Loveparade : Duisburg stimmt über Sauerland ab

Anderthalb Jahre nach der Loveparade entscheiden die Duisburger über ihren umstrittenen Oberbürgermeister – und wollen dann endlich ihre Ruhe haben.
Wahlplakate des Abwahlbündnisses gegen den Oberbürgermeister Adolf Sauerland in Duisburg © dpa

Theo Steegmann steht in der Fußgängerzone von Duisburg , reibt sich die Hände gegen die Kälte und sagt: "Gott sei dank ist das bald alles vorbei." Er meint den Wahlkampf gegen Oberbürgermeister Adolf Sauerland , dessen politische Zukunft an diesem Sonntag bei Wahlen in der ganzen Stadt entschieden wird. Der 55-jährige Steegmann ist als Sprecher der Initiative Neuanfang für Duisburg der Frontmann der Sauerland-Gegner, seit Monaten versucht er mit seinen Mitstreitern, die Duisburger gegen ihren Oberbürgermeister zu mobilisieren. Unzählige Tage hat er hier, am Infostand der Initiative in der Duisburger Innenstadt, verbracht. Doch so langsam reicht es selbst ihm, wie so vielen anderen auch: "Die Duisburger können das alles nicht mehr hören, das Thema nervt viele nur noch", sagt er. Dann zieht er seine Wollmütze noch tiefer ins Gesicht.

Es ist ein ungewöhnlicher, ein schmerzhafter Kampf, den die Stadt seit über anderthalb Jahren mit ihrem Oberbürgermeister und gewissermaßen auch mit sich selbst kämpft. Es begann am Tag nach der Loveparade-Katastrophe, als Adolf Sauerland im Ratssaal saß, in seinem Rathaus, und Hunderten perplexen Journalisten und einer aufgewühlten Öffentlichkeit erklärte, ihn träfe bestimmt keine Schuld, und entschuldigen würde er sich auch nicht. Von diesem Moment an wurde er deutschlandweit, vor allem aber für viele Duisburger, zur Unperson. 

Bündnis gegen Sauerland brüchig

Immer wieder hat er seitdem versucht, sich mit seinen einstigen Wählern zu versöhnen, hat sich nach Monaten doch noch entschuldigt, und gleich noch mit dafür, dass er sich nicht früher entschuldigt hat. Geholfen hat es nichts mehr. Fast 60.000 Stimmen haben seine Gegner im vergangenen Jahr gesammelt, um das Abwahlverfahren gegen ihn zu erzwingen. Anderthalb Jahre sind eine politische Ewigkeit, und wer Duisburg in dieser Zeit beobachtet hat, konnte feststellen, wie die Stimmung sich immer wieder wandelte: Da war der unmittelbare Schock nach der Katastrophe, dann geballte Wut, und dann die große Trauer einer verwundeten Stadt. In den vergangenen Monaten dann wollten viele nur noch ihre Ruhe haben, wollten, dass die Stadt aus den Schlagzeilen verschwindet. Der Streit um Adolf Sauerland aber hat das unmöglich gemacht.

Eigentlich wollte der Oberbürgermeister gar keinen Wahlkampf führen, seine CDU hatte zum Boykott aufgerufen. Dann druckte sie plötzlich doch ein paar Tausend Broschüren über ihre kommunalpolitischen Erfolge und setzten eine neue Website auf. Sauerland warb bei den türkischstämmigen Duisburgern gezielt um Rückendeckung, und er schoss per Interview gegen seine Gegner: Die Initiative, die sich selbst als unabhängig versteht, sei bloß eine "Mogelpackung" von SPD und Linken, um ihn, den eigentlich so erfolgreichen OB, endlich loszuwerden.

Dass seine Stadtverwaltung bei der ersten Abstimmung im vergangenen Herbst reihenweise Unterschriften gegen Sauerland für ungültig erklärte, weil auf den Listen die Hausnummern fehlten, trug nicht gerade zur Befriedung der Lage bei. Ebenso wenig wie Streitereien um das schnell zusammengezimmerte Abwahl-Bündnis: Nach Informationen der WAZ schaltete die SPD auf eigene Faust und ohne Absprache eine Zeitungsanzeige für das Bündnis, und ließ diese auch noch von einem anonymen Spender bezahlen. Dass das Bündnis nach der heutigen Wahl auseinanderbrechen wird, scheint klar.

