BundespräsidentGaucks Stärke ist seine Geschichte

Zwanzig Jahre nach der Wende soll ein Ostdeutscher Bundespräsident werden. Seine Herkunft könnte Programm werden. K. Polke-Majewski kommentiert

Vielleicht ist die Nominierung Joachim Gaucks für das Amt des Bundespräsidenten ja auch ein Missverständnis. Wer an diesem Montag die Presse-Kommentare las, konnte beispielsweise auf einen denkwürdigen Artikel von Heribert Prantl stoßen. Prantl vergleicht den Kandidaten auf Süddeutsche.de mit Helmut Schmidt, Hildegard Hamm-Brücher und Hans-Jochen Vogel.

All dies sind ehrenwerte Zuschreibungen für einen ehrenwerten Mann. Nur hängt ihnen ein Hauch alter Bundesrepublik an. Mit merkwürdig nostalgischem Unterton wird suggeriert, auf dem Sessel Heuss', Heinemanns und von Weizäckers werde nun wieder eine bürgerlich-intellektuelle Person Platz nehmen und wortgewaltige Reden halten.

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Joachim Gauck verkörpert vieles davon. Doch ist er Ostdeutscher. Das macht einen wichtigen Unterschied.

Zwanzig Jahre hat es gedauert, bis es dieses Land wagte, einen Ostdeutschen an seine Spitze zu wählen. Kandidaten gab es einige, gute und schlechte, darunter der Molekularbiologe und Bürgerrechtler Jens Reich, der ehemalige sächsische Justizminister Steffen Heitmann, die Physikerin Dagmar Schipanski, der Schauspieler Peter Sodann. Noch mehr Namen wurden gehandelt.

Konservativ und widerständig

Gewählt allerdings wurde keiner von ihnen. Vielmehr entschied man sich erst für bundesrepublikanisches Polit-Urgestein: Roman Herzog, Johannes Rau. Später dann für westdeutsche Funktionärstugenden: Horst Köhler , Christian Wulff . Zwei Jahrzehnte nach der friedlichen Revolution zieht nun ein Bürgerrechtler ins Schloss Bellevue ein.

Doch worin liegt der Unterschied, ob nun jemand von westlich oder östlich des Harzes dieses Amt inne hat? In einer wichtigen politischen Grunderfahrung. Während nämlich Westdeutsche sich stets wünschen, die Gesellschaft möge sich wandeln, aber dies gleichzeitig nicht für möglich halten, haben die Ostdeutschen erlebt, dass sich die Dinge tatsächlich schnell und umfassend ändern können. Im Falle Gaucks: zum Guten.

Daraus erwächst eine neue Kraft. Denn so konservativ Gauck auch manchmal sein kann, so wenig lässt er sich fesseln von vermeintlichen Regeln und Zwängen. Das hat er schon bewiesen, als er gegen den Widerstand von Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble, aber auch von Marion Gräfin Dönhoff und Egon Bahr die Stasi-Akten öffnete.  

Die ostdeutsche Autorin Jana Hensel schrieb 2010, als Gauck das erste Mal nominiert worden war: "Er teilt mit den Ostdeutschen die Erfahrung eines Umbruchs und könnte in Krisenzeiten ein Gefühl dafür vermitteln, dass es sich immer lohnt, nach neuen Wegen und Auswegen zu suchen." War die Wahl Christian Wulffs ein Signal dafür, das politische Geschäft weiterhin in den alten Bahnen laufen zu lassen, ist die Nominierung Gaucks eine Aufforderung für alle Bürger, sich nicht in etablierten Strukturen einzurichten, sondern ihre Freiheit zu nutzen. Da steckt Zündstoff drin. Dem Land kann das nur gut tun.

 
Leserkommentare
  1. wie gut es uns geht ...

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    • Olyom
    • 20.02.2012 um 19:43 Uhr

    Sollten Sie mal eine Unfall haben, ihr Haus brennt ab, Sie verlieren Ihren Job, dürfen für 1€ in einem Supermarkt den Leuten die Tüten packen, Familie ist auch weg, Sie werden psychisch krank, kurz darauf physisch.

    Dann kommt einer Daher und hält ihnen ein halb zu Tode gehungertes Kind aus Afrika vor und alles ist gut?

