KoalitionsgipfelUnion und FDP wollen Handlungsfähigkeit beweisen

Beim ersten Koalitionsausschuss dieses Jahres wollen Union und FDP zeigen, dass sie kooperieren können. Der Streit um die Wulff-Nachfolge soll vergessen gemacht werden.

Union und FDP wollen genau zwei Wochen nach ihrem Zerwürfnis um das Bundespräsidentenamt Handlungsfähigkeit demonstrieren. Beim ersten Koalitionsgipfel dieses Jahres suchten die Spitzenvertreter von CDU, CSU und FDP bei strittigen Sachthemen nach Lösungen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) plante einen Bericht über den jüngsten EU-Gipfel, bei dem es auch um die Euro-Schuldenkrise gegangen war. Auch der Ärger über die hohen Benzinpreise sollte ein Thema sein.

Vor zwei Wochen stand das Regierungsbündnis auf der Kippe, als die Spitzen von Union und FDP über die Nachfolge des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff berieten. Merkel hatte den DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck zunächst abgelehnt. Sie lenkte aber ein, nachdem der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler und FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle überraschend klarmachten, dass sie Gauck notfalls gemeinsam mit SPD und Grünen durchsetzen würden. Wäre Merkel hart geblieben, hätte das wohl das Ende der Koalition bedeutet.

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Das Koalitionstreffen am heutigen Sonntagabend war auch dadurch belastet, dass Rösler seinen Erfolg in der Präsidentenfrage öffentlich ausgekostet hatte. So hatte er Merkel in einer Talkshow mit einem Frosch verglichen, der beim Thema Gauck langsam gekocht worden sei. Das Verhältnis zwischen der Kanzlerin und ihrem Vizekanzler gilt seitdem als belastet.

Opposition: Koalition konzentriert sich auf "Wohlfühlthemen"

Koalitionspolitiker bemühten sich aber vor der Koalitionsrunde, die Differenzen herunterzuspielen und Gelassenheit zu demonstrieren. Es seien vor allem Themen auf die Tagesordnung gesetzt worden, bei denen es auch eine Einigung geben könne, hieß es in Koalitionskreisen. Konfliktträchtige Punkte wie der Mindestlohn oder die Vorratsdatenspeicherung würden nicht beraten, sagte der CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt.

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann kritisierte, die Koalition konzentriere sich auf Wohlfühlthemen. "Damit soll verdeckt werden, dass der Vorrat an Gemeinsamkeiten in dieser Koalition lange aufgebraucht ist." Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte: "Diese Koalition ist erledigt. Schwarz-Gelb bietet keine tauglichen Konzepte für unser Land, der bloße Wille zum Machterhalt reicht nicht."

Es wurde erwartet, dass das Thema Benzinpreise beim Koalitionstreffen angesprochen würde. FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte, Ziel sei es, den Wettbewerb auf dem Benzinmarkt zu erleichtern. Wichtig sei hier die Novelle zum Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen. "Sie gibt dem Kartellamt mehr Macht. Dann könnte das Kartellamt endlich auf dem Mineralölmarkt mehr Wettbewerb durchsetzen. Damit kriegt man auch die Benzinpreise ein Stück weit in den Griff", sagte Döring.

Leserkommentare
  1. In einem Jahr spätestens sei alles vergessen und kein Hahn (Bürger) kräht mehr danach.

    Irrtum, meine lieben Politiker, spätestens am nächsten Wahltag wird euch der Bürger die Rechnung präsentieren.

    5 Leserempfehlungen
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    Ich weiß nicht, ob die Bürger die Rechnung präsentieren. Jedenfalls sieht's momentan nicht danach aus.
    Merkel kann machen was sie will, sie gewinnt immer.

    Ich weiß nicht, ob die Bürger die Rechnung präsentieren. Jedenfalls sieht's momentan nicht danach aus.
    Merkel kann machen was sie will, sie gewinnt immer.

  2. Bild ich inen Arbeitskreis.

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  3. Ich weiß nicht, ob die Bürger die Rechnung präsentieren. Jedenfalls sieht's momentan nicht danach aus.
    Merkel kann machen was sie will, sie gewinnt immer.

    Eine Leserempfehlung
    • Karst
    • 04.03.2012 um 20:18 Uhr

    Gratulieren wir der FDP zu ihrem BuPrä "Erfolg", bevor wir wieder sarkastisch applaudieren, weil der 300ste Neustart der Koalition vor der Tür steht.

    Ich halte die FDP in vielerlei Hinsicht für eine gefährliche Partei.

    Aber trotzdem, bevor sie demnächst endgültig über den Jordan geht, bedanke ich mich wenigstens bei Frau Leutheusser-Schnarrenberger, dass sie die Union bei ihrer "Innen"politik behindert.

    Sobald wir demnächst die Große Koalition am Bein haben, werden wir sie vermissen, denn dann wird wieder aufgerüstet was das Zeug hält:
    Rechtsfreie Räume, Terrorismus, Islamismus, Klarnamen, Kameras in Schulen usw.

    Die Union ist viel gefährlicher für die Bürgerrechte und die Demokratie. Merkel allen voran.
    Und SPD und große Teile der Grünen werden mitspielen.

    Es ist wirklich schade, dass die FDP abseits von Frau Leutheusser-Schnarrenberger so ein riesiger Haufen Schrott ist.

