LuftverkehrTausende protestieren gegen Fluglärm

Auf den sechs größten deutschen Flughäfen haben Tausende Menschen gegen Fluglärm demonstriert. Sie kämpfen für ein strengeres Nachtflugverbot.

Fluglärmgegner demonstrieren am Flughafen von Frankfurt am Main.

Fluglärmgegner demonstrieren am Flughafen von Frankfurt am Main.

Tausende Menschen haben auf deutschen Flughäfen gegen Fluglärm demonstriert. Am künftigen Großflughafen Berlin Brandenburg protestierten nach Veranstalterangaben etwa zehntausend Fluglärm-Gegner. Das Aktionsbündnis für ein lebenswertes Berlin-Brandenburg wirft der Flughafengesellschaft in Berlin-Schönefeld vor, bewusst über Auswirkungen des Flugbetriebs getäuscht zu haben. Der Sprecher Matthias Schubert kritisierte die Weigerung beider Landesregierungen, ein Nachtflugverbot am neuen Flughafen inkraft zu setzen. Er kündigte wie in Frankfurt ab Juni wöchentlich eine Montagsdemo an. Ein strenges Nachtflugverbot müsse erreicht werden. "Wir werden nicht eher ruhen bis wir das geschafft haben", sagte er. Der neue Großflughafen in Berlin-Schönefeld wird am 3. Juni eröffnet.

In Frankfurt am Main stand die umstrittene Landebahn im Zentrum der Proteste. Knapp 3.000 Protestierende forderten: "Die Bahn muss weg". Auf Plakaten standen Sätze wie: "Ruhe geben wir erst, wenn wir wieder welche haben."

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Im Prozess um ein dauerhaftes Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen will das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 4. April das Urteil verkünden. Derzeit gilt dort ein vorläufiges Flugverbot zwischen 23 und 5 Uhr, das der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel im Herbst verhängt hatte. Ärzte, Politiker und Bürger aus Mainz hatten in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr gefordert.

Keine Beeinträchtigung für Fluggäste

Im Münchner Flughafen packten Demonstranten in einem Terminal ihre Brotzeit und Tischdecken mit Sprüchen wie "Fluglärm macht krank" aus. Sie wandten sich zudem gegen den Bau einer dritten Startbahn. Die Veranstalter erwarteten bis zu 500 Demonstranten. 

In Leipzig und Halle gingen 200 Fluglärm-Gegner auf die Straße. Der Organisator Michael Teske von der Interessengemeinschaft Nachtflugverbot zeigte sich enttäuscht über die geringe Teilnehmerzahl. "Wir haben mit mehr Menschen gerechnet", sagte er nach Ende der Proteste. "Viele haben wohl doch schon resigniert." Die Demonstranten forderten zumindest ein teilweises Nachtflugverbot für den Flughafen, an dem der Paketdienstleister DHL rund um die Uhr sein großes Frachtdrehkreuz betreibt.

Im Flughafen Köln-Bonn demonstrierten 450 Nachtfluggegner für mehr Ruhe. In Düsseldorf, dem drittgrößten deutschen Flughafen, machten 250 Anwohner ihrem Ärger Luft. Nach Angaben der Polizei kam es weder zu Beeinträchtigungen für die Fluggäste noch zu Verkehrsbehinderungen.  

 
Leserkommentare
  1. Sicherlich ist der nächtliche Lärm durch Flugzeuge für die Anwohner eine extreme Belastung. Aber merkwürdiger Weise wollen alle möglichst schnell und möglichst bequem an ihr Urlaubsziel kommen. Und hier liegt m.M. nach das Problem, wie auch in vielen anderen Bereichen, wir wollen alles und zwar sofort, aber keiner will die Konsequenzen dieses Wunschdenkens spüren. Wir müssen wieder lernen, dass es an uns liegt, damit die Belastungen nicht zu groß werden.

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    ...das ist aber naiv. Wer nicht unter dem Lärm leidet ist auch wenig sensibel für die Leute die das tun. Und was bitte erwartest du? Dass die Leute beim buchen ihres Pauschalurlaubs fragen wann der Flug geht? Der Markt geht immer auf Kosten derer die sich am wenigsten wehren, und er ist gnadenlos.

    Andersrum wird ein Schuh draus: man verbietet bestimmte Exzesse und der Preis passt sich nach oben an, der Pauschalurlaub wird etwas teurer und plötzlich entdecken viele, dass man zur Erholung nicht zwingend nach Ibiza muss.

    ...das ist aber naiv. Wer nicht unter dem Lärm leidet ist auch wenig sensibel für die Leute die das tun. Und was bitte erwartest du? Dass die Leute beim buchen ihres Pauschalurlaubs fragen wann der Flug geht? Der Markt geht immer auf Kosten derer die sich am wenigsten wehren, und er ist gnadenlos.

    Andersrum wird ein Schuh draus: man verbietet bestimmte Exzesse und der Preis passt sich nach oben an, der Pauschalurlaub wird etwas teurer und plötzlich entdecken viele, dass man zur Erholung nicht zwingend nach Ibiza muss.

