Presseschau Zapfenstreich: "Höhepunkt einer Reihe von Peinlichkeiten"
Der Große Zapfenstreich soll einen Ex-Präsidenten würdevoll verabschieden. Den Kommentatoren der Tageszeitungen nach ist das bei Wulffs Abschied kaum gelungen.
Hannoversche Allgemeine Zeitung: "Vielleicht kann Wulff eines Tages die strafrechtlichen Vorwürfe gegen ihn entkräften. Vielleicht gelingt ihm irgendwann auch wieder ein halbwegs überzeugender öffentlicher Auftritt. Bis dahin aber bleibt der unangenehme Eindruck einer gespenstischen Sprachlosigkeit."
Berliner Morgenpost: "Rituale des Abschieds haben eine heilende Wirkung. Vor allem Kinderpsychologen und Kirchenmenschen wissen das. Doch wenn Rituale in der Öffentlichkeit ablaufen, sodass Bilder entstehen, die alle sehen können, steht diese Wirkung der Heilung auf dem Prüfstand. Auch beim Großen Zapfenstreich: viel Ritual, viel archaisches Brimborium, meist auch hübsche Bilder mit Helmen und Fackeln und einem (tragischen) Helden, die ihre eigene Geschichte davon erzählen, wer da geht und was er hinterlässt. Guttenbergs bübisches Glucksen, als die Bundesblechbläser Smoke On The Water spielen, Köhlers und Schröders feuchte Augen, als sie "ihr Lied" hören – den Saint Louis Blues der eine, I Did It My Way der andere. In diesen Szenen verdichtet sich noch einmal, was vorher passiert ist: Abwahl, Rücktritt, Scheitern. Der Kreuzungspunkt von Bedeutung des Amtes und persönlichem Schicksal. Manchmal auch das Gefühl der verletzten Eitelkeit, weil man nun halt doch gehen muss – viel Tragik mit Trommelwirbel. Jetzt also Wulff. Und mithin die Frage: Ist auch dieser Abschied heilsam?"
Stuttgarter Nachrichten: "Es gibt Leute, die Wulffs offiziellen Abschied im flackernden Fackelschein einfach für unangebracht halten. Der Große Zapfenstreich passe zwar noch in die Zeit, vielleicht, aber nicht zu dem Mann, ganz sicher. Wulff schade – nein, diesmal nicht – dem Amt, sondern, richtig, der Bundeswehr. Zu viel der Ehre, rufen sie. Dabei sind Wulff und der Große Zapfenstreich keineswegs schlimmer als die vernetzten Vuvuzela-Tröter, die – aus den deutschen Stadien verbannt – vor dem Schloss Bellevue nichts anderes zu bieten hatten als infernalischen Lärm. Höchste Zapfenstreichzeit also: Denn der läutete ursprünglich die Abendruhe im Feldlager ein. Auf dass Ruhe einkehre."
Westfalen-Blatt (Bielefeld): "Rot-Grün bleibt dem Zapfenstreich geschlossen fern, Vertreter von evangelischer wie katholischer Kirche führen fadenscheinige Terminprobleme ins Feld, das Bundeskabinett quält sich in kleiner Besetzung zum Schloss Bellevue, als würde dort ein Schwerverbrecher hofiert. Dabei geht es längst nicht mehr um Wulff und seine Affären: Der Sünder, der er unbestritten ist, wird zum Sündenbock gemacht für eine umfassende Politikverdrossenheit, für den Unmut in der chronisch zerstrittenen schwarz-gelben Koalition über das eigene Unvermögen, für den rot-grünen Frust, Kanzlerin Angela Merkel nicht schärfer angreifen zu können, weil sie nun einmal Popularität und Vertrauen in der Bevölkerung genießt."
Augsburger Allgemeine: "Christian Wulff ist sein Abschied gründlich missglückt. Die bizarre Diskussion, wer alles zum Zapfenstreich eingeladen war und wer nicht, ist ja nur der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Peinlichkeiten. Die Diskussion um seinen Ehrensold mag unausweichlich gewesen sein. Die süffisante Exegese der Gästeliste für den Zapfenstreich aber hätte Wulff sich sparen können – wenn er mit der Zeremonie gewartet hätte, bis die Staatsanwälte ihre Ermittlungen abschließen. Nun sieht es so aus, als nehme er zum Abschied alles mit, was er noch bekommen kann – und gerne ein Lied mehr."





Ist das Gerechtigkeit? Wo sind die staatlichen Institutionen, allen voran die Staatsanwaltschaften und das Bundesverfassungsgericht, das uns Bürger vor dieser politischen Willkür schützt?
Es geht nämlich zu unseren Lasten - wir Steuerzahler sollen für die Korruption zahlen, die das im Bundespräsidialamt bei der Ehrensold-Bewilligung zuständige Vertrautenheer von Wulff fabriziert hat.
Diese Umstände bei der angeblich rechtens ergangenen Bewilligung des Ehrensolds sind an Willkür und Gesetzlosigkeit nicht zu überbieten.
Selbst jetzt, im Nachhinein, prellt uns Wulff um unser aller Geld, denn nach den Gesetzen steht es ihm nicht zu, da gibt es nichts zu diskutieren. Was politisch und was persönlich ist, kann jeder Bürger unterscheiden.
Diese DREISTE und OFFENSICHTLICHE LÜGE über den Rücktrittsgrund hat gestern Vuvuzelas zum Zapfenstreich getrieben - zu Recht!
