Terrorprozess: Der islamistische Lebenslauf des Ahmad S.
Erst die Pleite, dann die Moschee, schließlich Wasiristan – wie ein Terrorverdächtiger in die Fänge von Al-Kaida geriet, zeigt eine Verhandlung am Gericht in Koblenz.
So smart treten Terrorverdächtige selten auf. Ahmad S. (37) betritt den Gerichtssaal im schwarzen Anzug, der Kragen des dunkelblauen Hemdes steht lässig offen. Die Haare sind akkurat frisiert, der Deutschafghane hat sich auch gründlich rasiert. Wie ein islamistischer Wüterich wirkt S. nicht, vielleicht ist das sein Kalkül. Doch schon die Hand- und Fußfesseln signalisieren: Der Mann ist gefährlich. Die Bundesanwaltschaft sieht in S. ein Mitglied von Al-Kaida, das in Afghanistan kämpfte und Deutschland angreifen wollte. Und das maßgeblich dazu beitrug, dass sich im November 2010 der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) veranlasst sah, die Republik mit einer Terrorwarnung zu schocken.
So hat am Montag der Prozess gegen Ahmad S. am Oberlandesgericht Koblenz auch mit einer teils drastischen Anklage begonnen. Der Angeklagte habe von Pakistan aus in Telefonaten mit seiner Familie in Hamburg geschwärmt, er schieße "auf die Ärsche der Amerikaner", trägt Bundesanwalt Bernd Steudl vor. Und er schildert, was S. zugegeben hat. Dass er im März 2009 mit seiner Frau, einem jüngeren Bruder und einem weiteren Islamistenpaar nach Pakistan reiste. Dort brachte ein Kontaktmann die Gruppe nach Wasiristan zur "Islamischen Bewegung Usbekistans" (IBU). Wasiristan ist das Wespennest des islamistischen Terrors. Von hier aus agieren Al-Kaida, die Taliban, usbekische Banden und Militante anderer Herkunft, auch Deutsche.
Die IBU war die erste Station für Ahmad S. und den Bruder Sulaiman. Sie wurden an Waffen geschult und wirkten als Statisten bei einem Propagandavideo mit. Im April 2009 spielte sich im Camp ein Familiendrama ab, das auf den Fanatismus vor allem bei Ahmad S. schließen lässt. Der einst aus Afghanistan geflüchtete Vater kam aus Hamburg ins gefährliche Wasiristan und flehte seine Söhne an, nach Deutschland zurückzukehren. Doch Ahmad S. wollte den Dschihad nicht aufgeben. Auch Sulaiman blieb, aus Solidarität mit dem Bruder.
Ahmad S. kannte 9/11-Terrorist Motassadeq
Die beiden verließen jedoch im Juli 2009 die IBU, da ihnen weder der Drill noch das Essen schmeckten. Ahmad und Sulaiman S. wechselten zu Al-Kaida, dort war auch das monatliche "Gehalt" mit 8000 Rupien (etwa 70 Euro) fünfmal so hoch. Dennoch konnten die Eltern von Deutschland aus dann Sulaiman zur Rückreise bewegen. Ahmad hingegen ließ sich auf den Plan des Al-Kaida-Funktionärs Scheich Yunis al Mauretani ein, nach einer Schulung in konspirativen Techniken in die Bundesrepublik einzusickern – um dort als Schläfer "Aufträge" entgegenzunehmen, mit denen die Wirtschaft "geschwächt" werden sollte.
Beim Versuch, mit seiner Frau über Afghanistan nach Europa zu gelangen, setzten ihn die Amerikaner im Juli 2010 in Kabul fest. In den Verhören berichtete S. von den Al-Kaida-Plänen, die deutschen Behörden bekamen es mit. Im April 2011 lieferten ihn die USA in der Bundesrepublik ab.
Im Prozess sagt er, die gescheiterten Versuche, in Hamburg mit einer Bäckerei und einem Reisebüro eine Existenz aufzubauen, hätten ihn 2007 zum Islam zurückgebracht. "Als ich total pleite war, bin ich wieder zur Moschee gegangen." Doch nicht zu irgendeiner. Ahmad S. besuchte die Al-Kuds-Moschee, in der einst die Selbstmordpiloten des 11. September 2001 gebetet hatten. Überraschend erzählt S. auch, schon kurz nach "9/11" in der Moschee gewesen zu sein. Und dass er Munir al Motassadeq kannte, der wegen seiner Hilfe für die Täter des 11. September eine lange Haftstrafe verbüßt. Aber dann flicht S. ein, von 2003 bis 2007 habe er "total aufgehört", sich mit Religion zu befassen.





