Peter Feldmann wird neuer Oberbürgermeister von Frankfurt am Main. Peter wer? 

Seine Vorgängerin Petra Roth, seit 17 Jahren unumstrittene Frankfurter Oberbürgermeisterin, ist deutschlandweit bekannt. Sogar als Bundespräsidentin war die CDU-Frau schon zweimal im Gespräch. Jetzt tritt ein Peter von der SPD ihre Nachfolge an.

Die Frankfurter werden wohl selbst noch herausfinden müssen, wen sie da am Sonntag in der Stichwahl gegen Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) mit unerwartet klaren 57,4 Prozent gewählt haben. Peter Feldmann, Jahrgang 1958, ist seit Jahren in der Kommunalpolitik. Weiter als bis zum stellvertretenden Fraktionschef im Stadtparlament hat er es nicht gebracht. Das liegt auch an der desolaten Frankfurter SPD, die sich über Jahre in Flügelkämpfen zerfledderte.

Aus einfachen Verhältnissen in die Kommunalpolitik

Doch Feldmann lässt sich nicht so leicht entmutigen. Er ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, in einem Hochhaus, wie er im Wahlkampf jedem erzählte, der es hören wollte. Der Diplom-Politologe und Sozialbetriebswirt leitete ein Jugendzentrum in seinem Heimatstadtteil Bonames, in dem dörflicher Kern und Trabantenstadt mit schwierigen sozialen Strukturen aufeinandertreffen. Später führte er ein Altenhilfezentrum und ist jetzt bei der Arbeiterwohlfahrt tätig, bevor er am 1. Juli als Oberbürgermeister in den Römer, das Frankfurter Rathaus, einziehen wird.

Seine Hartnäckigkeit, manche nennen es Sturheit, brachte dem linken Sozialdemokraten nicht nur Freunde. Aber sie stärkte ihn für das Himmelfahrtskommando, das er als OB-Kandidat der SPD antrat. Denn CDU-Frau Roth hatte die Weichen eigentlich so gestellt, dass ihr Kandidat Rhein nur gewinnen konnte: Sie hatte im November überraschend für den Juli ihren Rückzug angekündigt, den Innenminister zum Nachfolge-Kandidaten ausgerufen und die anderen Parteien damit auf dem falschen Fuß erwischt.

Feldmann gewann mit sozialen Themen

Die Grünen, die Frankfurt in einer Koalition mit der CDU regieren, stellten eine Verlegenheitskandidatin auf, die im ersten Wahlgang nur auf 14 Prozent kam. Und das, obwohl das urgrüne Thema Fluglärm den Wahlkampf dominierte und sie sich zu der Aussage verstieg, die erst im Oktober in Betrieb genommene Nordwest-Landebahn solle wieder geschlossen werden.

Die SPD leistete sich den Luxus, zwei potenzielle Kandidaten in eine interne Vorausscheidung zu schicken. Im internen Wettbewerb schärfte Feldmann dann sein Profil. Dennoch: Blass wie seine in dezenten Farben gehaltenen Plakate sei dieser Feldmann, hieß es lange in Frankfurt. Doch der Sozialdemokrat setzte erfolgreich auf Straßenwahlkampf, auf Klinkenputzen und auf Themen, die der Stadt auf den Nägeln brennen: bezahlbarer Wohnraum, Kampf gegen Kinderarmut, sozialer Zusammenhalt. Auch Petra Roth gewann 1995 ein aussichtslos scheinendes Rennen gegen Amtsinhaber Andreas von Schoeler (SPD). Vielleicht mögen die Frankfurter einfach Außenseiter.