich albern” desavouierte.Als mutig bezeichnete er hingegen Sarrazin und die Veröffentlichung von dessen rassistischen Theorien. Wie sollte Gauck eine Trauerfeier für die Opfer der NSU veranstalten ?

    Der Kommentar wurde wieder hergestellt. Die Redaktion/fk.

    166 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • jqqg
    • 19.02.2012 um 21:20 Uhr

    steht diesem Land vielleicht nicht so schlecht

    Das Wort neoliberal wird zu inflationär benutzt. Die Politik von Schwarz-Gelb und Herr Gauck sind in etwa so neoliberal wie die Antarktis warm...

    • politz
    • 19.02.2012 um 21:25 Uhr

    ist der beste. Was man wirklich rückblickend beachten muss, ist, dass es bislang noch nie einen "neoliberalen Konsenskandidaten" gegeben hat. Vielleicht musste Wulff fallen, um Gauck zu ermöglichen? Wenn Gauck seinen Überzeugungen treu bleibt, wird er sich wohl kaum wohl fühlen in einem Land und in einer Zeit, die sich nur gegen diese Überzeugungen wenden kann. Wulff ist als Präsident nicht politisch (sondern nur charakterlich) gescheitert, Gauck wird es mit Sicherheit.

    Am Ende der Ära in der deutschen Geschichte, die mit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung begann, soll nun jemand dieses Land repräsentieren, der ganz am Anfang stand. Das kann und wird nicht gut gehen.

    wenn ich Ihren Kommentar lese wird mir dieser Mann ja richtig sympatisch und das, obwohl er Theologe ist, womit er sich eigentlich aus der Diesseits-Politik raushalten sollte und sich ums Jenseits kümmern sollte.
    Man kann offenbat nicht alles haben.

    Bleibt noch anzufügen das Gauck als ehemals Stasi-Begünstigter gilt(Zitat Michael Distel CDU).Sein einstiges Lob über Sarrazin wird wohl der muslimischen Comunity nicht gerade gefallen.Hier soll ein Spalter installiert werden- jedoch nach der Causa Wulff wird sich die Bevölkerung das diesmal nicht einfach so gefallen lassen.Der Krach ist vorprogrammiert.Wahrscheinlich wird Gauck aber gar nicht erst antreten.Er hat sich schon Bedenkzeit erbeten-wie ich eben Twitter entnehmen konnte.

    [...] Natürlich, von Links wird der Begriff gerne benutzt um ein Feindbild und etwas vermeintlich Böses zu benennen. Deswegen ist und bleibt es trotzdem falsch jedem der nicht gleich einen Systemumsturz will als neoliberal zu bezeichnen.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Anfeindungen anderer User. Danke. Die Redaktion/vn

    • NWJ
    • 19.02.2012 um 21:33 Uhr

    Demokratie ist zwar prima, doch einige Schreiberlinge gehören hier nicht her. Über 50% wollen Gauck als Bundespräsidenten. Die können ja nicht alle blöd sein. Bei Minderheiten ist das eher der Fall. Herr Gauck erfüllt die Anforderungen und das ist gut so. Nach Ablauf seiner Amtszeit kann man ja über eine Abschaffung des Amtes nachdenken. Der jeweilige Bundesratspräsident kann dann die Aufgaben übernehmen, denn die Ministerpräsidenten reisen sowieso so viel. Und nun hört mal auf hier zu meckern.

    • bugme
    • 19.02.2012 um 21:37 Uhr

    Wenn quasi alle Parteien des Bundestages abseits der Linkspartei Neoliberal sind, was ist dann genau ihr Problem mit Gauck? Dass er nicht ein Mitglied der Linken ist?

    Gauck ist auch Mitglied der Atlantikbrücke, genau wie Richard von Weizsäcker und Helmut Schmidt. Was ist daran genau verwerflich?

    • Bondo
    • 19.02.2012 um 21:55 Uhr

    Ich fuerchte Sie haben recht. Es scheint wir lernen nur wenig aus unseren (politischen) Fehlentscheidungen. Schade.

    • nepidd
    • 19.02.2012 um 22:03 Uhr

    Auch wenn es zwei Jahre gedauert hat, bekommt Deutschland jetzt endlich einen würdigen Präsidenten. Bundespräsidenten-Kandidat Gauck: Dass sagt er zu seiner Nominierung! http://wp.me/ppkst-1xQ

    Gauck ist - wie im Übrigen jeder - nicht perfekt. Aber er ist mit großem Abstand - insbesondere im Vergleich zu ALLEN anderen Genannten - der beste Kandidat.

    • Goody
    • 19.02.2012 um 22:22 Uhr

    Die Occupy-Bewegung entwickelt sich noch,
    und Herr Gauck wird sich vielleicht noch eine diffenziertere Meinunge dazu bilden,
    genauso wie zur Vorratsdatenspeicherung,oder zur den Kriegsgelüsten der Amis.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und diskutieren Sie sachlich zum Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/vn

    und lassen Sie sich überzeugen!
    ich (Jg. 1983 nebenbei) bekenne mich dazu, zu denen zu gehören, die Gauck für die richtige Wahl halten:

    Er hat Erfahrung damit, wie man einen Konsens herstellt zwischen Politikern und Bürgern, die sich gegenseitig nicht mehr verstehen.
    Er weiß, wie man auch als Pastor den richtigen Ton trifft in einer Gesellschaft, in der viele Leute nichts mit der Kirche zu tun haben.
    Er hat das Potential, unser Land eben nicht zu spalten. Im Gegenteil: mit Wegen zur Einheit kennt er sich aus!

    Und dafür schätze ich ihn.

    • Pinto
    • 19.02.2012 um 23:11 Uhr

    Den Inhalten @Mary Poppins kann ich nur zustimmen.

