FinanzkriseHelmut Schmidt bescheinigt Merkel Politik ohne Richtung

Der Altkanzler hat das Vorgehen der Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Euro-Krise kritisiert. Sie sei "geschickt im Taktieren, aber ohne strategisches Ziel".

Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgeworfen, ihr fehle in der Euro-Krise ein Kompass. Der 93-Jährige sagte in der Bild-Zeitung, gerade im Umgang mit dem hoch verschuldeten Griechenland sei Merkel zwar "recht geschickt im Taktieren, aber ohne strategisches Ziel". Niemand habe bemerkt, wie grundlegend die Kanzlerin ihre Position verändert habe.

So habe sie 2010 noch verkündet, "die Griechen müssten raus aus der Euro-Zone". Inzwischen sei Merkel "zumindest nach außen" für den Verbleib Griechenlands im Euro und für Staatsgarantien in zigfacher Milliardenhöhe. Schmidt sagte: "Die Griechen hätte ich nicht in den Euro aufgenommen." Das Land war zu Zeiten der rot-grünen Bundesregierung aufgenommen worden.

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Mit der Rettung Griechenlands stehe und falle nun das Vertrauen der Welt in den Euro. "Europa muss sich einig zeigen und fähig, seine Probleme zu lösen. Andernfalls werden wir zwischen den großen Mächten der Zukunft kaum noch eine Rolle spielen", bekräftigte Schmidt. Er hatte schon auf dem SPD-Parteitag im Dezember die Bedeutung eines stärkeren Europa herausgestrichen und an Deutschlands historische Verantwortung zu europäischer Solidarität erinnert.

Schmidt sieht durch Wulff die politische Klasse beschädigt

In dem Interview warf Schmidt dem ehemaligen Bundespräsident Christian Wulff vor, dem Amt des Staatsoberhaupts "schweren Schaden" zugefügt zu haben. "Er hat gleich die gesamte politische Klasse mit beschädigt", sagte er. Für ihn sei Wulff kein Opfer der Medien geworden: "Nee, er ist ein Opfer seiner selbst", erklärte Schmidt. Wulff sei nicht nur als Ministerpräsident von Niedersachsen zu jung gewesen, sondern auch für das höchste Staatsamt "zehn Jahre zu jung".

Zum politischen Wirken von Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck sagte der Altbundeskanzler, Gauck sei mit seinen 72 Jahren relativ alt und bringe viel Lebenserfahrung mit ins Amt. Er kenne Gauck nicht näher – "aber alles, was ich von ihm weiß, klingt angenehm".

Altkanzler kann keine Bücher mehr signieren

Weiter sagte er, dass er nicht mehr Dutzende Bücher signieren kann. "Täglich werden mir stapelweise Bücher zum Signieren geschickt", sagte Schmidt. "Aber ich schaffe das nicht mehr, persönlich meinen Namen hineinzuschreiben. In Zukunft wird meine Sekretärin die Bücher also unsigniert zurückschicken."

Der ZEIT-Herausgeber und Buchautor sagte weiter, er arbeite noch 50 bis 60 Stunden in der Woche, drei Tage davon sei er in seinem Büro bei der ZEIT. "Ich glaube, ich bin einer der wenigen, der freitags immer an der politischen Konferenz teilnimmt. Außerdem lese ich täglich sieben Zeitungen und dazu Auszüge aus der internationalen Presse", sagte der Altkanzler.

 
Leserkommentare
  1. Die Politik von Frau Frau Merkel hat sehr wohl eine Richtung.Und die geht eindeutig nach unten.

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    • Otto2
    • 05.03.2012 um 12:35 Uhr

    "Helmut Schmidt bescheinigt Merkel Politik ohne Richtung"
    Karriere und Macht sind ihr Lebensinhalt. Sie will unbedingt Kanzlerin leiben. Das ist ihre Strategie!

    Ja, ich bin auch schon lange am überlegen, in welche Richtung die Politik von Frau Merkel wohl geht, bin aber nicht drauf gekommen. Aber jetzt habe ich die Antwort: nach Unten!

    für diese pointierte Richtungsangabe.

    Gestatten Sie mir bitte eine kleine Ergänzung -

    Durch ihre gezielten Tritte nach "Unten", verhindert Merkel
    ganz bewusst, dass es durch Ihre Politik auch für "die da Oben" richtungsmäßig "nach Unten" geht.

