VergünstigungWowereit weist Kritik wegen Privatjet-Flugs zurück

Berlins Bürgermeister wehrt sich gegen Vorwürfe der Vorteilsnahme. Freiflüge habe er per Spende abgegolten, den Eventmanager Schmidt als Privatmann in Spanien besucht.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat Kritik im Zusammenhang mit zwei Flügen im Privatjet des Ex-Bahnchefs Heinz Dürr nach London und einem Urlaub auf der Finca des Eventmanagers Manfred Schmidt zurückgewiesen. Er habe Schmidt 2004 privat besucht und die Gratisflüge 2002 und 2003 jeweils mit einer Spende an Hilfsorganisationen kompensiert, sagte Wowereit am Dienstag vor Journalisten in Berlin. "Heute würde ich das nicht mehr machen", sagte er.

Die Berliner Zeitung B.Z. hatte berichtet, Wowereit habe sich im Juli 2002 einen Flug im Privatjet Dürrs nach London sponsern lassen. Wowereit bestätigte diesen Flug. Er habe schon damals Vorwürfe der Vorteilsnahme befürchtet und privat 300 Euro gespendet, um sich "nicht angreifbar zu machen". Die B.Z. hatte berichtet, Flug und Übernachtung hätten 5.625 Euro gekostet.

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Dürr und er seien gemeinsam zu einer Veranstaltung des Capital Club Berlin nach London geflogen, der Begegnungen von Wirtschaftsvertretern organisiert, sagte Wowereit. Dürr sei sowieso hingeflogen, daher sei er mitgeflogen. 2003 sei er noch einmal mit einem Privatflug von Dürr in London gewesen und habe dafür 215 Euro gespendet, sagte der SPD-Politiker.

Wowereit als "Privatmensch" in Spanien

Bereits am Wochenende war bekannt geworden, dass Wowereit 2004 einen Kurzurlaub auf der Finca Schmidts in der Nähe von Barcelona verbracht hatte. Wowereit sagte dazu, Schmidt sei ein "guter Bekannter", der Besuch sei privat gewesen. "Ich bin auch ein Privatmensch, und das lasse ich mir auch nicht nehmen."  Er habe dem Eventmanager keine Vorteile verschafft. "Wir haben keine Aufträge an Herrn Schmidt gegeben", sagte Wowereit.

Schmidt war im Zusammenhang mit der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff in die Schlagzeilen geraten. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den Eventmanager sowie den früheren Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker wegen des Verdachts der Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung. Glaeseker verbrachte mehrere Urlaube in ausländischen Feriendomizilen Schmidts und soll sich nach Medienberichten intensiv um Sponsoren für die von Schmidt organisierte Veranstaltungsreihe Nord-Süd-Dialog bemüht haben.

Grünen wollen Aussage Wowereits im Rechtsausschuss

Nach Ansicht der Berliner Grünen sollte Wowereit zum Besuch bei Schmidt im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses am Mittwoch Stellung nehmen. Bisher lehnte es die Ausschussvorsitzende Cornelia Seibeld (CDU) jedoch ab, Wowereit einzuladen, weil der Ausschuss nicht zuständig sei, wie ein Sprecher der CDU-Fraktion sagte.

Der Grünen-Abgeordnete Dirk Behrendt bekräftigte dagegen die Forderung nach einer Aussage Wowereits im Rechtsausschuss. Der Bürgermeister solle "umfassend Transparenz" schaffen und "aufhören, jeden Tag ein kleines bisschen mehr bekannt zu geben", sagte Behrendt dem Berliner Radiosender Radio eins.

 
Leserkommentare
  1. gibts keine kostenlose Urlaube, Freiflüge ...... bei Schmidts und Konsorten!

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  2. ... die Lobbyisten und "Eventmanager", von denen sie sich aushalten lassen, seien wirklich (nur) ihre "Freunde". So naiv können die gar nicht sein, da an einen wirklich privaten Kontakt zu glauben.

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  3. Hoffentlich!

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    Hoffentlich nicht!

    Hoffentlich nicht!

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    Antwort auf "Schluss der Debatte"
  5. Der nächste bitte ! Es hängt einem zwar zum Hals heraus, aber was sein muss muss sein, irgendwann lernen es die Damen und Herren noch und wenns sein muss in jahrelanger Belehrung durch die Bevölkerung und den Medien!

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    • joG
    • 13.03.2012 um 19:45 Uhr

    ....gewulfft haben. Das sollte im Internet freigeschaltet werden, damit alle sehen und forschen können, ob sie logen. Dann sollte der Staatsanwalt alle Fälle prüfen auf Kriminalität. Man würde feststellen, dass es Politiker auch gibt, die nicht kriminell gehandelt haben.

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  6. Das wichtigste für einen Eventmangager sind ja wohl gute Kontakte und ein gut gefülltes Adressbuch.
    Allein die Tatsache, dass bei ihm daheim Wowereit im Bademantel und Schlappen durchs Wohnzimmer zum Pool latscht, bringt Schmidt schon Vorteile. So gesehen ist Wowereits Naivität schon beinahe rührend.
    Eher befremdend ist dann schon sein Verhältnis zur Realität. Zu glauben ein paar 200€ entsprechen in irgendeiner Form einem Flug im Privatjet nach London ist so ziemlich das Beste, was ein Politiker in letzter Zeit von sich gegeben hat. Unter Spende verteht er wahrscheinlich das Trinkgeld für die Besatzung.
    Die Aussage aber "Heute würde er das nicht mehr machen" macht das Ganze schon extrem peinlich.
    das Landesarbeitsgericht Berlin würde das wahrscheinlich so ausdrücken: Wowereit hat das bestehende Vertrauensverhältnis gestört. Und darauf steht anscheinend fristlose Kündigung.

    "Er haben dem Eventmanager keine Vorteile verschaft" ...ist einfach

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  7. Hoffentlich hatte Wowi da den richtigen Instinkt und es tauchen keine Lächel- Partybilder auf! Aber man hört da ganze Nachtigalherden trapsen was da noch alles kommt ..

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