    Vor allem "Operation Wunderland" und ihre adenuerschen Manipulationseinrichtung bestimmen heute noch was das Volk angeblich meint.
    Politiker derart abgehoben, dass sie selbst ihre eigene Manipulation nicht mehr merken.

    Gauck und Rot/Grün/Schwarz/Gelb wird den vermutlichen Bürgerkrieg, wenn nicht mehr, in Griechenland zu verantworten haben.
    Dazu das Youtube Video "Schäuble Landesverrat" ansehen.
    Es ist inzwischen zensiert, aber auf Freitag und Nachdenkseiten gibt es weitere Inhalte.

    Diese unsägliche militaristische Bundesregierung wird die Verantwortung übernehmen müssen.

    • Baoyu
    • 19.02.2012 um 23:12 Uhr

    Schwarz/Rot/Grün/Gelb repräsentieren im Parlament 88% der in freier Wahl bestimmten Mandate und damit die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung.

    Die von Ihnen prophezeite katastrophale Spaltung der Republik sieht eher aus wie die Herausprengung einer Minderheit aus einem Massiv der Zustimmung.

    • leon1
    • 19.02.2012 um 23:14 Uhr

    nicht aus freien Stuecken(Marx).Sie haben natuerlich recht und da angeblich die Mehrheit der Deutschen Herrn Gauck wollen - wie angeblich auch Frau Merkel, bin ich froh nicht zu diser Mehrheit zu gehoeren.
    Alle die ihnen Zustimmen, mussen nach offizieller Logik zu den LINKEN gehoeren.
    Nach dem Versager Wulff nun der neoliberale Kommunistenhasser und Spalter Gauck.
    Nur die SPD hat noch nicht begriffen dass fuer Gauck auch Sozis irgendwie Kommunisten sind. Aber die haben auch nicht mitbekommen das die Wehrpflicht ausgesetzt/abgeschafft wurde.
    Angeblich ein Grundpfeiler unserer Demokratie.
    Die Zeiten werden haerter. Zieht Euch warm an.

    daher ist Ihr Kommentar diesbezüglich völlig unangebracht, ja diffamierend. Die Morde der "NSU" geschahen lange vor Sarrazins Buchveröffentlichung, das zudem nichts mit Rassismus oder Aufruf zu Morden zu tun hat. Es ist vielmehr kritisch und sachlich korrekt, sonst hätte die SPD auch einen konkreten Grund gehabt, ihn zu entlassen.

    Wehler verteidigt Sarrazin. "Ein Buch trifft ins Schwarze":
    http://www.zeit.de/2010/4...

    Ich halte die Trauerfeier zudem für unangebracht, denn wie Norbert Lammert sagte, hatten auch die RAF-Opfer keine Sonderbehandlung in Form einer staatlichen Trauerfeier erhalten.

    Und "Occupy" ist auch meiner Ansicht nach einfach nur albern.

    ja sind die Parteien von CSU bis Grüne jetzt vollkommen durchgedreht?
    "Troikanische Pferde" nach Griechenland, Portugal, Spanien - irgenwann auch bei uns...

    Und im voreilendem typisch deutschen Gehorsam zieht man sich jetzt gleich schon mal freiwillig ein Trojanischen Pferd in die politischen Stadtmauern rein.

    Was läuft hier??? :o/

    auf das Sie sich offensichlich hier berufen, ohne es gelesen zu haben, ist heute auf dem Onlineportal der SZ erneut erschienen: http://www.sueddeutsche.d...

    Lesen Sie es aufmerksam und lesen Sie es ganz, und Sie werden feststellen, dass viele Ihrer Vorwürfe schlicht haltlos sind.

    Gauck sagte, er sei noch etwas verwirrt. Das bin ich auch.
    Da gibt es noch einigen Klärungsbedarf wegen seiner bisherigen Einstellungen und Äußerungen.
    In der Runde bei Jauch zeigte auch Heiner Geisler nicht gerade Begeisterung und Andrea Nahles strahlte etwas säuerlich. Ja was sollte sie auch sagen, auf den Hinweis von Geisler, dass er unter dem Freiheitsbegriff auch soziale Verantwortung verstehe. Seltsam, dass von der FDP, die das ja als ihren Sieg feiert, niemand anwesend war.
    Frau Hamm-Brücher, schön längst aus der FDP ausgetreten, ist allerdiungs zuzustimmen, wenn sie wie Geisler zukünftig eine stärkere direkte Bürgerbeteteilung forderte.
    Ja, Altersweisheit kann manchmal sehr jung sein.

    Entfernt. Verzichten Sie auf diffamierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    Ich wußte gar nicht, daß Gauck von einem großen Teil den ZEIT-Leser als persona non grata angesehen wird. Wie ich das sehe, konnte uns nach Wulff etwas Besseres nicht passieren.

    eine Empfehlung der Redaktion...

    Oder sind alle "FASCHING"...

    Meine Meinung nach sollten diese Leute wenn Sie Mist bauen auch kein Recht haben weiterhin von Diesem Jop noch zu profitieren.
    Sollte ich in meiner Arbeit Mist bauen und entlassen werden, bekomme ich auch keine Lebenslange Fortzahlung.
    Mal schauen, wie lange Herr Gauk dabei ist!

    Der Ausgangskommentar wurde wieder hergestellt. Danke, die Redaktion/fk.

    Entfernt. Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion nicht für eine Diskussion der Moderationsentscheidungen vorgesehen ist und kehren Sie zum Artikelthema zurück. Danke, die Redaktion/lv

    • jqqg
    • 19.02.2012 um 21:20 Uhr

    steht diesem Land vielleicht nicht so schlecht

    Das Wort neoliberal wird zu inflationär benutzt. Die Politik von Schwarz-Gelb und Herr Gauck sind in etwa so neoliberal wie die Antarktis warm...