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Kommentare

84 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

Für diese Abwahlinitiative und ihre peinlichen ....

.... Begleiterscheinungen ("Unseren Bürgermeister schicken wir ins Sauerland, Sau-Sau-Sauerland!") habe ich nichts übrig. Sauerland hat sich im Umgang mit der Katastrophe nicht positiv hervorgetan, möglicherweise trägt er auch eine Mitverantwortung dafür, dass die Dinge sich so verhängnisvoll entwickelt haben.

Dies in einem Verfahren festzustellen ist jedoch Aufgabe der entsprechenden Behörden, und nur deren Ergebnis zählt, nicht das Verdikt von Boulevardpresse oder Bürgern in ihrem "gerechten" Zorn. Dass Sauerland sich nicht als Sündenbock für den Mob zur Verfügung gestellt hat, sondern geblieben ist, dafür habe ich Verständnis.

Infos im Netz

"Dass Sauerland sich nicht als Sündenbock für den Mob zur Verfügung gestellt hat, sondern geblieben ist, dafür habe ich Verständnis."

Jaja, diese Behauptung bzw. Meinung kommt immer wieder von Leuten, die sich mit den Geschehnissen von damals überhaupt nicht beschäftigt haben. Versuchen sie es mal, schnell würden sie zu der Einsicht kommen, dass Sauerland selbst eine persönliche, schwere Schuld an dem Unglück trägt..

Das ich mich damit nicht beschäftigt hätte, ist lediglich .....

.... eine Unterstellung, die meinen Standpunkt diskreditieren soll. Ich bin in meinem Leben an der Unglücksstelle sicher hunderte Male vorbeigefahren, und habe viele (seriöse) Artikel darüber gelesen.

Und habe mich ehrlich gesagt geschämt für meine ehemaligen Mitbürger, die anscheinend glauben, durch ein mittelalterlich anmutendes Kesseltreiben einen "Neuanfang für Duisburg" hinzukriegen, und mit dem Verjagen des Sündenbocks den Makel der Katastrophe loszuwerden.

hmmm zum Thema Wahrheit

Ich habe noch keine gute Erklaerung dafuer gehoert das es mehrere Wahrheiten gibt. Alle enden bis dato in subjektivem Denken und haben mit wissenschaftlich und aehnlichem nichts zu tun.

Ein guter Satz dahin gehend aus Anna Karenina:

Ein glueckliche Familie ist gluecklich auf eine bestimmte Art und Weise jede unglueckliche Familie ungluecklich auf ihre individuelle Art und Weise.

Sie werden nicht wirklich kleverer und intelligenter sein als Leo Tolstoi. Entschuldigen Sie bitte ich auch nicht.

Ich sehe nur das bei Glueck das gleiche im Koerper passiert und das Unglueck kan so vielfaelltig daher kommen.

Daß Tausende von Menschen ein Gefühl des Zorns haben,

ist natürlich kein Gradmesser für die Richtigkeit oder Unrichtigkeit von Sauerlands Abwahl. Diesen Umstand allerdings kurzerhand zu ignorieren und sich auf die Behörden zu verlassen, mag ein schwerwiegenderer Fehler sein.

Denn diese Behörden sind nicht frei vom Einfluss von Parteien und anderen Interessengruppen. Und wie zuverlässig Behörden ihre Gesetze anwenden, kriegen wir gerade in der causa Wulff zu sehen.

Es kommt übrigens sogar vor, daß Tausend Fliegen, die um die Sch... fliegen, sich NICHT irren.

Mitverantwortung?!

Damit man das mal endlich kapiert.
Sauerland trägt die volle Plabnungsverantwortung für die Sache.
Er hat entschieden, dass die LP in DU stattfindet, der Stadtrat hat auch okay gesagt, aber als Chef der Verwaltung wollte Sauerland sich die Lorbeeren holen.