Der Drang nach Gleichbehandlung und Gerechtigkeit treibt alle Foristen und Demonstranten an - uns Bürgern wird von Seiten der Regierung und des ganzen Staates Unrecht angetan, wenn Wulff Ehrensold gezahlt wird!
Unterm Strich bleibt: Wulff steht laut Gesetzeslage kein Ehrensold zu. Ihm welches zuzusprechen ist Rechtsbeugung und Unrecht am Steuerzahler.
Wird dem der Ehrensold gezahlt, wird die Willkür in Deutschland salonfähig werden.
Peter Hintze bei Plasbergs "Hart aber Fair":
"Es ist ein Unterschied ob ein Bürger ein Ermittlungsverfahren bekommt, mehrere Millionen mal im Jahr oder ob das Staatsoberhaupt eins bekommt. (...) Das ist Gleichbehandlung. Gleichbehandlung setzt immer das Vergleichen von Gleichen voraus."
Quelle: http://mediathek.daserste... Ab Minute 45.
Pfarrer Hintze fordert in der Debatte die Klassenjustiz.
Aber das ist ja auch nichts wirklich Neues: schon im Fall Karl-Theodor zu Guttenberg wurden "andere Bewertungsmaßstäbe" als für "Creti und pleti" eingefordert. Man hält sich "für etwas 'besseres'".
Bin mal gespannt, ob die altpräsidialen Obermoralisten Wulff um Entschuldigung für ihr herabwürdigendes Verhalten bitten werden.
Wulff hat seinen Rücktritt erklärt und ist mit einem großen Zapfenstreich verabschiedet worden.
Was in seinem Ermittlungsverfahren herauskommen wird, ist unklar.
Bei uns hat schon der Antrag auf Aufhebung der Immunität gereicht, woraufhin Wulff das Handtuch warf. In Italien wären sie sicherlich froh gewesen, wenn Berlusconi auch so leicht zum Rücktritt gezwungen gewesen wäre...
Die Wahl von Wulff im 3.Wahlgang, war niveaulos. Mir und vielen anderen wäre Gauck lieber gewesen, aber ich konnte nur ohnmächtig zu schauen.
Welches Niveau die Amtsführung, als BP hatte? Nun sie beschränkt sich auf einen Satz.
„Medien- Kampagne“ oder wie man es nennen will, man hat nach Dreck gesucht, dass hat wenig Niveau, aber man hat jede Menge gefunden.
Ich bin kein Engel und ich will auch keinen als BP, aber ein Schnäppchenjäger als BP, dass ist mir dann doch zu wenig Niveau.
Der Rücktritt erfolgte nicht aufgrund der „Medien- Kampagne“, dazu sagte Wulff nur ‚Davon redet in 1 Jahr kein Mensch mehr’, der Rücktritt erfolgte weil die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Wenn das ein politischer Grund ist, dann ist Wulff also ein politisch Verfolgter. Ihm jetzt noch den ES anzuerkennen, dass ist wirklich niveaulos.
Was tut die Bevölkerung? Sie steht lange zu Wulff, erst nachdem immer mehr zum Vorschein kommt, Wulff Stellungnahmen immer peinlicher werden kippt die Stimmung.
Was juckt das Wulff? Wie es in ihm aussieht weiß ich nicht, aber nach Außen gibt er sich als Opfer und will sogar noch alle Sonderleistungen, dass ist niveaulos.
Der Zapfenstreich ist eine geschlossene Veranstaltung, auch hier bleibt die Bevölkerung außen vor. Also wird Wulff mit einem Trötenkonzert verabschiedet, dass ist genau das Niveau, das der Sache angemessen ist.
Richtig, das sieht nicht die ganze Bevölkerung so, aber ein Großteil. Richtig, es geht nicht um Wulff allein, sondern dass ganze Umfeld.
Seine letzten Worte waren
Meine Frau und ich werden uns weiterhin engagiert für unser Land und seine Menschen einsetzen.
Nach diesen Worten gehe ich davon aus, dass wir von Ihm mehr hilfreiches hören werden,wie von bisherigen Bundespräsidenten und Bundeskanzlern. Er hat Erfahrungen, das meine ich im positiven, die andere nicht haben, die zum Wohle unseren Landes genutzt werden können. Zur Zeit werden dies aber nur wenige verstehen können.
... wie war das mit dem krankhaften Narzissmus, den sie anderen unterstellen?
Xdenker schreibt: "Aber was sich die Herren Altbundespräsidenten mit ihrem, ja arroganten, moralisch selbsterhebenden Abschiedsboykott geleistet haben, nenne ich menschliches Versagen."
Darüber habe ich mich auch geärgert, und besonders über Scheel, der als Wulff-Kritiker im Glashaus sitzt. Walter Scheel hat seine NSDAP-Mitgliedschaft verschwiegen, so dass der Vorwurf, dem höchsten Amt geschadet zu haben, auf ihn zurückfällt.
SWollte das stimmen so fehlen mir die Worte. Er kann die Zuwendungen auch nur bekommen, weil Sie ihr rechtlich zustehen und damit er gleich behandelt wird wie anderen ehemaligen Bundespresidenten. Wenn es stimmt, dann bin ich entsetzt wie wenig auf geeignete Kandidaten Ausschau gehalten wird.
http://de.wikipedia.org/w...
SWollte das stimmen so fehlen mir die Worte. Er kann die Zuwendungen auch nur bekommen, weil Sie ihr rechtlich zustehen und damit er gleich behandelt wird wie anderen ehemaligen Bundespresidenten. Wenn es stimmt, dann bin ich entsetzt wie wenig auf geeignete Kandidaten Ausschau gehalten wird.
http://de.wikipedia.org/w...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren