Tarifpolitik Von der Leyen fordert deutliche Lohnerhöhungen

Die Arbeitnehmer am Aufschwung beteiligen: Arbeitsministerin Ursula von der Leyen verlangt angesichts steigender Unternehmensgewinne mehr Geld für die Beschäftigten.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU)

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU)

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat spürbare Lohnerhöhungen oberhalb der Inflationsrate für die Arbeitnehmer gefordert. "In den letzten Jahren haben wir in Deutschland gemeinsam fleißig gearbeitet und Lohnzurückhaltung geübt, damit wir gut aus der Krise kommen", sagte von der Leyen der Bild am Sonntag. Nun fahre die deutsche Wirtschaft ordentliche Gewinne ein, daran müssten die Arbeitnehmer spürbar beteiligt werden.

Das Lohnplus solle demnach so hoch sein, dass es nicht gleich von den Preissteigerungen aufgefressen werde, sagte von der Leyen. Die konkrete Höhe allerdings sei Sache der Tarifpartner. Skeptisch reagierte die Ministerin auf das Argument der Arbeitgeber, dass sich das Wachstum in Deutschland abschwäche.

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Von der Leyen: Alle am Erfolg beteiligen

"Auch wenn es international Risiken für die Konjunktur gibt, die harten Daten in Deutschland weisen auf einen weiter soliden Arbeitsmarkt und volle Auftragsbücher hin", sagte sie. "Das Grundversprechen der sozialen Marktwirtschaft lautet: Wenn alle fleißig mitarbeiten, werden alle am Erfolg und Wohlstand beteiligt."

Zugleich sprach sich von der Leyen generell für eine gerechte Bezahlung aller Arbeitnehmer aus: "Mein Gerechtigkeitsgefühl sagt: In einer so reichen Gesellschaft wie in Deutschland muss auch ein Geringqualifizierter, der Vollzeit arbeitet, zumindest seinen eigenen Lebensunterhalt verdienen."

Die Gewerkschaften haben in dieser Woche 6,5 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie gefordert. Auf 6,5 Prozent beläuft sich auch die Lohnforderung im öffentlichen Dienst.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. [...]

    "Mein Gerechtigkeitsgefühl sagt: In einer so reichen Gesellschaft wie in Deutschland muss auch ein Geringqualifizierter, der Vollzeit arbeitet, zumindest seinen eigenen Lebensunterhalt verdienen."

    Dann soll sie doch einen gesetzlichen Mindestlohn einführen und ihren Worten Taten folgen lassen !

    Titel entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/lv

    11 Leser-Empfehlungen
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    "Das Lohnplus solle demnach so hoch sein, dass es nicht gleich von den Preissteigerungen aufgefressen werde, sagte von der Leyen."

    Aha, da scheint ja eine gewaltige Fresswelle im Anrollen zu sein.
    Ich dachte immer, dass die Politik sich aus den Tarifverhandlungen herauszuhalten hat incl. entsprechender Empfehlungen.
    Warum hält Frau vdL sich nicht daran?
    Weil sie damit versteckt andeutet, was uns in Wahrheit erwartet:
    Die gewiefte Ministerin weiß nur zu gut, dass wir in Bälde mit einem saftigen Inflationsschub höchstwahrscheinlich nicht nur in der EURO-Zone zu rechnen haben, und da heuchelt sie uns beschwichtigend nach vertraut verdummender Manier, was von ihrem "Gerechtigkeitsgefühl" vor. Unerhört ist das!

    Die Wirklichkeit der Arbeitswelt, wie sie Gerhard Schröder mit seiner "Agenda-Politik" auf den Weg gebracht hat, reicht aber in Zukunft mit sich verschärfender Tendenz noch über das hinaus, was er einst stolz postulierte:

    „Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.“

    (Bundeskanzler Gerhard Schröder am 28.1.2005 in Davos, Weltwirtschaftsforum)

    Wenigstens vor den Bossen hatte er damals die Wahrheit gesagt!
    Und mit nichts anderem haben wir perspektivisch auch zu rechnen.

    "Das Lohnplus solle demnach so hoch sein, dass es nicht gleich von den Preissteigerungen aufgefressen werde, sagte von der Leyen."

    Aha, da scheint ja eine gewaltige Fresswelle im Anrollen zu sein.
    Ich dachte immer, dass die Politik sich aus den Tarifverhandlungen herauszuhalten hat incl. entsprechender Empfehlungen.
    Warum hält Frau vdL sich nicht daran?
    Weil sie damit versteckt andeutet, was uns in Wahrheit erwartet:
    Die gewiefte Ministerin weiß nur zu gut, dass wir in Bälde mit einem saftigen Inflationsschub höchstwahrscheinlich nicht nur in der EURO-Zone zu rechnen haben, und da heuchelt sie uns beschwichtigend nach vertraut verdummender Manier, was von ihrem "Gerechtigkeitsgefühl" vor. Unerhört ist das!