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  4. Die kleine Partei bekommt bei Merkel keine Chance. Der Bürger honoriert die Bemühungen der Liberalen ungenügend. Dank FDP haben wir die totale Vorratsspeicherung bisher nicht. Ich finde das eine gute Leistung. Wenn wir jetzt noch den Ölmultis etwas entgegensetzen, wäre das schon eine ganze Menge. Gebt dem Kartellamt die Möglichkeiten das australische Modell umzusetzen. Einen Tag vorher bis 12:00 Uhr die Preise von morgen melden. Den Tankstellenpächtern würde die zeitraubende Kontrolle der Nachbartankstellen erspart. Die Umsatzeinbrüche an einzelnen Tankstellen würden für Mäßigung sorgen und wir Verbraucher müßten nicht von Tankstelle zu Tankstelle fahren und damit auch den Verkehr entlasten.

    2 Leserempfehlungen
    • CP
    • 04.03.2012 um 20:37 Uhr

    Heute bei SPON bereits 1000 Kommentare:

    Ex-Bundespräsident: Wulff will Büro und Mitarbeiter für 280.000 Euro im Jahr

    Zusätzlich zu den 199.000 Euro Ehrensold könnte Christian Wulff die Steuerzahler künftig weitere 280.000 Euro im Jahr kosten: Nach SPIEGEL-Informationen will der ehemalige Bundespräsident das gleiche Recht wie seine Vorgänger - und fordert ein Büro inklusive Mitarbeiter.

    http://www.spiegel.de/pol...

    Keine dieser Parteien ist mehr wählbar!! Auch nicht SPD und Grüne!

    Es wird dringend Zeit aufzuwachen!

    8 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Kommentare. Danke. Die Redaktion/vn

    wurde nicht berichtet:
    http://www.spiegel.de/pol...
    Ein schwaches Bild, das die ZEIT hier bietet.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Kommentare. Danke. Die Redaktion/vn

    wurde nicht berichtet:
    http://www.spiegel.de/pol...
    Ein schwaches Bild, das die ZEIT hier bietet.

  5. Was machen die wenn sie ihre Masken ablegen? Wenn sie ihre Kostüme ausziehen und sich ins Bett legen?

    Sind das bewundernswerte Typen? Soll man diese Menschen um Rat fragen? Soll man zu Ihnen hingehen und fragen ob sie einem helfen können? Sind sie sozial, hilfsbereit, sympathisch, klug und eigenständig?

    Wer sind diese Leute? Warum geraten sie in mein Sichtfeld? Warum kenn ich ihre Namen?

    Verdammtnochmal!

    2 Leserempfehlungen
  6. Angela Merkel hat sich schon längst von der Koalition gelöst und sich als Königin nicht nur von Deutschland, sondern gleich von Europa etabliert.

    Das gefährliche daran ist aber, dass Deutschland mit seiner eigenen Parlamentarischen Demokratie überhaupt eine solche Entwicklung zulässt. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass das System es zulässt, die ganze Macht einer einzigen Person zuzuordnen.

    Ich kann nur raten, zukünftig die Handlungen der Regierung kontrollieren zu lassen. Das Referendumsrecht ist das geeignete Instrument dazu. Die Regierung soll sich die Legitimation ihrer Entscheidungen beim Volk erkämpfen.

    Kommt nach Merkel eine Person mit übertriebenem Gedankengut an die Macht, kann sich die Geschichte des letzten Jahrhunderts durchaus wiederholen.

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    schon öfters den Eindruck gehabt, wir leben in den zwanziger und Anfang der dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, wenn ich mir die Entwicklung in Deutschland und Europa ansehe:
    immer mehr und mehr Suppenküchen bzw. Tafeln, immer mehr und mehr Billiglöhner, immer weniger Geld für den kleinen Mann, immer mehr und mehr Lügen seitens unserer Politiker in Verein mit Nepotismus, immer mehr und mehr Polizeieinsätze gegen Bürger, die von ihrem Recht auf Demokratie Gebrauch machen wollen, (Block)Parteien, zwischen denen nur noch minimalste Unterschiede bestehen und die das Volk NICHT vertreten usw usw., die Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer, die Linke wird vom Verfassungsschutz überwacht, während gegen Neonazis kaum vorgegangen wird (Zwickauer Zelle) etc. Das alles erinnert mich fatal an die Zeit der Weimarer Republik. Ich habe sie zwar nicht selbst erlebt, bin aber geschichtlich sehr interessiert.

    schon öfters den Eindruck gehabt, wir leben in den zwanziger und Anfang der dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, wenn ich mir die Entwicklung in Deutschland und Europa ansehe:
    immer mehr und mehr Suppenküchen bzw. Tafeln, immer mehr und mehr Billiglöhner, immer weniger Geld für den kleinen Mann, immer mehr und mehr Lügen seitens unserer Politiker in Verein mit Nepotismus, immer mehr und mehr Polizeieinsätze gegen Bürger, die von ihrem Recht auf Demokratie Gebrauch machen wollen, (Block)Parteien, zwischen denen nur noch minimalste Unterschiede bestehen und die das Volk NICHT vertreten usw usw., die Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer, die Linke wird vom Verfassungsschutz überwacht, während gegen Neonazis kaum vorgegangen wird (Zwickauer Zelle) etc. Das alles erinnert mich fatal an die Zeit der Weimarer Republik. Ich habe sie zwar nicht selbst erlebt, bin aber geschichtlich sehr interessiert.

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