Umweltminister Norbert Röttgen und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (Archiv) © John MacDougall/AFP/Getty Images

Der Streit zwischen den für die Energiewende zuständigen Minister Norbert Röttgen (CDU) und Philipp Rösler (FDP) verschärft sich. Nach Unstimmigkeiten über Kohlekraftwerke, die Energieeffizienz-Richtlinie oder das Erneuerbare-Energien-Gesetz sorgt nun die von Röslers Wirtschaftsministerium vorgelegte "Abschaltverordnung" für Zwist. Der Vorschlag "sollte abgelehnt werden", heißt es in einem Vermerk aus Röttgens Umweltministerium, der der ZEIT vorliegt.

Laut Verordnungsentwurf sollen Industriebetriebe künftig bis zu 60.000 Euro dafür erhalten, dass ihnen im Notfall – etwa bei einer Überlastung des Netzes – der Strom abgeschaltet werden kann. Seit der Abschaltung von acht Atomkraftwerken hatte es Warnungen vor zu starken Belastungen für das Netz gegeben. Experten halten solche Sorgen aber für überzogen.

Die Kosten für die Abschaltverordnung sollen die Stromverbraucher tragen: Das Wirtschaftsministerium rechnet mit bis zu 0,05 Cent pro Kilowattstunde. Röttgen sieht bei dem Vorschlag seines Ministerkollegen erheblichen "Nachbesserungsbedarf".

Es sei "unbedingt erforderlich", die durch die Energiewende verursachten Kosten "so gering wie möglich zu halten", heißt es in dem Papier des Umweltministeriums. Wie schlecht die Stimmung zwischen den beiden Ministern ist, geht aus dem letzten Absatz des Vermerks hervor. Darin heißt es, Rösler forciere in der Ressortabstimmung "ohne ersichtlichen Grund" das Tempo.