    Die Wirklichkeit der Arbeitswelt, wie sie Gerhard Schröder mit seiner "Agenda-Politik" auf den Weg gebracht hat, reicht aber in Zukunft mit sich verschärfender Tendenz noch über das hinaus, was er einst stolz postulierte:

    „Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.“

    (Bundeskanzler Gerhard Schröder am 28.1.2005 in Davos, Weltwirtschaftsforum)

    Wenigstens vor den Bossen hatte er damals die Wahrheit gesagt!
    Und mit nichts anderem haben wir perspektivisch auch zu rechnen.

  2. UvdL hat erkannt, das die Einkommenskrise, die Demokratiekrise, die durch Bankenrettung entstandene Finanzkrise das Vertrauen in die Eliten des Landes so weit erschüttert hat, dass ein Anhalten der Prekarisierung am Ende einen Elitenwechsel einleiten könnte. Sie versucht das abzuwenden. Damit ist sie im Erkenntnisprozess schon weiter als die gewöhnlichen Spaßkonservativen im Bundestag.

    Allerdings: es ist wahrscheinlich längst zu spät. Das Vertrauen in die Eliten ist tief erschüttert, die demnächst anziehende Inflation wird die Mittelschichten weiter unter Druck setzen, von HartzIV-Empfängern nicht zu sprechen. Und die Gewerkschaften sind dank Agenda2010 so schwach wie nie zuvor.

    Man hat es lange Zeit gewünscht, nun rückt der Personalwechsel der politischen Institutionen endlich näher.

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    als wäre es nicht mehr im Sinn unseres "Sozialstaates" soziale Gerechtigkeit auch in angemessenen "Deadlines" umzusetzen...

    Agenda 2010 - hmm - von einem Sozialdemokraten mit "Basta-Motto" ins Leben gerufen...

    Es war als ob er (wie heißt er gleich nochmal - der, der sich mit dem russischen Gasprom-Tanzbären genauso wohlfühlt wie mit einem AWD-Maschmeyer-Drückerkolonnen-Oberhaupt)in den Ameisenhaufen getreten wäre...

    "Mutig" stand er ein, für seine Auffassung sozialer Gerechtigkeit und "rürupte" sich ins rechte Licht, wann immer sich die Gelegenheit bot...

    Ein Licht - das seither als großer Schatten des Vertrauens auf den Sozialdemokraten ruht ('tschuldigung Herr Schmidt - aber Sie sind damit ja nicht gemeint)

    Dann schließlich löste ihn Frau Merkel mit ihrem (Sch.......-)Kabinett ab...

    Ein "Kabinett-Stückchen" löste das andere ab - leider war das "Einspiel-Ergebnis" nicht der Rede wert...

    Jetzt ist bei Frau v. d. L. angekommen - was längst sogar auf den Dächern des Bundestagsgebäudes kein Spatz mehr pfeifen mag...

    Gratulation an unsere munter drauf los regierende Truppe - ohne Rücksicht auf (Stimm-)Verluste (sie werden wieder steigen - nach Erwachen der "Sieben-Schläfer-Wähler" unter uns...

    Macht ja nix, so eine Legislaturperiode dreht sich fix...

    Ich bin sehr dafür, das Wahlalter Bundesweit zu senken - das würde vielen "Volksvertretern" die vor Listigkeit sich reibenden Augen öffnen und zu einem klareren Wirklichkeitsblick verhelfen...

    Ihnen sende ich liebe Grüße

    als wäre es nicht mehr im Sinn unseres "Sozialstaates" soziale Gerechtigkeit auch in angemessenen "Deadlines" umzusetzen...

    Agenda 2010 - hmm - von einem Sozialdemokraten mit "Basta-Motto" ins Leben gerufen...

    Es war als ob er (wie heißt er gleich nochmal - der, der sich mit dem russischen Gasprom-Tanzbären genauso wohlfühlt wie mit einem AWD-Maschmeyer-Drückerkolonnen-Oberhaupt)in den Ameisenhaufen getreten wäre...

    "Mutig" stand er ein, für seine Auffassung sozialer Gerechtigkeit und "rürupte" sich ins rechte Licht, wann immer sich die Gelegenheit bot...

    Ein Licht - das seither als großer Schatten des Vertrauens auf den Sozialdemokraten ruht ('tschuldigung Herr Schmidt - aber Sie sind damit ja nicht gemeint)

    Dann schließlich löste ihn Frau Merkel mit ihrem (Sch.......-)Kabinett ab...

    Ein "Kabinett-Stückchen" löste das andere ab - leider war das "Einspiel-Ergebnis" nicht der Rede wert...