    • Juarez
    • 24.03.2012 um 19:29 Uhr

    Ich wohne unmittelbar am Flughafen Köln/Bonn und kann die Proteste nicht nachvollziehen. Der "Lärm" hält sich wirklich in Grenzen. Ich frage mich ob ebenfalls wieder demonstriert wird, wenn jemand aufgrund der Durchsetzung des Verbotes seine DHL-Pakete zu spät bekommt.

    4 Leserempfehlungen
    • 15thMD
    • 24.03.2012 um 19:31 Uhr

    Zum einen trifft die Landebahn eine Wohngegend, in der so gut wie nur reiche Menschen wohnen. Ohne das jetzt fälschlicherweise unterstellen zu wollen, kann man davon ausgehen, dass diese Leute, wenn sie mit dem Demonstrieren fertig sind, erstmal Richtung Süden fliegen. D.h. sie haben den Bau selbst unterstützt.
    Zum anderen wurde in Berlin vor ein paar Jahren ein FLughafen stillgelegt, der mitten in der STadt war. Dort hat es sicher mehr Menschen betroffen, geschlossen wurde er aber trotzdem deswegen nicht, sonder aus finanziellen Gründen. Also warum die Menschen, die nah bei Frankfurt wohnen anders behandeln?
    Es gibt viele Menschen in Deutschland, die von Fluglärm belastet sind. Das ist nicht schön, aber unvermeidbar.

    Die größte Frechheit allerdings, die Sicherheit eine sehr kleine Minderheit betrifft, aber dennoch wegen seiner Dreistheit heraussticht: Einige Menschen, die vor einigen Jahren billig ein Grundstück gekauft haben, bei dem bekannt war, dass es von Fluglärm beeinflusst werden wird, wenn die Landebahn fertiggestellt sein wird. Trotzdem protestieren sie jetzt.

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    • 15thMD
    • 24.03.2012 um 19:34 Uhr

    Es trifft viele Wohngegenden, darunter sind auch solche mit reichen Bewohnern (das erste mal?), wie es z.B. in Berlin nicht der Fall war.

    ...die die Flughafenbetreiber letztendlich auch zahlen werden,weil es sicher preiswerter ist als neu zu planen. Auch gehen sie mit Entschädigungszahlen langwierigen Rechtsprozessen mit den Klägern aus dem Weg, denn Zeit ist Geld.Die Kläger werden die Taschen aufhalten und wohnen bleiben, denn Geld versüsst das Leben und der Fluglärm ist dann auch längst nicht mehr so schlimm.

    • 15thMD
    • 24.03.2012 um 19:34 Uhr

    Es trifft viele Wohngegenden, darunter sind auch solche mit reichen Bewohnern (das erste mal?), wie es z.B. in Berlin nicht der Fall war.

    ...die die Flughafenbetreiber letztendlich auch zahlen werden,weil es sicher preiswerter ist als neu zu planen. Auch gehen sie mit Entschädigungszahlen langwierigen Rechtsprozessen mit den Klägern aus dem Weg, denn Zeit ist Geld.Die Kläger werden die Taschen aufhalten und wohnen bleiben, denn Geld versüsst das Leben und der Fluglärm ist dann auch längst nicht mehr so schlimm.

  2. ob unter den Demonstranten auch Mitarbeiter der am Flughafen ansässigen Firmen incl. derer Zulieferer sind - dann Abmahnung wegen Betriebsschädigung.
    Bitte auch mal prüfen ob unter den Demonstranten auch Menschen sind, die Grundstücke oder Häuser zu vergünstigten Konditionen aufgrund von Beeinträchtigung durch Fluglärm erhalten haben - Von solchen Menschen Schadenersatz fordern.
    Bitte auch mal prüfen ob unter den Demonstranten auch Menschen sind, die den Flughafen selbst schon des Nachts benutzt haben - Von solchen Menschen Aufpreise fordern.

    2 Leserempfehlungen
    • 15thMD
    • 24.03.2012 um 19:34 Uhr

    Es trifft viele Wohngegenden, darunter sind auch solche mit reichen Bewohnern (das erste mal?), wie es z.B. in Berlin nicht der Fall war.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Heuchler!"
  3. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf die Austragung von Privatfehden und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf die Austragung von Privatfehden und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf die Austragung von Privatfehden und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn

    wird nicht über Nacht im Geheimen geplant und umgesetzt.
    Dass die Leute erst wieder laut werden wenn es zu spät ist (wie bei S21) ist bezeichnend.

    Auch dass von der neu betroffenen Sachsenhäuser Schicht keinerlei Empathie für die wirtschaftlichen Konsequenzen und Schwierigkeiten. Diese Leute sind in den seltensten Fällen Arbeiter.

    Beste Grüße

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf die Austragung von Privatfehden und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf die Austragung von Privatfehden und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn

    wird nicht über Nacht im Geheimen geplant und umgesetzt.
    Dass die Leute erst wieder laut werden wenn es zu spät ist (wie bei S21) ist bezeichnend.