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich die Masse des Volkes nach unten orientieren soll, während die Oberschicht beständig damit argumentiert, das andere doch noch viel, viel mehr hätten als sie.

    "So ein Politiker bekommt 12.000€ im Monat!"
    "Ach komm, in der Wirtschaft verdient man viel mehr."
    "Ja, aber viele Menschen verdienen kaum 1000€ im Monat mit viel härterer Arbeit."
    "Ach komm, in (beliebiges Land einfügen) verdienen sie viel weniger und wären froh, überhaupt Arbeit zu haben."

    • Olyom
    • 20.02.2012 um 19:43 Uhr

    Sollten Sie mal eine Unfall haben, ihr Haus brennt ab, Sie verlieren Ihren Job, dürfen für 1€ in einem Supermarkt den Leuten die Tüten packen, Familie ist auch weg, Sie werden psychisch krank, kurz darauf physisch.

    Dann kommt einer Daher und hält ihnen ein halb zu Tode gehungertes Kind aus Afrika vor und alles ist gut?

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich die Masse des Volkes nach unten orientieren soll, während die Oberschicht beständig damit argumentiert, das andere doch noch viel, viel mehr hätten als sie.

    "So ein Politiker bekommt 12.000€ im Monat!"
    "Ach komm, in der Wirtschaft verdient man viel mehr."
    "Ja, aber viele Menschen verdienen kaum 1000€ im Monat mit viel härterer Arbeit."
    "Ach komm, in (beliebiges Land einfügen) verdienen sie viel weniger und wären froh, überhaupt Arbeit zu haben."

  2. treiben sich in Euphorien und Abgründen gegenseitig an. Es ist zutiefst langweilig. Wer solche Umbrüche mal hautnah miterlebt hat, weiß Sicherheit, Kontinuität und Verlässichkeit, als Momentente der inneren Entwicklung und Profilierung durchaus zu schätzen.
    In widrigen Umbruchszeiten ein noch mehr an Umbruch zu fordern --- tsts,Leute, habt ihr zu wenig Abenteuer in eurem Leben?
    Die Freiheit, die ich meine, ist nur meine und nicht deine.

    8 Leserempfehlungen
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    Keine Zeitungs - Ente und sonstiges gequake - gemeint sind die Momente.

    Keine Zeitungs - Ente und sonstiges gequake - gemeint sind die Momente.

  3. Keine Zeitungs - Ente und sonstiges gequake - gemeint sind die Momente.

    Antwort auf "Oje, die Medien "
    • unico
    • 20.02.2012 um 18:49 Uhr

    Wer etwas über Gauck erfahren möchte, sollte etwas von Gauck lesen. Nämlich dieses Interview: http://www.sueddeutsche.d...

    LG

    18 Leserempfehlungen
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    • bugme
    • 20.02.2012 um 19:13 Uhr

    Zitat Gauck: "Die Leute müssen aus der Hängematte der Glückserwartung durch Genuss und Wohlstand aufstehen. Sie dürfen nicht erwarten, dass andere für sie agieren. Eine Gesellschaft wird umso zukunftsfähiger, je aktiver sich die Bürger darstellen. Die Hoffnung, dass wir durch Konsum allein glücklich werden und die Bürgerexistenz vernachlässigen können, die trügt."

    Glück kann man nicht konsumieren - auch wenn es der Denke des Homo-Ökonomicus widerspricht

    • mcbb
    • 20.02.2012 um 19:21 Uhr

    http://www.sueddeutsche.d...

    Also ich werde ihn Abschalten bei seinen "Ansprachen".

    Gauck hat Positionen, die Diskussionen anregen. Er hat seine eigene Sprache und klingt unverfälscht. Das wird vor allem denen noch gegen den Strich gehen, die für sich die Freiheit neoliberal definiert haben und meinen, Gauck gegenüber der CDU in Besitz nehmen zu können.

    wenn das die Tugenden des Herrn Gauck sind, die er dem Bild-Lesenden Prekariat vermitteln will, dann muss man wirklich Angst bekommen.

    So hab ich das Gleichnis mit dem Fischer der wegen eines guten Fangs im Lehnstuhl chillt, und von spitzfindigen Finanzheimern zu einer zweiten Schicht verlockt wird, nicht verstanden (steht glaub ich in der Bibel, kenns aus Reli, damals, ihr wisst schon...)

