Transfergesellschaft : Merkel verteidigt FDP im Schlecker-Streit

Die FDP ist Kritik ausgesetzt, weil sie den Mitarbeitern der insolventen Drogeriekette staatliche Kredithilfe verweigerte. Doch die Kanzlerin verteidigt die Blockade.
Schlecker-Markt in Berlin © Adam Berry/Getty Images

Die Bundeskanzlerin hat die FDP im Streit um die Schlecker-Insolvenz indirekt unterstützt. Nachdem die geplante Auffanggesellschaft für die etwa 11.000 Mitarbeiter am Widerstand der Liberalen scheiterte, hatte es massive Kritik am Vorgehen der FDP gegeben. Merkels Sprecher sagte nun, eine Auffanggesellschaft sei ein "Mittel aus der Zeit der Massenarbeitslosigkeit, als in Arbeitsämtern volle Flure waren und geringe Vermittlungschancen". Es gebe Gründe für eine Transfergesellschaft, und es gebe "sehr gute Gründe dagegen".

Die Bundesagentur für Arbeit stehe mit all ihren Mitteln an Vermittlungs- und Beratungsleistungen bereit. Angesichts der hohen Nachfrage nach Arbeitskräften sei zudem die Chance auf Wiederbeschäftigung in der Branche "durchaus gegeben". FDP-Chef Philipp Rösler habe als Wirtschaftsminister und damit als Mitglied der Bundesregierung gesprochen, als er die Weigerung seiner Partei begründete, die Gesellschaft zu unterstützen.

Auslöser war die bayerische FDP gewesen: Sie hatte der Auffanggesellschaft die Unterstützung versagt, nachdem nach langen Verhandlungen am Mittwoch Niedersachsen ausgestiegen war. Baden-Württemberg – das Land, in dem Schlecker sitzt – und Nordrhein-Westfalen wollten die notwendige Kreditbürgschaft von 71 Millionen Euro nicht allein stemmen. Der Plan scheiterte.

FDP-Politiker hatten zuvor den Widerstand ihrer Partei verteidigt. "Es ist so, dass man den Steuerzahler nicht in Haftung nehmen kann für jahrelange Fehlentscheidungen im Management und Fehlentwicklungen im Unternehmen", sagte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Die Entscheidung sei nicht leicht, aber richtig gewesen. Er sei zuversichtlich, dass die Schlecker-Mitarbeiterinnen über die Bundesagentur in neue Stellen vermittelt werden könnten.

Kritik aus den Reihen des Koalitionspartners CSU wies Zeil zurück. Der Kabinettsbeschluss sei einhellig gewesen. "Ich wundere mich, dass manche in der öffentlichen Debatte sich jetzt davonmachen wollen", sagte Zeil. Der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) hatte der FDP vorgeworfen, die Transfergesellschaft zuletzt nur aus politischen Gründen blockiert zu haben.

Der designierte FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Christian Lindner , unterstützte die Argumentation Zeils. "Der Staat kann nicht einem einzelnen Unternehmen zu Hilfe eilen", sagte er. Die Situation bei der Drogeriekette erinnere ihn an die Diskussion um Opel und den Baukonzern Holzmann. "Meine These ist, dass wir über Schlecker deshalb so intensiv diskutieren, weil es einmal 11.000 Mitarbeiter sind", sagte Lindner. "Wären es elfmal tausend, würde kein Mensch diesen Unternehmen zu Hilfe eilen."

Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle und Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) setzten sich gegen die Kritik zur Wehr. "Geld für etwas auszugeben, dass nach gutachterlicher Einschätzung nicht funktioniert, macht keinen Sinn", sagte Bode. Kein Einzelhändler oder Existenzgründer hätte unter diesen Umständen eine Bürgschaft des Landes erhalten. Brüderle sagte, der Staat dürfe in einer Sozialen Marktwirtschaft den Wettbewerb nicht aushebeln.