Sein Baudezernt hat die Veranstaltung für nicht durchführbarerklärtt, er wurde überstimmt, somit ist das die Entscheidung von Sauland als OB gewesen.
Das kann man alles aus der Gemeindeordnung NRW ableiten.

Jede andere Aussage, von Seiten Sauerlands ist eine Schutzbehauptung.
Warum die StA gegen Sauerland bis heute keine Anklage erhoben hat ist mir schleierhaft.

Verdummung der Duisburger "Neuanfang"?

Diese "Abwähler" versuchen nur die niedrigsten Instinkte bei den Duisburgern zu wecken.
Solch ein Drama sieht man in jedem billigen Wild-West Film, Hängt ihn!!
Die ganze Aktion ist doch von Anfang an von den Sozis gesteuert, nach dem Motto:
Jetzt oder Nie, vielleicht werden wir ja dann endlich diesen schwarzen Bürgermeister los!
Da wird den Duisburgern vorgegaukelt das ein „Neuanfang“ nötig ist. Neuanfang?,
man will doch nur die alten Seilschaften in der Stadtspitze haben, damit der Muff der
alten SPD- Herrschaft sich wieder im Rathaus verbreiten kann.
Duisburg war doch schon unter der Sozi-Herrschaft abgewirtschaftet.
Erst Sauerland brachte wieder frischen Wind in die Stadt.
Das ganze ist ein versuch zu Verdummung der Duisburger Bürger.
Ich beteilige mich nicht daran und gehe erst gar nicht zur Wahl.

Kleiner Tipp

Schauen Sie einfach mal in die Gemeindeordnung NRW, da gibt es die Vorschriften zum "Verwaltungsvorstand" und wer da am Ende entscheidet, wenn es keine Einigkeit gibt.

Außerdem habe ich das schon mehrfach runtergebet, wie sich Herr Sauerland, als OB, im Rahmen der Loveparade aus der Affaire hätte ziehen können.

Er hätte die gesdamte Veranstaltung dem Stadtrat übertragen kön nen und hätte sagen können, übernehmt ihr die Verantwortung, ddie Vertwaltung ist nur ausführendes Organ.

Hat er aber nicht, er wollte den " großen Max " machen.

Wie im billigen Western

Im Western kann man oft auch sehen, wie eine Stampede entsteht und welche Wirkung sie hat.

Und für mich waren die Ereignisse bei der Love Parade eine Stampede: Alle, die angereist waren, wollten auch unbedingt und mit aller Macht rein. Da wurde geschoben, gedrängt und gedrückt.
Bis heute habe ich von denen noch keinen Ton der Reflektion des eigenen Verhaltens, keine Gedanken darüber gelesen, das ihr "Ich will FUN" mit zu den Ereignissen beigetragen hat.
Und weil man ja einen Anderen Sündenbock braucht ...

Wenn diese Art der Reaktionen Schule machen, dann kann es nur eine logische Konsequenz geben: KEINE GROSSVERANSTALTUNGEN dieser Art mehr.

Es scheint mir auch

sinnvoll zu sein, dass jemand wie Sie nicht zur Wahl geht. Denn über den Tellerrand schauen wollen Sie nicht. Verantwortung übernehmen ebenso wenig wie Sauerland das will. Denn würden Sie für Ihre kruden Aussagen Verantwortung übernehmen wollen, gingen Sie zur Wahl um für ihn zu stimmen.

Kennen Sie den Unterschied zwischen einer Neu- und einer Abwahl? Niemand hat von einer NEUwahl (und damit SPD an die Spitze gesprochen). Sie müssen verstehen, dass mit diesem Bürgebegehren nur und ausschließlich Herr Sauerland von seinem Posten verwiesen werden soll.

Verdummung zeigt sich in vielen Auswüchsen. Einen davon durften wir in Ihrem Posting lesen. Und dabei geht es mir nicht um Ihre Meinung ob Sauerland bleiben soll oder nicht. Das ist eben Ansichtssache.

