DokumentationDie Rücktrittserklärung von Christian Wulff

Christian Wulff hat seinen Rücktritt als Bundespräsident mit dem fehlenden Vertrauen der Bevölkerung begründet. Hier die Erklärung im Wortlaut.

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger, gerne habe ich die Wahl zum Bundespräsidenten angenommen und mich mit ganzer Kraft dem Amt gewidmet. Es war mir ein Herzensanliegen, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu stärken. Alle sollen sich zugehörig fühlen, die hier bei uns in Deutschland leben, eine Ausbildung machen, studieren und arbeiten, ganz gleich, welche Wurzeln sie haben – wir gestalten unsere Zukunft gemeinsam.

Ich bin davon überzeugt, dass Deutschland seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Kraft am besten entfalten und einen guten Beitrag zur europäischen Einigung leisten kann, wenn die Integration auch nach innen gelingt.

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Unser Land, die Bundesrepublik Deutschland, braucht einen Präsidenten, der sich uneingeschränkt diesen und anderen nationalen sowie den gewaltigen internationalen Herausforderungen widmen kann; einen Präsidenten, der vom Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger getragen wird. Die Entwicklung der vergangenen Tage und Wochen hat gezeigt, dass dieses Vertrauen und damit meine Wirkungsmöglichkeiten nachhaltig beeinträchtigt sind.

Aus diesem Grund wird es mir nicht mehr möglich, das Amt des Bundespräsidenten nach innen und nach außen so wahrzunehmen, wie es notwendig ist. Ich trete deshalb heute vom Amt des Bundespräsidenten zurück, um den Weg zügig für die Nachfolge freizumachen. Bundesratspräsident Horst Seehofer wird die Vertretung übernehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird auf der so wichtigen Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremischer Gewalt am Donnerstag der kommenden Woche sprechen.

Was die anstehende rechtliche Klärung angeht, bin ich davon überzeugt, dass sie zu einer vollständigen Entlastung führen wird. Ich habe in meinen Ämtern stets rechtlich korrekt mich verhalten. Ich habe Fehler gemacht, aber ich war immer aufrichtig. Die Berichterstattungen, die wir in den vergangenen zwei Monaten erlebt haben, haben meine Frau und mich verletzt.

Ich danke den Bürgerinnen und Bürgern, die sich für unser Land engagieren. Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bundespräsidialamt und allen anderen Behörden, die ich als exzellente Teams erlebt habe. Ich danke meiner Familie, vor allem danke ich meiner Frau, die ich als eine überzeugende Repräsentantin eines menschlichen und eines modernen Deutschland wahrgenommen habe. Sie hat mir immer - gerade auch in den vergangenen Monaten - und auch den Kindern starken Rückhalt gegeben.

Ich wünsche unserem Land von ganzem Herzen eine politische Kultur, in der die Menschen die Demokratie als unendlich wertvoll erkennen und sich vor allem - das ist mir das wichtigste - gerne für die Demokratie engagiert einsetzen. Und ich wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern, denen ich mich vor allem verantwortlich fühle, eine gute Zukunft und schließe Sie alle dabei ausdrücklich mit ein. Vielen Dank."
 

 
Leserkommentare
  1. "Ich habe Fehler gemacht, aber ich war immer aufrichtig. Die Berichterstattungen, die wir in den vergangenen zwei Monaten erlebt haben, haben meine Frau und mich verletzt."

    Lieber Herr Wulff,

    Sie wussten, dass man sich als Inhaber des Amtes eines Ministerpräsidenten nicht einladen lassen darf. Sie wussten, dass es Ministerpräsidenten gab, die dafür ihr Amt verloren haben - z.B. ihre Parteifreunde Max Streibl, Lothar Späth oder ihren Amtsvorgänger Gerhard Glogowski. Über Gerhard Glogowski und ihren Parteifreund Manfred Kanther haben sie ob derer Verfehlungen damals hart geurteilt:

    ""Wir müssen darüber nachdenken, dass Manfred Kanther nicht einfach sein Übergangsgeld bekommt, sondern dass das gekürzt werden kann. Dasselbe gilt auch für Glogowski."

