LandtagswahlenFDP-Wahlkämpfer werben für Ampelkoalition

"In NRW gibt es eine sozialliberale Tradition": Christian Lindner und Daniel Bahr betonen Gemeinsamkeiten mit der SPD. Parteichef Rösler schweigt dazu.

Vier Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben FDP-Wahlkämpfer ihre Sympathie für Ampelkoalitionen mit SPD und Grünen betont. "Jede Regierung, in der die FDP liberale Inhalte durchsetzt, ist eine gute Regierung", sagte der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Daniel Bahr. Auch Spitzenkandidat Christian Lindner verwies erneut demonstrativ auf Übereinstimmungen mit der SPD.

"In Nordrhein-Westfalen gibt es die interessante Konstellation, dass sich in manchen Aspekten der Industriepolitik einerseits SPD und FDP nahestehen, andererseits CDU und Grüne. Das finde ich bemerkenswert", sagte Lindner. Zwar habe die FDP immer noch Gemeinsamkeiten mit der Union. "In NRW gibt es andererseits eine sozialliberale Tradition." Am Rande einer Parteiveranstaltung kündigte der Kandidat an, auf einem Landesparteitag der FDP am 6. Mai eventuell eine Koalitionsempfehlung zu geben. Am Samstag hatte Lindner die aktuelle Haushaltspolitik von Rot-Grün allerdings auch scharf angegriffen. "Hannelore Kraft beschädigt die Zukunft der jungen Generation in NRW und damit die Glaubwürdigkeit Deutschlands in Europa", sagte er in Münster.

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Parteichef Philipp Rösler vermied in mehreren Interviews eine Antwort auf die Frage nach einer Ampelkoalition. Stattdessen sagte er, die FDP müsse zu ihren liberalen Grundwerten stehen und verteidigte den offensiven Kampf der Liberalen um bisherige CDU-Wähler: "Wähler wollen Wettbewerb. Und in einer Koalition fusioniert man nicht, sondern bleibt eigenständig."

Am Wochenende wurde wieder Kritik an Röslers Führungsstil laut. Lindner forderte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass die FDP sich in Berlin auf "professionelles, störungsfreies Regierungshandeln konzentrieren" solle. Er hatte bereits zuvor wiederholt Röslers Konfrontationskurs in der Berliner Koalition kritisiert.

Kritik an "unklarer Kommunikation" Röslers

Der schleswig-holsteinische FDP-Landesvorsitzende und stellvertretende Ministerpräsident Heiner Garg sagte dem Hamburger Abendblatt (Montagsausgabe), Rösler sei in den vergangenen Monaten ein ganz anderer Mensch geworden, als er vor seiner Amtsübernahme gewesen sei. Seine Lockerheit und Authentizität scheine er verloren zu haben. 

Garg kritisierte zudem eine "unklare Kommunikation" Röslers. Der Berliner Parteichef solle sich dabei den schleswig-holsteinischen Spitzenkandidaten Wolfgang Kubicki zum Vorbild zu nehmen: "Auch wenn er damit manchmal bis an die Schmerzgrenze geht, spricht Wolfgang Kubicki in einer Sprache, die die Menschen verstehen." Bei Kubicki gebe es "weniger Phrasen und mehr Tacheles".

 
Leserkommentare
  1. Die letzten Monate der FDP waren geprägt von rationallen dem Volke zuträglichen Entscheidungen.

    Ich gebe der Partei mittlerweile die Chance 17% zurück zu erobern und sich dort zu stabilisieren mit den jetzt tätigen Führungskräften.

    Weiter so!

    7 Leserempfehlungen
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    • anthri
    • 15.04.2012 um 19:05 Uhr

    und wenn die CDU 83 % holt, sind 100 % von der Bundesregierung überzeugt. Guter Witz. Natürlich wäre die FDP gut beraten, sich an die SPD zu hängen. Mutti hat diese Partei ja fast aufgelöst. Allerdings, die smarten Jungs von der FDP überzeugen einfach nicht (mehr). Und Frau Silvana Koch-Mehrin ist einfach weggetaucht. Ebenso Jorgo Chatzimarkakis, war auch zu peinlich, die Nummer mit den Doktor-Titeln.

    • WiKa
    • 15.04.2012 um 19:26 Uhr

    … immerhin hat mich ihr Mut amüsiert, nur den Rechenweg halte ich für falsch. Sie haben jetzt einfach vom Projekt 18 ein Prozent abgezogen und landen so bei ihrem Wert.

    Korrekt wäre wohl die 17 abzuziehen um dann beim Projekt 1 zu landen oder wenn wir es verbal aufwerten wollen, beim Projekt 10 Promille. Wodurch sollte die FDP so schnell die Glaubwürdigkeit wiedererlangt haben, die sie jetzt schon über Jahre unter größten Mühen verspielt hat … (°!°)

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen respektvollen Diskussionspunkt. Danke. Die Redaktion/ag

    in Reichweite bringt, dann "rationalle Entscheidungen" der FDP. Denn "rationalle Entscheidungen" sind ein Geheimrezept, ungefähr einhundertmal stärker als die gewöhnlichen, rationalen.

    ..., war ihr Kommentar ernst gemeint,oder sind sie, wie ich vermute, Kabarettist?

    Nachdem die FDP in NRW kurz fast wieder an 5% herankam ist sie in letzten Umfragen wieder auf 3% abgerutscht.

