Aus der vorgezogenen Landtagswahl im Saarland ist die CDU als stärkste politische Kraft hervorgegangen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erhielt die CDU 35,2 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor der SPD , auf die 30,6 Prozent entfielen. Für die Linkspartei stimmten 16,1 Prozent der Wähler.

Die Piratenpartei schafft mit 7,6 Prozent den Einzug in den Landtag. Die Grünen konnten knapp die Fünf-Prozent-Hürde überspringen, sie erhielten 5,0 Prozent der Wählerstimmen. Die FDP verzeichnet deutliche Verluste und scheidet mit 1,2 Prozent aus dem Landtag aus.

Im neuen Landtag  ist die CDU mit 19 Abgeordneten vertreten, die SPD erhält 17 Sitze vertreten, die Linke 9. Die Piraten stellen 4 und die Grünen 2 Abgeordnete.

Kramp-Karrenbauer erfreut

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zeigte sich in einer ersten Reaktion erfreut. "Die Saarländerinnen und Saarländer haben deutlich gemacht, was sie wollen: Sie wollen klare Verhältnisse und sie wollen eine Ministerpräsidentin Kramp-Karrrenbauer", sagte sie in der ARD . Ihre Partei werde trotz der anstehenden Osterpause schnell  Koalitionsgespräche mit der SPD beginnen. Im ZDF sprach sie von einer "Koalition auf Augenhöhe".

Auch SPD-Spitzenkandidat Heiko Maas strebt eine große Koalition an. "Wir werden nach der Wahl das machen, was wir vor der Wahl gesagt haben: Wir werden Koalitionsverhandlungen mit der CDU aufnehmen", sagte er in der ARD. Eine Koalition mit der Linkspartei schloss er erneut aus. Maas zeigte sich enttäuscht, dass die SPD nicht stärkste Kraft geworden ist. "Wir haben dazugewonnen, aber wir haben nicht ausreichend hinzugewonnen."

Linken-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine zeigte sich unbeeindruckt von der Absage der SPD an eine rot-rote Koalition. Er werde versuchen, SPD-Chef Maas doch noch für ein Regierungsbündnis mit der Linkspartei zu gewinnen, sagte er im ZDF. Er wies auf die vielen inhaltlichen Gemeinsamkeiten seiner Partei mit den Sozialdemokraten hin, etwa beim Mindestlohn, beim Tariftreue-Gesetz sowie bei der sogenannten Millionärssteuer.

Bundespolitiker von Union und SPD plädierten für die Bildung einer großen Koalition auf Landesebene. Das Wahlergebnis sei ein "Auftrag für die große Koalition", sagte CDU-Parlamentsgeschäftsführer Peter Altmaier in Berlin . CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer werde in dem Bündnis mit der SPD "eine starke "Ministerpräsidentin" sein, sagte Altmaier. Auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles betonte die Bereitschaft ihrer Partei zu einer großen Koalition. SPD-Spitzenkandidat Maas werde "die SPD in der großen Koalition führen".

Gabriel kritisiert "Lafontaine-Romantik"

SPD-Chef Sigmar Gabriel gab dem Spitzenkandidaten der Linkspartei, Oskar Lafontaine, die Schuld für den Wahlsieg der CDU. Das Saarland sei das Bundesland, in dem es immer noch viel "Lafontaine-Romantik" gebe. Der habe es nun geschafft, zum dritten Mal in Folge einen CDU-Regierungschef ins Amt zu bringen. "Das ist das Ergebnis seines Wirkens im Saarland." Trotzdem zeigten die Verluste der Linken, dass die Partei im Sinkflug sei. "Da bin ich mir ganz sicher."

Linke-Chefin Gesine Lötzsch wies SPD und Grüne auf die Chance einer linken Mehrheit im Saarland hin. Entscheidend sei, dass bei der Landtagswahl an der Saar eine politische Mehrheit links von der CDU zustande gekommen sei, sagte Lötzsch in der ARD. Diese Mehrheit müsse man nun nutzen, um den gesetzlichen Mindestlohn durchzusetzen und generell für soziale Gerechtigkeit zu sorgen.

Döring spricht von schwierigem landespolitischem Umfeld

Patrick Döring, Generalsekretär der Bundes-FDP, erklärte das schlechte Ergebnis seiner Partei im Saarland mit dem schwierigen landespolitischen Umfeld. Er zeigte sich überzeugt, dass es bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westphalen anders sein wird. "Wir werden dort zeigen, dass der organisierte Liberalismus in beiden Ländern stark genug ist, im Parlament und in Verantwortung eine wichtige Funktion zu haben."

Grünen-Chef Cem Özdemir sieht im knappen Ergebnis seiner Partei im Saarland kein Ende des Höhenflugs der Grünen. "Im Saarland ticken die Grünen anders", der kleinste Flächenstaat sei kein grünes Stammland. Die Erfahrungen in der gescheiterten Jamaika-Koalition mit CDU und FDP hätten den Grünen nicht geschadet. Ihre zwei Minister seien die beliebtesten im Kabinett gewesen.