    Quelle: http://www.spiegel.de/pol...

    Sie haben damals - zu recht - auf die Regelungen für Beamte und auch Angestellte im Öffentlichen Dienst verwiesen. Dort ist es zwingend vorgeschrieben, dass diese auch nur beim Anschein von Korruption vom Dienst suspendiert und ggf. unter Verlust aller Pensionsberechtigungen fristlos gekündigt werden. Und mehr noch: sie erwartet selbst bei Kleinigkeiten ein Strafverfahren nach § 331 StGB: http://dejure.org/gesetze...

    Warum haben Sie diese Maßstäbe und Gepflogenheiten, die im Öffentlichen Dienst üblich sind, nicht für sich selbst zum Maßstab genommen? Ein Dienstherr muss immer das Erste Vorbild seiner Untergebenen sein. Das ist seine Pflicht.

    11 Leserempfehlungen
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    Ich hoffe Chrissi und Betti nisten sich jetzt in ner Villa auf Malle ein und legen die Füße hoch und lassen den neidischen, spießigen deutschen Mob schäumend im kalten Deutschland und auf Zeit.de zurück ^^

    Chrissi genieß dein Leben genieß den Luxus, machs dir gemütlich.

    Ich hoffe Chrissi und Betti nisten sich jetzt in ner Villa auf Malle ein und legen die Füße hoch und lassen den neidischen, spießigen deutschen Mob schäumend im kalten Deutschland und auf Zeit.de zurück ^^

    Chrissi genieß dein Leben genieß den Luxus, machs dir gemütlich.

  2. "vor allem danke ich meiner Frau, die ich als eine überzeugende Repräsentantin eines menschlichen und eines modernen Deutschland wahrgenommen habe."

    War das also der Ehegrund? Und erleben wir hier die Verabschiedung der Ehefrau als künftige Frau Maschmeyer?

    Eine Leserempfehlung
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    eine Privataangelegenheit. Wir sind hier kein öffentliches Ehebeurteilungsinstitut.

    eine Privataangelegenheit. Wir sind hier kein öffentliches Ehebeurteilungsinstitut.

  3. " ...einen Präsidenten, der vom Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger getragen wird."
    Damit erklärt er doch unmissverständlich, dass er von der Mehrheit des Volkes getragen wird. Aber das reicht ihm nicht, er möchte von einer breiten Mehrheit getragen werden!
    Und so glättet er sichs mal wieder!
    Der Mann hat keine Einsicht!
    "Ich trete deshalb heute vom Amt des Bundespräsidenten zurück, um den Weg zügig für die Nachfolge freizumachen."
    Na unter "zügig" verstehe ich etwas Anderes! Und wie soll man sich die kleine Kunstpause vor dem "zügig" erklären? Als Luftholen zur nachfolgenden Unwahrheit? Oder als rhetorischen Kunstgriff zur Hervorhebung des Nachfolgenden?
    Wie amn es auch dreht und wendet: H. Wulff hat zu lange gezögert und auch sein Beharren auf der Floskel. "Ich habe in meinen Ämtern stets rechtlich korrekt mich verhalten."
    Als Politiker und gar als Bundespräsident reicht es eben nicht aus, sich nur rechtlich korrekt zu verhalten! Da liegt die Latte bedeutend höher!
    Dass er und seine Frau sich durch die Berichterstattung der vergangenen zwei Monate verletzt fühlen, das glaube ich ihm! Und in diesem Punkte hat er auch mein Mitgefühl. Die vergangenen zwei Monate hätte ich wahrlich nicht in seiner Haut stecken wollen! Aber - so sehr es auch schmerzt: Daran sicnd Sie nicht ganz unschuldig, werter H. Wulff.

  4. dass er für dieses Amt der falsche Mann war.
    Er sieht sich immer noch als Opfer. Versteht nicht wofür das Amt steht.
    Seine "Lehrzeit " hat er nicht bestanden. Im Gegenteil er hat großen Schaden angerichtet.
    Er ist verletzt. Ich bin das auch wie viele Bürger in Deutschland mit der Art und Weise wie er uns an der Nase herumgeführt und Deutschland in diese unsäglich Situation gebracht hat.