Sie haben eh keine Meinung zu diesen Thema. Sie haben nur dumpfe Phrasen über Seilschaften und Sozis. Mit Vorurteilen lebt es sich halt bequem. Und am Stammtisch, nach dem 5ten Bier werden die sicherlich auch immer bestätigt.

Genau und auch kein

Fußball, keine Castingshows, keine Konzerte... Gar nichts mehr. Die Leute sollen gefälligst zu Hause bleiben.

Und vergewaltigte Frauen sollen gefälligst nicht klagen, sie waren ja schließlich auf der Straße, in der Disco oder sonst wo anstatt am Herd.

Bestohlene sollten nicht klagen, sie waren ja schließlich gerade ausser Haus und haben die Wohnung unbeaufsichtigt gelassen, dass Auto nur auf der Straße abgestellt, hatten die Handtasche sichtbar, die Brieftasche nur im Mantel, aber nicht angekettet.

[IRONIE AUS]

Verjagen des Sündenbocks

Dass es dazu kommen muss, finde ich sehr traurig. Ob und inwieweit Sauerland für das furchtbare Unglück persönlich verantwortlich ist, kann ich nicht beurteilen. Sein Verhalten sagt aber doch klar, dass dass Wohl und der Würde der Stadt Duisburg nicht seine oberste Priorität ist. Ein Rücktritt mit angemessenen Worten hätte vielen Betroffenen Trost spenden können und diesen unwürdigen Streit im Keim erstickt, ganz egal, ob man diesen Schritt als Bürger fordert oder nicht. Verantwortungsbewusssein und die Verbundenheit des Bürgermeisters mit seiner Stadt kann ich in diesem Verhalten nicht erkennen.

Wahlbeamte.....

....wie OB Sauerland werden leider noch immer nach Einwohnerzahl bezahlt und NICHT nach Leistung. Das ist scheinbar ein Grund dafür, dass solche Nieten in Nadelstreifen noch nicht einmal mehr die politische Verantwortung für ihr Handeln oder Nichthandeln übernehmen.

Auch die ARD, namentlich Fritz Pleitgen hat keine Verantwortung übernommen, für sein Verhalten im Zusammenhang mit der Loveparade. Wie ich las, soll auch von dort ein unglaublicher Druck erzeugt worden sein.

Schuld sind immer die anderen ("Kleinen"). Getreten wird nach unten.

Ich bin dafür, dass die Besoldung von Wahlbeamten neu geregelt wird und dass mehr direkte Demokratie möglich ist. Es kann z. B. nicht sein, dass Abgeordnete sich selbst ihre Diäten, mal soeben um 500 € erhöhen, wie kürzlich in NRW geschehen.

Wen nennen Sie hier Mob?

Es gab mehr als 20 Tote, mehr als 500 Verletzte und zahllose Traumatisierte. Es gab verzweifelte Menschen, die auf eine Nachricht ihrer Angehörigen stundenlang warten mussten.

Was macht Sauerland? Am Tag nach der Katastrophe versucht er die Opfer zu Tätern zu machen. Angehörige der Opfer haben monatelang keine offizielle Anteilnahme der Stadt Duisburg erfahren.

Mit Sicherheit ist auch Anderen Verantwortungslosigkeit vorzuwerfen zB der Polizei, dem Veranstalter und auch Herrn Pleitgen (Projekt Kulturhauptstadt). Nur, das Agieren des Herrn Sauerland war derart empathielos und ausschließlich auf das Demonstrieren der eigenen Unschuld reduziert, dass er sich damit als verantwortliche Amtsperson ad absurdum führte.
Wer will solch einen OB?

Und Sie, benutzer09, beschimpfen die zurecht Empörten als Mob???

