Der Berliner Taxifahrer Vadim B. war am Sonntag Zeuge, wie Joachim Gauck am Telefon von seiner Kür für die Nachfolge Christian Wulffs erfuhr. Sein Erlebnis hat er der Bild-Zeitung geschildert: Als Gaucks Handy klingelte, habe er die Musik leiser gedreht, sagte er. "Als Taxifahrer hört man nie so genau hin, was die Leute am Telefon sagen. Aber ich habe trotzdem gehört, wie er sagte: 'Okay, ich bin einverstanden. Ich mache das'", erzählte der 44-Jährige von dem historischen Moment.

Der Taxifahrer hatte Gauck am Flughafen Tegel aufgenommen, am Berliner Kaiserdamm habe er den Anruf angenommen. Gauck habe danach ganz ruhig die neue Route bestimmt. "Sie fahren jetzt den neuen Bundespräsidenten. Wir müssen die Richtung ändern und direkt zum Bundeskanzleramt fahren."

Bei der Ankunft dort habe das Taxameter 23,20 Euro erreicht. "Herr Gauck hat bar bezahlt und ein gutes Trinkgeld gegeben", sagte B.. Als Souvenir für diese einmalige Fahrt ließ sich B. noch auf seinen Personenbeförderungsschein ein Autogramm geben.

Gauck hatte bei seiner Präsentation durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und weitere Parteichefs am Sonntagabend erzählt, dass ihn der Anruf der Kanzlerin im Taxi erreicht habe, als er vom Flughafen kam. Gerade mit dem Flugzeug aus Wien gelandet, hatte sich Gauck danach direkt zum Kanzleramt aufgemacht.

Der Fahrer soll noch am Dienstagabend Gast bei ARD-Talker Thomas Gottschalk sein.