Privatsphäre von Politikern Das Schlafzimmer des Präsidenten
Joachim Gauck ist verheiratet. Allerdings nicht mit der Frau, mit der er ins Schloss Bellevue einziehen will. Kann so etwas heute noch ein Hinderungsgrund sein?
Wenn es um ihren Präsidenten geht, verstehen die Deutschen offenbar keinen Spaß. Da sollen sie nun einen unermüdlich für Freiheit und Bürgerrechte kämpfenden brillanten Redner zum obersten Repräsentanten bekommen. Einen, den sie vor zwei Jahren schon am liebsten kollektiv ins Schloss Bellevue getragen hätten. Weil dieser Joachim Gauck ihnen einer zu sein schien und es noch heute ist, der das Zeug hat, den Menschen in diesen unsicheren und verlotterten Zeiten moralischen Halt zu geben.
Und, jetzt, da der ersehnte Tag so nahe rückt, was machen sie? Sie wühlen als erstes in seinem Schlafzimmer herum.
Der Präsident als Ehebrecher
Und was tritt zutage: Dass da etwas nicht stimmen kann. Der Präsident ein Ehebrecher - ein Mann Gottes noch dazu, der in wilder Beziehung lebt. Pfui Teufel, finden die einen. Modern und zeitgemäß sei das, kontern die anderen. Und, was beinahe noch am schlimmsten, weil am verlogensten, ist: Na ja, sagen die meisten. Man will ja nicht mittelalterlich wirken. Aber ein Staatsoberhaupt, dessen Ehefrau in der mecklenburgischen Provinz lebt, während er mit seiner Freundin zum Champagner-Empfang bei Obamas eingeladen ist? Einer, der dem Volke von der hohen Moralkanzel herab ins Gewissen reden und demnächst beim Papst uns alle würdig repräsentieren soll – so einer sollte dann schon in geordneten Verhältnissen leben. Und wenn er denn seine Liebste schon nicht heiratet, dann doch wenigstens sollte er geschieden sein. Mag der Wulff ja gewesen sein, wie er will. Aber das hat der wenigstens hinbekommen. Und so übel war ja Bettina nun auch wieder nicht. Hat lächelnd neben ihm gestanden, sich um Kranke und Vernachlässigte gekümmert und ihm zwischendurch den Rücken frei gehalten. So sahen wir sie gern, unsere First Lady. Zumindest so lange, wie sie ihre Kleider selbst bezahlt und uns darin im Fernsehen keine Schande gemacht hat.
Und nun Gauck. Der Mann, der mit seiner Frau in der DDR vier Kinder großgezogen hat und nach dem Mauerfall seinen eigenen Weg gegangen ist. Ohne sie. War es eine bewusste Entscheidung, ihre Ehe bis heute nicht zu scheiden, aus sentimentalen Gründen oder wirtschaftlichen? Das Ehepaar Gauck wird Gründe dafür haben und sie gehen auch niemanden etwas an.
Er hätte auch allein nach Bellevue kommen können
Gauck hat sich allerdings dazu entschieden, das höchste Staatsamt in der Republik zu übernehmen. Und er hat bereits vor zwei Jahren deutlich zu erkennen gegeben, dass er nicht vor hat, diesem repräsentativen Amt nur sein eigenes Leben zu widmen, sondern auch das seiner Lebensgefährtin. Er hätte durchaus allein ins Schloss Bellevue kommen können. Doch für ihn stand fest, Daniela soll First Lady werden. "Sie würde sich freuen, in diesem Fall an meiner Seite zu stehen und alles, was das Amt braucht, als Begleiterin auch zu leisten". Das hat der Kandidat 2010 über sein Verständnis der künftigen Rolle seiner Lebensgefährtin gesagt. Wobei man sich schon damals über den Tonfall und Duktus gewundert hat, in dem der Freiheitsdenker Gauck über Daniela Schadt gesprochen, oder sollte man besser sagen: über sie hinweg gesprochen hat.