    Jetzt ist bei Frau v. d. L. angekommen - was längst sogar auf den Dächern des Bundestagsgebäudes kein Spatz mehr pfeifen mag...

    Gratulation an unsere munter drauf los regierende Truppe - ohne Rücksicht auf (Stimm-)Verluste (sie werden wieder steigen - nach Erwachen der "Sieben-Schläfer-Wähler" unter uns...

    Macht ja nix, so eine Legislaturperiode dreht sich fix...

    Ich bin sehr dafür, das Wahlalter Bundesweit zu senken - das würde vielen "Volksvertretern" die vor Listigkeit sich reibenden Augen öffnen und zu einem klareren Wirklichkeitsblick verhelfen...

    Ihnen sende ich liebe Grüße

  3. [...] Nicht dass ich etwas gegen Löhnerhöhungen hätte, aber das Land in dem ich lebe, ist bis an die Halskrause verschuldet.

    Teil entfernt. Bitte achten Sie auf eine sachlichere Wortwahl. Danke, die Redaktion/lv

    Eine Leser-Empfehlung
  4. "die harten Daten in Deutschland weisen auf einen weiter soliden Arbeitsmarkt und volle Auftragsbücher hin"

    Bei nur 3% Frauen in den Vorständen? Das kann nicht sein.

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    gedankenloser Einwand....hat mit dem Thema nichts zu tun.

    gedankenloser Einwand....hat mit dem Thema nichts zu tun.

  5. Nichts gegen Lohnerhöhung und einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Was wird aber mit den klein-und mittelständischen Unternehemen die teilweise um ihre Existenz kämpfen ?
    Eine Lohnerhöhung von 6% können die zu großen Teilen nicht verkraften.
    Hier schlage ich konsequenterweise - einen Mindestgewinn vor oder zumindest eine steuerliche Entlastung. Ich finde alles sehr Scheinheilig. Soll Frau von der Leyen doch bitte mal ein Kleinunternehmen führen.

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    Ein Kleinunternehmen, das seine Mitarbeiter nicht anständig bezahlen kann, hat das falsche Geschäftsmodell. Ich kann das Gejammer nicht mehr hören.

    Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich in diversen Branchen gearbeitet. (Handwerk, Gastronomie, Einzelhandel, Werbung)

    Am Hungertuch hat keiner meiner Chefs genagt, der neue Benz war immer drin, gejammert haben sie alle.

    graphicdog

    Ein Kleinunternehmen, das seine Mitarbeiter nicht anständig bezahlen kann, hat das falsche Geschäftsmodell. Ich kann das Gejammer nicht mehr hören.

    Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich in diversen Branchen gearbeitet. (Handwerk, Gastronomie, Einzelhandel, Werbung)

    Am Hungertuch hat keiner meiner Chefs genagt, der neue Benz war immer drin, gejammert haben sie alle.

    graphicdog

  6. gedankenloser Einwand....hat mit dem Thema nichts zu tun.

  7. Liebe ZEIT.

    Sie schrieben im Artikel http://www.zeit.de/2012/0...
    folgendes:
    ... "Im vergangenen Jahr wuchs die Lohnsumme auch schon so stark wie seit fast zwanzig Jahren nicht mehr."

    Das klang/ klingt doch total besänftigend.
    Müssten wir nicht alle hurra schreien und zufrieden sein ?
    Einen besseren Indikator für eine gut funktionierende Gesellschaftsform gibt es doch kaum. (?)

    Von der warte her müsste Frau von der Leyen doch maßlos übertreiben, mit Ihrer unterschwelligen Kritik an der Lohnpolitik Deutschlands.
    Lohnsumme hoch = Alle gehts gut

  8. wie waere es in ihrem amt darueber nachzudenken wie die 8 millionen 400 euro jobs in vernuenftige arbeitsverhaeltnisse ueberfuehrt werden koennen? wie waere es mit der einfuehrung von mindestloehnen (wie im rest europas?)? wie waere es damit, gut ausgebildete unter 25jaehrige in lohn und brot zu bringen und nicht staatlich sanktioniert in das 'x'te praktikum? wieder mal ein populisitsches vorgehen der regierung das nichts, aber auch gar nichts mit der realitaet zu tun hat. nix gegen 'alle am erfolg teilhaben lassen' - aber dann bitte zuerst die unter 25 jaehrigen, die sich keine wohnunen leisten koennen (und bei muddi und papi wohnen oder wieder einziehen) und erst recht keine neuen familien gruenden koennen. prioritaeten sollten eben nach den notwendigkeiten und nicht nach anstehenden wahlen ausgerichtet sein frau von der leyen! liest sich sicher scheinbar gut fuer viele was das 'roesschen' sagt, ist aber nur reines 'dampfgeplauder' um waehlerstimmer zu generieren - es stehen wahlen an. sieht so inhaltliche, langfristige politik aus sicher nicht!

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