Rechtsextremismus : NPD-Vize hatte Kontakt zu Zwickauer Terrorgruppe

Der Kontakt der NPD zum Nationalsozialistischen Untergrund NSU war offenbar enger, als bisher bekannt. Einer der Mordverdächtigen fuhr NPD-Vize Schwerdt im Auto.

Mitglieder der Extremistengruppe Nationalsozialistischer Untergrund ( NSU ) hatten offenbar zumindest zeitweise engere Kontakte zur NPD-Führung. Bundesvize und Thüringer Landeschef Frank Schwerdt sagte der ARD , dass Uwe Mundlos, eines der mutmaßlichen NSU-Mitglieder, Ende der neunziger Jahre mindestens ein Mal als Fahrer für ihn arbeitete. Auf einem der ARD vorliegenden Foto vom 17. Januar 1998 ist er außerdem mit der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe bei einer Demonstration in Erfurt zu sehen.

Zudem soll ein Helfer der untergetauchten NSU-Mitglieder den NPD-Funktionär Schwerdt um Unterstützung für die Gruppe gebeten haben. Damals war Schwerdt Bundesgeschäftsführer der Partei. Er sagte, er habe jedoch nicht helfen können und wollen.

Schwerdt soll auch ein politischer Förderer des Thüringer NPD-Funktionärs Ralf Wohlleben sein, der in Untersuchungshaft sitzt und die rechtsextreme Gruppe mit einer Waffe versorgt haben soll.

Schwerdt ist seit etwa 20 Jahren in der rechtsextremen Szene aktiv, er hat mehrfach gemeinsam mit Helfern der NSU-Gruppe in der NPD zusammengearbeitet. Insider schätzen ein, dass es ohne ihn den Thüringischen Heimatschutz niemals gegeben hätte. Das ist die Kameradschaft , aus der die drei Mitglieder der NSU stammen.

Die NSU-Mitglieder Zschäpe, Mundlos und Uwe Böhnhardt werden für neun Morde an Einwanderern und den Mord an einer Polizistin in den Jahren 2000 bis 2007 verantwortlich gemacht. Zuletzt lebte die Gruppe unerkannt im sächsischen Zwickau .

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Kommentare

54 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Polemischer Artikel

Auch wenn ich selbst kein Freund der NPD ist:

Dass ein NPD-Politiker Kontakt zu den Zwickauern Straftätern hatte, ist selbstverständlich kein Beweis dafür, dass dessen Gesinnung oder Handeln sich im Bereich des Strafrechts bewegt.

Allein die gemeinschaftliche Nennung der Namen erweckt den Anschein, dass man hier eine zweckorientierte Affinität herzustellen sucht.

[...]

Nur zur Erinnerung: Nicht jeder linke Aktivist hieß automatisch gut, was seinerzeit die RAF anrichtete...

Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de Die Kommentarfunktion nutzen Sie bitte zur Diskussion der Artikelinhalte. Danke, die Redaktion/fk.

drei Fragen

An welcher Stelle wird in dem Artikel formuliert oder nur nahe gelegt, dass Schwerts "Gesinnung oder Handeln sich im Bereich des Strafrechts bewegt".?

Und wie kommen Sie auf die Idee, dass eine Gesinnung überhaupt mit den Kategorien des Strafrechts zu fassen sei?

Warum machen sie die Zeit dafür verantwortlich, dass Herr Schwert sich selber in Zusammenhang mit den Rechtsterroristen bringt?

Wusste der NPD-Vize Schwerdt Ende der neunziger Jahre,

dass Mundlos zwischen 2000 und 2006 als Mörder tätig werden würde?

Mörder in den Kategorien links und rechts einzuordnen führt nur zur Eröffnung von Nebenkriegsschauplätzen, die vom Wesentlichen ablenken:

Das waren Mörder!

PS. Es macht auch keinen Sinn, krampfhaft zu versuchen, die NPD mit derart schwachen Argumenten anzugreifen. "Mundlos hat einmal als Fahrer für Schwerdt gearbeitet": Damit wird man keinen Richter sonderlich beeindrucken können, geschweige denn einem NPD-Verbot näherkommen..

8 Phaenologos:

"Es könnte nämlich auch gut sein, dass es eine direkte Verbindung zwischen dem Kontakt zu dem NPD-Funktionär und der späteren Betätigung als Mörder besteht."

Mehr außer diesen Mutmaßungen hat auch der hier debattierte Artikel nicht zu bieten. Genauso wie die inzwischen über 400 ermittelnden Kriminalisten und Justizbeamten im "NSU-Terrorgruppenfall".

