Leserartikel

SPDDie Chancen einer offenen Kandidatenwahl

Die SPD könnte von einer offenen Wahl ihres Kanzlerkandidaten profitieren, meint Leser Hanno Magnus. Sie sollte die Idee nicht so schnell verwerfen.

Die SPD-Troika aus Peer Steinbrück, Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier steckt in der Klemme, schreibt Veit Medick auf Spiegel Online. Durch die Aussicht auf Wahlerfolge bei den bevorstehenden Landtagswahlen steige der Druck, jetzt endlich die Kanzlerkandidaten-Frage zu klären. Zögern könne der Partei als "Mutlosigkeit" ausgelegt werden.

Die Frage ist nicht nur, wann sich die SPD festlegt. Spannend ist auch, wie sie ihren Kandidaten für die Bundestagswahl bestimmt. Sigmar Gabriel hatte selbst eine Kandidaten-Kür nach amerikanischem oder französischem Vorbild ins Gespräch gebracht. Mitglieder und Sympathisanten der SPD könnten in einer Urwahl den Herausforderer für Angela Merkel bestimmen. Von dieser Idee scheint die Parteiführung aber inzwischen wegen innerparteilicher Widerstände abgerückt zu sein: Viele Mitglieder wollen ihr Wahlrecht offenbar nicht mit Außenstehenden teilen.

Dabei hätte die Idee durchaus ihren Charme. Sie würde der SPD öffentliche Aufmerksamkeit während des innerparteilichen Wahlkampfs garantieren. Die vorbildliche Transparenz bei einer so wichtigen Entscheidung könnte ihr einen Stimmenzuwachs bescheren. Große Änderungen an der Parteisatzung wären vermutlich nicht notwendig. Daher überrascht es schon, dass die Idee einer Kampfkandidatur derzeit nicht diskutiert wird.

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Die Bedingungen für eine öffentliche Kandidatenwahl sind ideal. Mit ihrer Troika hat die SPD drei Politiker mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen zur Hand. Gabriel, Steinbrück und Steinmeier arbeiten gut zusammen. Warum sollte sich das ändern, wenn sie in der Wahl um die Kanzlerkandidatur gegeneinander antreten? Gewiss erfordert es von ihnen eine gewisse Disziplin, einen öffentlichen Wahlkampf nicht in Streitigkeiten ausarten zu lassen. Vielleicht erfordert es auch das Ehrenwort, im Fall einer Niederlage den Sieger im Duell mit Merkel zu unterstützen.

Eine offen ausgetragene Kandidatenwahl wäre in jedem Fall besser, als eine hinter verschlossenen Türen getroffene Entscheidung. Die SPD sollte zumindest noch einmal ausführlich über die Idee diskutieren.

 
Leserkommentare
  1. die drei selbsternannten Kanzlerkandidaten und Frau Nahles braucht niemand. Diese Personen verhindern eine Linke Mehrheit. Schon der rechte Kanzler Schröder hat dieses Land gespalten. Nach der NRW Wahl wird sich vielleicht in der Machtstruktur einiges ändern. Warten wir es ab.

    4 Leserempfehlungen
    • hirmer
    • 01.04.2012 um 10:36 Uhr

    - mitstimmen. Auch, wenn's das gäbe, gleichzeitig bei einer offenen Vorwahl der CDU. (SPD und CDU würden sich über die Vorwähler nicht austauschen - dürften sie wegen Datenschutz auch nicht).

    Das ist ja gerade der Reiz von offenen Vorwahlen, dass auch die Gegner der jeweiligen Partei sich die/den am wenigsten störenden Kandidat(in|en) aussuchen können.

    Ich bin da voll dafür! Ich würde bei den Vorwahlen jeder demokratischen Partei mitmachen und dazu aufrufen. Selbst bin ich z.Z. bei der APO zu verorten.

    Macht nur feste so weiter!