""Als ich total pleite war, bin ich wieder zur Moschee gegangen." Doch nicht zu irgendeiner. Ahmad S. besuchte die Al-Kuds-Moschee, in der einst die Selbstmordpiloten des 11. September 2001 gebetet hatten."
Vielleicht sollte die BRD Moscheen, in denen sich solche Leute treffen um Terrorakte zu planen, einfach mal schließen oder abreißen, um so ein Zeichen zu setzen: Wer den Islam so auslegt wie Al-Qaida, der hat in diesem Land nicht mehr das Recht, ein "religiöses" Gebäude zu unterhalten.
Die Empörung in der islamischen Ländern wäre wahrscheinlich gar nicht so groß, wie viele es befürchten.
Was macht denn für Sie Deutsche zu Deutschen?
Die "Supergefährlichen Terroristen" sind in der Regel elende Stümper oder V-Männer. Oft genug wohl beides...
Und trotzdem reicht es für Terrorwarnungen, Angst in der Bevölkerung, und Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nehmen zu.
Sind wir Deutsche zu dumm zu erkennen welches Spiel hier mit uns gespielt wird?
Ja, möglicherweise.
Könnte aber deutlich besser werden, wenn die Medien (auch die Zeit!) sich mal dazu durchringen könnten, mehr der Wahrheit genüge zu tun als in vorauseilendem Gehorsam die feuchten Träume unserer Innen- und andere Minister zu unterstützen...
Ich muss einen vollkommen anderen Artikel gelesen haben.
Der Artikel beschreibt recht sachlich einen Totalversager. Nirgendwo wird Terrorhysterie geschürt, nirgendwo wird vom "Superterroristen" geschrieben. Also was ist Ihr Problem?
Auch die Terrorwarnungen durch den damaligen Innenminister wurden von der Bevölkerung allenfalls zur Kenntnis genommen. Von wegen Hysterie.
Das einzige, was hier aufgeregt ist, ist ihr Kommentar, der nicht einmal ansatzweise die Realität widerspiegelt. Wie war gleich Ihre Überschrift?! Genau.
Die Integration scheint ja nicht besonders erfolgreich gewesen zu sein.
Leider wird in dem Artikel nichts über die Nationalität vermeldet.
Sorge macht mir hingegen , dass auch Frau und Bruder nicht durch gelungene Integration auffallen. Die Erziehung durch den Vater liess wohl auch zu wünschen übrig. Da diese Personen offenbar ebenfalls keinem geregelten Beruf nachzugehen scheinen, von dem sie Urlaub genommen haben um ein Sabbatical in Waziristan zu verbringen sollte Ihr Anspruch auf Hartz 4 doch dringend überprüft werden.
3. Schlussfolgerung
"Als ich total pleite war, bin ich wieder zur Moschee gegangen." Doch nicht zu irgendeiner. Ahmad S. besuchte die Al-Kuds-Moschee, in der einst die Selbstmordpiloten des 11. September 2001 gebetet hatten."
--Man muß davon ausgehen,dass dieser Mensch nicht der einzige ist,der in diesen Mustern denkt und man sollte sich in Europa
über die Folgen für alle klar werden.--
Ich möchte dies aus aktuellem Anlass nochmal betonen.
Wer (subjektiv) am Ende ist, greift nach allem, was er findet. In Deutschland bietet sich schon nach dem Reden der Grosseltern der "alte Adolf" an, in der Schweiz das "Reduit" aus der Zeit des zweiten Weltkriegs und ein gläubiger Mensch findet in Katechismen etwelcher Religionen sein Heil, womit er dann halt manchmal auch anfängt seine Umgebung zu "missionieren" oder zu belästigen. Da Erfolg durchaus auch mit Leistung zu tun hat, sollte es aufhorchen lassen, wenn repetitiv Misserfolge auftreten, da es dann oft nicht einfach "konjunkturelle" Gründe sind. Das "Windei" aus Toulouse war den (untätigen) Behörden vorher sehr wohl bekannt und hätte so behördliche Reaktion ermöglicht. Allein seine Waffensammlung hätte auffallen müssen.