    • politz
    • 19.02.2012 um 21:25 Uhr

    ist der beste. Was man wirklich rückblickend beachten muss, ist, dass es bislang noch nie einen "neoliberalen Konsenskandidaten" gegeben hat. Vielleicht musste Wulff fallen, um Gauck zu ermöglichen? Wenn Gauck seinen Überzeugungen treu bleibt, wird er sich wohl kaum wohl fühlen in einem Land und in einer Zeit, die sich nur gegen diese Überzeugungen wenden kann. Wulff ist als Präsident nicht politisch (sondern nur charakterlich) gescheitert, Gauck wird es mit Sicherheit.

    Am Ende der Ära in der deutschen Geschichte, die mit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung begann, soll nun jemand dieses Land repräsentieren, der ganz am Anfang stand. Das kann und wird nicht gut gehen.

    wenn ich Ihren Kommentar lese wird mir dieser Mann ja richtig sympatisch und das, obwohl er Theologe ist, womit er sich eigentlich aus der Diesseits-Politik raushalten sollte und sich ums Jenseits kümmern sollte.
    Man kann offenbat nicht alles haben.

    Bleibt noch anzufügen das Gauck als ehemals Stasi-Begünstigter gilt(Zitat Michael Distel CDU).Sein einstiges Lob über Sarrazin wird wohl der muslimischen Comunity nicht gerade gefallen.Hier soll ein Spalter installiert werden- jedoch nach der Causa Wulff wird sich die Bevölkerung das diesmal nicht einfach so gefallen lassen.Der Krach ist vorprogrammiert.Wahrscheinlich wird Gauck aber gar nicht erst antreten.Er hat sich schon Bedenkzeit erbeten-wie ich eben Twitter entnehmen konnte.

    [...] Natürlich, von Links wird der Begriff gerne benutzt um ein Feindbild und etwas vermeintlich Böses zu benennen. Deswegen ist und bleibt es trotzdem falsch jedem der nicht gleich einen Systemumsturz will als neoliberal zu bezeichnen.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Anfeindungen anderer User. Danke. Die Redaktion/vn

    • NWJ
    • 19.02.2012 um 21:33 Uhr

    Demokratie ist zwar prima, doch einige Schreiberlinge gehören hier nicht her. Über 50% wollen Gauck als Bundespräsidenten. Die können ja nicht alle blöd sein. Bei Minderheiten ist das eher der Fall. Herr Gauck erfüllt die Anforderungen und das ist gut so. Nach Ablauf seiner Amtszeit kann man ja über eine Abschaffung des Amtes nachdenken. Der jeweilige Bundesratspräsident kann dann die Aufgaben übernehmen, denn die Ministerpräsidenten reisen sowieso so viel. Und nun hört mal auf hier zu meckern.

    • bugme
    • 19.02.2012 um 21:37 Uhr

    Wenn quasi alle Parteien des Bundestages abseits der Linkspartei Neoliberal sind, was ist dann genau ihr Problem mit Gauck? Dass er nicht ein Mitglied der Linken ist?

    Gauck ist auch Mitglied der Atlantikbrücke, genau wie Richard von Weizsäcker und Helmut Schmidt. Was ist daran genau verwerflich?

    • Bondo
    • 19.02.2012 um 21:55 Uhr

    Ich fuerchte Sie haben recht. Es scheint wir lernen nur wenig aus unseren (politischen) Fehlentscheidungen. Schade.

    • nepidd
    • 19.02.2012 um 22:03 Uhr

    Auch wenn es zwei Jahre gedauert hat, bekommt Deutschland jetzt endlich einen würdigen Präsidenten. Bundespräsidenten-Kandidat Gauck: Dass sagt er zu seiner Nominierung! http://wp.me/ppkst-1xQ

    Gauck ist - wie im Übrigen jeder - nicht perfekt. Aber er ist mit großem Abstand - insbesondere im Vergleich zu ALLEN anderen Genannten - der beste Kandidat.

    • Goody
    • 19.02.2012 um 22:22 Uhr

    Die Occupy-Bewegung entwickelt sich noch,
    und Herr Gauck wird sich vielleicht noch eine diffenziertere Meinunge dazu bilden,
    genauso wie zur Vorratsdatenspeicherung,oder zur den Kriegsgelüsten der Amis.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und diskutieren Sie sachlich zum Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/vn

    und lassen Sie sich überzeugen!
    ich (Jg. 1983 nebenbei) bekenne mich dazu, zu denen zu gehören, die Gauck für die richtige Wahl halten:

    Er hat Erfahrung damit, wie man einen Konsens herstellt zwischen Politikern und Bürgern, die sich gegenseitig nicht mehr verstehen.
    Er weiß, wie man auch als Pastor den richtigen Ton trifft in einer Gesellschaft, in der viele Leute nichts mit der Kirche zu tun haben.
    Er hat das Potential, unser Land eben nicht zu spalten. Im Gegenteil: mit Wegen zur Einheit kennt er sich aus!

    Und dafür schätze ich ihn.

    • Pinto
    • 19.02.2012 um 23:11 Uhr

    Den Inhalten @Mary Poppins kann ich nur zustimmen.

    Vor allem "Operation Wunderland" und ihre adenuerschen Manipulationseinrichtung bestimmen heute noch was das Volk angeblich meint.
    Politiker derart abgehoben, dass sie selbst ihre eigene Manipulation nicht mehr merken.

    Gauck und Rot/Grün/Schwarz/Gelb wird den vermutlichen Bürgerkrieg, wenn nicht mehr, in Griechenland zu verantworten haben.
    Dazu das Youtube Video "Schäuble Landesverrat" ansehen.
    Es ist inzwischen zensiert, aber auf Freitag und Nachdenkseiten gibt es weitere Inhalte.

    Diese unsägliche militaristische Bundesregierung wird die Verantwortung übernehmen müssen.

