RegierungsbarometerWas die Deutschen von ihrer Regierung halten

Wie beurteilen die Bürger die Arbeit der Bundesregierung? Und wie sehr hängt dies von aktuellen Ereignissen ab? Das Regierungsbarometer von ZEIT ONLINE gibt Antworten. von 

Seit Mai 2011 stellt das Institut YouGov an jedem Werktag rund 1.500 wahlberechtigten Deutschen folgende Frage: "Sind Sie mit der Leistung der Bundesregierung zufrieden?" Die Antwortmöglichkeiten: "Ja", "Nein" und "Weiß nicht". Aus dem Unterschied zwischen Ja- und Nein-Stimmen wird das "Government-Approval-Rating" (GAR) errechnet, also sinngemäß ein Index für die Zufriedenheit der Deutschen mit der Regierung.

Sind beispielsweise 80 Prozent der Befragten unzufrieden und 20 Prozent zufrieden, ergibt das einen Wert von -60.

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YouGov ist das erste Institut, das einen solchen repräsentativen Wert auf werktäglicher Basis für die deutsche Regierung erhebt. In Großbritannien und den USA hingegen sind solche Regierungsbarometer seit Jahren fest etabliert: Die "presidential job approval ratings" messen die Zufriedenheit mit der Arbeit des jeweiligen US-Präsidenten und gelten als einer der wichtigsten Hinweise für die politische Stimmung im Land.

Ab sofort veröffentlicht ZEIT ONLINE dieses Regierungsbarometer fortlaufend . Außerdem dokumentieren wir darin wichtige politische Ereignisse, die möglicherweise Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung haben.

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Welche Ereignisse für die Meinung der Deutschen über ihre Regierung tatsächlich entscheidend sind, und ob sich diese dann konkret auf die Umfragen auswirken, ist allerdings Interpretationssache. Denn YouGov fragt die Bürger nicht nach Gründen für ihre Zufriedenheit oder Unzufriedenheit.

Auch reagiert das Regierungsbarometer mit einem gewissen Verzug. Aktuelle Ereignisse können in den Befragungen erst dann eine Rolle spielen, wenn die Befragten von ihnen wissen und die Berichterstattung dazu verfolgt haben. Die Tragweite mancher Vorgänge wiederum entpuppt sich oft erst im Laufe der Zeit. Zu denken ist etwa an die Wulff-Affäre . Als Mitte Dezember 2011 die ersten Vorwürfe gegen den damaligen Bundespräsidenten bekannt wurden, änderte sich an den Werten des Regierungsbarometers nichts Wesentliches. Erst Anfang Januar sank die Zufriedenheit der Bürger mit der Regierung deutlich – die Berichterstattung über Wulff hatte da gerade einen neuen Höhepunkt erreicht.

Die deutschen Werte sind seit vergangenem Mai im Langfrist-Trend leicht angestiegen, wenn auch auf dramatisch niedrigem Niveau: Seinen Tiefpunkt erreichte der Index am 27. September 2011 bei -77,798. Der Unterschied zwischen Unzufriedenen und Zufriedenen lag also bei fast 78 Prozentpunkten. Und selbst der bisher beste Wert, gemessen am 15. Februar 2012, liegt noch bei -61,788.

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Leserkommentare
    • Klarke
    • 29. März 2012 21:20 Uhr

    ...dies ist Deutschland und so gerne hier auch gearbeitet und erfunden wird, aber das Maß ist voll. Soll die sich wen anderes suchen, der sie durchfüttert.

  1. er besteht aus genau einer Frage.

    Ok, das ist kein sehr üppiges Angebot, entspricht umfangmäßig damit aber nahezu den gängigen Intelligenztests, wie sie z. B. in der Primatenforschung oder zur Vorauswahl zu DSDS eingesetzt werden.

    Notorische Nörgler werden natürlich einwenden, dass die Antwort "nicht zufrieden" sowohl bedeuten kann: 'die Regierung taugt nichts' als auch 'nicht schlecht, aber es könnte besser sein'.

    Nun ja, es gibt auch Leute, die Jazz mögen oder Lichtenberg lesen. Auf die wenigen kommt es aber nicht an.

    Die Umfrage richtet sich in ihrer geistigen Schlichtheit vielmehr an den Durchschnittswähler, der gewohnt ist, in der Wahlkabine sein politisches Analphabetenkreuzchen bei der Partei seiner Wahl zu machen, ohne mit tiefergehenden Fragen behelligt zu werden, ob das Kreuzchen der Partei an sich gilt, dem symphatisch grinsenden Kanzlerkandidaten, nur Teilen des Wahlprogramms, ein Protestkreuzchen ist oder einfach nur Macht der Gewohnheit.

    Man weiß es nicht. Und so genau will es auch keiner vom Wähler und Bürger wissen. Man will schließlich keine schlafenden Hunde wecken.

    Antwort auf "Wer manipuliert"
  2. Redaktion

    Liebe/r Horizonte,
    Der Fragenkatalog besteht nur aus der einen Frage, die wir auch im Text nennen: "Sind Sie mit der Leistung der Bundesregierung zufrieden?" Die Antwortmöglichkeiten darauf: "Ja", "Nein" und "Weiß nicht".

    Antwort auf "Wer manipuliert"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    kann man schon erkennen, wie beschränkt aussagekräftig so ein Foren-Umfragebarometer ist. Im Grunde steht prognostisch schon das Ergebnis bei der einzigen Fragestellung fest:
    "Sind Sie mit der Leistung der Bundesregierung zufrieden?"
    Wer könnte da, bei welcher Regierung auch immer, uneingeschränkt mit "Ja" antworten?
    "Nein" ist folglich vorprogrammiert.

    Das ganze Barometer ist eine einzige populistische Verdummungs-Show

    • ribera
    • 29. März 2012 21:56 Uhr

    Zu vielen Themen kann man getrost SPD und Grüne mit einbeziehen. Insbesondere wenn es um Euro-Rettungsschirme und Fiskalunion geht.
    Aktuell scheint es so, dass die "Allparteienregierung heimlich eine Verfassungsänderung vorbereitet, um Bürgern den Gang nach Karlsruhe zu erschweren.
    Siehe hier:
    http://www.deutsche-mitte...

    http://www.radio-utopie.d...

    Gleichzeitig gebe ich dieses als Anregung für eine journalistische Recherche.

    Antwort auf "Nicht meine Regierung?"
  3. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Kommentaren an der Diskussion. Danke, die Redaktion/ls

  4. Eine Regierung die seit zwei Jahren ständig behauptet keine neuen Milliarden für den Rettungsschirm zu reservieren und das genau einen Tag später tut, ist keine Regierung eines Volkes. So geschehen diese Woche wieder. Am Sonntag behaupten CDU Führungskräfte mit 750 Milliarden sei endgültig die Schmerzgrenze erreicht, heute stimmen diese Leute zu, noch einmal 250 Milliarden drauf zu packen. Man regiert mit einer Partei, die faktisch keine Wähler mehr hat und einen Blödsinn nach dem anderen verzapft, und wundert sich. Der Ausverkauf Deutschlands hat begonnen, Geld für Banken, Geld für Europa, Geld für Manager, bezahlen muss das alles der Bürger.

  5. Ja Monopoly

  6. 16. Schach

    Wenige spielen Schach,aber viele Monopoly

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Bundesregierung | Regierung | Bevölkerung | Berichterstattung | Bundespräsident | US-Präsident
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