Wenn andererseits zuviele "Looser" auftauchen, besteht das Risiko einer Ghettoisierung und Absonderung, sodass einer Gesellschaft nicht gut tut, wenn man zusehr alles durch- und wegrationalisiert. So hätte jener Mann als kleiner Bäcker der Gesellschaft wohl mehr gedient, als nun, wo das Gefängnis anfängt zu kosten.
Es macht wohl nur Sinn, Strukturen zu schliessen, die ausschliesslich und massenhaft "ismen" verbreiten mit vorwiegend schwarz-weissem Inhalt. Das kann eine Moschee sein, aber in irgendeiner nicht so offiziellen kirchlichen Gemeinschaft kann prinzipiell das Gleiche erzählt werden.
Der Mensch, besonders in der Masse, ist halt manchmal verführerisch nach dem Motto: "Wollt ihr den totalen...?" Sie wollten!!!
Wer (subjektiv) am Ende ist, greift nach allem, was er findet. In Deutschland bietet sich schon nach dem Reden der Grosseltern der "alte Adolf" an, in der Schweiz das "Reduit" aus der Zeit des zweiten Weltkriegs und ein gläubiger Mensch findet in Katechismen etwelcher Religionen sein Heil, womit er dann halt manchmal auch anfängt seine Umgebung zu "missionieren" oder zu belästigen. Da Erfolg durchaus auch mit Leistung zu tun hat, sollte es aufhorchen lassen, wenn repetitiv Misserfolge auftreten, da es dann oft nicht einfach "konjunkturelle" Gründe sind. Das "Windei" aus Toulouse war den (untätigen) Behörden vorher sehr wohl bekannt und hätte so behördliche Reaktion ermöglicht. Allein seine Waffensammlung hätte auffallen müssen.
Wenn andererseits zuviele "Looser" auftauchen, besteht das Risiko einer Ghettoisierung und Absonderung, sodass einer Gesellschaft nicht gut tut, wenn man zusehr alles durch- und wegrationalisiert. So hätte jener Mann als kleiner Bäcker der Gesellschaft wohl mehr gedient, als nun, wo das Gefängnis anfängt zu kosten.
Es macht wohl nur Sinn, Strukturen zu schliessen, die ausschliesslich und massenhaft "ismen" verbreiten mit vorwiegend schwarz-weissem Inhalt. Das kann eine Moschee sein, aber in irgendeiner nicht so offiziellen kirchlichen Gemeinschaft kann prinzipiell das Gleiche erzählt werden.
Der Mensch, besonders in der Masse, ist halt manchmal verführerisch nach dem Motto: "Wollt ihr den totalen...?" Sie wollten!!!
Wer (subjektiv) am Ende ist, greift nach allem, was er findet. In Deutschland bietet sich schon nach dem Reden der Grosseltern der "alte Adolf" an, in der Schweiz das "Reduit" aus der Zeit des zweiten Weltkriegs und ein gläubiger Mensch findet in Katechismen etwelcher Religionen sein Heil, womit er dann halt manchmal auch anfängt seine Umgebung zu "missionieren" oder zu belästigen. Da Erfolg durchaus auch mit Leistung zu tun hat, sollte es aufhorchen lassen, wenn repetitiv Misserfolge auftreten, da es dann oft nicht einfach "konjunkturelle" Gründe sind. Das "Windei" aus Toulouse war den (untätigen) Behörden vorher sehr wohl bekannt und hätte so behördliche Reaktion ermöglicht. Allein seine Waffensammlung hätte auffallen müssen.
Wenn andererseits zuviele "Looser" auftauchen, besteht das Risiko einer Ghettoisierung und Absonderung, sodass einer Gesellschaft nicht gut tut, wenn man zusehr alles durch- und wegrationalisiert. So hätte jener Mann als kleiner Bäcker der Gesellschaft wohl mehr gedient, als nun, wo das Gefängnis anfängt zu kosten.
Es macht wohl nur Sinn, Strukturen zu schliessen, die ausschliesslich und massenhaft "ismen" verbreiten mit vorwiegend schwarz-weissem Inhalt. Das kann eine Moschee sein, aber in irgendeiner nicht so offiziellen kirchlichen Gemeinschaft kann prinzipiell das Gleiche erzählt werden.
Der Mensch, besonders in der Masse, ist halt manchmal verführerisch nach dem Motto: "Wollt ihr den totalen...?" Sie wollten!!!
Bitte bemühen Sie sich um sachliche Äußerungen und verzichten Sie auf Polemik und Provokationen. Danke, die Redaktion/fk.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren