Leserartikel

BundespräsidentWulffs Ehrensold ist nicht vertretbar

Christian Wulff sollte auf die Staatsbezüge von 200.000 Euro jährlich verzichten, meint Leserin Asmaa Nail. Denn verdient hat er sich den Ehrensold nicht.

Der Haushaltsausschuss hat den Ehrensold für Ex-Bundespräsident Christian Wulff bewilligt. 200.000 Euro bekommt er pro Jahr. Das Präsidialamt hat wahrscheinlich auch ein Büro mit Mitarbeitern für den ehemaligen Präsidenten beantragt. Und das, obwohl gegen ihn ermittelt wird. Ist das moralisch vertretbar? Hat er sich das wirklich verdient?

"Es waren objektive Umstände für eine erhebliche und dauerhafte Beeinträchtigung der Amtsausübung gegeben", gab das Bundespräsidialamt in einer Erklärung an. Natürlich war seine politische Arbeit beeinträchtigt. Aber der Grund war, dass Christian Wulff selbst die Fehler begangen hat, die seine Amtsausübung nicht mehr möglich machten.

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Unabhängig davon hat er während seiner Amtszeit nichts Nennenswertes geleistet. Es waren unspektakuläre 20 Monate. Ich erinnere mich an seine Rede zum Tag der Deutschen Einheit: "Der Islam gehört zu Deutschland", sagte er. Endlich jemand, der sich für die Integration einsetzt, dachte ich damals. Aber ich hatte zu viel erwartet.

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Warum also hat er sich den Ehrensold verdient? Weil er uns allen zeigte, dass man es mit unmoralischem Verhalten weit bringen kann?

Die Politiker heben das Rentenalter auf 67 Jahre an, aber Wulff schicken sie mit 52 in Rente. Ich wäre froh, wenn der Staat zu uns so großzügig wäre. Wenn Christian Wulff nicht in seinem alten Beruf arbeiten kann, dann kann er sich durchaus arbeitslos melden.

Ich hoffe, dass er an sein Interview vor seinem Amtsantritt denkt. Zum Ehrensold sagte er damals: "Ich denke, da muss ein Zeichen gesetzt werden. Das wird man verändern müssen." In einem anderen Interview sagte er: "Ich möchte bis zum 67. Lebensjahr mit eigener Arbeit das erwirtschaften, was ich verdiene."

Sollte er das Geld annehmen, dann wäre es eine Schande für das Amt des Bundespräsidenten und eine Ohrfeige für die Steuerzahler.

 
Leserkommentare
  1. Diese Frage müsste aufgegriffen werden und viel intensiver diskutiert werden....
    Mir fehlen Informationen darüber, was es denn für politische Gründe gewesen sein sollten, die ihn zum Rücktritt zwangen? Wulff war innen- wie aussenpolitisch angesehen.....oder welche politischen Gründe waren es? Die Konflikte entstanden doch auf Grund seines persönlichen Verhaltens, nicht seiner politischen Wirkung. Das müsste diskutiert werden. Jetzt von Wulff verlangen, Ansprüche, die ihm, da nun mal das Gesetz so entschieden hat wie es entschieden hat, rechtsmässig zustehen, nicht geltend zu machen, finde ich insofern überzogen, denn: Wer würde tatsächlich auf ein lebenslanges Gehalt in der Höhe verzichten, das einem rechtsmässig zusteht? Das ist absurd und das ist auch respektlos der Person und dem Amt gegenüber, weil man das Problem nun als moralischen Appell an Wulff übergibt. Ich finde, man sollte eher überlegen, warum es zu diesem Urteil kam, und warum alle, z.B: auch A. Nahles in ihrem ersten Statement dazu, nicht diese Frage aufgriff.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Rechte"
  2. 58. niemand

    hat die Absicht, ihm ein Büro zu verbieten. Es steht ihm frei, auch 10 zu gründen, zu welchem Zwecke auch immer - aber nicht auf Kosten der Steuerzahler.
    "Mit Büro usw. kann er zeigen, was er in Freiheit für uns drauf hat." Seit wann braucht ein Pensionär ein Büro, Dienstwagen etc? Welche "Dienstgeschäfte sollen das sein, die er dann ausübt? Oder fiele das unter Existenzgründerzuschuß des Arbeitsamtes? Jener fällt aber üblicherweise deutlich begrenzter aus.

  3. Ehre wem Ehre gebührt, aber Herr Wulff hat dem Amt keine Ehre gemacht und keinen ehrenvollen Abschied verdient. Er hat mehr als nur die Würde des Amtes verletzt. Und das allein aus PERSÖNLICHEN Gründen. Was bitteschön ist an charakterlichem Fehlverhalten "politisch"? Ehrensold und Privilegien stehen ihm einfach nicht zu! Die ganze Affäre ist zutiefst peinlich und trägt massiv dazu bei, dass das Vertrauen der Bürger in die Kaste "Politiker" nur noch weiter ruiniert wird. Eine Schande. "Gesicht wahren" wäre möglich gewesen mit Einsicht in Fehler, Demut und Bescheidenheit. So kann man sogar wieder Glaubwürdigkeit und Respekt verdienen, vgl. Margot Käßmann. Aber Herr Wulff scheint mir da ein völlig hoffnungsloser Fall. Wenn wenigstens Frau Merkel, die uns diesen BP eingebrockt hat, ihre Fehleinschätzung in der Person "Wulff" eingestehen würde...

  4. Auf den Ehrensold zu verzichten wäre für Wulff gar nicht so einfach. Dieses einzigartige Ruhestandsgehalt hat noch mehr Interessenten. Da wäre neben der 1. Frau noch Bettina Wulff. Die wäre damit auch versorgt, sollte sie eines Tages das von Glamour befreite Leben eines wenig gefragten Ex-Bundespräsidenten nicht mehr teilen wollen. Nicht weniger prekär ist die Versorgungslage den zukünftigen Präsidenten Joachim Gauck, kommt doch seine noch verheiratete Ehefrau auch in den Genuss, während seine derzeitige Lebensgefährtin leer ausgehen würde.

    Ich wäre nicht überrascht, wenn Christian Wulff hinsichtlich der Frage des Ehrensolds, Dienstwagens, Büro und Zapfenstreichs ganz schön Druck von einer anderen Seite bekommt, als dem Steuerzahler, der sich darüber nur noch wundert.

    • Demke
    • 08.03.2012 um 15:42 Uhr

    reduziert werden auf 50.000. Ansonsten alle ehemalige Präsidenten sollten auf 200.000€ verzichten, denn keiner hat es verdient.

    • Creo
    • 08.03.2012 um 18:27 Uhr

    Anstatt endlich gemeinsam zu sagen: Genug jetzt! ..diskutieren wir hier noch. Am schlimmsten sind die Foristen und Mitbürger die Wulff auch noch verteidigen.. Die dümmsten Schweine suchen sich den Metzger selbst aus, oder so ähnlich..

    Wulffs Ehrensold ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Normalbürger.. Ich darf als Kind der Arbeiterklasse heute noch mein Bafög zurückzahlen. Und als Angestellter des öffentlichen Dienstes dürfte ich mir nicht mal ein kleines Fehlverhalten erlauben! Und obwohl ich in den letzten JAhren Reallohnverluste hinnehmen mußte soll ich jetzt nicht zu viel fordern oder am Besten nix! Schon klar das die öffentlichen Kassen leer sind, möchte mal wissen was unsere ganze Politikerkaste so kostet im Jahr. Die verdienen Fürstlich sogar wenn sie nicht mehr im "Job" sind, und wir sollen den Kopf hinhalten. Wir wollen auch mal Anerkennung für unsere gute und ehrenvolle Arbeit! Aber klar ich zahle so einem wie Wulff natürlich gerne n Auto ne Sekretärin und 200000 im Jahr.

    Wulffs Verhalten und Lebensauffassung sind das LETZTE. Leider kann man das für soviele in diesem Land unterschreiben die in Amt und "Würden" stehen..

    Und wir glauben die Russen lassen sich hinters Licht führen;-)

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Am schlimmsten sind die Foristen und Mitbürger die Wulff auch noch verteidigen ...