    MfG
    biggerB

    • Otto2
    • 05.03.2012 um 12:35 Uhr

    "Helmut Schmidt bescheinigt Merkel Politik ohne Richtung"
    Karriere und Macht sind ihr Lebensinhalt. Sie will unbedingt Kanzlerin leiben. Das ist ihre Strategie!

    Ja, ich bin auch schon lange am überlegen, in welche Richtung die Politik von Frau Merkel wohl geht, bin aber nicht drauf gekommen. Aber jetzt habe ich die Antwort: nach Unten!

    für diese pointierte Richtungsangabe.

    Gestatten Sie mir bitte eine kleine Ergänzung -

    Durch ihre gezielten Tritte nach "Unten", verhindert Merkel
    ganz bewusst, dass es durch Ihre Politik auch für "die da Oben" richtungsmäßig "nach Unten" geht.

    MfG
    biggerB

    • HH7
    • 05.03.2012 um 12:21 Uhr

    Das ist die Kanzlerin, die uns in der Billionen-Frage vertritt:

    Kostprobe-1:
    http://splicd.com/TnwiUbx...

    Kostprobe-2:
    http://www.splicd.com/Tnw...

    Denke mal, dass die Dame gewaltig überschätzt wird und Volk sowie Medien Dinge in die Kanzlerin hinein interpretieren, die es so nicht gibt. Die Montis und Papademous werden ihr locker den Schneid abkaufen.

    19 Leserempfehlungen
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    wenn man Machtgewohnheit für sich beansprucht...

    Bin ich dankbar, ich dachte schon ich leide unter kognitiver Dissonanz, wenn ich mich über diese Frau wieder mal wundere...

    Die Überschätzung der Fähigkeiten dieser Frau will sich mir nicht explizieren...

    Wer hält diesen auf den Abgrund rasenden Zug noch auf...

    Nur!!!: Was soll die Alternative sein...

    Eine große Majorität ist verunsichert und zu ängstlich die "satten Volksparteien" mal richtig abzumahnen...

    [...]

    Aber wenn es dir in deinem göttlichen Ratschluss unmöglich scheint - dann bitte schick sie alle der FDP, damit sie Demut und Bescheidenheit erlernt...

    Ihnen liebe Grüße und eine gute Zeit

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine respektvolle Wortwahl. Die Redaktion/vn

    Diese Frau wird wirklich weit überschätzt.
    Nur weil ihr Hofstaat kräftig Beifall klatscht, muss dieser nicht rechtens sein.

    wenn man Machtgewohnheit für sich beansprucht...

    Bin ich dankbar, ich dachte schon ich leide unter kognitiver Dissonanz, wenn ich mich über diese Frau wieder mal wundere...

    Die Überschätzung der Fähigkeiten dieser Frau will sich mir nicht explizieren...

    Wer hält diesen auf den Abgrund rasenden Zug noch auf...

    Nur!!!: Was soll die Alternative sein...

    Eine große Majorität ist verunsichert und zu ängstlich die "satten Volksparteien" mal richtig abzumahnen...

    [...]

    Aber wenn es dir in deinem göttlichen Ratschluss unmöglich scheint - dann bitte schick sie alle der FDP, damit sie Demut und Bescheidenheit erlernt...

    Ihnen liebe Grüße und eine gute Zeit

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine respektvolle Wortwahl. Die Redaktion/vn

    Diese Frau wird wirklich weit überschätzt.
    Nur weil ihr Hofstaat kräftig Beifall klatscht, muss dieser nicht rechtens sein.

    • ludna
    • 05.03.2012 um 12:27 Uhr

    gilt bei mir nicht als Arbeit.

    4 Leserempfehlungen
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    im Alter von Herrn Schmidt zu sein, sonst würden sie nicht solchen Kommentar schreiben. Ein wenig Respekt täte auch Ihnen gut!!!

    Wo steht denn im Artikel explizit, dass für Herrn Schmidt Zeitung lesen zur Arbeit gehört?

    (Mal ganz davon abgesehen, dass Zeitung lesen durchaus eine Arbeit sein kann und eine nützliche dazu, wenn es denn zur Jobbeschreibung dazu gehört...)