    Auch dass von der neu betroffenen Sachsenhäuser Schicht keinerlei Empathie für die wirtschaftlichen Konsequenzen und Schwierigkeiten. Diese Leute sind in den seltensten Fällen Arbeiter.

    Beste Grüße

    • tchonk
    • 24.03.2012 um 20:10 Uhr

    Was soll eigentlich ein Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr?
    Soll das heißen, man braucht nur 6 Stunden Schlaf die Nacht? Gut, schlafen ist ja nur was für Konsumverweigerer und Faulpelze.

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    • thwe74
    • 24.03.2012 um 20:22 Uhr

    Über das Thema Fluglärm ist viel geschrieben worden und auch in Artikeln und Kommentarfunktionen viel diskutiert worden.
    Erschreckend, das immer wieder die gleichen dumpfen Argumente, in diesem Fall die Legende vom billigen Wohnraum, auf den Tisch kommen.
    Oder will mir jetzt einer von den Flughafenfans erzählen, das die Anwohner in Frankfurt bzw. aus den Nachbarstädten, welche nun im Bereich der neuen Startbahn leben bzw. von der Umleitung der neuen Flugrouten betroffen sind, dieses ja eigentlich schon immer hätten wissen müssen????? Jawoll, die müssen das genau gewusst haben, diese Billiglandaufkäufer!!!
    Aber vielleicht ist diese sich ständig wiederholende Argumentation auch so gedacht, das Sie sich in die Köpfe der Menschen/leser quasi "einbrennt", das man Sie einfach nachplappert......
    Oder ist doch was dran, das die von den Protesten betroffenden Wirtschaftsunternehmen gerne mal in Ihrem Sinne in den Kommentarfunktionen verschiedener Zeitungen schreiben lassen??

    3 Leserempfehlungen
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    ...vermute letzteres. Billigargumente die man nur aufwendig widerlegen kann und die pauschal und ohne nennenswerte eigene Empirie daherkommen. Der typische Rabulismus von Profi-Verleumdern.

    Es sollte in D gar keine Nachtflüge geben und damit meine ich von 20:00-6:00 oder etwas in der Richtung. Solange es Wirtschaftswachstum gibt, werden die Zumutungen für uns alle nämlich immer unerträglicher werden. Es gibt keinen Grund dem nicht frühzeitig und radikal Einhalt zu gebieten.

    Seit es die neue Landebahn in Frankfurt gibt, hat der Flugverkehr nicht zugenommen. Aber, die Zonen mit viel Lärm haben sich verschoben - für einige, für die es jahrelang sehr laut war, ist es jetzt auch leiser geworden. Daran zeigt sich: Das Problem ist viel grundsätzlicher. Es geht nicht um die neue Landebahn. Es geht darum, wieviel Flugverkehr wir uns zumuten wollen.

    Flüge sind erst dann vertretbar, wenn sie über eine gewisse Mindestdistanz führen oder z.B. Meere überwinden. Ein Flug von Frankfurt nach London ist aus meiner Sicht in Ordnung, ein Flug nach München dagegen ökologisch und auch ökonomisch Unsinn - mit dem Zug ist man schneller und entspannter in der bayerischen Hauptstadt.

    Am meisten Lärm und Dreck machen Flieger bei Start und Landung. Je weniger Strecke dazwischen geflogen wird, desto unsinnger wird das Fliegen. Hier müsste angesetzt werden. Kurzstreckenflüge sollten verboten werden - das würde Mensch und Umwelt in erheblichem Maße entlasten.

    ...vermute letzteres. Billigargumente die man nur aufwendig widerlegen kann und die pauschal und ohne nennenswerte eigene Empirie daherkommen. Der typische Rabulismus von Profi-Verleumdern.

    Es sollte in D gar keine Nachtflüge geben und damit meine ich von 20:00-6:00 oder etwas in der Richtung. Solange es Wirtschaftswachstum gibt, werden die Zumutungen für uns alle nämlich immer unerträglicher werden. Es gibt keinen Grund dem nicht frühzeitig und radikal Einhalt zu gebieten.

    Seit es die neue Landebahn in Frankfurt gibt, hat der Flugverkehr nicht zugenommen. Aber, die Zonen mit viel Lärm haben sich verschoben - für einige, für die es jahrelang sehr laut war, ist es jetzt auch leiser geworden. Daran zeigt sich: Das Problem ist viel grundsätzlicher. Es geht nicht um die neue Landebahn. Es geht darum, wieviel Flugverkehr wir uns zumuten wollen.

    Flüge sind erst dann vertretbar, wenn sie über eine gewisse Mindestdistanz führen oder z.B. Meere überwinden. Ein Flug von Frankfurt nach London ist aus meiner Sicht in Ordnung, ein Flug nach München dagegen ökologisch und auch ökonomisch Unsinn - mit dem Zug ist man schneller und entspannter in der bayerischen Hauptstadt.

    Am meisten Lärm und Dreck machen Flieger bei Start und Landung. Je weniger Strecke dazwischen geflogen wird, desto unsinnger wird das Fliegen. Hier müsste angesetzt werden. Kurzstreckenflüge sollten verboten werden - das würde Mensch und Umwelt in erheblichem Maße entlasten.

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