Bundespräsident: "Ich hoffe, Herr Gauck wird ein bisschen wie Herr Rau"
Mevlüde Genç hat durch den Anschlag von Solingen fünf Angehörige verloren. Am Sonntag ist die Wahlfrau für die Präsidentenwahl. "Ich bin gerührt", sagt sie im Interview.
ZEIT ONLINE: Frau Genç, Sie sind als Wahlfrau für die Bundespräsidentenwahl am kommenden Sonntag ernannt worden – von der CDU. Wie kam es dazu?
Mevlüde Genç: Unser früherer Integrationsminister hier in NRW, Armin Laschet, hat mich gefragt, ob ich das machen würde. Er rief Ende Februar an, kam vorbei, wir tranken Tee und sprachen über die Politik, den Rücktritt von Christian Wulff und wie es nun weitergehen würde. Die BILD-Zeitung in Düsseldorf hat sogar einen kleinen Bericht darüber gemacht!
ZEIT ONLINE: Was hat Armin Laschet zu Ihnen gesagt?
Mevlüde Genç verlor 1993 durch den Brandanschlag von Solingen zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte. Das Attentat hatten vier Rechtsextreme verübt, die später zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Alle sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Mevlüde Genç blieb nach dem Anschlag in Deutschland, nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an. Der ZEIT sagte sie 1996 dazu: "Die Hälfte meines Lebens war ich hier. Ich bin Türkin und Deutsche. Hier sind wir nun, hier ist unser Haus. Von hier aus wechselten fünf meiner Kinder ins Paradies."
Genç: Er sagte, dass mich die Menschen in NRW mögen und respektieren würden und dass er sich sehr freuen würde, wenn ich zustimmte. Ich habe ihm gesagt, dass es mir eine große Ehre ist.
ZEIT ONLINE: Was wissen Sie von dem Kandidaten Joachim Gauck?
Genç: Ich muss gestehen, ich weiß nicht viel über ihn. Ich weiß nicht, was er über Themen denkt, die für Menschen wie mich wichtig sind. Mir wurden vor nun fast 20 Jahren zwei Töchter, zwei Enkel und eine Nichte genommen, einfach nur, weil wir Türken waren. Es gab keinen anderen Grund. Deshalb ist es nicht wichtig, was Herr Gauck bis jetzt gesagt hat, sondern was er als Bundespräsident sagen wird.
ZEIT ONLINE: Und was erwarten Sie von ihm?
Genç: Ich erwarte, dass er dem Land zeigt, dass der Wert eines jeden Menschen gleich ist, egal welche Herkunft, Religion oder Bildung er hat. Dass er alle Menschen in Deutschland vertritt. Dass er, und wir alle gemeinsam, unseren Kindern etwas hinterlassen, was Bestand hat. Vielleicht kann er bewirken, dass sich die Menschen wieder näherkommen.
ZEIT ONLINE: Den früheren Bundespräsidenten Johannes Rau haben Sie besser kennengelernt...
Genç: Ja, Gott hab’ ihn selig. Nach dem Brandanschlag hat er unsere Familie nicht allein gelassen. Zuerst als Ministerpräsident, dann als Bundespräsident. Zum Jahrestag des Brandanschlages, an dem unsere Tür für jeden Besucher offensteht, ist er oft später noch gekommen, brachte seine Frau und seine Kinder mit. Er saß dann bei uns auf dem Sofa, wir unterhielten uns. Er spendete uns Kraft. Er sagte: "Wer hier arbeitet, ist mein Landsmann." Ich hoffe, Herr Gauck wird ein bisschen wie Herr Rau!
ZEIT ONLINE: Sie sind Wahlfrau für die Christdemokraten – für die meisten Türken nicht gerade ihre Partei. Haben Sie gezögert?
Genç: CDU, SPD – wissen Sie, das Leben ist zu kurz, um über die Unterschiede von Parteien nachzudenken. Das ist mir nicht so wichtig. Wichtig ist der Respekt, den die Politiker ihren Wählern entgegenbringen. Und außerdem, Herr Laschet von der CDU hat nun mal als Erster gefragt!
ZEIT ONLINE: Sie sind die erste Wahlfrau mit Kopftuch.
Genç: Wirklich? Interessant. Tja, was soll ich dazu sagen. Ich bin so aufgewachsen, ich werde so sterben.
ZEIT ONLINE: Sind Sie aufgeregt?