Frau Schadt nämlich ist heute 52 Jahre alt, eine moderne selbständige Frau, die sich zeitlebens, wie man so schön sagt, durch eigener Hände Arbeit ernährt hat. Und die, um an seiner Seite stehen zu können, ihr berufliches Leben, ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit und auch ihr persönliches Umfeld im tiefen Süden Deutschlands aufgeben muss. Man muss weder Feministin noch katholischer Priester sein, um darin Anlass für vielerlei Debatten zu sehen. Ob es angeht, dass ein verheirateter Joachim Gauck mit seiner Lebensgefährtin nach Berlin zieht, ist dabei wohl die am wenigstens drängendste.
Naheliegender wäre es, zum Beispiel den Blick auf Frau Schadt und ihr "Amt" zu lenken. Ein Amt, das in der Vorstellungswelt der Deutschen zwar viele repräsentative Aufgaben vorsieht, das seine Amts-Inhaberin allerdings zur unbezahlten Staatsdienerin macht. Schließlich bekommt nur "er" das Geld für den hohen Job. "Sie" soll zwar neben ihm stehen (was den zeitlichen Aufwand des Jobs der First Lady nur sehr verkürzt wiedergibt), hat aber lediglich die Wahl, das aus Liebe und/oder Pflichtgefühl zu tun. Oder eben in Nürnberg zu bleiben und weiter ihrer eigenen Karriere nachzugehen.
- Datum 23.02.2012 - 10:21 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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Einmal Korrekturlesen hätte dem Beitrag nicht geschadet. Gleich in der Überschrift fehlt ein Komma, und im Text ist mindestens einmal der lästige Sie/sie-Fehler anzutreffen. Qualität sieht anders aus.
Die durchgerutschten Fehler sind behoben. Danke für den Hinweis.
dass die Qualität überall nachläßt. Na wenn schon, sind halt ein paar Fehler durchgerutscht. Was für eine Aussage!
In einer Karnevalssitzung hab ich ein wirklich zutreffendes Statement gehört: Heute kann jeder alles, man muss nur das Niveau weit genug absenken.
Die durchgerutschten Fehler sind behoben. Danke für den Hinweis.
dass die Qualität überall nachläßt. Na wenn schon, sind halt ein paar Fehler durchgerutscht. Was für eine Aussage!
In einer Karnevalssitzung hab ich ein wirklich zutreffendes Statement gehört: Heute kann jeder alles, man muss nur das Niveau weit genug absenken.
wenn er dies möchte - aber er wird es hoffentlich nicht tun, um der Erwartungshaltung gerecht zu werden, in "geordneten Verhältnissen" zu leben.
...seiner vier Kinder sozial abgesichert bleibt. Ob eine Scheidung und eine Neuheirat dann wirklich moralischer wäre, wage ich zu bezweifeln.
des Präsidenten wäre eine Ent-scheidung in die eine oder andere Richtung ganz sicherlich entwicklungsfördernd für ihn.
Denn zwischen den Stühlen sitzen, über Jahrzehnte hinweg. Damit tut er sich, sagen wir mal unwissentlich, ohnehin nichts Gutes.
...seiner vier Kinder sozial abgesichert bleibt. Ob eine Scheidung und eine Neuheirat dann wirklich moralischer wäre, wage ich zu bezweifeln.
des Präsidenten wäre eine Ent-scheidung in die eine oder andere Richtung ganz sicherlich entwicklungsfördernd für ihn.
Denn zwischen den Stühlen sitzen, über Jahrzehnte hinweg. Damit tut er sich, sagen wir mal unwissentlich, ohnehin nichts Gutes.
wen juckt das, mit wem er ins Bett geht? Das ist seine Privatsache. Außenminister Westerwelle ist schließlich auch nicht verheiratet.
hat seinen Lebensgefährten am 17. September 2010 geheiratet.
Geht Herr Westerwelle denn mit einer frau ins Bett???
hat seinen Lebensgefährten am 17. September 2010 geheiratet.
Geht Herr Westerwelle denn mit einer frau ins Bett???
Ist schon spannend, was so im Internet über den quasi-BP zusammenschlägt. Was den Linken Gegnern der Holocaust, Hartz IV und Occupy, ist den Rechten die wilde Ehe.