    Grüsse aus Karlsruhe

    Harald Artur Irmer

    Antwort auf "Absurd.,,"
  2. Redaktion

    Hier in Frankreich hat die offene Vorwahl der PS dermaßen gut funktioniert, dass die Idee sogar in der (jetzigen) Regierungspartei UMP viele und einflussreiche Anhänger gewonnen hat. Weder Populismus noch Manipulation von außen und dergleichen haben das Bild bestimmt. Da können sich die Deutschen von den Franzosen etwas abgucken!

    2 Leserempfehlungen
  3. 20. Die SPD

    müsste hier in Wiesbaden erstmal überhaupt wieder demokratisch werden.
    Obwohl die aller größte Mehrheit der Mitglieder gegen einen Verkauf der städtischen Kliniken sind, setzt sich die Spitze über Ihre Mitglieder hinweg.
    Die haben wahrscheinlich wie die CDU Backsisch bekommen von den Rhön Klinikum AG und schwingen die antidemokratische Flagge hoch und höher

    2 Leserempfehlungen
  4. Ich halte das für vollkommen utopisch, weil sich der amerikanische und der deutsche Wähler in einem entscheidenden Punkt unterscheiden: der amerikanische Wähler mag die Competition, das knallharte Rennen, das mit allen Bandagen zur politischen Kultur dazu gehört und dazu da ist, die Kandidaten zu grillen und auf ihre Tauglichkeit für das Weiße Haus zu prüfen. Der deutsche Wähler mag dagegen Geschlossenheit. Das ist eine reine Mentalitätsfrage. Ich glaube nicht, dass einer der drei Kandidaten der SPD einen öffentlichen Vorwahlkampf über Monate hinweg durchstehen würde, ohne dabei bereits vor Beginn des Bundestagswahlkampfs entscheidend beschädigt zu werden. Für die Medien wäre so ein kannibalistischer Hahnenkampf ein gefundenes Fressen. Jede Differenz in der Sache würde als innere Zerrissenheit der gesamten Partei ausgelegt werden. Zumal es in Deutschland auch noch mindestens zwei konkurrierende Oppositionsparteien gibt, die sich so einen internen Schaukampf ersparen, während in den USA die Opposition als ganzer Block diesen Vorwahlkampf austrägt (oder eventuell nach zwei Amtsperioden beide politischen Blöcke). Nicht mal die SPD ist so masochistisch, um sich dieses Theater anzutun.

    • zimra
    • 02.04.2012 um 7:46 Uhr

    General Custer (Peer Steinbrück)
    das ist der mit der Kavallerie sicher verzichten können.

    Eine Leserempfehlung
  5. nicht zu ihren programmatischen Wurzeln zurückkehrt, ist vollkommen egal wer Kandidat ist und wie lange die K-Wahl noch offen bleibt. In der derzeitigen Verfassunf ist sie schlicht unwählbar.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    zurück. Von den Sozialdemokraten ist doch heute kaum noch einer in der SPD. Geblieben ist eine Lobbypartei der Hochfinanz und DAX-Konzerne.
    Doe SPD lebt heute nur nich davon, dass ein Teil der Wähler das nicht mitbekommen hat, weil er sich nicht für Politik interessiert.

    zurück. Von den Sozialdemokraten ist doch heute kaum noch einer in der SPD. Geblieben ist eine Lobbypartei der Hochfinanz und DAX-Konzerne.
    Doe SPD lebt heute nur nich davon, dass ein Teil der Wähler das nicht mitbekommen hat, weil er sich nicht für Politik interessiert.

  6. zurück. Von den Sozialdemokraten ist doch heute kaum noch einer in der SPD. Geblieben ist eine Lobbypartei der Hochfinanz und DAX-Konzerne.
    Doe SPD lebt heute nur nich davon, dass ein Teil der Wähler das nicht mitbekommen hat, weil er sich nicht für Politik interessiert.

    Antwort auf "Solange die SPD "

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