"Aber stimmt, es hat ja nie irgendwas mit diesen Einzeltätern zu tun. Die Hetze von NPD, Sarrazin und Konsorten ist ja völlig wirkungslos."

Die Art, wie Sie hier den SPD-Mann Sarrazin und die NPD in einem Atemzug nennen, läßt tiefe Einblicke in Ihre Intentionen zu. Kann es damit zu tun haben, daß Sarrazin wegen seiner "nicht hilfreichen" Äußerungen bei gewissen politischen und medialen Kreisen, die hierzulande die Deutungshoheit beanspruchen, unangenehm aufgefallen ist?

Auch wenn er Mängel hat:

Noch leben wir in einem Rechtsstaat, in dem man Beschuldigten ihre Taten nachweisen muss.

Sie schrieben: "Es könnte nämlich auch gut sein, dass es eine direkte Verbindung zwischen dem Kontakt zu dem NPD-Funktionär und der späteren Betätigung als Mörder besteht."

Natürlich könnte es sein, aber man müsste es beweisen können. Wenn Sie es können gehen Sie zur nächsten Staatsanwaltschaft und legen Sie Ihre Beweise vor. Ich bin sicher, die werden sich freuen!

Auch wenn ich die Thesen von Sarazin für Unfug halte - auch den Philosemitismus der ererbten höheren Intelligenz, ihn mit der NPD gleichzusetzen spricht nicht für Sie.

Sehr geehrter vongestern,

Ihre Kritik ist mehr als berechtigt! Sowohl in der wahl der Artikelüberschrift wie in einigen Kommentaren läßt sich ein grundlegender Mangel an von Vertrautheit mit etablierten rechtsstaatlichen Verfahrensweisen erkennen.

Weder Legalitätsprinzip noch der Sachbeweis nach StPO scheinen Gewicht zu haben, solange dem politischen Feindbild nur mit einem befremdlichen Vernichtungswillen begegnet wird, denn "mann" steht ja auf der Seite der "Guten". Und es ist offenkundig das letztere immer ein wenig gleicher sind als der Rest.

Auch wenn dazu Verfahrensweisen bemüht werden, die jedem rechtsstaatlichen Verfahren Hohn sprechen und bestenfalls noch im Hexenhammer zu finden sind!

Es ist halt herrlich Richter, Ankläger und... zu sein, denn der Rechtsstaat ist was der "politisch korrekte Mensch" mit einer guten Portion Willkür gerne selbst festlegt.

Als "Sachbeweis" reicht dann halt die Hexenprobe!

MfG Karl Müller

Anschein von Normalität

Nazipropaganda sieht gleich aus: Sie fängt mit "Auch wenn ich kein Freund der NPD bin ..." und endet mit dem Versuch der Gleichsetzung von Nazitum und Sozialdemokratie. Wenn man die einzelnen Bausteine vergleicht, ist das Schema schnell erkannt. Faschistisches Gedankengut wird mit allgemeinen Aussagen kombiniert. Es soll der Anschein von Normalität erweckt werden. Die Sensibiliserung dafür ist heute nicht genügend gegeben. Wenn der gesamte Kommentarstrang mit solchen Äusserungen gespickt ist, besteht Handlungsbedarf. Die Anzweiflung der Gesinnung des NPS-Vize ist lächerlich, die geistige Brandstiftung eindeutig.

NS Propaganda wohlwollend moderiert

Sie verfälschen den Kommentar @Redaktion/fk durch gezielte Moderation und nehmen ihm damit seine Aussage, wobei Sie die Kritik daran vollständig löschen. Sind Sie sich der Tragweite dieser Vorgehenseweise bewusst. Seien Sie versichert, dass dies alles dokumentiert wird, löschen wird nicht helfen. Die peinliche Referenz auf die Kommentarfunktion ist wirklich ausser jeder rationalen Begründung. Die Verharmlosung des Nazitums und seiner Ableger hat der Gesetzgeber ausführlich festgehalten. Die Vorgehensweise ist ein Missbrauch Ihrer Moderationsrechte. Wenn Sie die ursprüngliche Aussage verfälschen und damit der Netiquette anpassen, sind Sie auch dafür verantwortlich. Die berechtigte Replik löschen Sie vollständig, obwozhl auf Artikelthema eingegangen wird. Damit vermitteln Sie den Eindruck, dass hier ungestraft Nazipropaganda publiziert weden kann und bei Bedarf hilfreich angepasst wird, der Widerstand dagegen aber vollständig unterdrückt wird. Sie verfügen über genügend Informationen um die Gesinnung des entsprechenden Users zu identifizierung. Spätestens nach dem Sie darauf aufmerksamn gemacht wurden, sollten Sie sich auch ernsthaft damit beschäftigt haben. Persönliche Befindlichkeiten sollten hier keine Rolle spielen. Es geht allein um die Sache. Das aber scheint ein Standard zu sein, der bisher nicht erreicht wurde.