Genç: Aufgeregt nicht. Ich bin es gewohnt, ständig interviewt zu werden und auch ins Fernsehen zu kommen. Aber ich bin gerührt, dass man mich gefragt hat, und auch stolz. Ich finde, es ist eine Ehre für jeden Staatsbürger, den Bundespräsidenten wählen zu dürfen.





Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/se
Deutschland braucht kein WIR-Gefühl, wie wissen wohin es führt wenn dieses Volk sich zu sehr als "wir" versteht. Ich persönlich sehe mich nicht als Deutscher, eher als Weltbürger.
Das glaub ich nicht.
gleich. Kann mir nicht vorstellen, dass Mutti das durchgehen lassen würde. Aber als Pfarrer muss Gauck über seinen Schatten springen und andere Religionen als gleichwertig verstehen. Mal schauen ob's klappt.
Auch mein tiefster Respekt für Frau Genc. Sich nach so einer Tragödie mit dem Land zu versöhnen erfordert sehr viel Größe.
Joachim Gauck wird selbstverständlich genau wie seine Vorgänger für Integration und Miteinander eintreten. Das hat er bereits angekündigt.
Ich wundere mich über die alarmistischen Töne einiger eifriger Kommentatoren. Man könnte beinahe den Eindruck gewinnen, sie wollten einen Bundespräsidenten, der ihre schlimmsten Vorurteile bestätigt, nur damit sie nicht zugeben müssen, sich gewaltig im Menschen Gauck geirrt zu haben.
Der Kommentar auf den Sie sich beziehen wurde bereits entfernt. Danke, die Redaktion/se
Deutschland braucht kein WIR-Gefühl, wie wissen wohin es führt wenn dieses Volk sich zu sehr als "wir" versteht. Ich persönlich sehe mich nicht als Deutscher, eher als Weltbürger.
Das glaub ich nicht.
gleich. Kann mir nicht vorstellen, dass Mutti das durchgehen lassen würde. Aber als Pfarrer muss Gauck über seinen Schatten springen und andere Religionen als gleichwertig verstehen. Mal schauen ob's klappt.
Auch mein tiefster Respekt für Frau Genc. Sich nach so einer Tragödie mit dem Land zu versöhnen erfordert sehr viel Größe.
Joachim Gauck wird selbstverständlich genau wie seine Vorgänger für Integration und Miteinander eintreten. Das hat er bereits angekündigt.
Ich wundere mich über die alarmistischen Töne einiger eifriger Kommentatoren. Man könnte beinahe den Eindruck gewinnen, sie wollten einen Bundespräsidenten, der ihre schlimmsten Vorurteile bestätigt, nur damit sie nicht zugeben müssen, sich gewaltig im Menschen Gauck geirrt zu haben.
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Die Dame sollte die Finger von Herr Gauk lasssen, sie verbrennt sich nur daran. Herr Gauk ist neoliberal. Eine Eigenschaft, die ausreicht nicht gewählt zu werden. meiner Meinung nach sollten Neoliberale über ihre Ideologie aufgeklärt und für ihr Handeln bestraft werden.
Der Bundespräsident kann nicht für sein Handeln bestraft werden, weil er keine Handlungsbefugnisse hat. Diese stehen der exekutiven Gewalt, sprich der Regierung, exklusiv zu.
Der Bundespräsident kann nicht für sein Handeln bestraft werden, weil er keine Handlungsbefugnisse hat. Diese stehen der exekutiven Gewalt, sprich der Regierung, exklusiv zu.
Deutschland braucht kein WIR-Gefühl, wie wissen wohin es führt wenn dieses Volk sich zu sehr als "wir" versteht. Ich persönlich sehe mich nicht als Deutscher, eher als Weltbürger.
Aber Sie sind ja auch kein Deutscher.
Was ist denn "Deutschland", wenn Sie "Weltbürger" sind? Und warum sprechen Sie dann davon, was "Deutschland" braucht oder nicht braucht, statt davon, was "die Welt" braucht oder nicht braucht, deren Bürger Sie vorgeblich doch sind.
Mit Ihrer deutschen Sonderbefindlichkeit der "Weltbürger"- Attitüde werden Sie in den (anderen) Ländern der realen Welt ganz sicher vor allem eines: nicht für voll genommen.
Im Gegenteil: Deutschland braucht mehr von diesem "Wir-Gefühl".
Viel, viel mehr. Gleichzeitig braucht Deutschland auch eine neue Definition vom "Deutsch sein". Nämlich dass Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft auch als Deutsche gelten. Als vollwertige Deutsche. Nicht als "Deutsche mit xyz Migrationshintergrund".