    Wahrscheinlich will er das Volk auf den bevorstehenden materiellen Engpass (die Erdölvorkommen sind auch nicht mehr das was sie mal waren) vorbereiten. Ein Engpass von dem sich eine kleine Elite zu sehr wünscht dass ihn nicht mitbekommen wird.

    Es ist ja jetzt schon der Fall dass ein Großteil der durchnittsbürgerlichen Arbeitskraft für den unersättlichen Reichtum weniger Führungspersönlichkeiten verpufft und NICHT zum erhalt der eigenen Familie und wirtschaftlichen Fortbestehen des Unternehmens..
    Das Volk soll also nach Gauck mehr schuften und weniger materielles dafür erwarten, weil eine spezielle Spezies von Gierhälsen - die Kameraden von Wulff z.B. - nicht genug bekommt...

    Wunderbarer Mann dieser Gauck(ler)!

    • bugme
    • 20.02.2012 um 19:13 Uhr

    Zitat Gauck: "Die Leute müssen aus der Hängematte der Glückserwartung durch Genuss und Wohlstand aufstehen. Sie dürfen nicht erwarten, dass andere für sie agieren. Eine Gesellschaft wird umso zukunftsfähiger, je aktiver sich die Bürger darstellen. Die Hoffnung, dass wir durch Konsum allein glücklich werden und die Bürgerexistenz vernachlässigen können, die trügt."

    Glück kann man nicht konsumieren - auch wenn es der Denke des Homo-Ökonomicus widerspricht

    • mcbb
    • 20.02.2012 um 19:21 Uhr

    http://www.sueddeutsche.d...

    Also ich werde ihn Abschalten bei seinen "Ansprachen".

    Gauck hat Positionen, die Diskussionen anregen. Er hat seine eigene Sprache und klingt unverfälscht. Das wird vor allem denen noch gegen den Strich gehen, die für sich die Freiheit neoliberal definiert haben und meinen, Gauck gegenüber der CDU in Besitz nehmen zu können.

    wenn das die Tugenden des Herrn Gauck sind, die er dem Bild-Lesenden Prekariat vermitteln will, dann muss man wirklich Angst bekommen.

    So hab ich das Gleichnis mit dem Fischer der wegen eines guten Fangs im Lehnstuhl chillt, und von spitzfindigen Finanzheimern zu einer zweiten Schicht verlockt wird, nicht verstanden (steht glaub ich in der Bibel, kenns aus Reli, damals, ihr wisst schon...)

    Wahrscheinlich will er das Volk auf den bevorstehenden materiellen Engpass (die Erdölvorkommen sind auch nicht mehr das was sie mal waren) vorbereiten. Ein Engpass von dem sich eine kleine Elite zu sehr wünscht dass ihn nicht mitbekommen wird.

    Es ist ja jetzt schon der Fall dass ein Großteil der durchnittsbürgerlichen Arbeitskraft für den unersättlichen Reichtum weniger Führungspersönlichkeiten verpufft und NICHT zum erhalt der eigenen Familie und wirtschaftlichen Fortbestehen des Unternehmens..
    Das Volk soll also nach Gauck mehr schuften und weniger materielles dafür erwarten, weil eine spezielle Spezies von Gierhälsen - die Kameraden von Wulff z.B. - nicht genug bekommt...

    Wunderbarer Mann dieser Gauck(ler)!

  4. Ob unsere Politik der Würde eines Gauck gewachsen ist?

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    und an den Schulterblättern beult sich schon der Anzug!

    muß natürlich heißen, ob unsere Politiker/Politikerinnen Herrn Gauck gewachsen sind - und nicht die Politik als solche. Ich könnte mir vorstellen, daß der ursprüngliche Widerstand von Frau Merkel gegen Herrn Gauck seine Gründe hatte - und daß sie mit der Wahl von Herrn Gauck nicht gewonnen hat, sondern verloren. Nun, die Zukunft wird es zeigen.

