Arbeitskampf Streik am Flughafen Frankfurt auf 48 Stunden verlängert

Seit 5 Uhr morgens sind in Frankfurt bereits mehr als 200 Flüge gestrichen worden. Die Gewerkschaft dehnt nun ihren Streik überraschend bis auf Mittwochmorgen aus.

Seit dem frühen Morgen wird an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt wieder gestreikt. Die rund 200 Vorfeldmitarbeiter wollen ihre Arbeit für 48 Stunden niederlegen, teilte der Flughafenbetreiber Fraport mit. In der Nacht hatte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) den Streik überraschend verlängert. Ursprünglich sollte nur bis zum Dienstagmorgen um 5.00 Uhr die Arbeit niedergelegt werden und nicht wie jetzt bis Mittwochmorgen.


Für Flugreisende wird es dadurch zu erheblichen Behinderungen kommen. Insbesondere Inlandsflüge, aber auch Flüge auf Mittelstrecken – etwa innerhalb Europas – werden gestrichen. Es würden 223 Flüge annulliert, sagte ein Fraport-Sprecher am Morgen. Am Vortag hatte jedoch allein die Lufthansa angekündigt, dass am ersten Streiktag rund 200 Starts und Landungen ausfallen.

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Fluggastrechte

Die Rechte von Fluggästen bei Verspätungen, Annullierungen und Überbuchungen sind im sogenannten Montrealer Übereinkommen und in der EU-Verordnung (EG) Nr. 261/2004 festgelegt. Beide Texte finden Sie zum Beispiel auf der Website der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (Söp) zum Download.

Betreuung

Bei Wartezeiten am Flughafen wegen verspäteter Flüge haben Reisende ein Anrecht auf Betreuung durch die zuständige Airline.

Ist ein Kurzstreckenflug mindestens zwei Stunden verspätet oder ein Langstreckenflug mindestens vier Stunden, müssen den Fluggästen laut EU-Verordnung "Mahlzeiten und Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit angeboten werden". Außerdem dürfen die Reisenden unentgeltlich zwei Telefongespräche führen oder zwei Faxe oder E-Mails versenden.

Wer wegen eines ausgefallenen Fluges auf eine Übernachtung angewiesen ist, bekommt diese von der Airline gestellt. Die Hotelübernachtung darf jedoch nicht auf eigene Faust gebucht werden. Reisende sollten sich dafür unbedingt mit einem Mitarbeiter der Airline am Flughafen in Verbindung setzen.

Ausgleichszahlungen

Was höhere Gewalt ist, erläutert die Website der Verbraucherzentrale NRW. Schadensersatz wird nur in Ausnahmefällen gezahlt. Es ist nach Meinung der Experten nur in wenigen Fällen sinnvoll, auf Schadensersatz zu klagen. 

Langstreckenflüge sollen nach Auskunft eines Sprechers nicht betroffen sein. Der Flughafen-Betreiber Fraport geht davon aus, dass in den ersten 24 Stunden des Streiks insgesamt bis zu 70 Prozent aller Flüge stattfinden können. "Wir haben uns auf einen weiteren Streik eingestellt", sagte der Sprecher. Mitarbeiter seien geschult worden, die Aufgaben von Vorfeld-Lotsen, Flugzeug-Einweisern und Disponenten zu übernehmen und so den Betrieb weitgehend aufrechtzuerhalten.

Fraport hält Forderungen für überzogen

Der Arbeitsausstand der Vorfeld-Beschäftigten geht mit dem heutigen Tag bereits in die dritte Runde. Zusätzlich ist es das erste Mal, dass die GdF Deutschlands größten Flughafen 48 Stunden lang bestreikt. Damit will die Gewerkschaft in der Tarifauseinandersetzung den Druck auf Fraport erhöhen.



Die GdF verlangt deutliche Lohnerhöhungen für die 200 Flugzeug-Einweiser in Frankfurt. Die Arbeit der Vorfeld-Kontrolleure sei mit der Eröffnung der vierten Landebahn wesentlich anspruchsvoller geworden, argumentieren die Arbeitnehmervertreter. Fraport hält die Forderungen für überzogen.