Dieses Land muss alle Kräfte mobilisieren, um die volle außenpolitische Souveränität zu erlangen, und nicht immer nach der Nase des "Westens" tanzen.
Sehe das genau wie Sie. Ein Wir-Gefühl impliziert, ein "Ihr-Gefühl". Wer sich zur Gruppe macht, zieht Grenzen. Es ist erschreckend wohin so etwas führen kann. ZB, dass sich "Stammdeutsche" plötzlich dafür aussprechen Ausländer abzuschieben, wenn sie ihnen nicht in den Kram passen. Oder auch den ganz normalen subtilen Rassismus des Alltags, der täglich Menschen aufgrund ihres Namens benachteiligt.
Weltenbürger, das sollten wir sein. Für alle Menschen Politik machen, auch für Ausländer, die im Ausland leben. Verantwortung für die Menschlichkeit und für die Würde aller Menschen. Wenn wir danach streben würden, hätten wir viele sinnlose Kriege nicht geführt.
Aber Sie sind ja auch kein Deutscher.
Was ist denn "Deutschland", wenn Sie "Weltbürger" sind? Und warum sprechen Sie dann davon, was "Deutschland" braucht oder nicht braucht, statt davon, was "die Welt" braucht oder nicht braucht, deren Bürger Sie vorgeblich doch sind.
Mit Ihrer deutschen Sonderbefindlichkeit der "Weltbürger"- Attitüde werden Sie in den (anderen) Ländern der realen Welt ganz sicher vor allem eines: nicht für voll genommen.
Im Gegenteil: Deutschland braucht mehr von diesem "Wir-Gefühl".
Viel, viel mehr. Gleichzeitig braucht Deutschland auch eine neue Definition vom "Deutsch sein". Nämlich dass Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft auch als Deutsche gelten. Als vollwertige Deutsche. Nicht als "Deutsche mit xyz Migrationshintergrund".
Dieses Land muss alle Kräfte mobilisieren, um die volle außenpolitische Souveränität zu erlangen, und nicht immer nach der Nase des "Westens" tanzen.
Sehe das genau wie Sie. Ein Wir-Gefühl impliziert, ein "Ihr-Gefühl". Wer sich zur Gruppe macht, zieht Grenzen. Es ist erschreckend wohin so etwas führen kann. ZB, dass sich "Stammdeutsche" plötzlich dafür aussprechen Ausländer abzuschieben, wenn sie ihnen nicht in den Kram passen. Oder auch den ganz normalen subtilen Rassismus des Alltags, der täglich Menschen aufgrund ihres Namens benachteiligt.
Weltenbürger, das sollten wir sein. Für alle Menschen Politik machen, auch für Ausländer, die im Ausland leben. Verantwortung für die Menschlichkeit und für die Würde aller Menschen. Wenn wir danach streben würden, hätten wir viele sinnlose Kriege nicht geführt.
Respekt für die menschliche Grösse der deutsch-türkischen Wahlfrau, Mevlüde Genc.
Die Gauck-basher sollten sich schämen.
diese Frau darf solch eine Aussage tätigen.
Das was ihr widerfahren ist gibt ihr das Recht dazu.
" .. Wichtig ist der Respekt, den die Politiker ihren Wählern entgegenbringen."
Wie wahr!
diese Frau darf solch eine Aussage tätigen.
Das was ihr widerfahren ist gibt ihr das Recht dazu.
" .. Wichtig ist der Respekt, den die Politiker ihren Wählern entgegenbringen."
Wie wahr!
Das glaub ich nicht.
Frau Genç, dass Sie nicht enttäuscht wird...
Sie hat schlimmstes Unglück erfahren durch den Verlust ihrer Angehörigen...
Alles Gute wünsche ich dieser Frau...
gleich. Kann mir nicht vorstellen, dass Mutti das durchgehen lassen würde. Aber als Pfarrer muss Gauck über seinen Schatten springen und andere Religionen als gleichwertig verstehen. Mal schauen ob's klappt.
Auch mein tiefster Respekt für Frau Genc. Sich nach so einer Tragödie mit dem Land zu versöhnen erfordert sehr viel Größe.
Er hat ja auch bisher keine Probleme damit gehabt. Er muss also einfach nur bleiben, wie er ist.
Er hat ja auch bisher keine Probleme damit gehabt. Er muss also einfach nur bleiben, wie er ist.
Aber Sie sind ja auch kein Deutscher.
Klingt wie eine Drohung....
Klingt wie eine Drohung....
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