Bin gerade von der Abwahl zurück

Hier in meinem Wahlbezirk (Du-Rheinhausen) war ein ziemlicher Andrang und ich glaube kaum dass es Sauerland-Befürworter waren.
Die Unverschämtheit von benutzer09 ist mir auch sofort ins Auge gesprungen.Und so wie ich ihn verstanden habe bezeichnet er alle die nicht für Sauerland sind als Mob.Mich würde wundern wenn dieser Kommentar der Nettiquette entsprechen sollte.Werde ihn mal als (mehr als)"bedenklich" melden.

@ 10 die Ursachen

Einen Tag später schon traf die Polizei keine Schuld, sondern Sauerland und den ausführenden Veranstalter, der auch noch ein Billig Fitnesskette betrieb. Ein paar Fehler wurden dann der Polizei nachgewiesen, was mit dem Veranstalter ist, weiss ich nicht.

Es ist der Eindruck, der rüber kommt über diejenigen die als schuldig galten und gelten, und die die als unschuldig gelten obwohl sie bei der Entscheidungsfindung beteiligt waren. Und das Sauerland keine gute Figur gemacht hat, steht ausser Frage.

Ob ich cleverer bin als Tolstoi weiss ich nicht, aber auf jeden Fall bin ich nicht so kreativ, sonst hätte ich die Arbeit des Schrifstellers jederzeit einer Anderen vorgezogen.

Aber ich denke die Ursache fürs Unglück wird Tolstoj nicht ausser acht gelassen haben und vielleicht nicht die Wahrheit allein, sondern zusammen mit Schuld und Unschuld gebracht haben.

Ich weiss es nicht, denn ich habe dieses Werk nicht gelesen. Das war zu meiner Jugend für nicht Spezialisten Unterhaltunsgliteratur torz humanistischem Gymansium. Kalter Krieg vermutlich. Sie können mir ja mitteilen, wo die Stelle steht und ich werde sie mal lesen.

Im übrigen bin ich nahe Köln, und was den Einsturz des Archivs angeht: Dezernenten, auch von denen , die nicht aus CDU oder FDP kamen, hielten eben andere für zuständig. So ist das mit der Wahrheit, der Verantwortung und der Schuld.

Ein wahrlich Beispielgebendes für dieses "Dilemma" können wir ja schon seit Wochen in den Medien verfolgen.

Grundsätzlich gilt - der Chef trägt die Verantwortung

Sauerland ist der oberste Chef der Stadt und er hat die Love-Parade genehmigt. Er hätte alles prüfen müssen und sich nicht nur auf andere verlassen dürfen. Das gilt für Chefs sowohl in der Politik wie auch in der Wirtschaft. Dafür bekommen sie ihr "Gehalt". Aufgabe der entsprechenden Behörden? Welche Behörden? Alle Behörden der Stadt selbst sind ihm ja unterstellt, außer dem Gericht.

Geehrter TDU,

um beim Beispiel zu bleiben:

Ein Dieb WEISS, dass er ein Verbrechen begangen hat. Er braucht weder eine gerichtliche Bestätigung, noch andere Personen, die ihm das bescheinigen.
Sauerland weiss, dass er schuldig ist und alle die seine persönlichen Aktenvermerke (im Internet) gesehen haben, wissen es selbstverständlich auch. Zudem war er in den Email-Verteiler und somit über alle Gefahren eindeutig aufgeklärt.

Ob seine Schuld auch strafrechtlich zu beanstanden ist, ist eine ganz andere Frage. Er kann durchaus rechtens gehandelt haben und trotzdem Schuld an den Toten tragen.

Ich hoffe die Duisburger schaffen die Abwahl, dass wäre Demokratie pur!

Liebe Claudia K.

Sie vertreten ja nun vehement den Standpunkt: Sauerland hat an allem Schuld.
Was tun Sie denn, wenn die Durchführung des nächsten open-air-Großkonzerts, auf das Sie gerne gehen wollen, wegen Sicherheitsbedenken nicht genehmigt wird?