Kritik der anderen Parteien hält an

Die massive Kritik am Verhalten der FDP in den Schlecker-Verhandlungen hält derweil an. Die FDP habe durch die Ablehnung einer Auffanggesellschaft den Mitarbeiterinnen "die kalte Schulter" gezeigt, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Die "ordnungspolitischen Dogmatiker" der FDP seien Schuld daran, dass den Frauen nun die Arbeitslosigkeit drohe. "Es liegt jetzt bei der Wählerschaft, darüber zu entscheiden, was sie von solch einer Partei hält", sagte Kretschmann .

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles warf der FDP Profilierungssucht vor. "Ich bin stinksauer auf die FDP. Auf dem Rücken der Schlecker-Frauen will sie unbedingt Profil schinden", sagte Nahles. Die Entscheidung gegen eine Auffanggesellschaft erschwere zudem womöglich den Einstieg eines Investors bei der Drogeriemarktkette.

Die Schlecker-Transfergesellschaft war am gestrigen Donnerstag gescheitert , weil drei Länder mit FDP-Wirtschaftsministerium - Sachsen , Niedersachsen und Bayern - nicht bereit waren, sich an einer Kreditbürgschaft zu beteiligen.

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Kommentare

159 Kommentare Seite 1 von 19 Kommentieren

Die FDP ist doch fürsorglich

Hoteliers bekommen ihren Mövenpick-Steuererlass von der FDP.

Eigene FDP-Leute werden im Entwicklungshilfeministerium untergebracht, (das man ja eigentlich abschaffen wollte)
http://www.zeit.de/politi...

Und die ganzen Plagiat-Doktoren der FDP (http://tinyurl.com/3oamt95, http://tinyurl.com/3om9lel, http://tinyurl.com/8xgkgoe) dürfen natürlich trotz aller Peinlichkeit ihre Pöstchen behalten.

Nein, nein. Wären die 11.000 Schlecker-Frauen FDP-Mitglieder oder Hoteliers.... die Sache wäre glatt durchgelaufen.

Wissen Sie es nicht besser

oder verbreiten Sie absichtlich Falschmeldungen?

Die Senkung der Hotel-MwSt wurde 1998 durch Gerhard Schröder (SPD) auf EU Ebene ins Leben gerufen und seither und in vielen europäischen Ländern umgesetzt. Aus Angst vor Wettbewerbsnachteilen verlangten seither die Grünen, die SPD und die Linken die Umsetzung auch in Deutschland (zuletzt 2005). Nach Drängen Der Bayern-SPD hat sie auf Vorschlag der CSU schließlich 2009 Einzug in den Koalitionsvertrag gehalten, woraufhin sich die SPD sogar noch beschwert, dass man ihre gute Idee abekupfert hat!. Die FDP war die letzte Partei die dem schließlich zustimmte.
http://www.spd-landtag.de...
http://www.prosiebenproze...
http://bit.ly/H6GbQ1
http://bit.ly/GUksct
Peinlich nur für unsere Presselandschaft, dass nur die FDP dafür bluten mußte.

Das Entwicklungshilfeministerium sollte in der bisherigen Form abgeschafft oder umgebaut werden.
Es ist umgebaut worden und seither sehr effektiv.

Wen also wollen Sie mit Ihren Falschaussagen schützen?

Interessante Erkenntnis

Wenn das stimmt, dass die FDP hier für etwas geprügelt wurde und noch wird, was eigentlich Rot-Grün angeleiert hat, dann kann man zwei Sachen feststellen.

1. Die Medien bei uns sind in ihrer Berichterstattung noch tendentieller als viele denken.

2. Die FDP macht eine ziemlich schlechte Pressearbeit und Imagapflege, und sollte da mal etwas Nachhilfe von den Grünen oder anderen "wir sind die Guten und wollen die Welt verbessern" annehmen...

Auch beim konkreten Beispiel des Artikels scheint dies mal wieder so zu sein. Richtige Politik der FDP, aber wie schlecht kommt das in den Medien an! Wie wird die Partei dafür bluten müssen (na viel Blut ist nicht mehr übrig...)

