Presseschau zu Gauck: "Die Kanzlerin wird profitieren"
Obwohl sie nachgab, sehen Politikbeobachter die Kanzlerin durch die Nominierung Joachim Gaucks als Präsidentschaftskandidat gestärkt. Die Erwartungen an ihn sind hoch.
Kommentatoren widmen sich am Tag nach der Nominierung Joachim Gaucks zum Präsidentschaftskandidaten der Rolle der Kanzlerin und ihres Koalitionspartners FDP. Aufmerksamkeit gilt aber auch der Wirkung, die vermutlich von dem Theologen und früheren DDR-Oppositionellen ausgehen dürfte:
"Joachim Gauck ist ein geschickter und verbindlicher Mann, seine Stärke ist das predigerhafte Pathos, das aber thematisch sehr schmalspurig ist", kommentiert die Süddeutsche Zeitung. "Er ist kein einfacher Kandidat, er ist einer, der emotional denkt, emotional redet und bisweilen auch emotional handelt. Er wird ein schwer kalkulierbarer Präsident sein, er wird für Irritationen sorgen." Das habe er bereits mit seinen Äußerungen zu Thilo Sarrazins Thesen gezeigt.
Die Übereinkunft der Parteien bei der Kandidatensuche eröffnet Gauck laut Tagesspiegel "gewaltigen Spielraum: "Hier wächst mithin ein Präsident heran, der sich gewiss nicht von irgendjemandem steuern lässt, und mit Sicherheit nicht von Grünen und Sozialdemokraten", schreibt der Autor. "Zu dieser Haltung wird seine Mehrheit ihn auch formal berechtigen. Wenn Horst Köhler für die politische Klasse schon eine Herausforderung war, dann Joachim Gauck erst recht."
Nominierung als taktischer Sieg für Kanzlerin
Viele Beobachter hatten die Nominierung Gaucks als Zurückweichen der Bundeskanzlerin vor der FDP gewertet, die den Theologen per Präsidiumsbeschluss ins Spiel gebracht hatte. Die Frankfurter Rundschau sieht die Nominierung aber als taktischen Sieg für Bundeskanzlerin Angela Merkel: Mögliche politische Störmanöver des künftigen Bundespräsidenten sollten nicht nur die Koalition, sondern auch Rot-Grün treffen können, schreibt der Autor.
Diese Voraussetzung erfülle Gauck ebenso wie andere gehandelte Kandidaten – der versierte Prediger Wolfgang Huber oder die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth. "Mit anderen Worten: Vom höchsten Staatsamt aus wird nach menschlichem Ermessen auch nach der Neuwahl kein Zweifel ausgehen an der für Merkel wichtigsten Tatsache: Die Politik in Deutschland macht und bestimmt niemand anderes als sie."





Nein - das ist kein Sieg der Kanzlerin. Die Nominierung Gaucks ist eine schwere Niederlage für sie. Jeder der sie bei der Pressekonferenz gestern gesehen hat, weiss das. Aber sie hatte keine Wahl - der von ihr zur Verteidigung ins Bundespräsidialamt geschickte Verteidiger Peter Hintze hatte die ganze Sache nur noch schlimmer gemacht. Er war es, der durch seine chaotische Verteidigungsstrategie die Staatsanwaltschaft Hannover zum entscheidenden Aktenvermerk führte. Merkel weiss das. Als das FDP-Präsidium sich für Gauck entschied, war Angela Merkel allein zu Haus.
> Die Frankfurter Rundschau sieht die Nominierung aber als taktischen Sieg für Bundeskanzlerin Angela Merkel: Mögliche politische Störmanöver des künftigen Bundespräsidenten sollten nicht nur die Koalition, sondern auch Rot-Grün treffen können, schreibt der Autor. <
Es ist ein Minus-Punkt für Mutti, ganz klar. Wenn hier von taktischem Sieg gesprochen wird handelt es sich um Realitätsferne des Autors. Mutti musste nachgeben, sonst hätte es zu einem Bruch mit der FDP führen können. Wenn überhaupt von Taktik gesprochen werden kann dann war es ein kläglicher Versuch von Herrn Rösler.
...dank des Merkel-Vertrauten Peter Hintze.
Trotzdem hätte ich es Herrn Rösler nicht zugetraut, hier klare Position abseits der UNION zu beziehen. Oder waren es am Ende dann doch Herr Brüderle und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die der Boygroup einfach mal klipp und klar gesagt haben, was Sache ist - und wer das Fiasko seit letztem Sonntag zu verantworten hat? Wulffs letzter Verteidiger wurde aus der CDU-Parteizentrale geschickt - nicht von der Koalition.
...dank des Merkel-Vertrauten Peter Hintze.
Trotzdem hätte ich es Herrn Rösler nicht zugetraut, hier klare Position abseits der UNION zu beziehen. Oder waren es am Ende dann doch Herr Brüderle und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die der Boygroup einfach mal klipp und klar gesagt haben, was Sache ist - und wer das Fiasko seit letztem Sonntag zu verantworten hat? Wulffs letzter Verteidiger wurde aus der CDU-Parteizentrale geschickt - nicht von der Koalition.
Sie konnte gar nicht anders.
Kleiner Mann (FDP) ganz groß (nicht wirklich).
Allerdings sollte die Opposition langsam damit aufhören sich auf die Schulter zu klopfen.
