Günter GrassEmpörung über Gedicht und Einreiseverbot

Israel hat Günter Grass wegen seines Gedichts ein Einreiseverbot erteilt. Schriftsteller und Politiker kritisieren weiter die Worte des Dichters – und Israels Reaktion. von dpa

Israel hat Günter Grass wegen seines Israel-kritischen Gedichts zur Persona non grata erklärt. Ein Sprecher von Innenminister Eli Jischai bestätigte eine entsprechende Entscheidung. Als Persona non grata, also unerwünschte Person, darf Grass nicht mehr nach Israel einreisen.

Jischai sagte nach Angaben seines Sprechers, das Gedicht von Grass habe darauf abgezielt, "das Feuer des Hasses auf den Staat Israel und das Volk Israel anzufachen". Grass wolle so "die Idee weiterbringen, die er früher mit dem Tragen der SS-Uniform offen unterstützt hat". Weiter sagte er: "Wenn Günter Grass weiter seine verqueren und lügnerischen Werke verbreiten will, sollte er dies vom Iran aus tun , dort kann er sicher ein begeistertes Publikum finden." 



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Der Literaturnobelpreisträger hatte in seinem Gedicht angeprangert, dass der Iran von einem atomaren Präventivschlag durch Israel bedroht sei, der das iranische Volk auslöschen könne. Zudem schrieb er, dass Israel den Weltfrieden gefährde. Dies hatte ihm harsche Kritik und den Vorwurf des Antisemitismus eingebracht.

Gedicht "Ausdruck des Zynismus"

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman kritisierte Grass nach Rundfunkangaben ebenfalls scharf. Bei einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti habe er gesagt, die Äußerungen des deutschen Schriftstellers seien ein Ausdruck des Zynismus. Intellektuelle wie er seien bereit, "Juden auf dem Altar der Antisemiten zu opfern".

Der israelische Historiker Tom Segev nannte das Einreiseverbot gegen Grass im Interview mit Spiegel Online einen "absolut zynischen und albernen Schritt des Innenministeriums". Die Motivation des Ministers zu diesem Schritt sei der Versuch, "seine politische Zukunft zu sichern".

In Deutschland wurde Grass wegen des Gedichts unter anderem von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) scharf kritisiert. In einem Beitrag für die Bild am Sonntag schrieb Außenminister Westerwelle: "Israel und Iran auf eine gleiche moralische Stufe zu stellen, ist nicht geistreich, sondern absurd." Und er fuhr fort: "Iran verweigert völkerrechtswidrig seit Jahren umfassende Zusammenarbeit bei der Kontrolle seines Nuklearprogramms." Der Iran habe das Recht auf eine zivile Nutzung der Atomenergie. Es habe aber nicht das Recht auf atomare Bewaffnung. "Wer die davon ausgehende Bedrohung verharmlost, verweigert sich der Realität."

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck , hält das israelische Einreiseverbot für Grass für überzogen und falsch. Dem Handelsblatt Online sagte er : "Das ist unsouverän und demokratisch nicht klug. Ich hoffe, dass man das noch einmal überdenkt". Gleichzeitig äußerte Beck jedoch Verständnis für die Verärgerung in Israel. "Grass zeigt sich ignorant gegenüber der tatsächlichen Bedrohung Israels durch den Iran, den ständigen Angriffen auf Israels Staatsgebiet durch Raketen aus dem Gaza-Streifen und die Infragestellung seines Existenzrechtes durch den Iran und seinen Verbündeten in der Region." 

Leserkommentare
  1. ...ist wohl der passendste Spruch zu dieser Nachricht.

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    • Jappie
    • 08. April 2012 12:16 Uhr

    ... das war auch mein erster gedanke. Klarer kann die amtierende israelische Regierung nicht unterstreichen, das sie diese unliebsame Kritik als berechtigt ansieht.

    • clash
    • 08. April 2012 12:27 Uhr

    vor allem, wenn ihn Läuse beissen!

    In Anbetracht der zahlreichen Leserempfehlungen, denen der Vergleich von Israel mit einem "jaulenden Hund" treffend erscheint, sollte Israel auch ein Einreiseverbot für die Verteidiger seines "Gedichts" in Betracht ziehen. [...] Ekelhafter als Grass Text ist der Umstand, dass es offensichtlich viele Menschen in diesem Land gibt, die Nachholbedarf in Sachen Israel-Bashing haben und jetzt aus ihren Löchern kriechen.