    Das sind die letzten Zuckungen einer lebenden Leiche!

    • kael
    • 16.04.2012 um 16:10 Uhr

    Falls aus der 2009-2012-FDP irgendwann wieder eine liberale Partei werden und deren Personal aus "Köpfen" bestehen sollte, die etwas zu sagen haben, könnte die FDP zurückkommen. Irgendwann.

    So aber mag sie die 17% nur auf eine Weise erreichen: In jedem Bundesland 1% und in NRW (dank Lindner-Effekt) sogar 2%

    • anthri
    • 15.04.2012 um 19:05 Uhr

    und wenn die CDU 83 % holt, sind 100 % von der Bundesregierung überzeugt. Guter Witz. Natürlich wäre die FDP gut beraten, sich an die SPD zu hängen. Mutti hat diese Partei ja fast aufgelöst. Allerdings, die smarten Jungs von der FDP überzeugen einfach nicht (mehr). Und Frau Silvana Koch-Mehrin ist einfach weggetaucht. Ebenso Jorgo Chatzimarkakis, war auch zu peinlich, die Nummer mit den Doktor-Titeln.

    • WiKa
    • 15.04.2012 um 19:26 Uhr

    … immerhin hat mich ihr Mut amüsiert, nur den Rechenweg halte ich für falsch. Sie haben jetzt einfach vom Projekt 18 ein Prozent abgezogen und landen so bei ihrem Wert.

    Korrekt wäre wohl die 17 abzuziehen um dann beim Projekt 1 zu landen oder wenn wir es verbal aufwerten wollen, beim Projekt 10 Promille. Wodurch sollte die FDP so schnell die Glaubwürdigkeit wiedererlangt haben, die sie jetzt schon über Jahre unter größten Mühen verspielt hat … (°!°)

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen respektvollen Diskussionspunkt. Danke. Die Redaktion/ag

    in Reichweite bringt, dann "rationalle Entscheidungen" der FDP. Denn "rationalle Entscheidungen" sind ein Geheimrezept, ungefähr einhundertmal stärker als die gewöhnlichen, rationalen.

    ..., war ihr Kommentar ernst gemeint,oder sind sie, wie ich vermute, Kabarettist?

    Nachdem die FDP in NRW kurz fast wieder an 5% herankam ist sie in letzten Umfragen wieder auf 3% abgerutscht.

    Das sind die letzten Zuckungen einer lebenden Leiche!

    • kael
    • 16.04.2012 um 16:10 Uhr

    Falls aus der 2009-2012-FDP irgendwann wieder eine liberale Partei werden und deren Personal aus "Köpfen" bestehen sollte, die etwas zu sagen haben, könnte die FDP zurückkommen. Irgendwann.

    So aber mag sie die 17% nur auf eine Weise erreichen: In jedem Bundesland 1% und in NRW (dank Lindner-Effekt) sogar 2%

  2. einer von Finanzhaien geführten Partei, die im Post-Finanzkrisen-Deutschland ihre eigene Obsoleszenz mehrfach unter Beweis gestellt hat!

    8 Leserempfehlungen
  3. Immerhin , die FDP gibt noch ein paar "Lebenszeichen" von sich, bevor sie sich einmal mehr aus der innerparlamentarischen Landespolitik hinausgeworfen wird.
    Aber : Außer Spesen, nichts gewesen.

    6 Leserempfehlungen
    • anthri
    • 15.04.2012 um 19:05 Uhr

    und wenn die CDU 83 % holt, sind 100 % von der Bundesregierung überzeugt. Guter Witz. Natürlich wäre die FDP gut beraten, sich an die SPD zu hängen. Mutti hat diese Partei ja fast aufgelöst. Allerdings, die smarten Jungs von der FDP überzeugen einfach nicht (mehr). Und Frau Silvana Koch-Mehrin ist einfach weggetaucht. Ebenso Jorgo Chatzimarkakis, war auch zu peinlich, die Nummer mit den Doktor-Titeln.

    4 Leserempfehlungen
  4. Die FDP in NRW will also ausgrechnet mit den Sozialdemokraten kuscheln. Na, das wars dann wohl mit dem neuen Gesicht der FDP. Unwählbar diese Sozi-Blockpartei.

  5. "Bitte wählt uns! Irgendwer! Egal, wer! Bittteeeeee! Wir können doch sonst nix!"

    3 Leserempfehlungen
  6. Antwort auf
  7. Mehr als das kann es wohl nicht sein, die Frage ist eher OB Rot Grün nach der Wahl überhaupt noch einen dritten Partner braucht. Mittlerweile muss nicht mehr froh sein wenn die FDP unterstützt, sondern die FDP muss um jede Unterstützung froh sein.

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    >>OB Rot Grün nach der Wahl überhaupt noch einen dritten Partner braucht<<
    -------------
    Bitte! Rufen Sie den Untergang nicht schon herbei! Betiteln das Untergangsszenario nicht schon vorher!

    >>OB Rot Grün nach der Wahl überhaupt noch einen dritten Partner braucht<<
    -------------
    Bitte! Rufen Sie den Untergang nicht schon herbei! Betiteln das Untergangsszenario nicht schon vorher!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Kommentare 94
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  • Schlagworte Philipp Rösler | FDP | SPD | Grüne | CDU | Christian Lindner
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