Doch jeder sollte mal darüber nachdenken, welcher Politiker mehr Respekt verdient. Einer der unangenehme aber richtige Dinge auch gegen die breite Medienöffentlichkeit und alle anderen Parteien vertritt (mit ggf. schlimmen Konsequenzen für die eigene Wählbarkeit), oder jemand, der das Falsche mit dem Gefühl "es ist ja gut gemeint" fordert, wohl wissend, damit der Liebling der Medien und der Wähler zu sein.

Wissen Sie es wirklich nicht besser?

Ihr Kommentar ist ja ergreifend - aber wie das so ist, manchmal, mit der Herzensangelegenheiten:

etwas eingeschränkt in der Perspektive.

Die FDP, schreiben Sie, war "die letzte Partei" (sic!), die der Senkung der Hotel-MwSt "schließlich zustimmte".

Wie passt denn in Ihr Wunschbild dieser Edlen Recken, daß sich die gleiche FDP als einzige Partei diese Zustimmung als eigenen Fehler auf die Fahnen schrieb, und sich u.a. der damalige Generalsekretär Chr. Lindner dafür öffentlich nahezu entschuldigt hat?

http://www.zeit.de/politi...

Da sollten sie Ihr Vokabular vom "absichtlichen Vebreiten von Faschmeldungen" gegenüber anderen Kommentatoren vielleicht noch einmal überdenken, wenn Sie nicht in den Verdacht geraten wollen, hier nur als aktiver Parteifunktionär im Wahlkampfmodus ohne Rücksicht auf Fakten herumzubügeln.

Wissen Sie es wirklich nicht besser?

Das passt doch umso mehr wenn Lindner sich dafür entschuldigt, zeigt er doch Einsicht.
Aber nochmal: Wem konkret lasten Sie die Hotel-Steuer jetzt an, dem Urheber (SPD), jedem der sie verlangt (SPD, CDU, CSU, FDP, Grüne, Link), oder nur einer der Parteien?

Wenn es am fehlenden Wissen lag, ist der Vorwurf vom "absichtlichen Vebreiten von Faschmeldungen" natürlich zurückgezogen.

"Arbeit muss sich wieder lohnen"

...es kommt nur darauf an, um was für "Arbeit" und um was für einen "Arbeiter" - bzw. "Leistungsträger" es sich handelt. Nimmt man die Fälle Mövenpick und Schlecker zusammen, dann entpuppt sich die FDP aus Sicht mancher als eine heuchlerische Egoistenpartei. Sie braucht sich nicht zu beschweren, dass sie jetzt unter massivem Beschuss steht.

Und damit wir uns nicht falsch verstehen: es ging hier um eine Bürgschaft für eine Zwischenfinanzierung durch die KfW-Bank. Das für die Auffanggesellschaft vorgesehene Geld ist laut Insolvenzverwalter im Schlecker-Vermögen vorhanden - allerdings befindet es sich in Spanien und die Transferierung wird deshalb einige Zeit in Anspruch nehmen. Es wäre also kein Staatsgeld gebraucht worden.

Allerdings: jetzt wäre es nur konsequent, wenn Horst Seehofer die FDP aus der bayerischen Landesregierung werfen würde. Nur davon ist nicht auszugehen. Seehofer würde in diesem Fall Neuwahlen in Bayern riskieren. Die FDP flöge aus dem Landtag, die CSU auf die Oppositionsbank. Letzteres wäre Seehofers politisches Todesurteil - und in Berlin würde die CSU erst recht keine Rolle mehr spielen.

wem ich das anrechne?

Na, denen, die es zu verantworten habt: Schwarz/Gelb haben das als Bundesregierung exekutiert. Einfach und klar.

Und daß diese Exektution der Mövenpicksteuer angesichts des verherenden Echos in der Öffentlichkeit zu den peinlichen Reaktionen der FDP Führung führte, spricht nun wirklich nicht für diese FDP. Ganz im Gegenteil: das alte Wendehalssyndrom von anno 1982 - da war es wieder.

Das ist ja schön, dass Sie dies denen zurechnen, die es zu

verantworten haben - erstaunlich finde ich nur, dass Foristen wie Sie (vielleicht auch Sie persönlich) die rot-grünen Hartz-Gesetze, die rot-grüne Finanzmarkt-Deregulierung wiederum der FDP anlasten, weil solche Politik ja vom Geiste des Neoliberalismus` durchdrungen ist, so dass der eigentlich Schuldige natürlich niemand anderes als die FDP sein kann.