    • Baoyu
    • 19.02.2012 um 23:12 Uhr

    Schwarz/Rot/Grün/Gelb repräsentieren im Parlament 88% der in freier Wahl bestimmten Mandate und damit die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung.

    Die von Ihnen prophezeite katastrophale Spaltung der Republik sieht eher aus wie die Herausprengung einer Minderheit aus einem Massiv der Zustimmung.

    • leon1
    • 19.02.2012 um 23:14 Uhr

    nicht aus freien Stuecken(Marx).Sie haben natuerlich recht und da angeblich die Mehrheit der Deutschen Herrn Gauck wollen - wie angeblich auch Frau Merkel, bin ich froh nicht zu diser Mehrheit zu gehoeren.
    Alle die ihnen Zustimmen, mussen nach offizieller Logik zu den LINKEN gehoeren.
    Nach dem Versager Wulff nun der neoliberale Kommunistenhasser und Spalter Gauck.
    Nur die SPD hat noch nicht begriffen dass fuer Gauck auch Sozis irgendwie Kommunisten sind. Aber die haben auch nicht mitbekommen das die Wehrpflicht ausgesetzt/abgeschafft wurde.
    Angeblich ein Grundpfeiler unserer Demokratie.
    Die Zeiten werden haerter. Zieht Euch warm an.

    daher ist Ihr Kommentar diesbezüglich völlig unangebracht, ja diffamierend. Die Morde der "NSU" geschahen lange vor Sarrazins Buchveröffentlichung, das zudem nichts mit Rassismus oder Aufruf zu Morden zu tun hat. Es ist vielmehr kritisch und sachlich korrekt, sonst hätte die SPD auch einen konkreten Grund gehabt, ihn zu entlassen.

    Wehler verteidigt Sarrazin. "Ein Buch trifft ins Schwarze":
    http://www.zeit.de/2010/4...

    Ich halte die Trauerfeier zudem für unangebracht, denn wie Norbert Lammert sagte, hatten auch die RAF-Opfer keine Sonderbehandlung in Form einer staatlichen Trauerfeier erhalten.

    Und "Occupy" ist auch meiner Ansicht nach einfach nur albern.

    ja sind die Parteien von CSU bis Grüne jetzt vollkommen durchgedreht?
    "Troikanische Pferde" nach Griechenland, Portugal, Spanien - irgenwann auch bei uns...

    Und im voreilendem typisch deutschen Gehorsam zieht man sich jetzt gleich schon mal freiwillig ein Trojanischen Pferd in die politischen Stadtmauern rein.

    Was läuft hier??? :o/

    auf das Sie sich offensichlich hier berufen, ohne es gelesen zu haben, ist heute auf dem Onlineportal der SZ erneut erschienen: http://www.sueddeutsche.d...

    Lesen Sie es aufmerksam und lesen Sie es ganz, und Sie werden feststellen, dass viele Ihrer Vorwürfe schlicht haltlos sind.

    Gauck sagte, er sei noch etwas verwirrt. Das bin ich auch.
    Da gibt es noch einigen Klärungsbedarf wegen seiner bisherigen Einstellungen und Äußerungen.
    In der Runde bei Jauch zeigte auch Heiner Geisler nicht gerade Begeisterung und Andrea Nahles strahlte etwas säuerlich. Ja was sollte sie auch sagen, auf den Hinweis von Geisler, dass er unter dem Freiheitsbegriff auch soziale Verantwortung verstehe. Seltsam, dass von der FDP, die das ja als ihren Sieg feiert, niemand anwesend war.
    Frau Hamm-Brücher, schön längst aus der FDP ausgetreten, ist allerdiungs zuzustimmen, wenn sie wie Geisler zukünftig eine stärkere direkte Bürgerbeteteilung forderte.
    Ja, Altersweisheit kann manchmal sehr jung sein.

    Entfernt. Verzichten Sie auf diffamierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    Ich wußte gar nicht, daß Gauck von einem großen Teil den ZEIT-Leser als persona non grata angesehen wird. Wie ich das sehe, konnte uns nach Wulff etwas Besseres nicht passieren.

    eine Empfehlung der Redaktion...

    Oder sind alle "FASCHING"...

    Meine Meinung nach sollten diese Leute wenn Sie Mist bauen auch kein Recht haben weiterhin von Diesem Jop noch zu profitieren.
    Sollte ich in meiner Arbeit Mist bauen und entlassen werden, bekomme ich auch keine Lebenslange Fortzahlung.
    Mal schauen, wie lange Herr Gauk dabei ist!

    Der Ausgangskommentar wurde wieder hergestellt. Danke, die Redaktion/fk.

    Entfernt. Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion nicht für eine Diskussion der Moderationsentscheidungen vorgesehen ist und kehren Sie zum Artikelthema zurück. Danke, die Redaktion/lv

  2. Bundespräsidenten -

    31 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    jetzt will ich Wulff + Bettina wiederhaben.

    ..Sie haben schon mitbekommen, dass es jetzt Gauck werden soll?

    bis 2017 warten zu können.

    MfG
    biggerB

    http://b-event.com/images...

    Warum auch nicht.
    Denn Gauck ist ja kein linker Neider, der weiss schon, dass der Carsten sein Vermögen schon ganz einwandfrei verdient hat...

    Na denn:

    AMEN!

    • Otto2
    • 20.02.2012 um 17:45 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und belegen Sie Ihre Behauptungen. Danke, die Redaktion/jz

    jetzt will ich Wulff + Bettina wiederhaben.

    ..Sie haben schon mitbekommen, dass es jetzt Gauck werden soll?

    bis 2017 warten zu können.

    MfG
    biggerB

    http://b-event.com/images...

    Warum auch nicht.
    Denn Gauck ist ja kein linker Neider, der weiss schon, dass der Carsten sein Vermögen schon ganz einwandfrei verdient hat...

    Na denn:

    AMEN!