Ohne Einigung könnte der Arbeitsausstand wochenlang weitergehen, drohte die Gewerkschaft. Bereits am vergangenen Donnerstag und Freitag hatten die Vorfeldmitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Allein am Freitag waren dadurch 301 Flüge ausgefallen.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich habe - erfolglos versucht, Details zu den Forderungen der GdF, bzw. zum Angebot der Arbeitgeber zu finden. Gibt es irgendwo seriöse Zahlen? Auch auf der GdF Webseite findet sich nichts, und in den anderen Artikeln finde ich nur die Fraport-Kampfstatements, deren Zahlen (über 70%) ich nicht traue.

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    Bei mir genauso. Ich höre bei diesem Thema nie Zahlen. Wäre toll wenn die Zeit da mal nachharken würde.

    Status Quo:
    - Tägl. Arbeitszeit (5, bzw. 6 Tage hintereinander) bis zu 9:50Std am Stück
    - Nur 30 min Pause, teilweise unbezahlt
    - Früh-/Spät-/ Nachtdienst
    - Rente mit 67

    - Es gibt bereits einen gültigen Tarifvertrag, für entsprechend dieses Personal in München und Berlin!
    - Personal in Frankfurt will nur eingegliedert werden
    - 40% kommen dann eben durch Verkürzung der Arbeitszeit, Altersregelungen und bezahlte Pausen zu stande.
    - Zeitraum sind aber 4 Jahre für die Steigerung!Also 10% im Jahr.

    Und das sind die Punkte um die es geht. Das Fraport das in Gehalt umgerechnet hat und dann auf eine
    wahnwitzige Summe von 70% kommt, ist reine Stimmungsmache!

    Schließlich geht es hier um die Sicherheit der Fluggäste!

    Wer möchte von einem 67 jährigen (oder bald 70 jährigen) Lotsen kontrolliert werden,
    der schon 9:40 (womöglich noch im Nachtdienst) am Board sitzt!?

    Viel Spass beim Fliegen :-)

    Bei mir genauso. Ich höre bei diesem Thema nie Zahlen. Wäre toll wenn die Zeit da mal nachharken würde.

    Status Quo:
    - Tägl. Arbeitszeit (5, bzw. 6 Tage hintereinander) bis zu 9:50Std am Stück
    - Nur 30 min Pause, teilweise unbezahlt
    - Früh-/Spät-/ Nachtdienst
    - Rente mit 67

    - Es gibt bereits einen gültigen Tarifvertrag, für entsprechend dieses Personal in München und Berlin!
    - Personal in Frankfurt will nur eingegliedert werden
    - 40% kommen dann eben durch Verkürzung der Arbeitszeit, Altersregelungen und bezahlte Pausen zu stande.
    - Zeitraum sind aber 4 Jahre für die Steigerung!Also 10% im Jahr.

    Und das sind die Punkte um die es geht. Das Fraport das in Gehalt umgerechnet hat und dann auf eine
    wahnwitzige Summe von 70% kommt, ist reine Stimmungsmache!

    Schließlich geht es hier um die Sicherheit der Fluggäste!

    Wer möchte von einem 67 jährigen (oder bald 70 jährigen) Lotsen kontrolliert werden,
    der schon 9:40 (womöglich noch im Nachtdienst) am Board sitzt!?

    Viel Spass beim Fliegen :-)

  2. Bei mir genauso. Ich höre bei diesem Thema nie Zahlen. Wäre toll wenn die Zeit da mal nachharken würde.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Details zur Forderung?"
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    bewegen sich zwischen 50 und 70 Prozent Lohnsteigerung für die Vorfeldmitarbeiter. Diese wollen einen eigenen Tarifvertrag, um damit aus der bisherigen Lohngruppe raus zu kommen und eine eigene Struktur, die dann auf diese Forderungen hinaus liefe.