Reflektieren Sie und Ihresgleichen eigentlich mal, was Sie und Ihresgleichen so von sich geben?

Ich bin überhaupt nicht im falschen Forum gelandet, ich habe

mich nur darüber geäußert, dass (zugegeben: in anderen Foren) die Verantwortlichkeit für beschlossene Gesetze von Foristen wie Ihnen so, wie es gerade passt, verteilt wird. Dass die MWSt für das Hotel- und Gaststättengewerbe von allen, auch der LINKEN, gefordert wurde, interessiert nicht, Hartz und Finanzmarktliberalisierung können hingegen nur der FDP, weil deren Ideologie entsprechend, zugerechnet werden. Hoffentlich habe ich es wenigstens jetzt so erklärt, dass auch Sie es verstehen.

Das ist sehr schön....

....polemisch, aber man müsste schon unterscheiden. Bei der Mehrwertsteuer hatten alle wesentlichen Parteien ähnliche Steuern befürwortet, bevor die FDP die Maßnahme aktivierte und durchsetzte. Nachher kann jeder spotzen. Bei den Angestellten Schleckers geht es darum wieder Arbeit zu finden. Die Regierung darf doch nicht diese kleine Minderheit anderen Arbeitssuchenden vorziehen und besonders gut versorgen. Das wäre ein Bruch des Allgemeinheitsprinzips. Das wäre Willkür und eine ganz grauenhafte Präzedenz populistischen Regierens. Nur ein in politischen Wissenschaften Unbeleckter könnte das wollen, wenn er nicht selbst unerhört daraus Honig zieht.

Wie sich doch eine eingebildete Wirklichkeit festsetzen kann !

Es war für die CSU das MUSS, um den Koalitionsvertrag zu unterschreiben. Es war die CSU, die diese Senkung aktivierte und durchgesetzt hat.
Meine Güte, was die FDP ungeschickt gemacht hat, war, entgegen der Übung der sogenannten Volksparteien, eine Millionenspende ordnungsgemäß zu deklarieren. Seither geistert die Mär durch das Land, dass es eine liberale Initiative war.
Di FDP hat dem zugestimmt, weil sie es (wie alle anderen auch) im Programm hatte, es war aber keine Herzensangelegenheit wie bei der CSU oder bei den bayrischen Grünen, die ja sogar eine entsprechende Initiative organisiert hatten.

Die FDP ist sogar noch viel, viel fürsorglicher!

Der FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr, vor seinem Amt im Beirat der ERGO-Versicherungsgruppe tätig, beschließt als Minister eine private Pflegeversicherung einzuführen, von welcher sein ehemaliger (und zukünftiger?) Arbeitgeber hundertmillionenfach profitieren wird. Dazu muss man wissen, dass "Beirat" eine Bezeichnung für eine Stelle darstellt, welche dem finanziellen Arrangement zwischen einem Unternehmen und einem Lobbyisten den Anschein eines sauberen Arbeitsverhältnisses geben soll. Im Klartext sind viele sogenannte Beiräte Lobbyisten, welche ihren Einfluss auf die Politik und Politiker gegen Geld verkaufen. Mit Bahr ist nun einer solcher Typen direkt in einen Ministerposten gehievt worden.

In den letzten beiden Jahren hat die FDP nicht nur die Hoteliers gut versorgt, sondern auch die ohnehin bestbezahlte Berufsgruppe Deutschlands, die Zahnärzte. Der neue Abrechnungsschlüssel spült ihnen ca. 2 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich in die prallen Koffer zu Lasten der GKV und der Versicherten, welche für immer mehr Leistungen privat draufzahlen müssen. Daher werden immer mehr Versicherte sich genötigt sehen, eine private Zahnzusatzversorgung abzuschließen--ERGO!