    Sehrwohl Arbeit, ist sozusagen Handwerkszeug.

    "Also Zeitung lesen gilt bei mir nicht als Arbeit."

    Bei mir auch nicht.
    5 Zeitungen scan ich in 30 Minuten durch und fertig.

    Aber deshalb sehen diese Leute alle so blendend aus und werden so alt. Weil viel nie richtig gearbeitet haben, d.h. wertschöpfend, ergebnisorientiert und permanenter Leistungskontrolle ausgesetzt.

    Für mich ist Zeitung lesen auch keine Arbeit - aber ich bin noch sehr weit weg von 93 Jahren. Wie alt sind Sie denn?

    im Alter von Herrn Schmidt zu sein, sonst würden sie nicht solchen Kommentar schreiben. Ein wenig Respekt täte auch Ihnen gut!!!

    Wo steht denn im Artikel explizit, dass für Herrn Schmidt Zeitung lesen zur Arbeit gehört?

    (Mal ganz davon abgesehen, dass Zeitung lesen durchaus eine Arbeit sein kann und eine nützliche dazu, wenn es denn zur Jobbeschreibung dazu gehört...)

    Sehrwohl Arbeit, ist sozusagen Handwerkszeug.

    "Also Zeitung lesen gilt bei mir nicht als Arbeit."

    Bei mir auch nicht.
    5 Zeitungen scan ich in 30 Minuten durch und fertig.

    Aber deshalb sehen diese Leute alle so blendend aus und werden so alt. Weil viel nie richtig gearbeitet haben, d.h. wertschöpfend, ergebnisorientiert und permanenter Leistungskontrolle ausgesetzt.

    Für mich ist Zeitung lesen auch keine Arbeit - aber ich bin noch sehr weit weg von 93 Jahren. Wie alt sind Sie denn?

  2. Naja, eigentlich sagt der Alt-Kanzler nichts Neues. Ob Frau Merkel Grundsätze und eine Strategie hat, an der sie alles ausrichtet, können wir von aussen nicht sagen: Wir können nur sagen, dass eine solche Strategie für uns weder sichtbar ist noch Frau Merkel sie uns nachvollziehbar erläutert. Wir sehen nur den Willen zum Machterhalt. Frau Merkel hat aber ein unschätzbares Talent: Sie kann ihre Position ändern so oft sie will, irgendwie bekommt das die öffentliche Meinung nicht mit und irgendwie werfen ihr das die Wähler nicht vor. Ich erkläre mir dieses Phänomen so, dass sie eine typisch weibliche Art des Auftretens und Führens kultiviert. Weder erscheint sie besonders harsch, wenn sie eine Position vertritt oder gar durchdrückt noch erscheint sie unfreundlich, wenn sie eine Position ändert. Daher nimmt man ihr auch das eine oder andere kaum übel; die Defizite, die ihre Politik oder Nicht-Politik hinterlässt, wird man auch erst später deutlich sehen. Bis dahin ist sie längst in Rente.

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    Das was Herr Schmidt sagt, ist für mich nichts neues... hab ich schon zu Beginn der Finanzkrise so gesehen... aber schön, dass es mal jemand sagt, der auch gehört wird!
    Schade, dass BILD bei sowas den ersten Schritt machen muss und Zeit sowas nicht schafft.

    My two cents

    Chris

    • clubby
    • 05.03.2012 um 15:58 Uhr

    Die heutigen Medien sind auf zwei Dinge ausgelegt:
    - Emotionen & persönliches
    - simple Zusammenhänge im 6 Wochen Raster

    Beides bedient sie NICHT und ist den Medien immer eine Nasenlänge voraus indem sie
    - keinerlei Projektionsfläche zu persönlichen und emotionalen Handlungen gibt
    - keine Visionen (kurz bewertbar) vorgibt, und in Schritten Entscheidungen und Trends folgt, deren Wirkung sich über die 6 Wochen hinaus entfaltet und somit nicht nochmals rückwirkend nachvollzogen und bewertet werden.

    Beispiel: Als die Klimakatastrophe der Hype in den Medien war, sprang die Kanzlering vollmundig auf den Zug auf und verkündete sie werde sich selbst drum kümmern, dass bis 2015 ein massenhafter Anstieg zur E-Mobilität vollzogen wird.
    Vor kurzem wurden dafür die Mittel zusammengestrichen (stadn hier in der ZEIT). Sie dagegen wurde nicht mehr zitiert und bewertet.

