UmfrageFDP stabilisiert sich nahe der Fünfprozenthürde

Die Abkehr von den einst etablierten Parteien treibt den Piraten Wähler zu. Selbst die Grünen sind laut Umfrage überrundet, hoffen können die Liberalen. von 

Das Umfrageergebnis, das der Piratenpartei ein stärkeres Wahlergebnis als den Grünen bei einer Bundestagswahl bescheinigte, war keine Einzelerscheinung. In der wöchentlichen Erhebung des Institutes Forsa im Auftrag des Stern bekannten erneut 13 Prozent der Befragten, sie würden den Piraten die Stimme geben, wenn am Sonntag Wahl wäre. Es ist wieder der beste Wert, den die Partei bisher erzielte – obwohl das Programm der Piraten noch gar nicht im Detail ausformuliert ist. Andere Umfragen sehen die Piraten aber bei nur zwölf Prozent.

Das Ergebnis spiegelt für Forsa-Chef Manfred Güllner den Protest vieler Wähler wider: "Die Piraten sind so eine Art Hülle, in die viele ihren Unmut über die anderen reinpacken können", hatte er den Umfrageerfolg bewertet . Es herrsche großer Unmut über die Art, wie manche politischen Akteure Politik machten.

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Die Grünen erholten sich zwar im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt, liegen laut Forsa mit zwölf Prozent aber hinter den Piraten. Die Liberalen, einst mit 15 Prozent an die Regierungsmacht gelangt, stabilisierten sich bei fünf Prozent und wären damit wieder im Bundestag vertreten. Die Existenzfrage scheint damit vorerst weniger drängend. Monatelang hatte die Partei zwischen zwei und drei Prozent gependelt , die Sympathiewerte waren zeitweise sogar auf null gefallen.

Etwas schwächer präsentierte sich die CDU mit 35 Prozent (minus 1). Der Wert der SPD stieg leicht auf 25 Prozent (plus 1). Die Linkspartei erreicht nach acht Prozent in der Vorwoche jetzt nur noch sieben.

Für Forsa-Chef Güllner ist das ein Indiz dafür, dass die Linke den Höhepunkt ihrer Existenz  überschritten hat: "Im Osten nimmt die Zahl derer, die sich als Verlierer der Einheit fühlen und die Linke stark machten, langsam, aber stetig ab", sagte er. "Im Westen hat sie keinen neuen Zulauf." Auch der Zwist um die Neubesetzung der Parteispitze wirke sich aus. Zudem würden manche Jugendliche, die vielleicht links gewählt hätten, nun zu den Piraten gehen.

Schwarz-Gelb liegt demnach mit 40 Prozent drei Punkte vor Rot-Grün. Beide Koalitionen hätten aber keine Regierungsmehrheit und bedürften eines weiteren Partners. Alternative bliebe eine Große Koalition aus SPD und Union.

In Nordrhein-Westfalen , das Anfang Mai ein neues Parlament wählt, werden die Piraten nach derzeitigen Umfragewerten aus dem Stand in den Landtag einziehen . SPD und CDU sind dort stärker als auf Bundesebene, die FDP mit vier Prozent schwächer – sie würde es nicht ins Parlament schaffen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte CDU | Grüne | SPD | FDP | Die Linke | Manfred Güllner
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