    • Otto2
    • 20.02.2012 um 17:45 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und belegen Sie Ihre Behauptungen. Danke, die Redaktion/jz

    • dsip
    • 19.02.2012 um 21:17 Uhr

    Also wirklich der neoliberale Banken rechtler Gauck, Freund des kleinbürgerlichen Rassismus ala Sarrazin?

    Na vielen Dank an Rot und Grün, dass sie mal wieder kräftig daran mitarbeiten, die "Mitte" so weit nach rechts wie gerade möglich zu verschieben..

    81 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    [...]

    Es freut mich, endlich einmal wieder eine positive Nachricht aus der Politik zu erfahren.

    Glück auf, Herr Gauck !

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke. Die Redaktion/vn

    Wir sollten nicht übertreiben, ein BP muss kein Heiliger sein und nicht primär eine bestimmte (die eigene) Meinung teilen, sondern intellektuell geeignet und persönlich integer sein.

    Dies kann man Herrn Gauck nicht absprechen. Ich teile seine Meinung zu Occupy nicht, aber das schränkt doch seine grundsätzliche Eignung nicht ein.

    Der Mann hatte ein Leben, das für etwas steht. Das wichtigste aber ist, dass er - wie Töpfer - ein "natives" Thema hat, das er bearbeiten kann, ohne das es aufgesetzt wirkt.

    Gauck: Rechtsstaat & Demokratie (seine DDR-Erfahrungen, Stasi-Behörde)
    Töpfer: Nachhaltige Engergieversorgung & Entwicklung

    Themen wie NSU u.ä. sind Selbstläufer zu denen es keine zweite Meinung geben kann und daher kein "spezielles" Thema für einen BP darstellen.

    Ganz allgemein: Sarrazin als Rassisten zu bezeichnen, ist nicht nur fragwürdig, sondern zerstört jegliche Diskussionsgrundlage für eine wichtige Debatte. Seine Aussagen und Positionen kann man kritisieren, aber pauschale Totschlag-Argumente sind m.E. nicht zielführend.

    Nach einigem Nachdenken finde ich die Variante Klaus Töpfer sehr interessant. Er kennt den Politik-Betrieb aus eigener Erfahrung sehr gut, ist aber schon lange genug aus dem Tagesgeschäft raus.

    [...]

    Es freut mich, endlich einmal wieder eine positive Nachricht aus der Politik zu erfahren.

    Glück auf, Herr Gauck !

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke. Die Redaktion/vn

    Wir sollten nicht übertreiben, ein BP muss kein Heiliger sein und nicht primär eine bestimmte (die eigene) Meinung teilen, sondern intellektuell geeignet und persönlich integer sein.

    Dies kann man Herrn Gauck nicht absprechen. Ich teile seine Meinung zu Occupy nicht, aber das schränkt doch seine grundsätzliche Eignung nicht ein.

    Der Mann hatte ein Leben, das für etwas steht. Das wichtigste aber ist, dass er - wie Töpfer - ein "natives" Thema hat, das er bearbeiten kann, ohne das es aufgesetzt wirkt.

    Gauck: Rechtsstaat & Demokratie (seine DDR-Erfahrungen, Stasi-Behörde)
    Töpfer: Nachhaltige Engergieversorgung & Entwicklung

    Themen wie NSU u.ä. sind Selbstläufer zu denen es keine zweite Meinung geben kann und daher kein "spezielles" Thema für einen BP darstellen.

    Ganz allgemein: Sarrazin als Rassisten zu bezeichnen, ist nicht nur fragwürdig, sondern zerstört jegliche Diskussionsgrundlage für eine wichtige Debatte. Seine Aussagen und Positionen kann man kritisieren, aber pauschale Totschlag-Argumente sind m.E. nicht zielführend.

    Nach einigem Nachdenken finde ich die Variante Klaus Töpfer sehr interessant. Er kennt den Politik-Betrieb aus eigener Erfahrung sehr gut, ist aber schon lange genug aus dem Tagesgeschäft raus.

  3. Endlich mal einer abseits von dem Parteiengezanke und selbstbewusst genug um seine Meinung zu sagen!

    24 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Endlich mal einer abseits von dem Parteiengezanke und selbstbewusst genug um seine Meinung zu sagen!"

    Wo können Sie, jenseits des, dem natürlichen Selbsterhaltungstrieb der FDP geschuldeten, zeitweiligen "Selbstdarstellungstrotzes" innerhalb der "Koalition" aus CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNEN, so etwas wie Parteiengezanke erkennen?
    Dazu ist doch die "grobe gemeinsame inhaltliche Linie" dieses bürgerlichen Zweckbündnisses dieser fünf Parteien in Richtung eines, nur noch dem Namen nach demokratischen,
    in Wahrheit aber völlig den Kräften des Marktes unterworfenen
    UNTERTANENSTAATES mit Prekariatsreserve, viel zu offensichtlich.
    Da braucht Gauck nicht besonders viel Selbstvertrauen, um seine Meinung zu vertreten.
    Ziel und Weg sind doch nahezu deckungsgleich.
    http://www.nachdenkseiten...
    http://www.spiegel.de/pol...

    Und noch eine Frage am Rande.
    Wo erkennen Sie irgendeine Form von WAHL oder gar Super- Wahl?
    Im besten Falle läßt sich wohl eine, ausschließlich bundespolitischen "Wahl"- und Sachzwängen unterworfene,
    auf Gauck beschränkte, personelle Vor-Festlegung in Form eines gemeinsamen Vorschlages der Führung von fünf Parteien konstatieren.
    Alarmierend genug, dieser offensichtliche Mangel an anderen "geeigneten" bzw. "geneigten" Kandidaten bei einem derartig "breiten" Parteienspektrum.

    MfG
    biggerB

    "Endlich mal einer abseits von dem Parteiengezanke und selbstbewusst genug um seine Meinung zu sagen!"