    Wenn man etwas Possitves aus seiner Amtszeit ziehen möchte, dann dass die Demokratie doch funktioniert und dass Aussitzen schwieriger geworden ist.

    Dank an alle Journalisten, die nicht aufgegeben haben dem Theater ein Ende zu setzen.

    2 Leserempfehlungen
  5. " (...) Deutschland (...) braucht (...) einen Präsidenten, der vom Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger getragen wird."

    Ach so. Er meint also immer noch, er hätte eine Mehrheit hinter sich gehabt? Wie viel Verblendung gibt es denn?
    Oder wie viel Kalkül: Rechnet er damit, dass ihm das nun als politischer Grund für seinen Rücktritt angerechnet wird? Der "Ehren"(!)-Sold an Wulff wäre eine weitere Beleidigung des Volkes.

    2 Leserempfehlungen
  6. eine Privataangelegenheit. Wir sind hier kein öffentliches Ehebeurteilungsinstitut.

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    ...dass sie sich im Gegensatz zu all ihren Vorgängerin sehr selbst inszenierte. Ein sehr interessanter Artikel dazu findet sich hier:

    http://www.zeit.de/2010/2...

    ...bemerkenswert, ja fast prophetisch klingen die Kommentare Foristen aus unserer Community dazu! Sie lesen sich wie Öl!

    Tja - und dann gibt es noch das hier:

    http://www.bunte.de/newsl...

    oder noch besser - das hier:

    http://www.welt.de/aktuel...

    Hier ist der letzte Absatz bemerkenswert...

    Aber das ist nur Beiwerk - Fakt ist, dass hier ein größtmöglicher politischer Schaden angerichtet worden ist - und Schuld daran ist nicht allein das Ehepaar Wulff, sondern auch Angela Merkel, Guido Westerwelle und Horst Seehofer.

    "Fakt ist, dass hier ein größtmöglicher politischer Schaden angerichtet worden ist "

    Superlative liegen meist daneben.
    So auch hier.

    ...dass sie sich im Gegensatz zu all ihren Vorgängerin sehr selbst inszenierte. Ein sehr interessanter Artikel dazu findet sich hier:

    http://www.zeit.de/2010/2...

    ...bemerkenswert, ja fast prophetisch klingen die Kommentare Foristen aus unserer Community dazu! Sie lesen sich wie Öl!

    Tja - und dann gibt es noch das hier:

    http://www.bunte.de/newsl...

    oder noch besser - das hier:

    http://www.welt.de/aktuel...

    Hier ist der letzte Absatz bemerkenswert...

    Aber das ist nur Beiwerk - Fakt ist, dass hier ein größtmöglicher politischer Schaden angerichtet worden ist - und Schuld daran ist nicht allein das Ehepaar Wulff, sondern auch Angela Merkel, Guido Westerwelle und Horst Seehofer.

    "Fakt ist, dass hier ein größtmöglicher politischer Schaden angerichtet worden ist "

    Superlative liegen meist daneben.
    So auch hier.

    • Bashu
    • 17.02.2012 um 14:29 Uhr

    Danke!!!
    Dieser Bundespräsident saß mir wie ein Kloß im Hals, ich hatte sozusagen physische Schmerzen, wenn ich an ihn dachte. Jetzt ist der Spuk erstmal vorbei. Was er im einzelnen von sich gegeben hat ist mir ziemlich egal, hinter dem Wall von Rhetorik gibt es bei den meisten Politikern eh nicht viel Sehens- oder Lesenswertes...

  7. Nicht dass ich ein großer Fan von Herrn Wulff war. Aber hier hat ein kleingeistiges Land seinen Präsidenten aus kleingeistigen Gründen verjagt. Ein enges Land wird noch enger.

    Eine Leserempfehlung
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    • PigDog
    • 17.02.2012 um 19:18 Uhr

    die Gründe für den mehr als überfälligen Rücktritt sind es ganz sicher nicht!

    • PigDog
    • 17.02.2012 um 19:18 Uhr

    die Gründe für den mehr als überfälligen Rücktritt sind es ganz sicher nicht!

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