    Gekürzt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/sh

    Ich sehe in dem "Einreiseverbot" eigentlich eine lächerliche Überreaktion der israelischen Regierung. Das fatale ist allerdings, dass die Heißsporne und religiösen Eiferer in Israel über Kernwaffen verfügen.

    Wir sollten uns über eines klar sein: die Haltung der aktuellen israelischen Regierung repräsentiert nicht das israelische Volk - das wird selbst von der eigenen Regierung durch deren neoliberale Innenpolitik bis aufs Mark ausgequetscht.

    • xpeten
    • 08. April 2012 14:56 Uhr

    meinen sollten, der eine "Kampagne" gegen sich inszeniert sehen will, muss man Ihnen voll zustimmen.

    Ansonsten ist dieser Thread wieder der Beleg für die tief verwurzelte Judenfeindlichkeit in Deutschland.

    Boah. Aus diesem Schlagschatten an Dummheit, Ignoranz und Schlimmerem als Kommentar #1 kommt man nicht mehr heil raus. Schade um die Diskussion. Obwohl, so langsam auch nicht mehr.

    wenn ich annehme, dass auch Deutschland mit Einreiseerlaubnissen für diejenigen geizt, die Deutschland wahnhaft Auslöschungsabsichten irgendeines Volkes unterstellen?

    • Harzer
    • 08. April 2012 16:36 Uhr

    ... die sich internationaler Kontrolle entzieht, und noch dazu völlig ohne Kritik, bedroht einen souveränen Staat, weil sich dieser jener Art von Waffen bemächtigen könnte, über die Israel schon seit Jahrzehnten verfügt. Und nur wenige Menschen wagen es, auf diesen Umstand hinzuweisen, weil sie befürchten, als „rechtsdenkend“ missverstanden zu werden. Günter Grass wagt es erst heute, im Alter von 84 Jahren, weil er weiß, dass er nichts mehr zu verlieren hat. Es kann ihm nicht mehr schaden, wenn er plötzlich keinen Verleger mehr findet. Denn er ist alt genug, keinen mehr zu brauchen. Und vielleicht lässt sich seine altersbedingte Offenheit mit jener von Helen Thomas vergleichen, die über 90 war, als sie es endlich wagte, ihre Meinung offen auszusprechen. Und beiden, Günter Grass und Helen Thomas, kann nicht vorgeworfen werden, dass es ihnen an Erfahrung fehlt. Was über die meisten der Lohnschreiber, die sich dem Strom der Kritik anschließen, nicht behauptet werden kann. ... "
    http://www.theintelligenc...

    Güntert Grass hat eben doch Recht ... !

    wenn die Politik Israels kritisiert wird. Das darf man nicht tun und Grass hätte es wissen müssen. Na und? Er hat es auch gesagt, weil er es gewußt hat. Viele wissen es und sagen nichts. Wenn hier die Keule "Antisemitismus" kommt, dann packen sie die gleich wieder ein. Auch Juden, die im Ausland leben und die Politik von Israel kritisch betrachten, werden als Antisemiten tituliert.

    • joG
    • 08. April 2012 17:43 Uhr

    ....heulen die Hunde? Ich hätte für meinen Teil so faschistisch Menschen als Tiere nicht bezeichnet. Aber da Sie dieses Geflügelte Wort aus dem deutschen Sprachtum offenbar schätzen, will ich konzedieren, dass es irgendwie eine richtige Beobachtung zu beschreiben scheint. So aufgeregt, schauen Sie nur die Zahl der Postings zu diesem Artikel, habe ich Deutschland selten gesehen. Ja, Sie haben, glaube ich, völlig recht. Man fühlt sich getroffen, da Grass offensichtlich tief sitzende Geister befreite. Und nun ist der Double Bind intensiv bis zur Aggression.

    • Anthon
    • 08. April 2012 20:17 Uhr

    Beides träfe wohl zu.

  2. ... eine Angelegenheit zwischen Israel und Günther Grass.
    Der alte Mann hätte besser geschwiegen.
    Thema erledigt.