Solange die FDP finanzielle Wohltaten direkt an ihre Klientelen verteilt, bleiben ihre marktwirtschaftlichen Prinzipien im Schrank, um dann plötzlich, frisch aufpoliert und strahlend, im Falle der Schlecker-Angestellten ins Tageslicht zu blinzeln.

Wie werden Hoteliers geschützt ?

Bei den Apothekern gebe ich Ihnen recht, obwohl dort auch viele Experten besondere Gründe anführen. Die Pharmaindustrie mußte gerade unter Bahr Sonderrabatt geben und die Krankenkassen sind wieder ins Plus gerutscht. Weitere Änderungen zu mehr Wettbewerb wird nur von der FDP gefordert, aber von CDU, SPD, Grünen und Linken abgeschmettert (siehe Gesundheitsfond unter SchwarzRot). Bei den Piraten kann ich leider gar nichts dazu finden, aber Sie sind toll. Zu den Hoteliers: Schröder hat bei der EU auf eine verminderte MwSt gedrängt, die meisten Länder haben dies eingeführt, alle Parteien SPD, Linke, FDP, Grüne und CDU/CSU haben das im Wahlkampf so gefordert, CSU hat das dann in den Koalitionsvertrag geschrieben von der FDP unterstützt, die Spende von "Mövenpick" kam 1 bis 2 Jahre später. Diese Lüge als Grund gegen die FDP zu bringen, ist ein Armutszeugnis für die politische Kultur in Deutschland. Wenn schon meckern dann aber über Sachen die die FDP selber verbrochen hat.

Mir kommen gleich die Tränen

@Snatcher, 11.57 Uhr: Ihrer Meinung nach sind es also harte Einschnitte für Pharmaindustrie und Apotheker, wenn die in Kumpanei mit der "bürgerlichen" Politik schamlos überhöhten Medikamentenpreise in Deutschland "erstmals" (!) wieder sinken.

Noch gibt es kein Naturgesetz, wonach die Gewinne von Pharmaunternehmen und Apothekern jedes Jahr steigen müssen. Dass sie es dennoch tun, hat viel mit Lobbyismus zu tun und mit der Verfilzung von CDU/CSU-, FDP-, Grünen- und selbst SPD-Politikern mit der mächtigen und finanzstarken Pharmabranche. Deren Chef-Lobbyistin Cornelia Yzer (Hauptgeschäftsführerin des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa), ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete), musste im Sommer 2011 gehen, weil sie es nicht geschafft hatte, den geringfügigen Gewinnrückgang der Branche zu verhindern. Die erfolgsverwöhnten "Leistungsträger" empfanden das wohl als Tabu- und Dammbruch.

http://www.spiegel.de/wir...

Diese Entscheidung war Richtig!

Erst haben die Gewerkschaften daran gearbeitet
Schlecker zu schaden ,
und nun soll wieder einmal der Steuerzahler bürgen
für gewerkschaftliche Umschulungen und Bewerbungskurse die keiner braucht!
Wenn man nun noch Herrn Rösler wieder zurück zieht hat die
FDP wieder Gute Chancen

Sinnlose Beiträge

Das Niveau der Beiträge in Presse und in zahlreichen Foren ist wirklich unterirdisch! Alle stürtzen sich auf die "armen Schleckerfrauen" und die "böse FDP". Vor allem in Bayern hat man die Wurzel des Bösen dabei ausgemacht.

Dabei waren es die Bayern die die Rettung sogar mitgetragen hätten. Niedersachsen und Sachsen haben die Transfergesellschaft verhindert. Und das mit Recht! Denn Fakt ist:

1. Eine Transfergesellschaft wird gegründet, wenn eine Überlastung der Agenturen auf Grund von lokalen Massenentlassungen zu befürchten ist. Die Betroffenen sind aber über weite Flächen verteilt. Eine Überlastung ist nicht zu erwarten und die Agenturen könnend die Aufgaben gleichwertig, wenn nicht sogar besser erfüllen.

2. Ein Übertritt der entlassenen Angestellten nützt vor allem Schlecker, da die Angestellten auf Kündigungsklagen und Abfindungen verzichten. Dies steigert den Wert und die Kreditwürdigkeit des Unternehmens im Verkaufsfall.