Ihre anderen Argumente: Vergewaltigte und Bestohlene, zeugen allerdings deutlich davon, dass Sie nichts verstanden haben. Es ist schon ein Unterschied, ob Menschen in einer Masse ihren Verstand ausschalten und nur noch ihr Ziel mit allen Mitteln erreichen wollten (Stichwort Stampede, nur bei den Tieren ist der Auslöser der Fluchtreflex), oder ob hier Einzelne oder kleine Gruppen gezielt handeln.
Dieser "Herdentrieb" unter dem Motto "Wir wollen unseren SPASS" war ja auch nach den Ereignissen der Love-Parade immer wieder einmal in den Medien ("missglückte facebook-Party-Einladung" usw.)

Menschen, die ihre demokratischen Rechte wahrnehmen,

sind in Ihren Augen eine "aufgewiegelte Volksmenge" = "Mob"?

Die Menschen, die heute in Duisburg wählen, halten nicht Gericht über Sauerland. Sie befinden darüber, ob der OB die nötigen Befähigungen für das OB-Amt hat.

Ich möchte mich bei BLUESMANII und allen anderen engagierten Demokraten in Duisburg bedanken. Das Zeichen, das sie setzen, wird nicht nur in Duisburg und Deutschland wahrgenommen. Auch im Ausland werden die Angehörigen der Opfer dieses Zeichen wohlwollend wahrnehmen. Herr Sauerland ist nämlich auch bei der Begleitung/Hilfe ausländischer Opfer völlig tatenlos geblieben.

Duisburg kann mit der Abwahl von Sauerland nur gewinnen.

@ 55 zenobit

Geht doch auch ohne pauschalen Vorwurf der Unkenntnis bei abweichender Meinung (Man sollte doch dass schlechte Behnehmen mancher Politiker nicht nachahmen).

Darum gings mir im Grunde bei meiner Antwort auf Ihren Kommentar. Sowie sie werten ist der Dieb klar festgestellt, und eine konkete Handlung liegt auch vor. Und mit der Art und Weise wie sich Sauerland verhalten hat, bekommt er es zurück.

Wäre einer nicht Präsident würde man sich vermutlich genauso verhalten.

Mir ging die Verurteilung halt ein wenig schnell und hat andere anderer Parteien verschont. Geschmacksache im "weitesten" Sinn. Sollte man aber im Sinne politischer Kultur nicht unterschätzen.

nicht er allein

es sollte durch geklärt werden, wo die verntwortlichen sitzen, sicherlich sind es einige beamte der dezernate, die für die sicherheit und ordentliche durchführung zuständig sind. da werden keine köpfe gefordert, oder von rücktritt gesprochen. hier mangelt es den initiatoren an fachkenntnis. nur dort sitzen die haupfschuldigen. sauerland mag als chef der verwaltung eine verantwortung tragen. aber hier ist es eine gewisse hetze.

Nein, ich vertrete nicht die Ansicht,

dass Sauerland an allem Schuld ist. Sie haben den Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung nicht verstanden.

Ich bin der Ansicht, dass er die politische Verantwortung zu tragen hat. Schon weil ihm, auch aus Bochum, die Sicherheitsbedenken bekannt waren. Wie er dann entschieden hat, war vielleicht nachvollziehbar. Aber er hat entschieden. Und es war die falsche Entscheidung.

Anschließend hat er sich hingestellt, die Opfer beschuldigt und so getan, als habe er eigentlich mit der ganzen Veranstaltung nichts zu tun gehabt. Ich bin auch der Ansicht: Hätte er anders reagiert, sich, spätestens nach dem ersten Schock, als charaktervoller Mensch und Politiker gezeigt: Die Wahl heute würde nicht stattfinden. Auch wenn er noch im Amt wäre.

Als OB war er verantwortlich. Politisch. M.E. auch viel tiefer, aber das haben unsere ach so unvoreingenommenen Staatsanwaltschaften ja anders gesehen.

Und um Ihre Frage zu beantworten: Ich vermeide Großveranstaltungen dieser Art. Und wenn eine Veranstaltung, die ich besuchen möchte, aus Sicherheitsgründen abgesagt wird, dann bin ich dankbar, dass jemand Sicherheit vor Profitgier und persönlichem Erfolg gesetzt hat.