    Lebt von einer Frau mit der er vier Kinder hat getrennt,(wenn man sich scheiden läßt muß man ja Unterhalt zahlen.)
    Welche Frau zieht denn jetzt ein ins Schloß .Vielleicht beide?So war das sicher nicht gemeint mit dem Islam.
    Wenn man so leben will braucht man schon das Gehalt eines Bundespräsidenten.
    Für wen soll der denn das Vorbild sein? Früher nannte man so jemand einen Hallodri.
    Aber vielleicht erleben wir ja eine Scheidung und eine Woche später eine Hochzeit und das Präsidentenpaar fährt in einer goldenen Kutsche gezogen von weißen Pferden winkend durch Berlin.

    und an den Schulterblättern beult sich schon der Anzug!

    muß natürlich heißen, ob unsere Politiker/Politikerinnen Herrn Gauck gewachsen sind - und nicht die Politik als solche. Ich könnte mir vorstellen, daß der ursprüngliche Widerstand von Frau Merkel gegen Herrn Gauck seine Gründe hatte - und daß sie mit der Wahl von Herrn Gauck nicht gewonnen hat, sondern verloren. Nun, die Zukunft wird es zeigen.

    Lebt von einer Frau mit der er vier Kinder hat getrennt,(wenn man sich scheiden läßt muß man ja Unterhalt zahlen.)
    Welche Frau zieht denn jetzt ein ins Schloß .Vielleicht beide?So war das sicher nicht gemeint mit dem Islam.
    Wenn man so leben will braucht man schon das Gehalt eines Bundespräsidenten.
    Für wen soll der denn das Vorbild sein? Früher nannte man so jemand einen Hallodri.
    Aber vielleicht erleben wir ja eine Scheidung und eine Woche später eine Hochzeit und das Präsidentenpaar fährt in einer goldenen Kutsche gezogen von weißen Pferden winkend durch Berlin.

  5. ---> Zitat Zeit Online

    Denn so konservativ Gauck auch manchmal sein kann, so wenig lässt er sich fesseln von vermeintlichen Regeln und Zwängen.

    <--- Zitat Ende

    Ich bin nicht über Gauck begeistert, aber ich hoffe, daß der Autor mit diesem Satz Recht behält. Es wäre schön, wenn Gauck als Bundespräsident das Volk in dieser Hinsicht positiv überraschen könnte und mehr, als nur konservative Standpunkte vertritt.

    Die Gesellschaft ist nämlich schon lange nicht mehr konservativ - im Gegensatz zu so manchem Parteipolitiker, der den Sockenschuß leider immer noch nicht gehört hat. Es ist daher auch sinnlos, dem Volk mehr Konservatismus zu verordnen. Die Zeit läßt sich nicht zurückdrehen, wir brauchen einen modernen Staatsmann mit neuen Ideen und Inspirationen.

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  6. zunächst einmalmal Förderer der Frauenrechte.

    Ist das die Erklärung dafür, dass mich Die Zeit vorhin gefragt hat, ob ich für oder gegen die Kandidatur von Herrn Gauk bin?

    Und wie steht denn die Umfage?

    Eine Leserempfehlung
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    Kapriolen al la Wulff sind von Hernn Gauck sicher nicht zu erwarten.
    Auch Bild wird ihn nicht zu Fall bringen.
    Aber dass ein evangelischer Pastor sich der sich der Position der Reduzierung des Sozialstaates annähert, und, wenn es stimmt, den Einsatz in Afghanistan gutheisst,
    das stimmt, wenn es denn stimmt, doch nachdenklich.
    Aber wir warten das mal ab und beobachten.
    Kann gut sein, dass dieser Schuss in eine völlig andere Richtung nach hinten losgeht

    Kapriolen al la Wulff sind von Hernn Gauck sicher nicht zu erwarten.
    Auch Bild wird ihn nicht zu Fall bringen.
    Aber dass ein evangelischer Pastor sich der sich der Position der Reduzierung des Sozialstaates annähert, und, wenn es stimmt, den Einsatz in Afghanistan gutheisst,
    das stimmt, wenn es denn stimmt, doch nachdenklich.
    Aber wir warten das mal ab und beobachten.
    Kann gut sein, dass dieser Schuss in eine völlig andere Richtung nach hinten losgeht