    Das kann man in diversen Dokumenten nachlesen, die im Netz frei zugänglich sind.

    bewegen sich zwischen 50 und 70 Prozent Lohnsteigerung für die Vorfeldmitarbeiter. Diese wollen einen eigenen Tarifvertrag, um damit aus der bisherigen Lohngruppe raus zu kommen und eine eigene Struktur, die dann auf diese Forderungen hinaus liefe.

    Das kann man in diversen Dokumenten nachlesen, die im Netz frei zugänglich sind.

  3. 3. Zahlen

    Vielleicht traut sich die GdF einfach nicht, diese unverschämten Forderungen offen darzulegen.

    Solange, wie von dort keine anderen Zahlen auf dem tisch liegen, nehme ich die Fraport-Angaben (Tagesschau). Danach erhalten Vorfeldbeschäftigte zwischen ca. 42.000 und 51.000 Euro.
    Laut Wikipedia nach einer Ausbildungszeit von zwei (!) Jahren.

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    • KUT
    • 22.02.2012 um 14:56 Uhr

    im tv wurde gesagt, dass mitarbeiter angelernt wurden und jetzt teilweise den job der einweiser übernehmen. warum ist das dann ein lehrberuf mit zwei jahren lehrzeit? wenn das andere nach ein paar tagen können ??????

    • KUT
    • 22.02.2012 um 14:56 Uhr

    im tv wurde gesagt, dass mitarbeiter angelernt wurden und jetzt teilweise den job der einweiser übernehmen. warum ist das dann ein lehrberuf mit zwei jahren lehrzeit? wenn das andere nach ein paar tagen können ??????

  4. bewegen sich zwischen 50 und 70 Prozent Lohnsteigerung für die Vorfeldmitarbeiter. Diese wollen einen eigenen Tarifvertrag, um damit aus der bisherigen Lohngruppe raus zu kommen und eine eigene Struktur, die dann auf diese Forderungen hinaus liefe.

    Das kann man in diversen Dokumenten nachlesen, die im Netz frei zugänglich sind.

  5. Die Zahlen, die jetzt im Raum stehen, sind ja keine Forderung der Gewerkschaft sondern ein Kompromissvorschlag nach einer Schlichtung. Was ich mich immer frage ist, wieso Ole von Beust diese Erhöhung so vorgeschlagen hat. Solch Zahlen entstehen ja nicht aus dem Nichts. Lagen die Gehälter bisher im Vergleich zu anderen Flughäfen so niedrig? Was steht dahinter?

    Könnte die ZEIT hier mal recherchieren?

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    Es gab bereits monatelange Verhanldungen und Fraport hatte den Schlichter angerufen. Ole von Beust CDU (Arbeitgeber-nah).

    Dieser stellte in den Verhandlungen fest, dass die Forderungen der GdF im großen und ganzen gerechtfertigt sind und teilte nach gescheiterten Verhandlungen seinen Schlichterspruch mit.
    Die Gdf hat diesen angenommen, der Auftraggeber, also die Fraport, nicht!

    Der Schlichterspruch sieht vor, dass Frankfurt an Berlin und München angeglichen wird. Denn dort gelten bereits die Tarifverträge.

    Es gab bereits monatelange Verhanldungen und Fraport hatte den Schlichter angerufen. Ole von Beust CDU (Arbeitgeber-nah).

    Dieser stellte in den Verhandlungen fest, dass die Forderungen der GdF im großen und ganzen gerechtfertigt sind und teilte nach gescheiterten Verhandlungen seinen Schlichterspruch mit.
    Die Gdf hat diesen angenommen, der Auftraggeber, also die Fraport, nicht!

    Der Schlichterspruch sieht vor, dass Frankfurt an Berlin und München angeglichen wird. Denn dort gelten bereits die Tarifverträge.

  6. Status Quo:
    - Tägl. Arbeitszeit (5, bzw. 6 Tage hintereinander) bis zu 9:50Std am Stück
    - Nur 30 min Pause, teilweise unbezahlt
    - Früh-/Spät-/ Nachtdienst
    - Rente mit 67

    - Es gibt bereits einen gültigen Tarifvertrag, für entsprechend dieses Personal in München und Berlin!
    - Personal in Frankfurt will nur eingegliedert werden
    - 40% kommen dann eben durch Verkürzung der Arbeitszeit, Altersregelungen und bezahlte Pausen zu stande.
    - Zeitraum sind aber 4 Jahre für die Steigerung!Also 10% im Jahr.