    Kurz: Was nicht emotional, in 1-3 Minuten erklärbar und innerhalb von 6 Wochen passiert...bleibt nicht haften.

    Damit können Journalisten, die leider verlernt haben bzw. von denen nicht gefordert wird, komplizierte Knoten zu entwirren und Verursacher aufzudecken, nichts anfangen und Merkel agiert ständig ausserhalb des medialen Brennglasses.

    • GT
    • 07.03.2012 um 4:22 Uhr

    > Weder erscheint sie besonders harsch, wenn sie eine Position
    > vertritt
    Ich habe nicht viel Zeit für Politik, aber bekomme ab und zu etwas mit. Habe sie ein mal gehört wie sie irgendeine Entscheidung begründet hat. Das mache sie "aus eigene Überzeugung". Und wissen sie, ich lebe in D seit 9 Jahre und halte das, dass die Leute kommunizieren und diskutieren bevor sie Entscheidungen treffen für das beste was ich in D gelernt habe. Diese Bereitschaft für Diskussion hat jeder Deutsche der/die ich kenne. Und jetzt solche Begründung von ihr (ist eigentlich eine weile her)! Und keiner ist das aufgefallen, auf jeden Fall hat das keiner kommentiert. So bin ich jetzt mit dem Eindruck, dass die Deutsche nicht immer wissen welche ihrer Eigenschaften auch Werte sind. Das ist sehr instabil.

    Das was Herr Schmidt sagt, ist für mich nichts neues... hab ich schon zu Beginn der Finanzkrise so gesehen... aber schön, dass es mal jemand sagt, der auch gehört wird!
    Schade, dass BILD bei sowas den ersten Schritt machen muss und Zeit sowas nicht schafft.

    My two cents

    Chris

    • clubby
    • 05.03.2012 um 15:58 Uhr

    Die heutigen Medien sind auf zwei Dinge ausgelegt:
    - Emotionen & persönliches
    - simple Zusammenhänge im 6 Wochen Raster

    Beides bedient sie NICHT und ist den Medien immer eine Nasenlänge voraus indem sie
    - keinerlei Projektionsfläche zu persönlichen und emotionalen Handlungen gibt
    - keine Visionen (kurz bewertbar) vorgibt, und in Schritten Entscheidungen und Trends folgt, deren Wirkung sich über die 6 Wochen hinaus entfaltet und somit nicht nochmals rückwirkend nachvollzogen und bewertet werden.

    Beispiel: Als die Klimakatastrophe der Hype in den Medien war, sprang die Kanzlering vollmundig auf den Zug auf und verkündete sie werde sich selbst drum kümmern, dass bis 2015 ein massenhafter Anstieg zur E-Mobilität vollzogen wird.
    Vor kurzem wurden dafür die Mittel zusammengestrichen (stadn hier in der ZEIT). Sie dagegen wurde nicht mehr zitiert und bewertet.

    Kurz: Was nicht emotional, in 1-3 Minuten erklärbar und innerhalb von 6 Wochen passiert...bleibt nicht haften.

    Damit können Journalisten, die leider verlernt haben bzw. von denen nicht gefordert wird, komplizierte Knoten zu entwirren und Verursacher aufzudecken, nichts anfangen und Merkel agiert ständig ausserhalb des medialen Brennglasses.

    • GT
    • 07.03.2012 um 4:22 Uhr

    > Weder erscheint sie besonders harsch, wenn sie eine Position
    > vertritt
    Ich habe nicht viel Zeit für Politik, aber bekomme ab und zu etwas mit. Habe sie ein mal gehört wie sie irgendeine Entscheidung begründet hat. Das mache sie "aus eigene Überzeugung". Und wissen sie, ich lebe in D seit 9 Jahre und halte das, dass die Leute kommunizieren und diskutieren bevor sie Entscheidungen treffen für das beste was ich in D gelernt habe. Diese Bereitschaft für Diskussion hat jeder Deutsche der/die ich kenne. Und jetzt solche Begründung von ihr (ist eigentlich eine weile her)! Und keiner ist das aufgefallen, auf jeden Fall hat das keiner kommentiert. So bin ich jetzt mit dem Eindruck, dass die Deutsche nicht immer wissen welche ihrer Eigenschaften auch Werte sind. Das ist sehr instabil.