    Die neoliberale Politikerkaste wird in die Hände Klatchen vor Vergnügen über die "Meinungen" dieses Herrn.

    Demokraten und Humanisten werden auf die Straße gehen müßen, um dessen "selbstbewußte" (Selbstgerechte) Meinung abzuwehren. Und sie werden es hoffentlich tun!

    Und wer jetzt noch Grüne wählen kann...

    "seine Meinung sagen"...

    Gratulation zu einer weiteren Burleske in unserer Demokratie...

    "Endlich mal einer abseits von dem Parteiengezanke und selbstbewusst genug um seine Meinung zu sagen!"

    Wo können Sie, jenseits des, dem natürlichen Selbsterhaltungstrieb der FDP geschuldeten, zeitweiligen "Selbstdarstellungstrotzes" innerhalb der "Koalition" aus CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNEN, so etwas wie Parteiengezanke erkennen?
    Dazu ist doch die "grobe gemeinsame inhaltliche Linie" dieses bürgerlichen Zweckbündnisses dieser fünf Parteien in Richtung eines, nur noch dem Namen nach demokratischen,
    in Wahrheit aber völlig den Kräften des Marktes unterworfenen
    UNTERTANENSTAATES mit Prekariatsreserve, viel zu offensichtlich.
    Da braucht Gauck nicht besonders viel Selbstvertrauen, um seine Meinung zu vertreten.
    Ziel und Weg sind doch nahezu deckungsgleich.
    http://www.nachdenkseiten...
    http://www.spiegel.de/pol...

    Und noch eine Frage am Rande.
    Wo erkennen Sie irgendeine Form von WAHL oder gar Super- Wahl?
    Im besten Falle läßt sich wohl eine, ausschließlich bundespolitischen "Wahl"- und Sachzwängen unterworfene,
    auf Gauck beschränkte, personelle Vor-Festlegung in Form eines gemeinsamen Vorschlages der Führung von fünf Parteien konstatieren.
    Alarmierend genug, dieser offensichtliche Mangel an anderen "geeigneten" bzw. "geneigten" Kandidaten bei einem derartig "breiten" Parteienspektrum.

    MfG
    biggerB

    "Endlich mal einer abseits von dem Parteiengezanke und selbstbewusst genug um seine Meinung zu sagen!"

    Die neoliberale Politikerkaste wird in die Hände Klatchen vor Vergnügen über die "Meinungen" dieses Herrn.

    Demokraten und Humanisten werden auf die Straße gehen müßen, um dessen "selbstbewußte" (Selbstgerechte) Meinung abzuwehren. Und sie werden es hoffentlich tun!

    Und wer jetzt noch Grüne wählen kann...

    "seine Meinung sagen"...

    Gratulation zu einer weiteren Burleske in unserer Demokratie...

  4. 5. [...]

    Entfernt. Bitte üben Sie Kritik sachlich und konstruktiv. Danke. Die Redaktion/vn

    10 Leserempfehlungen
    • politz
    • 19.02.2012 um 21:19 Uhr

    Nach der falschen Regierung zur falschen Zeit (Kabinett Merkel II, auch "Schwarz-Gelb" genannt) kommt nun der falsche Präsident zur falschen Zeit. Der erste Präsident, der von allen neoliberalen (ergo: kapitalistischen) Parteien gewählt wird. Wer glaubt, nun werde es wieder einmal eine volle Amtszeit eines Bundespräsidenten geben, wird sich getäuscht sehen. Die Zeit ist nicht geschaffen für einen Mann, der seine politische Prägung im Wiederstand gegen die DDR erlebt hat und der das kapitalistisch wiedervereinigte Deutschland repräsentiert, aber nicht den notwendigen Dritten Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus.

    57 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    und hören wir doch einmal nur hin auf das was er zu sagen hat -

    • politz
    • 19.02.2012 um 22:04 Uhr

    Ein Bundespräsident ist (so denkt man) normalerweise nicht darauf angewiesen, dass die gerade amtierende Regierung eine Politik macht, die er persönlich mittragen würde. Es kommt auf seinen Charakter an und auf seine Gabe, das Land nach außen hin zu repräsentieren. Wenn die politischen Unterschiede allerdings existenziell werden, wird es schwierig. Man stelle sich umgekehrt eine Bundespräsidentin Sahra Wagenknecht vor in einer Zeit, in der Schwarz-Gelb amtiert. Das ist ein extrem erscheinendes Beispiel, aber dieses Beispiel würde nicht funktionieren.

    Wer die bestehenden Verhältnisse in einem Land für fundamental falsch hält, kann es nicht repräsentieren. Er wird gegen die Zustände agitieren(!), das Land aber nicht integrieren können. So oder so ähnlich kann es sein, wenn Herr Gauck amtiert, aber die Entwicklungen das System, was er allein mit der "Freiheit" für kompatibel hält – nämlich den Kapitalismus – als gescheitert dastehen lassen. Gauck ist kein Friedenspräsident und kein Präsident, der für soziale Gerechtigkeit steht.

    Welche Worte soll er wählen, wenn die sozialen Spannungen im Innern und die militärischen Spannungen nach außen eskalieren? Für so einen Fall ist dieser Präsident nicht vorbereitet. Und jemand, der sich als "linker, liberaler Konservativer" bezeichnet und sich damit selbst der politischen Beliebigkeit und Orientierungslosigkeit zurechnet, schon gar nicht.

    und hat sein Versagen in den totalitären Diktaturen wie der UdSSR und der DDR unter Beweis gestellt. Der Kommunismus ist genauso abzulehnen, wie der Faschismus.