3. Der Arbeitsmarkt im Handel leidet unter Fachkräftemangel. Die Schlecker Angestellten werden daher vor allem in Oberzentren relativ schnell einen neuen Job finden.

4. Die Transfergesellschaft nützt den ländlichen Regionen wenig, denn es werden weder die Geschäfte erhalten, noch die Mitarbeiter schneller vermittelt. Der einzige Effekt ist eine faktische Verlängerung des ALG I. Mit welcher Begründung soll das sinnvoll sein?

Die Diskussion läuft daher auf ein reines FDP Bashing hinaus. Dabei gibt es doch genug objektive Ansatzpunkte für Kritik.

Sinnlose FDP

Mag sein.

Nur hat die FDP nicht aus marktpolitischen Gesichtspunkten gehandelt sondern allein aus parteipolitsichem Kalkül.

Würde die FDP sich selbst Ernst nehmen, dann würde sie den umfassenden Berufsschutz für Apotheker, Architekten, Rechtsanwälte usw. abschaffen und auch für das eigene verhätschelte Klientel den Freien Markt fordern.

Würde die FDP persönliche Leistung als Masstab anlegen, würden Plagiat-Doktoren und die "wohl faulste Politikerin" des EU-Parlaments rauswerfen.

Passiert natürlich nicht, den die FDP ist längst zu einer sinnlosen Partei spätrömischer Dekadenz verkommen.

Sehr geehrte tieftaucherin,

da wiedersprechen Sie sich selbst. Wenn Sie meine Argumente grundsätlich anerkennen, können Sie nicht im selben Atemzug der FDP parteipolitische Motive vorwerfen. Etweder sie hat richtihg gehandelt oder aus parteilpolitischen Gründen falsch.

Aus meiner Sicht stehen bei den Mitbewerbern parteipolitische Erwägungen viel stärker im Vordergrund. Hier versuchen Politiker auf eine Mitleidswelle aufzuspringen und sich auf Kosten der "armen Schleckerfrauen" zu profilieren.

Tja, die F.D.P. ...

Zitat 9: Nur hat die FDP nicht aus marktpolitischen Gesichtspunkten gehandelt sondern allein aus parteipolitsichem Kalkül.

Nach "marktpolitischen Gesichtspunkten"
müßte man dem Röslerchen und seiner F.D.P.
gratulieren:
mit nur zwei Prozent
der Wählerstimmen
ein Volk von zweiundschtzig Millionen
mitregieren.
Also an Effizienz, auch im Sinne der
Kosten-Nutzen-Rechnung,
ist das nicht zu überbieten.
Apropos "bieten":
aufgrund von rasantem Mitgliederschwund
bietet die F.D.P. auch - bei bestimmten Charakteren -
hervorragende Aufstiegs-Chancen.
Wer nicht bei "drei" auf den Bäumen ist,
ist mit dieser Partei schon im Europaparlament.
Also nix wie los (Sie müssen nur vorher Ihre Seele
meistbietend verkaufen) ...

Nicht zu Ende gedacht...

Ihr Punkt 2: "Ein Übertritt der entlassenen Angestellten nützt vor allem Schlecker, da die Angestellten auf Kündigungsklagen und Abfindungen verzichten. Dies steigert den Wert und die Kreditwürdigkeit des Unternehmens im Verkaufsfall."
ist ein sehr wichtiger Punkt. Nur ihre Schlussfolgerung daraus ist falsch. Es nützt dem Unternehmen Schlecker gar nichts, sondern bestenfalls dem Insolvenzverwalter. Die Auffanggesellschaft hätte den Wert des "Restunternehmens" gesteigert und somit den Verkauf ermöglicht. Die FDP hat mit dieser Entscheidung vermutlich einen Verkauf unmöglich gemacht und damit auch die noch eventuell verbliebenen Arbeitsplätze pulverisiert. Dem "Unternehmen" Schlecker dürfte dies völlig egal sein - Den vielen tausend entlassenen Mitarbeiterinnen von Schlecker und dem Steuerzahler aber nicht. Diese 1.2 Prozent Partei wird in ihrem blinden Populismus immer mehr zum existentiellen Risiko in unserer Gesellschaft!