    Wulffs Ehrensold ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Normalbürger"

    Denken Sie, dass Wutbürgertum mit viel Kritik und wenig Substanz eine lebenswerte Gesellschaft schafft? Wohl eher nicht. Hohe Gehälter für Spitzenkräfte sind Fakt - oder, welcher Fußballverein kann mit "ehrenamtlichen" Spielern oben mithalten. Dann kommt natürlich der weise Schluß, dass alle hohen Einkommen abgeschafft werden sollten - das hatten "wir" doch in der DDR - da wollten viele nur noch weg. In den USA werden die Wahlkämpfe von Milliardären gesponsert - und funktioniert es dort schlecht. Wenn sich etwas real existierend in fortschrittlichen Gesellschaften durchgesetzt hat - dass Spitzenkräfte hohe Einkommen haben - dann sollte zumindest ein Gedanke sein, dass dies notwendig zur Leistungserstellung ist, denn zur Handlungsfähigkeit gehört nun einmal ein finanzielles Budget. Da muß ich sogar sagen, dass es vorbildlich war, etwas Luxusleben vorzuführen - denn beruflicher Aufstieg soll sich wieder lohnen - und dann hat man Haus, Grundstück, Garten und feiert seine Feste im In- und Ausland, d.h. da sind nicht Schulden vorhanden, sondern da ist Vermögen auf dem Konto und Besitz in Grundbüchern eingetragen - das nennt man Motivation für die nächste Generation. Jeder ist seines Glückes Schmid - doch die eigene Erfahrung besagt, dass es oben viel unangenehmer ist als unten.

    "Am schlimmsten sind die Foristen und Mitbürger die Wulff auch noch verteidigen ...

    Wulffs Ehrensold ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Normalbürger"

    Denken Sie, dass Wutbürgertum mit viel Kritik und wenig Substanz eine lebenswerte Gesellschaft schafft? Wohl eher nicht. Hohe Gehälter für Spitzenkräfte sind Fakt - oder, welcher Fußballverein kann mit "ehrenamtlichen" Spielern oben mithalten. Dann kommt natürlich der weise Schluß, dass alle hohen Einkommen abgeschafft werden sollten - das hatten "wir" doch in der DDR - da wollten viele nur noch weg. In den USA werden die Wahlkämpfe von Milliardären gesponsert - und funktioniert es dort schlecht. Wenn sich etwas real existierend in fortschrittlichen Gesellschaften durchgesetzt hat - dass Spitzenkräfte hohe Einkommen haben - dann sollte zumindest ein Gedanke sein, dass dies notwendig zur Leistungserstellung ist, denn zur Handlungsfähigkeit gehört nun einmal ein finanzielles Budget. Da muß ich sogar sagen, dass es vorbildlich war, etwas Luxusleben vorzuführen - denn beruflicher Aufstieg soll sich wieder lohnen - und dann hat man Haus, Grundstück, Garten und feiert seine Feste im In- und Ausland, d.h. da sind nicht Schulden vorhanden, sondern da ist Vermögen auf dem Konto und Besitz in Grundbüchern eingetragen - das nennt man Motivation für die nächste Generation. Jeder ist seines Glückes Schmid - doch die eigene Erfahrung besagt, dass es oben viel unangenehmer ist als unten.

  5. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/au.

  6. "Am schlimmsten sind die Foristen und Mitbürger die Wulff auch noch verteidigen ...

    Wulffs Ehrensold ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Normalbürger"

    Denken Sie, dass Wutbürgertum mit viel Kritik und wenig Substanz eine lebenswerte Gesellschaft schafft? Wohl eher nicht. Hohe Gehälter für Spitzenkräfte sind Fakt - oder, welcher Fußballverein kann mit "ehrenamtlichen" Spielern oben mithalten. Dann kommt natürlich der weise Schluß, dass alle hohen Einkommen abgeschafft werden sollten - das hatten "wir" doch in der DDR - da wollten viele nur noch weg. In den USA werden die Wahlkämpfe von Milliardären gesponsert - und funktioniert es dort schlecht. Wenn sich etwas real existierend in fortschrittlichen Gesellschaften durchgesetzt hat - dass Spitzenkräfte hohe Einkommen haben - dann sollte zumindest ein Gedanke sein, dass dies notwendig zur Leistungserstellung ist, denn zur Handlungsfähigkeit gehört nun einmal ein finanzielles Budget. Da muß ich sogar sagen, dass es vorbildlich war, etwas Luxusleben vorzuführen - denn beruflicher Aufstieg soll sich wieder lohnen - und dann hat man Haus, Grundstück, Garten und feiert seine Feste im In- und Ausland, d.h. da sind nicht Schulden vorhanden, sondern da ist Vermögen auf dem Konto und Besitz in Grundbüchern eingetragen - das nennt man Motivation für die nächste Generation. Jeder ist seines Glückes Schmid - doch die eigene Erfahrung besagt, dass es oben viel unangenehmer ist als unten.

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