Andreas Voßkuhle, der Geheimfavorit

Das spricht für ihn:

Der 48-Jährige ist bislang jüngster Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Sein Job ist bei vielen mit guten Erinnerungen versehen: 1994 zog bereits Roman Herzog aus diesem Amt ins Schloss Bellevue ein und schlug sich dort recht ordentlich; er war kein Berufspolitiker, aber auch nicht völlig fremd im Metier. Voßkuhle gilt, obwohl er 2008 auf Vorschlag der SPD Gerichts-Präsident wurde, als überparteilicher Kandidat. Er selbst versteht sich nicht als "Lagerbewohner". Es gäbe deshalb auch Sympathien für den Juristen in der Regierungskoalition. Aus manchen Parteikreisen dringt bereits, Voßkuhle sei ein Geheimfavorit.

Das spricht gegen ihn:

Voßkuhle ist ein völlig neuer Name in der politischen Szene. Auch wenn viele auf einen unbelasteten Überraschungskandidaten hoffen, könnte er dafür doch zu früh genannt worden sein. Außerdem könnte nach Köhlers Rücktritt bei der Kanzlerin die Erkenntnis gereift sein, dass ein typischer Seiteneinsteiger vielleicht doch nicht die beste Wahl ist.