ZEIT ONLINE: Guten Tag, Frau Klarsfeld , werden Sie nun Kandidatin der Linkspartei für das Amt der Bundespräsidentin?

Beate Klarsfeld: Weiß ich nicht. Wissen Sie es?

ZEIT ONLINE: Nein, aber es wird in vielen Medien darüber spekuliert . Gab es denn keine Vorgespräche mit der Linkspartei?

Klarsfeld: Nein. Überhaupt nicht. Ich habe gehört, dass Gesine Lötzsch am Samstag auf einem Parteitag in einer Rede über mich gesprochen hat. Daraufhin habe ich sie angerufen.

ZEIT ONLINE: Und stehen Sie zur Verfügung?

Klarsfeld: Ja, ich bin bereit zu kandidieren. Es wäre eine große Ehre und Würdigung meiner Arbeit. Mit Joachim Gauck und mir gäbe es dann schon zwei sehr moralische Kandidaten.

ZEIT ONLINE: Schätzen Sie Ihren möglichen Gegenkandidaten Gauck?

Klarsfeld: Ja, sehr. Und er hat auch schon nett über mich gesprochen.

ZEIT ONLINE: Wofür stünde die Bundespräsidentin Beate Klarsfeld. Was wären ihre wichtigsten Themen?

Klarsfeld: Ich bin sicher keine Wirtschaftsexpertin und werde es auch nicht mehr. Meine Kandidatur wäre eher eine symbolische Handlung. Die Chancen, Gauck zu schlagen, sind gering.

ZEIT ONLINE: In der Linken gibt es auch Widerstände gegen Sie...

Klarsfeld: Ich weiß. Meine Solidarität mit Israel wird in manchen Parteikreisen kritisch gesehen. Ich bekomme unfreundliche E-Mails.

ZEIT ONLINE: Wir erreichen Sie am Telefon in Paris . Wann kommen Sie nach Berlin ?

Klarsfeld: Ich warte auf den Anruf der Linken. Vorher natürlich nicht. Aber eine Veranstaltung in Italien , auf der mein Mann gerade ist, habe ich vorsorglich schon abgesagt.

ZEIT ONLINE: Wie ist Ihr Bauchgefühl: Werden Sie Kandidatin?

Klarsfeld: Ich weiß es nicht. Wie groß ist der Einfluss von Frau Lötzsch?