Dieser Kommentar ist belbstversändlich dokumentiert und für den Zweck der Beschwerde archiviert.

Billige Rhetorik

Sie verwenden hier ziemlich billige rhetorische Tricks.
Halten Sie sich für einen Anwalt? Der hat in der Tat das recht, die Straftäter vor Gericht zu verteidigen, solnage er sich nicht mit diesen gemein macht.
Etwas völlig Anderes spielt sich hier im Forum ab.
Diese an der Grenze zur Halluzination liegenden Verschwörungstheorien der geistigen Unterstützer der Nazimörder, es habe die Gruppe gar nicht gegeben, oder die Straftat sei ihnen nicht nachgewiesen oder ähnliches Gewäsch entspricht der üblichen Haltung der Rechten.
Immer auf die Harte solange man in der Überzahl ist, dann aber ist das Gewinsel groß: Man hat entweder nichts gewusst, oder war gar nicht beteiligt oder habe nur seine Pflicht getan.
Eine besondere Widerwärtigkeit ist die neue Masche der Rechten, Verstösse gegen demokratische Gepflogenheiten im Umgang mit ihnen wahrzunehmen. Es gibt wohl kaum eine extreme Richtung, die in den letzten Jahren so viel Unterstützung durch die Staatsorgane erfahren hat, wie die Rechtsradikalen. Und dennoch fühlen Sie sich verfolgt? [...]

Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/ls

Ich weiss nicht,

ob ich Ihre Rhetorikspielchen bewundern oder verabscheuen soll. Aber nochmal langsam und für einfach Strukturierte:
Zunächst habe ich mich nicht zu Fragen des Rechtsstaates geäußert, sondern dazu, dass nicht wenige hier im Forum permanent mit irgendwelchen albernen Verschwörungstheorien aufwarten. Diese Ablenkungsmanöver sind jämmerlich.
Es geht hier in der Diskussion um Berichterstattung der Presse und die hat solange von Dönermorden gesprochen wurde, keiner der Meckerer hier beanstandet.
Aber vielleicht erklären Sie mir doch mal, warum man bei den Nazi-Aufmärschen momentan so oft das PaulchenPantherlied hört? Ich unterstelle hier eine Art von Befriedigung, die keineswegs klammheimlich ist.
An solchen Stellen pfeife ich persönlich dann allerdings auf rechtsstaatliche Tricksereien, mit denen die gleichen Leute sowas überhören, die auch nicht erkannt haben wollen, dass bei zehn Morden identische Projektile auftauchten.

Sehr geehrter Phaenologos,

wenn Sie mit dem Bemühen um Klarheit der Begriffe genau solchen Schwierigkeiten wie mit der StPO haben, dann ist das erstmal Ihr Problem.

Die Gratulation zur Retorik erwidere ich ob Ihrer künste gerne.

Der griffige TT "Dönermorde" ist durchaus sekundär, für einen Aktendeckel ausreichend; wenn "die Presse" das so auswählt......

Was die Todesursachenfeststellung angeht, nun da gibt es durchaus Schwierigkeiten. Denn allein die Tatsache dass in verschiedenen EV die gleiche Waffe benutzt wurde, sagt für sich garnichts über die mögliche politische Motivation des Schützen aus.

Aus statistischer Sicht stehen nunmal die Beziehungstaten an erster Stelle. Ok und Pol. Motivation sin da eher unwahrscheinlich.

MfG Karl Müller

Bitte um Aufklärung

Der Account des Users Wurzelfreund wurde also gelöscht @Redaktion/ls, weil die Auszüge aus nicht gelöschten Beiträgen stammen und nicht aus einem moderierten Kommentar. Können Sie mir aufzeigen, auf welche Kommentar ich mich angeblich beziehe? Das kann echt nicht wahr sein. Vielleicht sollten Sie sich einfach die Arbeit machen welche ich mir auch gemacht habe. Bitte um Aufklärung.

Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Die Richtlinien der Moderation entnehmen Sie bitte der . Danke, die Redaktion/kvk.

Vielleicht sollten Sie, liebe Zeit-Red.,

einmal eine Aufstellung der Verbindungen zwischen den verschiedenen NS-Gruppen in Deutschland zeigen. Dazu gehört z.B. dass das Lied von "Paulchen Panther" mittlerweile neben der Nationalhymne zum meistgespielten Songs auf NPD-Demos gehört.
Das würde zwar die widerlichen Relativierungen der braunen Verbrechen hier im Forum nicht verhindern, die anstehenden Sachverhalte aber doch klären.