    • IQ130
    • 05.03.2012 um 12:28 Uhr

    Herr Schmidt hat sicher viel Erfahrung, ist allgemein als Fachmann für Diplomatie anerkannt und ein wichtiger Ratgeber.

    Allerdings fällt sein Urteil sehr höflich aus. Merkel möchte Macht. Sonst nichts.

    Hätte Merkel einfach die Souveränität der Griechen, Iren, Italiener usw. betont und auf deren Fähigkeit zur Lösung der Konflikte ausdrücklich hingewiesen, wäre der Eindruck des dominanten Deutschlands kaum entstanden.

    Deutschland nur als Zahlmeister - das ist zu wenig.

    6 Leserempfehlungen
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    erklärte ein Politologe in einem Vortrag, seit der Wiedervereinigung - noch nicht mal erst seit Merkel - habe sich die deutsche Außenpolitik geändert. Vorher orientiert auf eine Verrechtlichung der internationalen Beziehungen sei sie seitdem Machtpolitk.
    Schön, fragte ich. Aber wesentlich ist doch, Macht wozu?
    Antwort: Jo. Das weiß keiner.
    :-)

    Welchem Politiker geht es nicht um Macht? Es genügt nicht, die Souveränität Griechenlands und anderer Staaten zu betonen und glauben zu machen, dass sie selbst in der Lage seien, ihre Probleme zu lösen, wenn das nicht stimmt. Und das alles nur, damit nicht der Eindruck eines dominanten Deutschland entsteht. Es wäre besser, wenn sich manche Länder helfen ließen.

    erklärte ein Politologe in einem Vortrag, seit der Wiedervereinigung - noch nicht mal erst seit Merkel - habe sich die deutsche Außenpolitik geändert. Vorher orientiert auf eine Verrechtlichung der internationalen Beziehungen sei sie seitdem Machtpolitk.
    Schön, fragte ich. Aber wesentlich ist doch, Macht wozu?
    Antwort: Jo. Das weiß keiner.
    :-)

    Welchem Politiker geht es nicht um Macht? Es genügt nicht, die Souveränität Griechenlands und anderer Staaten zu betonen und glauben zu machen, dass sie selbst in der Lage seien, ihre Probleme zu lösen, wenn das nicht stimmt. Und das alles nur, damit nicht der Eindruck eines dominanten Deutschland entsteht. Es wäre besser, wenn sich manche Länder helfen ließen.

  3. Es ist für einen elder-statesman leichter, etwas zu Wulff zu sagen.
    Von Frau Merkel vermisse ich aber ein klares Wort zu den Ansprüchen ihres seinerzeit favorisierten, kläglich gescheiteretn Ex-BP. Sie duckt sich feige weg. Genau da hat Herr Schmidt recht, wenn er die gesamte politische Kaste beschädigt sieht.

    9 Leserempfehlungen
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    • joG
    • 05.03.2012 um 12:52 Uhr

    ....ist wirklich interessant. Es war aber sicherlich nicht nur Wulffs taktieren, der den Schaden anrichtete.

    Es wurde wahrgenommen, dass das Problem der grauen Korruption weit verbreitet wäre. Es fallen Einem sehr viele Fälle ein, die ähnlich riechen oder rochen-

    Es wurde wahrgenommen, dass die weit verbreitete Korruption von den Strafverfolgungbehörden und Gerichten nicht allgemein aufgearbeitet und bestraft werden noch je wurden.

    Es wurde bemerkt, dass die öffentlichen Medien plädierten, Wulff in Ruhe zu lassen, als klar war, dass es Umstände waren, die vielleicht kriminell waren und unbedingt geklärt sein mussten.

    Dies bemerkte man bei den Politikern der Opposition und zum Teil bei den Medien.

    Es entstand der Eindruck eines Staatswesen, dessen Regierenden außerhalb der Kontrolle dafür vorgesehener Institutionen waren und der Bürger davor völlig ungeschützt war.

