Die Linkspartei wirbt offenbar um die Journalistin und Holocaust-Aufklärerin Beate Klarsfeld als Kandidatin für die Wahl des Bundespräsidenten. Es gebe Gespräche mit der 73-Jährigen, hieß es aus der Partei. Linken-Chefin Gesine Lötzsch habe bereits mit ihr telefoniert, sagte eine Parteisprecherin. Es werde aber auch mit anderen möglichen Bewerbern gesprochen. Es sei noch keine Entscheidung gefallen.

Nach Angaben der WAZ-Mediengruppe ist Klarsfeld bereit, als Gegenkandidatin von Joachim Gauck bei der Bundespräsidentenwahl anzutreten. "Es wäre eine Ehre für mich", sagte sie den Zeitungen der Gruppe. " Joachim Gauck steht für den Kampf um Menschenrechte in der DDR, und ich stehe für die Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen", sagte sie demnach. Eine mögliche Kandidatur begreife sie auch als eine Möglichkeit, um über ihr gesellschaftliches Engagement zu sprechen.

Klarsfeld wurde über die Grenzen Deutschlands bekannt, als sie 1968 den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger ohrfeigte. Die Journalistin wollte damit auf die Nazi-Vergangenheit des Kanzlers hinweisen. Klarsfeld hatte sich dafür engagiert, die nationalsozialistische Vergangenheit westdeutscher Politiker aufzudecken und war deswegen auch wiederholt mit der Justiz in Konflikt geraten.

Linke entscheidet am Donnerstag

Die gebürtige Berlinerin hatte sich etwa erfolgreich für die Auslieferung des in Bolivien lebenden ehemaligen Gestapo-Chefs von Lyon , Klaus Barbie , eingesetzt. Nach der Verurteilung Barbies in Frankreich sprach sie vom "wichtigsten Ergebnis ihrer zahlreichen Aktionen".

Die Linke will am Donnerstag in einer Spitzenrunde entscheiden, ob und wen sie am 18. März als Kandidaten in die Bundesversammlung schickt . Die Partei stellt rund zehn Prozent der Wahlleute in der Bundesversammlung. Mit dem Kabarettisten Georg Schramm , der aus den Reihen der Jugendorganisation der Linken ins Gespräch gebracht wurde, hatte ein erster potenzieller Kandidat bereits abgesagt.