Der Staat ist nicht für den Gläubigerschutz verantwortlich

Das Argument ist schon zu Ende gedacht, da ein höherer Verkaufswert nur den Gläubigern zu gute kommt. Das heißt in diesem Fall vor allem Zulieferer und Banken.

Dem Erhalt der Arbeitsplätze nützt dies wenig, da potentielle Käufer jede einzelne Filiale entsprechend ihrer Profitabilität bewerten werden. Filialen, die nicht profitabel sind werden geschlossen und der Rest wird weiter betrieben. Dabei ist es unerheblich ob diese unter dem Namen "Schlecker" geschieht, oder an einem ehemaligen Schleckerstandort ein neues Geschäft eröffnet wird.

Spassigerweise wurden die Schleckerangestellten...

...zur Unterschrift für die Transfergesellschaft gedrängt BEVOR diese auch nur finanziert war.

Das war auf jeden Fall ein Bärendienst für die Leute, da sie damit all ihre Rechte gegenüber dem Insolvenzverwalter für nichts aufgegeben hätten.

@Pete321: Sie sind also dafür, das Arbeitnehmer ihre guten Rechte aufgeben, nur damit ihr ExArbeitgeber besser wegkommt ?

10 000 verlorene Arbeitsplätze ?

Die Kommentare von trigger1980 gefallen mir am besten.Hier noch ein Argument.Vor ein paar Jahrzehnten trieb Schlecker und Co hunderttausende von kleinen Drogerien in die Pleite. Mit ihnen noch mehr Arbeitsplätze,ganze Familien lebten von einem Geschäft, Lehrlinge wurden ausgebildet,viel Arbeitsplätze gab es um die Ecke, man mußte nicht erst 50KM in die Arbeit fahren,da reichte oft 1 Auto in der Familie.
Nun sollen diese Leute auch noch mit Ihren Steuergeldern dem ehemaligen Konkurrenten Schlecker helfen ????
Wie wird denn das gerechtfertigt.
Warum wird nicht das Privatvermögen von H.Schlecker,in der Karibik oder sonstwo,gepfändet,seine Häuser verkauft , und mit dem Erlös die Arbeitslosengelder für die Schlecker-Frauen bezahlt? Das wäre doch mal eine gute Sache.
Denn wer hilft denn dem kleinen Handwerker oder Geschäft um die Ecke , wenn es ihm schlecht geht oder schließen muß, weil mal wieder ein Großer ( oft mit staatlichen Förderungen beglückt ) ihn in die Pleite gedrückt hat?

Utern21012

Woher wissen Sie wo Schlecker seine Millionen versteckt hat und woher wissen Sie wie viele Millionen er versteckt hat?
Das Schlecker ein mieser Arbeitgeber war bleibt auch meine Ansicht. Aber anstatt deutsches Steuergeld an die Banken oder im Ausland zu verplempern wäre es einmal sinnvoll gewesen Arbeitnehmern in Deutschland zu helfen. Nur da entzieht sich die FDP jeder Verantwortung.

Zustimmung

Es gibt da auch keine anderen rationalen Gründe etwas anderes als "Politgeplänkel" anzunehmen.
Das die Inso von Schlecker für sich genommen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein grosses Desaster ist, darf den Blick für geeignete Maßnahmen nicht trüben.
Es ist nur eine "Unverschämtheit", wenn sich Parteien wie SPD (Nahles) oder Grüne (Kretschmann) hier wild furchtelnd gegen die FDP oder andere aufregen, weil Schlecker nicht mit einer Transfergesellschaft ausgestattet wird. Kretschmann hat mit S21 genug zu tun, um seinen "hohen" Ansprüchen gerecht zu werden und Nahles muss sich wie die SPD um weitere verlorenen Stimmen kümmern...

Man merkt, die einen lenken ab, die anderen bereiten sich auf den Wahlkampf vor und am Ende kommen nur wieder die gleichen leeren Versprechungen ....