    Joachim Gauck schrieb bereits 1998 in dieser Zeitung dazu:

    Das Ritual der Antifaschisten
    (...) Aber die Botschaft aus dem Inneren der
    totalitären beziehungsweise diktatorischen kommunistischen Regime lautet nicht: Unsere Schreckensnachrichten stellen den vorigen Schrecken in den Schatten. Sie stellen neben das vorige Erschrecken ein neues. Ralph Giordano sagte es, in seinem Ostpreußenbuch 1994, so: "Schluß damit, die Ermordeten der beiden größten historischen Gewaltsysteme zu Rivalen zu degradieren - sie waren es weder zu Lebzeiten noch im Tode." (...)

    http://www.zeit.de/1998/3...

    Weil er garantiert nicht mit Extremisten sympathisiert, gleich welcher Art, eignet er sich als guter Bundespräsident.

    und hören wir doch einmal nur hin auf das was er zu sagen hat -

    • politz
    • 19.02.2012 um 22:04 Uhr

    Ein Bundespräsident ist (so denkt man) normalerweise nicht darauf angewiesen, dass die gerade amtierende Regierung eine Politik macht, die er persönlich mittragen würde. Es kommt auf seinen Charakter an und auf seine Gabe, das Land nach außen hin zu repräsentieren. Wenn die politischen Unterschiede allerdings existenziell werden, wird es schwierig. Man stelle sich umgekehrt eine Bundespräsidentin Sahra Wagenknecht vor in einer Zeit, in der Schwarz-Gelb amtiert. Das ist ein extrem erscheinendes Beispiel, aber dieses Beispiel würde nicht funktionieren.

    Wer die bestehenden Verhältnisse in einem Land für fundamental falsch hält, kann es nicht repräsentieren. Er wird gegen die Zustände agitieren(!), das Land aber nicht integrieren können. So oder so ähnlich kann es sein, wenn Herr Gauck amtiert, aber die Entwicklungen das System, was er allein mit der "Freiheit" für kompatibel hält – nämlich den Kapitalismus – als gescheitert dastehen lassen. Gauck ist kein Friedenspräsident und kein Präsident, der für soziale Gerechtigkeit steht.

    Welche Worte soll er wählen, wenn die sozialen Spannungen im Innern und die militärischen Spannungen nach außen eskalieren? Für so einen Fall ist dieser Präsident nicht vorbereitet. Und jemand, der sich als "linker, liberaler Konservativer" bezeichnet und sich damit selbst der politischen Beliebigkeit und Orientierungslosigkeit zurechnet, schon gar nicht.

    und hat sein Versagen in den totalitären Diktaturen wie der UdSSR und der DDR unter Beweis gestellt. Der Kommunismus ist genauso abzulehnen, wie der Faschismus.

    Joachim Gauck schrieb bereits 1998 in dieser Zeitung dazu:

    Das Ritual der Antifaschisten
    (...) Aber die Botschaft aus dem Inneren der
    totalitären beziehungsweise diktatorischen kommunistischen Regime lautet nicht: Unsere Schreckensnachrichten stellen den vorigen Schrecken in den Schatten. Sie stellen neben das vorige Erschrecken ein neues. Ralph Giordano sagte es, in seinem Ostpreußenbuch 1994, so: "Schluß damit, die Ermordeten der beiden größten historischen Gewaltsysteme zu Rivalen zu degradieren - sie waren es weder zu Lebzeiten noch im Tode." (...)

    http://www.zeit.de/1998/3...

    Weil er garantiert nicht mit Extremisten sympathisiert, gleich welcher Art, eignet er sich als guter Bundespräsident.

  5. Ein weiterer Grund sich nicht zu Deutschland zugehörig zu fühlen.
    Wer Hartz IV super findet, den Afghanistankrieg befürwortet, Sarrazin für sein Buch lobt und die Occupy-Bewegung als albern abtut, der gehört nicht in dieses Amt.

    Für mich gehört es einfach nur noch abgeschafft.

    70 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Cando
    • 19.02.2012 um 21:24 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Anfeindungen anderer User und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn

    Bei Hartz 4 und Afghanistan geb ich ihnen Recht (Sarrazin is mir wurst)

    ABER

    wer die Occupy Bewegung für absurd hält ist einfach nur großartig für dieses Amt!

    1. Die Occupy Leute behaupten von sich "Wir sind 99%" was schon mal unfassbar arrogant und überheblich ist.
    2. Die Demonstrieren nun schon über ein Jahr und offensichtlich interessiert es keinen wirklich, sonst wäre langst etwas passiert. Man bedenke was die S21 Gegner geschafft haben und da gings um einen Bahnhof!
    3. Wer sich jemals mit denen unterhalten hat (ich hab das an der EZB in FFM getan) kann nicht von denen behaupten, dass da irgendeiner noch auf diesem Planeten und in der echten Welt lebt.

    Wer gibt denen eigentlich das Recht irgendwas oder irgendwen zu okkupieren? Dachte das nennt sich Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht... Besetzen klingt irgendwie so faschistisch! Ach halt das sind ja Kapitalismuskritiker und damit automatisch legitimiert alles zu tun...(Ironie)

    • Cando
    • 19.02.2012 um 21:24 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Anfeindungen anderer User und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn

    Bei Hartz 4 und Afghanistan geb ich ihnen Recht (Sarrazin is mir wurst)

    ABER

    wer die Occupy Bewegung für absurd hält ist einfach nur großartig für dieses Amt!

    1. Die Occupy Leute behaupten von sich "Wir sind 99%" was schon mal unfassbar arrogant und überheblich ist.
    2. Die Demonstrieren nun schon über ein Jahr und offensichtlich interessiert es keinen wirklich, sonst wäre langst etwas passiert. Man bedenke was die S21 Gegner geschafft haben und da gings um einen Bahnhof!
    3. Wer sich jemals mit denen unterhalten hat (ich hab das an der EZB in FFM getan) kann nicht von denen behaupten, dass da irgendeiner noch auf diesem Planeten und in der echten Welt lebt.