Seilschaften

"Diese "Abwähler" versuchen nur die niedrigsten Instinkte bei den Duisburgern zu wecken.
Solch ein Drama sieht man in jedem billigen Wild-West Film, Hängt ihn!!"

aha,interessant
da läuft aber noch mehr in Duisburg:
11.2.2012
Fakten belasten Politiker Im millionenschweren Bau-Skandal um das Duisburger Landesarchiv
"Düsseldorf Die Aufklärung der millionenschweren Bauskandale rund um den landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb BLB nimmt Fahrt auf. Bei der gestrigen nicht-öffentlichen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses hat die CDU ihren Widerstand gegen die zügige Vernehmung des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland und des ehemaligen Kultur-Staatssekretärs Hans-Heinrich Große-Brockhoff aufgegeben: Die beiden prominenten CDU-Spitzenpolitiker sollen entweder am 8. oder am 20. März aussagen müssen.
(...)
Die Hinweise darauf, dass das Zusammenspiel von BLB, eingekauften Privatfirmen, Landes- und Kommunalpolitik nicht nur immer wieder von haarsträubendem Unvermögen geprägt war, sondern teilweise auch von kriminellen Machenschaften, verdichten sich.
> http://nachrichten.rp-onl...

Wohl auch Seilschaften,oder?

Herr Sauerland ist als Bürgermeister der oberste Dienstherr

In dieser Eigenschaft hätte er sehr sorgfältig und objektiv die Berichte der Dienstellen, dazu gehören auch Polizei und Feuerwehr, prüfen und gewichten müssen. Er hätte jeden Zweifel an einer reibungslosen Abwicklung (Feuerwehr) ernst nehmen müssen. Das hat er offensichtlich nicht getan. Seine Genehmigung ist erfolgt und damit hat der die Verantwortung übernommen.

Nochmal....

Genehmigungsbehörde und Initiator der ganzen Veranstaltung war die Stadt DU mit LOPAVENT.

Da braucht niemand an die Polizei zu kommen und denen eine Mitschuld zu geben.

Hier wurde etwas sinnloses und gefährliches, auf Biegen und Brechen, durchfgeführt und das, damit einige Herrschaften der Stadt DU "lang dastehen" konnten.

Die "Profis" bei bei der Stadt DU haben die Veranstaltung für "nicht genehmigungsfähig" erklärt!
Sauerland hat sich sachlich und politisch darüber hinweggesetzt!

Das ist doch gerade das Schlimme!

Die "Profis" haben ihm gesagt, das geht nicht und das ist nicht genehmigungsfähig, auch nicht mit x Sondererlaubnissen.
Sauerland hat sich über alle hinweggesetzt, wohl auch mit Hilfe seines "Kumpels" und Rechtsdezernenten.

Was ich merkwürdig finde: die Herrschaften bei der Bez. Reg. in Düsseldorf scheinen auch "gepennt" zu haben.
Darum auch die sehr kurzfristige Genehmigung, damit der PONR erreicht war und die LP2010 laufen musste egal wie.

Die Schuld Sauerlands

Im Grunde geht es darum, dass von zahlreichen Seiten Sicherheitsmängel beanstandet wurden, von denen Sauerland wusste. Er hat sich wider besseren Willens darüber hinweggesetzt.
Hier sind ein paar Dinge zusammengefasst:
http://www.spiegelfechter...
Auch wurde massiver Druck auf Personen, die sich gegen die Realisierbarkeit der Veranstaltung ausgesprochen haben, ausgeübt. So wurde der damalige Polizeipräsident von Duisburg Rolf Cebin zum Rücktritt aufgefordert.

Die alte Diskussion

"Da braucht niemand an die Polizei zu kommen und denen eine Mitschuld zu geben."