    • Pjotr_
    • 20.02.2012 um 19:00 Uhr

    Es wurde in diesem Forum schon mehrfach angesprochen: abgesehen von seinen eigenen Anekdoten gibt es nur sehr spärliche Evidenz für Joachim Gaucks Rolle als Bürgerrechtler in der scheidenden DDR. Es scheint vielmehr, dass Gauck nur einer der vielen Opportunisten war, die 1989 - als sowieso schon alles in trockenen Tüchern war - auf den Protestzug aufsprangen. Im Gegensatz zu den Opfern, welche die "Avantgarde" der Bürger- und Menschenrechtsbewegung in DDR bringen musste und zu bringen bereit war, ist und war Gaucks Rolle erbärmlich. Dass er sich dennoch permanent gebärdet als ob er die DDR ganz allein zu Fall gebracht hat, ist bezeichnend für die morallose Perfidie dieses Mannes.

    58 Leserempfehlungen
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    jede Kleinigkeit stürzten und daraus einen Skandal machten. Im Falle Gauck wird jedoch über vieles großzügig hinweggesehen.

    Investigativer Journalismus nur bei missliebiegen Personen?

    Gaucks Stärke ist seine Geschichte, die wir aus erster Hand von ihm selbst erfahren durften.
    Niemand konnte die von ihm geschilderte "geballte Faust" in seiner Tasche sehen. Jedoch die Aussagen in Blogs, dass er z.B. privilegiert Westreisen machen durfte (über die bekanntermaßen zu rapportieren war), während andere für ihre Freiheit im Knast saßen; dass sein Theologie-Studium staatlich unterstützt wurde u.v.a.m. sind überprüfbar.

    Das Schärfste, was ich sowohl bei Jauch, als auch vorhin in der ARD (brisant) hörte:
    Auf einmal soll Gauck über die "occupy-Bewegung" nur noch harmlos gesagt haben, sie sei "naiv".
    Was er alles wirklich zur Finanzmarkt-Kritik im Wortlaut gesagt hat ist reichlich im Netz abrufbar!

    Unglaublich, wie jetzt an Gaucks marktradikalem Profil verfälschend geschönt und gefeilt wird, um die Skeptiker Vor der Abnick-Zeremonie in der Bundesversammlung mundtot zu machen.

    Dass Gauck keineswegs immer "der Ehrliche" war, wie suggeriert wird, berichtet heute der Tagesspiegel:

    "Als Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde hat Joachim Gauck im Jahr 1997 eine falsche Auskunft über die Beschäftigung von ehemaligen Stasi-Angehörigen gegeben - und zwar gegenüber der Bundesregierung, die ihrerseits eine Anfrage der PDS zu beantworten hatte"
    http://www.tagesspiegel.d...

    Deshalb müssen unbedingt kritische Fragen zu Gaucks Vergangenheit gestellt werden!

    ... wirklich ein "Bürgerrechtler" war, dass ist ja ein ungeschützter Beruf dessen Tätigkeitsfeld eher vage normiert ist, sagt das aber auch nur aus, dass er früher mal "Bürgerrechtler" war.

    Fidel Castro war _früher_ Freiheitskämpfer und hat sein Leben für den Kampf gegen einen widerwärtigen Diktator riskiert.

    Vergangenheit. Die Gegenwart zählt.

    Heute ist Gauck ein reaktionärer alter Mann, dessen Ideologie etwa der der herrschenden Klasse entspricht (weswegen er auch nun BP wird).
    Insbesondere das von priviligierter Stellung geforderte mehr an "Eigenverantwortung" v.a. bei denen die im Leben einfach Pech hatten.
    Für sozialdarwinistische Parolen gibts die FDP, und für merkbefreite Kalte-Krieg-Rhetorik die CSU.
    Da kann Gauck also keine wirkliche Markt-Lücke für sich mehr finden.

    Wenn es darum gegangen wäre, Debatten anzustoßen, wäre Georg Schramm die weit bessere Wahl gewesen.
    Denn der kann über die aktuellen Probleme reflektieren und nicht nur über die der seit 22 Jahren untergegangenen DDR.
    Und v.a. kann der über den Tellerrand hinausschauen und trägt keine ideologischen Dogmas mit sich spazieren.