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    Im Gegenteil, es ist Zeit die Rolle Israels offen und ohne falsche Scham zu beleuchten.

    • cornus
    • 08. April 2012 13:34 Uhr

    Grass hat den Nerv getroffen - und das können die Militärs in Israel (und den USA) in Vorkriegszeiten nun gar nicht brauchen.
    Denn die Friedensbewegung hat schon erfolglos versucht, gegen diese Politik anzugehen, fand aber kein Gehör.

    1.)
    Israel hat Teile palästinensischen Landes annektiert. Laut Völkerrecht sind Gebietsgewinne durch kriegerische Eroberung unwirksam.

    Israel hat Menschen aus Israel dort angesiedelt, was laut Völkerrecht nicht erlaubt ist. Ist ebenfalls verboten.

    Da aus Unrecht kein Recht abgeleitet werden kann, ist alles weitere wie der Mauerbau, Entzug der palästinensischen Wasserrechte usw. schlicht unwirksam.

    Zu diesem Urteil kam auch der Internationale Gerichtshof mit der äußerst unüblichen Mehrheit von 14:1.
    http://tinyurl.com/cdpmu6e

    Das heisst ganz simpel: Israel muss besetztes Land und Ost-Jerusalem zurückgeben.

    2.)
    Israel plant einen Angriffskrieg und gibt sich nicht besonders viel Mühe, das zu vertuschen.

    Sowas ist... jaaaa ganz genau: ein Verstoss gegen das Völkerrecht.

    Normalerweise würden jetzt schrittweise Sanktionen verhängt und andere Strafmassnahmen erfolgen. Bei Israel komischerweise nicht.

    3.)
    Herr Grass hat auf all das hingewiesen und wird nun medial fertiggemacht. Das war zu erwarten, ist aber in dieser lärmenden Einseitigkeit und Wucht erstaunlich.

    Ändert sich was? Nein. Nur das Medien und ihre Leser sich wieder ein Stück auseinander gewegt haben:

    In den Medien bleibt alles wie es immer ist:
    Israel gut. Iran böse. Grass ganz ganz böse.

    Das gemeine Volk sieht es anders und hält Israel aus oben genannten Gründen weiter für die größte Gefährdung des Weltfriedens.
    http://tinyurl.com/d3asmdy
    http://tinyurl.com/4runzz
    http://tinyurl.com/973w2j

    • joG
    • 08. April 2012 17:48 Uhr

    ....recht. Aber er hat den Nerv des Deutschen Volkes getroffen. Schauen Sie nur die Komments. Das ist beängstigend in einem Land in dem die Meisten denken, Beamte dürften am Gesetz vorbei gegen Verbrechen vorgehen. Zusammen genommen bestätigt das die gröbsten Vorbehalte im Ausland. Deutschland sieht aus, wie eine gefährliche und lose Kanone bei aufziehendem Sturm.

  3. Man kann sich das eigentlich nur damit erklären, dass innenpolitisch sich die isr. Regierung zu irgendeiner Sanktion gedrängt sah.

    Damit bestätigt sie aber Teile von Grass' verquerer Argumentation. Ein tragisches Missverständnis, denn Grass wollte ja so eine Entwicklung geradezu provozieren:

    http://reg4tel.net/2012/0...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 08. April 2012 17:53 Uhr

    ....schrieb damit bestätigt. Aber die hiesigen Reaktionen sind beängstigend. Die aller schlimmsten Vorurteile gegen Deutsche waren offenbar keine Vorurteile. Die Deutschen sind als Pulk so gefährlich, wie man immer befürchtete. Es ist nicht vorbei, wie man 1945 hoffte. Also ich finde das beängstigend und ich vermute, dass es Konsequenzen haben wird. Das geht nicht an den Europäern vorbei. Die sehen das.

  4. Ein unkluger und fast rassistischer Schachzug der Israelis , aber GG wird es überleben.
    Prof. Noam Chomsky hat als Jude auch Einreiseverbot in Israel.

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    soweit ich weiß, auch für Norman Finkelstein. Grass ist also in bester Gesellschaft.