    Wer gibt denen eigentlich das Recht irgendwas oder irgendwen zu okkupieren? Dachte das nennt sich Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht... Besetzen klingt irgendwie so faschistisch! Ach halt das sind ja Kapitalismuskritiker und damit automatisch legitimiert alles zu tun...(Ironie)

  6. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beiträge, die lediglich der Provokation dienen. Danke. Die Redaktion/sc

    34 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • dsip
    • 19.02.2012 um 21:27 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Kommentare. Danke. Die Redaktion/vn

    Es hat sich doch die hinreichend eitle Person gefunden, sich für das in den Morast beförderte Amt rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Im Anstellungsvertrag sollte aber vereinbart werden, dass der zu wählende Amtsinhaber auf die ihm gesetzlich zustehenden Versorgungsansprüche gleich aus welchem Grunde verzichtet und sich wöchentlich zum vor das Schienbeintreten zur Verfügung stellt.

    Naja, die Freude von PI wird ihn dann ja wie auf Flügeln ins Amt tragen. Manche Freunde sucht man sich eben doch selbst aus.

    " Wer soviel Zorn von ultralinker Seite auf sich zieht, kann als Bundespräsident nicht ganz verkehrt sein. "

    Nein, nicht "ultralink".
    Der angebrachte Kampfbegriff heißt hier "linksextrem" und bezeichnet alle, deren Ansichten nicht dem herrschenden politischen Establishment (sie wissen schon, die "Realpolitiker") entsprechen, und nicht dem rechten Sprektrum zuzuorden sind*
    Also z.B. Prekarisierung toll finden, Krieg toll finden, Oberschichtensozialismus toll finden, Bankenrettungen toll finden, Korruption toll finden, Merkantilismus toll finden, Ausbeutung anderer toll finden, Diätenerhöhung toll finden, Größenwahn toll finden, sich selbst toll finden.
    Nicht toll finden sie hingegen Verantwortung, Empathie, Integrität, Emanzipation, sozialen Fortschritt, Bürgerrechte, Ideale, Phantasie und Kreativität.
    Eigentlich alles was ihren Status und ihre Macht gefährden könnte.

    * manche Unionspolitiker_innen glauben gar, es gäbe gar keinen Unterschied zwischen links und rechts:
    http://ad-sinistram.blogs...

    dass es hier Ultralinke sind die kritsch über einen Mann äußern der Sarrazin gut und Occupy-Demonstrationen lächerlich findet.

    Ich will keinen Bundespräsidenten der vor lauter Kommunismusphobie zu weit in Richtung Neoliberalismus rückt.

    Ich will einen Bundespräsidenten der die Interessen der breiten Bevölkerung vertritt und keinen der die Macht der Banken herunterspielt. (lesen Sie das mal in der SZ)

    Für mich ist in Zeiten in denen der Kapitalismus immer stärker an seinen eigenen Funktionsmechanismen zu scheitern scheint, ein Gauk genauso unangemessen wie es ein Schäuble (der selbst ein Attentat durchlebt hat)damals als Innen(=Sicherheits)minister war.

    Das hat was mit Vernunft und nicht mit ultralinker gesinnung zu tun!

    eine billige Provokation...

    • dsip
    • 19.02.2012 um 21:27 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Kommentare. Danke. Die Redaktion/vn

    Es hat sich doch die hinreichend eitle Person gefunden, sich für das in den Morast beförderte Amt rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Im Anstellungsvertrag sollte aber vereinbart werden, dass der zu wählende Amtsinhaber auf die ihm gesetzlich zustehenden Versorgungsansprüche gleich aus welchem Grunde verzichtet und sich wöchentlich zum vor das Schienbeintreten zur Verfügung stellt.

    Naja, die Freude von PI wird ihn dann ja wie auf Flügeln ins Amt tragen. Manche Freunde sucht man sich eben doch selbst aus.

    " Wer soviel Zorn von ultralinker Seite auf sich zieht, kann als Bundespräsident nicht ganz verkehrt sein. "

    Nein, nicht "ultralink".
    Der angebrachte Kampfbegriff heißt hier "linksextrem" und bezeichnet alle, deren Ansichten nicht dem herrschenden politischen Establishment (sie wissen schon, die "Realpolitiker") entsprechen, und nicht dem rechten Sprektrum zuzuorden sind*
    Also z.B. Prekarisierung toll finden, Krieg toll finden, Oberschichtensozialismus toll finden, Bankenrettungen toll finden, Korruption toll finden, Merkantilismus toll finden, Ausbeutung anderer toll finden, Diätenerhöhung toll finden, Größenwahn toll finden, sich selbst toll finden.
    Nicht toll finden sie hingegen Verantwortung, Empathie, Integrität, Emanzipation, sozialen Fortschritt, Bürgerrechte, Ideale, Phantasie und Kreativität.
    Eigentlich alles was ihren Status und ihre Macht gefährden könnte.

    * manche Unionspolitiker_innen glauben gar, es gäbe gar keinen Unterschied zwischen links und rechts:
    http://ad-sinistram.blogs...

    dass es hier Ultralinke sind die kritsch über einen Mann äußern der Sarrazin gut und Occupy-Demonstrationen lächerlich findet.

    Ich will keinen Bundespräsidenten der vor lauter Kommunismusphobie zu weit in Richtung Neoliberalismus rückt.

    Ich will einen Bundespräsidenten der die Interessen der breiten Bevölkerung vertritt und keinen der die Macht der Banken herunterspielt. (lesen Sie das mal in der SZ)

    Für mich ist in Zeiten in denen der Kapitalismus immer stärker an seinen eigenen Funktionsmechanismen zu scheitern scheint, ein Gauk genauso unangemessen wie es ein Schäuble (der selbst ein Attentat durchlebt hat)damals als Innen(=Sicherheits)minister war.

    Das hat was mit Vernunft und nicht mit ultralinker gesinnung zu tun!

    eine billige Provokation...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service