    Die Debatte muss sein, ein Gesellschaftssystem zu schaffen, was allen Mitglieder ein würdevolles Leben garantiert. Dabei muss an den zentralen Dogmas gerüttelt werden: Geldsystem, Marktmacht, Eigentum, Erwerbsarbeit, Staatsmacht.
    Gauck ist anscheinend damit zufrieden, wenn ein Gesellschaftssystem denen ein würdevolles Leben garantiert, die es sich leisten können...

    Wieviele Nazis waren Verbindungsleute für die Besatzungsmächte? Hätte eine Trümmerfrau ein Ressort übernehmen sollen? Und natürlich waren beim MfS alle gleich. Und wie lautete die Anfrage? Und macht es einen Unterschied, ob es 80 oder 800 waren? Viel schlimmer wäre es gewesen, wenn der Staatsanwalt nach einem Herrn XY fragt, Gauck behauptet, ihn nicht zu kennen und später heisst es "ach DER XY... Jaaah, der fegt bei uns den Hof..." Wieviele Nazis waren bei Adenauer "beschäftigt" und wann wussten wir davon und warum wussten wir es nicht, als es wichtig gewesen wäre zu wissen?

    8."Dass er sich dennoch permanent gebärdet als ob er die DDR ganz allein zu Fall gebracht hat, ist bezeichnend für die morallose Perfidie dieses Mannes."

    Ich teile Ihre Meinung in Bezug auf Gauck selbstverständlich nicht!
    Aber sagen Sie mal,nicht Wulff,nicht Gauck,wer würde denn an Ihre Ansprüche heranreichen?

    Sie glauben garnicht wie beruhigend es ist zu sehen das da draußen manche zuerst mal nach Fakten schauen bevor sie ein Urteil übernehmen. Normalerweise wird die Lobhudelei die u.A. auch auf der Zeit über Leute wie Gauck verbreitet wird von sehr vielen Leuten einfach so übernommen. Die Leute "fühlen" halt das er ein guter Kerl ist. Wissen jedoch Nichts konkretes über seine Leistungen oder die historischen Zusammenhänge die seine vermeintlich beeindruckende Biographie ausmachen. Georg Schramm hat in einem nicht ganz unähnlichen Zusammenhang mal sinngemäß gesagt: "Sie klatschen und johlen über eine solch trivialen Satz (im Fall Gauck: Biographie), dabei ist der Satz nur deshalb so großartig weil die (geistige/kulturelle) Dunkelheit so groß ist." Hier wird wiedermal ein relativ mittelmäßiger Mann (vor allem auch in intellektueller Hinsicht) über die Maßen hochgeschrieben.

    jede Kleinigkeit stürzten und daraus einen Skandal machten. Im Falle Gauck wird jedoch über vieles großzügig hinweggesehen.

    Investigativer Journalismus nur bei missliebiegen Personen?

    Gaucks Stärke ist seine Geschichte, die wir aus erster Hand von ihm selbst erfahren durften.
    Niemand konnte die von ihm geschilderte "geballte Faust" in seiner Tasche sehen. Jedoch die Aussagen in Blogs, dass er z.B. privilegiert Westreisen machen durfte (über die bekanntermaßen zu rapportieren war), während andere für ihre Freiheit im Knast saßen; dass sein Theologie-Studium staatlich unterstützt wurde u.v.a.m. sind überprüfbar.

    Das Schärfste, was ich sowohl bei Jauch, als auch vorhin in der ARD (brisant) hörte:
    Auf einmal soll Gauck über die "occupy-Bewegung" nur noch harmlos gesagt haben, sie sei "naiv".
    Was er alles wirklich zur Finanzmarkt-Kritik im Wortlaut gesagt hat ist reichlich im Netz abrufbar!

    Unglaublich, wie jetzt an Gaucks marktradikalem Profil verfälschend geschönt und gefeilt wird, um die Skeptiker Vor der Abnick-Zeremonie in der Bundesversammlung mundtot zu machen.

    Dass Gauck keineswegs immer "der Ehrliche" war, wie suggeriert wird, berichtet heute der Tagesspiegel:

    "Als Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde hat Joachim Gauck im Jahr 1997 eine falsche Auskunft über die Beschäftigung von ehemaligen Stasi-Angehörigen gegeben - und zwar gegenüber der Bundesregierung, die ihrerseits eine Anfrage der PDS zu beantworten hatte"
    http://www.tagesspiegel.d...