"Erster Abschnitt Aufgaben und allgemeine Vorschriften
§ 1 Aufgaben der Polizei
(1) Die Polizei hat die Aufgabe, Gefahren für die öffentliche Sicherheit abzuwehren (Gefahrenabwehr). Sie hat ... die erforderlichen Vorbereitungen für die Hilfeleistung und das Handeln in Gefahrenfällen zu treffen. Sind außer in den Fällen des Satzes 2 neben der Polizei andere Behörden für die Gefahrenabwehr zuständig, hat die Polizei in eigener Zuständigkeit tätig zu werden, soweit ein Handeln der anderen Behörden nicht oder nicht rechtzeitig möglich erscheint. ..." PolG NRW, .pdf
http://www.polizei-nrw.de...

Hat die Polizei den Job erfüllt? Nein. Kann sie diese Aufgabenstellung auf Veranstalter, OB, Feuerwehr o.ä. abwälzen? Nein.
Wussten die plötzlich nicht mehr ,wie man Straßen richtig sperrt?

Auch wenn Sauerland abgewählt ist,daß Ermittlungsverfahren geht trotzdem weiter.

Auch wenn ich nicht Claudia bin

Wenn das Openair abgesagt wird, dann muss ich versuchen vomn Veranstalöter mein Geld wieder zu kriegen.
Aber kann Die Sicherheitsbehörden nicht dafür veranwortlich machen.

Das Beispiel mit dem LO-A Concert hinkt außerdem, weil man für solche Veranstaltungen Eintrittskarten verkauft. Dann kann der Veranstalter ebend nicht x Karten verkaufen sond nur y. ( y < x)!

Die Frage, hätte ein anderer unter diesen auch politischen Umständen anders gehandelt, ist immer noch unbeantwortet. Insofern wird die Schuldfrage nie geklärt werden können.

Die Verantwortung hätte er wie ein Kapitän zur See aber wohl übernehmen können. Ob so ein Urteil aber durch einen nicht vorgesehenen "Volksgerichtshof" gefällt werden kann, ist ein andere Frage, solange Parteipolitik auch eine Rolle spielt.

Und was das Unglück selbst angeht. Entweder waren die Gesetze ausreichend, dann hätte man das Veranstaltungsrecht nicht ändern müssen. Waren sie nicht ausreichend, ist dieser Anteil nicht einem Herrn oder Frau Politiker anzulasten, wenn Ermessenspielräume nicht mutwillig überschritten wurden.

Ich vermute,...

ein ausgebildetet Jurist oder jemand, der vorher schon Großveranstaltungen durchgeführt hat.

Hätte spätestens bei den Einwänden der Feuerwehr die Sache abgeblasen oder sie wie gesagt an den Stadtrat abgegeben.
Dann hätte der Rat die Verantwortung gehabt und nicht der OB, als Behörde.

Herr Sauerland war und ist, nach dem was man über den Herrn erlebt, in sochen Fragen völlig überfordert und wohl auch, mangels Sachkenntnis, nicht in der Lage sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Das ist in solchen 0 oder 1 Entscheidungen natürlich immer schlecht, wenn man sich auf "Berater" und deren Einflüsterungen verlassen muss.

@cvnde

Gibt es überhaupt belegbare Sachkenntnisse von irgendjemandem? Hinterher möchte doch jede Gruppe (ob Feuerwehr, Polizei etc.) alles vorher gewusst haben, um jegliche Schuld von sich zu weisen...

Zudem ist es erstaunlich, wie sich der Mob und die Medien auf einen kleinen OB konzentrieren. Vielleicht sollten sie lieber vor McFit-Studios demonstrieren.. immerhin trägt der Veranstalter die Hauptverantwortung - was Sie als Jurist aber sicherlich schon vor mir wussten...

@benutzer09 - Informieren ist alles

Der Ausdruck Mob bezeichnet eine aufgewiegelte Volksmenge. Eine Masse aus Personen des einfachen Volkes bzw. eine sich zusammenrottende Menschenmenge mit überwiegend niedrigem Bildungs- und Sozialniveau (abwertend auch gemeines Volk, Pöbel, Plebs, Gesindel, Pulk, Schar genannt).

u.a. nachzulesen in Wikipedia

Und das ist nach Ihrer Meinung keine Beschimpfung?

Bitte kehren Sie zum Artikelthema zurück. Danke, die Redaktion/jz