...kann eine Opposition gar nicht landen. Und es ist der zweite große Coup seit Gaucks Nominierung im Juni 2010. Und wieder einmal war man im Konrad-Adenauer-Haus nicht vorbereitet.
Allerdings: ich bin froh und sehr erleichtert, dass wir nach den unsäglichen Wulffs endlich wieder einen honorigen, allseits geschätzten Bundespräsidenten haben werden. Seine improvisierten Worte, mit denen er das Ziel seiner Präsidentschaft gestern umriss, waren beeindruckend.
...kann eine Opposition gar nicht landen. Und es ist der zweite große Coup seit Gaucks Nominierung im Juni 2010. Und wieder einmal war man im Konrad-Adenauer-Haus nicht vorbereitet.
Allerdings: ich bin froh und sehr erleichtert, dass wir nach den unsäglichen Wulffs endlich wieder einen honorigen, allseits geschätzten Bundespräsidenten haben werden. Seine improvisierten Worte, mit denen er das Ziel seiner Präsidentschaft gestern umriss, waren beeindruckend.
...dank des Merkel-Vertrauten Peter Hintze.
Trotzdem hätte ich es Herrn Rösler nicht zugetraut, hier klare Position abseits der UNION zu beziehen. Oder waren es am Ende dann doch Herr Brüderle und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die der Boygroup einfach mal klipp und klar gesagt haben, was Sache ist - und wer das Fiasko seit letztem Sonntag zu verantworten hat? Wulffs letzter Verteidiger wurde aus der CDU-Parteizentrale geschickt - nicht von der Koalition.
...kann eine Opposition gar nicht landen. Und es ist der zweite große Coup seit Gaucks Nominierung im Juni 2010. Und wieder einmal war man im Konrad-Adenauer-Haus nicht vorbereitet.
Allerdings: ich bin froh und sehr erleichtert, dass wir nach den unsäglichen Wulffs endlich wieder einen honorigen, allseits geschätzten Bundespräsidenten haben werden. Seine improvisierten Worte, mit denen er das Ziel seiner Präsidentschaft gestern umriss, waren beeindruckend.
eine überwiegend postive Presse hat sie immer.
Knickt sie ein - ist sie "groß" und über ihren Schatten gesprungen
setzt sie sich durch - ist sie unumstritten und mächtig
Wir können es seit Jahren in der Presse verfolgen. Nur den Satz:
"Merkel denkt die Dinge vom Ende her", sollten unsere Journalisten im Zusammenhang mit Wulff besser nicht benutzen.
dann in diesem Fall ganz klar die FDP. Ein gelungener Schachzug. Ich wette, bei der nächsten Sonntagsfrage hat die FDP mindestens einen Prozentpunkt mehr auf dem Konto, hat sie sich doch für den Kandidaten ausgesprochen, den sich fast die Hälfte der Bundesbürger als Bundespräsidenten wünschen.
machen können - hat sie aber nicht. Auch die FDP hat die Inthronisierung Wulffs mitzuverantworten. Insofern paßt sie immer noch zu Angela Merkel und der CDU, auch der CSU: Wer erst auf die Idee kommt, daß Moral, Ethik, Menschlichkeit, Ehrlichkeit pp. einen Wert haben, wenn alles in Trümmern liegt, hat selbst sehr niedrige Hemmschwellen in diesen Werten. - Angela Merkel hatte für sich die Wahl zwischen Pest und Cholera, nicht mehr, und das von dem von ihr immer wieder mit Vertrauenslorbeeren ausgezeichneten BP-CW. Jetzt Neuwahlen im Bund wären ihr gar nicht recht gewesen. So mußte sie Joachim Gauck ihre Unterstützung geben, ob sie wollte oder nicht. Natürlich konnten dann die CDU und die CSU nicht anders. - Die FDP pfeift auf dem letzten Loch und wird die Situation "Koalitionsbruch" immer wieder bringen. -
machen können - hat sie aber nicht. Auch die FDP hat die Inthronisierung Wulffs mitzuverantworten. Insofern paßt sie immer noch zu Angela Merkel und der CDU, auch der CSU: Wer erst auf die Idee kommt, daß Moral, Ethik, Menschlichkeit, Ehrlichkeit pp. einen Wert haben, wenn alles in Trümmern liegt, hat selbst sehr niedrige Hemmschwellen in diesen Werten. - Angela Merkel hatte für sich die Wahl zwischen Pest und Cholera, nicht mehr, und das von dem von ihr immer wieder mit Vertrauenslorbeeren ausgezeichneten BP-CW. Jetzt Neuwahlen im Bund wären ihr gar nicht recht gewesen. So mußte sie Joachim Gauck ihre Unterstützung geben, ob sie wollte oder nicht. Natürlich konnten dann die CDU und die CSU nicht anders. - Die FDP pfeift auf dem letzten Loch und wird die Situation "Koalitionsbruch" immer wieder bringen. -
Ob die Benennung Gaucks durch die Bundeskanzlerin ein taktisches Manöver war, sei dahingestellt. Offensichtlich hat die Klügere irgendwann einmal nachgegeben als anscheinend kein anderer Weg gangbar war. So kennt man Angela Merkel und dafür schätzt man sie ja durchaus, aber mit Ausnahme der Linken können hier eigentlich alle Fraktionen ganz zufrieden sein.
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