    Deshalb müssen unbedingt kritische Fragen zu Gaucks Vergangenheit gestellt werden!

    ... wirklich ein "Bürgerrechtler" war, dass ist ja ein ungeschützter Beruf dessen Tätigkeitsfeld eher vage normiert ist, sagt das aber auch nur aus, dass er früher mal "Bürgerrechtler" war.

    Fidel Castro war _früher_ Freiheitskämpfer und hat sein Leben für den Kampf gegen einen widerwärtigen Diktator riskiert.

    Vergangenheit. Die Gegenwart zählt.

    Heute ist Gauck ein reaktionärer alter Mann, dessen Ideologie etwa der der herrschenden Klasse entspricht (weswegen er auch nun BP wird).
    Insbesondere das von priviligierter Stellung geforderte mehr an "Eigenverantwortung" v.a. bei denen die im Leben einfach Pech hatten.
    Für sozialdarwinistische Parolen gibts die FDP, und für merkbefreite Kalte-Krieg-Rhetorik die CSU.
    Da kann Gauck also keine wirkliche Markt-Lücke für sich mehr finden.

    Wenn es darum gegangen wäre, Debatten anzustoßen, wäre Georg Schramm die weit bessere Wahl gewesen.
    Denn der kann über die aktuellen Probleme reflektieren und nicht nur über die der seit 22 Jahren untergegangenen DDR.
    Und v.a. kann der über den Tellerrand hinausschauen und trägt keine ideologischen Dogmas mit sich spazieren.

    Die Debatte muss sein, ein Gesellschaftssystem zu schaffen, was allen Mitglieder ein würdevolles Leben garantiert. Dabei muss an den zentralen Dogmas gerüttelt werden: Geldsystem, Marktmacht, Eigentum, Erwerbsarbeit, Staatsmacht.
    Gauck ist anscheinend damit zufrieden, wenn ein Gesellschaftssystem denen ein würdevolles Leben garantiert, die es sich leisten können...

    Wieviele Nazis waren Verbindungsleute für die Besatzungsmächte? Hätte eine Trümmerfrau ein Ressort übernehmen sollen? Und natürlich waren beim MfS alle gleich. Und wie lautete die Anfrage? Und macht es einen Unterschied, ob es 80 oder 800 waren? Viel schlimmer wäre es gewesen, wenn der Staatsanwalt nach einem Herrn XY fragt, Gauck behauptet, ihn nicht zu kennen und später heisst es "ach DER XY... Jaaah, der fegt bei uns den Hof..." Wieviele Nazis waren bei Adenauer "beschäftigt" und wann wussten wir davon und warum wussten wir es nicht, als es wichtig gewesen wäre zu wissen?

    8."Dass er sich dennoch permanent gebärdet als ob er die DDR ganz allein zu Fall gebracht hat, ist bezeichnend für die morallose Perfidie dieses Mannes."

    Ich teile Ihre Meinung in Bezug auf Gauck selbstverständlich nicht!
    Aber sagen Sie mal,nicht Wulff,nicht Gauck,wer würde denn an Ihre Ansprüche heranreichen?

    Sie glauben garnicht wie beruhigend es ist zu sehen das da draußen manche zuerst mal nach Fakten schauen bevor sie ein Urteil übernehmen. Normalerweise wird die Lobhudelei die u.A. auch auf der Zeit über Leute wie Gauck verbreitet wird von sehr vielen Leuten einfach so übernommen. Die Leute "fühlen" halt das er ein guter Kerl ist. Wissen jedoch Nichts konkretes über seine Leistungen oder die historischen Zusammenhänge die seine vermeintlich beeindruckende Biographie ausmachen. Georg Schramm hat in einem nicht ganz unähnlichen Zusammenhang mal sinngemäß gesagt: "Sie klatschen und johlen über eine solch trivialen Satz (im Fall Gauck: Biographie), dabei ist der Satz nur deshalb so großartig weil die (geistige/kulturelle) Dunkelheit so groß ist." Hier wird wiedermal ein relativ mittelmäßiger Mann (vor allem auch in intellektueller Hinsicht) über die Maßen hochgeschrieben.

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