    Diese Eindrücke entstanden zu einem Zeitpunkt, als man Hunderte von Milliarden Kosten auf sich zukommen sah, weil die Regierenden einen Vertrag abgeschlossen hatten, von dem die gesamte politische Klasse immer wieder gesagt hatte, er wäre wichtig und sicher. Einen Vertrag, den einige Fachleute vor das Gericht gebracht hatten und abgeschmettert worden waren, weil nicht geschen könne, was jetzt geschehen ist.

    Nein. Wulff ist nicht der Einzige und sein Fall nicht das Einzige, das die Politische Ordnung der Landes beschädigte.

    • joG
    • 05.03.2012 um 12:52 Uhr

    ....ist wirklich interessant. Es war aber sicherlich nicht nur Wulffs taktieren, der den Schaden anrichtete.

    Es wurde wahrgenommen, dass das Problem der grauen Korruption weit verbreitet wäre. Es fallen Einem sehr viele Fälle ein, die ähnlich riechen oder rochen-

    Es wurde wahrgenommen, dass die weit verbreitete Korruption von den Strafverfolgungbehörden und Gerichten nicht allgemein aufgearbeitet und bestraft werden noch je wurden.

    Es wurde bemerkt, dass die öffentlichen Medien plädierten, Wulff in Ruhe zu lassen, als klar war, dass es Umstände waren, die vielleicht kriminell waren und unbedingt geklärt sein mussten.

    Dies bemerkte man bei den Politikern der Opposition und zum Teil bei den Medien.

    Es entstand der Eindruck eines Staatswesen, dessen Regierenden außerhalb der Kontrolle dafür vorgesehener Institutionen waren und der Bürger davor völlig ungeschützt war.

    Diese Eindrücke entstanden zu einem Zeitpunkt, als man Hunderte von Milliarden Kosten auf sich zukommen sah, weil die Regierenden einen Vertrag abgeschlossen hatten, von dem die gesamte politische Klasse immer wieder gesagt hatte, er wäre wichtig und sicher. Einen Vertrag, den einige Fachleute vor das Gericht gebracht hatten und abgeschmettert worden waren, weil nicht geschen könne, was jetzt geschehen ist.

    Nein. Wulff ist nicht der Einzige und sein Fall nicht das Einzige, das die Politische Ordnung der Landes beschädigte.

    • Otto2
    • 05.03.2012 um 12:35 Uhr

    "Helmut Schmidt bescheinigt Merkel Politik ohne Richtung"
    Karriere und Macht sind ihr Lebensinhalt. Sie will unbedingt Kanzlerin leiben. Das ist ihre Strategie!

    16 Leserempfehlungen
  4. im Alter von Herrn Schmidt zu sein, sonst würden sie nicht solchen Kommentar schreiben. Ein wenig Respekt täte auch Ihnen gut!!!

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Also Zeitung lesen"
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    Altkanzler Schnmidt hat gut zu reden und über "Historische Verantwortung Deutschlands" zu schwadronieren (entschuldigen Sie,aber ein besseres Wort fällt mir nicht ein).Er hatte in seiner ganzen Karriere eine solche Krise nicht meistern zu müssen,nicht in einem solchen tektonischen Ausmass.Ein wenig Bescheidenheit täte Herr Schmidt gut.

    In einem punkt bin ich mit Herr Schmidt vollkommen einverstanden:Wenn die EU sich nicht fähig zeigt,ihre Probleme zu lösen,dann spielt sie im Konzert der Mächtigen die dritte Geige.

    • ludna
    • 05.03.2012 um 20:07 Uhr

    war nur ein Scherz.

    Altkanzler Schnmidt hat gut zu reden und über "Historische Verantwortung Deutschlands" zu schwadronieren (entschuldigen Sie,aber ein besseres Wort fällt mir nicht ein).Er hatte in seiner ganzen Karriere eine solche Krise nicht meistern zu müssen,nicht in einem solchen tektonischen Ausmass.Ein wenig Bescheidenheit täte Herr Schmidt gut.

    In einem punkt bin ich mit Herr Schmidt vollkommen einverstanden:Wenn die EU sich nicht fähig zeigt,ihre Probleme zu lösen,dann spielt sie im Konzert der Mächtigen die dritte Geige.

    • ludna
    • 05.03.2012 um 20:07 Uhr

    war nur ein Scherz.

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