    Und das sind die Punkte um die es geht. Das Fraport das in Gehalt umgerechnet hat und dann auf eine
    wahnwitzige Summe von 70% kommt, ist reine Stimmungsmache!

    Schließlich geht es hier um die Sicherheit der Fluggäste!

    Wer möchte von einem 67 jährigen (oder bald 70 jährigen) Lotsen kontrolliert werden,
    der schon 9:40 (womöglich noch im Nachtdienst) am Board sitzt!?

    Viel Spass beim Fliegen :-)

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    Antwort auf "Details zur Forderung?"
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    Wenn die behaupteten 70% durch eine Verringerung der Arbeitszeit zu Stande kommen und der Rest auf Jahre verteilt wird, dann fände ich die Forderung lange nicht so übertrieben wie sie hingestellt wird. Wie bereits geschrieben hat ja immerhin auch ein Schlichter schon zugestimmt.

    Ich finde es aber auch schlecht, dass die GdF (übrigens wie die Lotsengewerkschaft seinerzeit) auf ihrer Webseite, wo sie mal ihre Seite darstellen könnte, NICHTs an Zahlen zur Verfügung stellt. Das ist ja auch eine Medienschlacht die hier gefochten wird.

    Und wenn es keine anderen Zahlen gibt (also jetzt mal an offizielle Veröffentlichungen gedacht), dann bleibt den Leuten eben nur die Krawallrethorik der Fraportler im Kopf haften.

    Wenn die behaupteten 70% durch eine Verringerung der Arbeitszeit zu Stande kommen und der Rest auf Jahre verteilt wird, dann fände ich die Forderung lange nicht so übertrieben wie sie hingestellt wird. Wie bereits geschrieben hat ja immerhin auch ein Schlichter schon zugestimmt.

    Ich finde es aber auch schlecht, dass die GdF (übrigens wie die Lotsengewerkschaft seinerzeit) auf ihrer Webseite, wo sie mal ihre Seite darstellen könnte, NICHTs an Zahlen zur Verfügung stellt. Das ist ja auch eine Medienschlacht die hier gefochten wird.

    Und wenn es keine anderen Zahlen gibt (also jetzt mal an offizielle Veröffentlichungen gedacht), dann bleibt den Leuten eben nur die Krawallrethorik der Fraportler im Kopf haften.

  7. Streiks zu Lasten Dritter sind grudsätzlich höchst fragwürdig.
    Wo kommen wir da hin, wenn einzelne Berufsgruppen, je nach ihrer sozialen Bedeutung versuchen, Gehaltsforderungen herauszupressen, den Verbraucher als Geisel nehmend. Hier muß die Legislative schnellstens handeln ( ein Betrieb-ein Tarif) und bis dahin, sollten Schäden Dritten gegenüber, zwingend vermieden werden-durch Unterlassung. Wenn der Gehalt eines Flugzeugparkers. über dem eines Hochschulprofessors liegt, dann ist da etwas unstimmig.

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  8. Es gab bereits monatelange Verhanldungen und Fraport hatte den Schlichter angerufen. Ole von Beust CDU (Arbeitgeber-nah).

    Dieser stellte in den Verhandlungen fest, dass die Forderungen der GdF im großen und ganzen gerechtfertigt sind und teilte nach gescheiterten Verhandlungen seinen Schlichterspruch mit.
    Die Gdf hat diesen angenommen, der Auftraggeber, also die Fraport, nicht!

    Der Schlichterspruch sieht vor, dass Frankfurt an Berlin und München angeglichen wird. Denn dort gelten bereits die Tarifverträge.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
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  • Schlagworte Streik | Lufthansa | Fraport | Arbeitskampf | Flughäfen | Europa
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