Mitglieder der Piratenpartei auf dem Parteitag in Offenbach © Daniel Roland/AFP/Getty Images

Die Grünen haben als einzige der im Bundestag vertretenen Partei 2011 neue Mitglieder hinzugewonnen. Eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ergab, dass im vergangenen Jahr 6.000 neue Mitglieder in die Partei eintraten, das entspricht einem Zuwachs von fast elf Prozent auf 59.019 Mitglieder.

Alle anderen großen Parteien haben 2011 hingegen Mitglieder verloren. Die meisten Mitglieder büßte der Umfrage zufolge die FDP ein: Binnen eines Jahres verlor sie rund 5.400 Mitglieder, fast acht Prozent. Zum Jahreswechsel hatte die FDP demnach nach eigenen Angaben noch 63.123 Mitglieder.

CDU und SPD liegen beinahe gleich auf. Erstmals rutschten beide Parteien unter die 500.000-Marke, wobei die SPD ihren Mitgliederstand zum Jahresende noch nicht beziffern konnte. Vor 20 Jahren hatte die SPD noch fast eine Million Mitglieder. Die CDU zählte nach eigenen Angaben noch 489.896 Beitragszahler, 15.418 weniger als ein Jahr zuvor.

Die nicht im Bundestag vertretene Piratenpartei dagegen gewann kräftig hinzu: Sie hatte Anfang des Jahres erstmals mehr als 20.000 Parteimitglieder. 8.000 neue Piraten meldeten sich laut Umfrage bei der Partei an.

Der allgemeine Mitgliederschwund sei erklärbar, sagt Klaus Peter Schöppner, Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid. "Die Parteien sind einfach nicht mehr attraktiv genug." Das Problem sei, dass die Parteien angesichts der Europäisierung der Politik verstärkt als machtlos erschienen. "Der Bürger hat den Eindruck, dass Politiker immer weniger bewegen können." Außerdem werde Politik immer weniger verstanden.