Meine Interpretation nach dem Wulff-Desaster: Da muss wohl ein ganzes Volk mal auf die Psycho-Couch verwiesen werden, um das letzte Staatsoberhaupt-Trauma abschütteln zu können. Pathologische Übersprungshandlung. Bei Wulff ließ man sich von einem charakterlosen Lügner hinters Licht führen. Bei Gauck soll das nicht passieren. Also wird an den Flügeln der Gesellschaft der größte Unsinn zusammen gesucht und über den 'Gerüchteverstärker' Internet aufgeblasen.
Ich werde mir erst mal das neue Buch von Gauck kaufen UND lesen. Mal schauen, was dann noch von den Verschwörungstheorien übrig bleibt.
Was soll dieser Mist, der sowohl in dem Artikel als auch in Ihrem Kommentar immer wieder vorgetragen wird, dass es 'die Deutschen' und 'ein ganzes Volk' so sehen. Ich nicht! Die meisten, denen es egal ist, werden natürlich diesen Artikel weder lesen noch kommentieren. Aber es gibt sie, wir sind vielleicht sogar die Mehrheit. Es drängt sich mir der Verdacht auf, dass ein paar CSUlern hier zu einer vermeintlichen Mehrheit aufgebauscht werden um sich selbst davon abgrenzen zu können und als großzügig, weltoffen, zeitgemäß und vernüftig darstellen. (und nein, es ist nicht offen und tolerant, Westerwelle 'lebensverpartnert' und Gauck 'ehebrecherisch' sein zu lassen. Es ist spießig und kleingeistig, es so zu thematisieren, dass beide ja 'nicht richtig' verheiratet sind.)
Was soll dieser Mist, der sowohl in dem Artikel als auch in Ihrem Kommentar immer wieder vorgetragen wird, dass es 'die Deutschen' und 'ein ganzes Volk' so sehen. Ich nicht! Die meisten, denen es egal ist, werden natürlich diesen Artikel weder lesen noch kommentieren. Aber es gibt sie, wir sind vielleicht sogar die Mehrheit. Es drängt sich mir der Verdacht auf, dass ein paar CSUlern hier zu einer vermeintlichen Mehrheit aufgebauscht werden um sich selbst davon abgrenzen zu können und als großzügig, weltoffen, zeitgemäß und vernüftig darstellen. (und nein, es ist nicht offen und tolerant, Westerwelle 'lebensverpartnert' und Gauck 'ehebrecherisch' sein zu lassen. Es ist spießig und kleingeistig, es so zu thematisieren, dass beide ja 'nicht richtig' verheiratet sind.)
...in einem anderen Zitat sagte: Dieser Mann tut mir jetzt auch schon Leid. Denn auch hier werden sie etwas finden, was ihnen nicht passt.
Das Bundespräsidentenamt sollte man abschaffen! Keiner scheint dem Ideal des Übermenschen entsprechen zu können. Wulff hat schon gezeigt wie überflüssig dieses Amt ist. In seiner Amtszeit ist nichts rübergekommen außer zwei Sätze (Der Islam gehört zu Deutschland - Das Christentum gehört zur Türkei).
Abschaffen!
nicht "Zitat", sondern "Kommentar"...
nicht "Zitat", sondern "Kommentar"...
nicht "Zitat", sondern "Kommentar"...
Gar nichts muss sie. Das steht nirgendwo geschrieben.
Und wenn sie es denn tum müsste, dann sollte es auch entlohnt werden. Alles Andere würde gegen den Gleichberichtungsgrundsatz verstoßen.
Fazit: Noch eine offene Baustelle in Berlin, die mit der Moraltapete zugekleistert wird.
wäre er der richtige. Von Ehescheidung der Noch-Frau oder Eheschließung mit der Dauerbegleitung oder überhaupt eines Ehepartners steht, soweit mir bekannt, nichts in der "Stellenbeschreibung" des Amtes des Bundespräsidenten.
Wenn er sich den Forderungen auf sogenannter Ordnung seiner Verhältnisse entzieht, werden uns vermutlich Bilder von Bällen, Kleidern und ähnlichem mehr in den bunten Blättern entgehen, ob das allerdings nötig ist, wage ich zu bezweifeln.
Ich würde mich freuen, wenn er protestantisch-schmucklos seine Arbeit erledigen würde, sollte er gewählt werden und ansontsten sich vom Boulevard medial fern halten.
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