    @Redaktion:

    "Literaturnobelpreisträger Grass hatte in seinem Gedicht angeprangert, dass der Iran von einem atomaren Präventivschlag durch Israel bedroht sei, der das iranische Volk auslöschen könne. "

    Bitte verzichten Sie auf provokante Unterstellungen, denn er hat dies erwiesener Maßen nicht geschrieben. Herr Grass schrieb nur, dass der Iran von einem Angriff bedroht sei, einem Angriff, mit dem die israelische Regierung seit langem droht.
    Ich bitte um schleunigste Korrektur, Danke.

    MfG
    AoM

    • Karl63
    • 08. April 2012 12:39 Uhr

    aber dem ist so http://www.heise.de/tp/bl...
    Chomsky ist ja auch nicht irgendwer, sondern ein herausragender Wissenschaftler.
    Die Frage ist, was sagt dies über das Israel von heute?
    Die von Grass aufgeworfene Frage, welche Strategie Israel im Kontext des eigenen Nuklearwaffenarsenals verfolgt, bleibt weiterhin ungewiss.

    sowohl grass als auch chomsky und finkelstein betreiben recht plumpe propaganda gegen israel.

    grass mit seiner täter-opfer-umkehr ("fußnote der grschichte") und zb dem angeblichen "erstschlag" gegen den iran:

    "Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
    der das [...]
    iranische Volk auslöschen könnte,"

    nachdem "erstschläge" per definitionem nuklear sind (diese interpretation wird von grass mit der vokabel "auslöschung" unterstützt und findet sich auch im englischen wie im deutschen wiki), wird es ziemlich schwierig nachzuweisen, dass der erhobene vorwurf an grass NICHT stimmen würde.

    -> bezeichnend, welche täuschungsversuche notwendig sind um israel zu dämonisieren.

    chomsky zb in einem "dokumentarfilm" über die "besatzung", in dem währen 1,5 h spielzeit nur ca. 3 min lang über selbstmordattentäter geredet wird, und kein wort über zb(!)
    - jüdische vertriebene aus arabischen ländern
    - dass die araber '48 einen vernichtungskrieg gegen israel führten
    - über palästinensische raketen (der film ist von 2007!)
    - arabische massaker vor '48

    finkelsteins bücher sollten bekannt sein.

    -> israel muss nicht alle leute ins land lassen.

    • Spez
    • 08. April 2012 14:44 Uhr

    Rassistisch? Welcher Rasse gehört den Grass an? Wird er auf Grund seiner Zugehörigkeit zur eurasischen Rasse diskriminiert? Ich lasse mir gerne Nachhilfe in Rassenkunde erteilen! Vielleicht möchten Sie das ja übernehmen?

    Grass befindet sich durchaus in ehrenwerter Gesellschaft.
    Auch auf Znet, für das Noam Chomsky oder der israelische Bürgerrechtler und das ehemalige Knesset Mitglied Uri Avnery regelmäßig Artikel verfassen, wurde die Brisanz eines von Israel und den USA diskutierten Angriffskrieges bereits dargelegt:

    Fancis Boyle, Inhaber eines Harvard-Doktortitels und Professor für Internationales Recht an der University of Illinois und Harvard schreibt dazu:

    "Der Gebrauch von Atomwaffen als Kampfmittel wird jetzt von den Vereinigten Staaten und Israel gegen den Iran erwogen. Wie oft haben wir US Regierungsbeamte aus der Bush jun. Regierung und nun aus der Obama Regierung gehört: "Alle Optionen liegen auf dem Tisch." Sie meinen es wirklich: nicht nur die Gewalt sondern auch die Atomwaffengewalt." (3)

    Boyle erwähnt in diesem Zusammenhang auch die sogenannten "taktischen Atomwaffen", d.h. Waffen mit Uranmunition die bereits im Balkankrieg zum Einsatz kamen und für das Balkansyndrom verantwortlich gemacht werden.

    Vgl. hierzu auch:
    (1) https://www.youtube.com/w... (WDR)
    (2) https://www.youtube.com/w...
    (3) http://www.zmag.de/artike...

    den antwortenden ziemlich lustig! ^_^

    grass habe den isr keinen nuklearen erstschlag vorgeworfen (Angel_Of_Mercy), aber grass habe recht damit (Jonas Siebert)*.

    -> woran erinnert mich diese argumentationsstruktur bloß... ;-)

    * wobei letzterer auch nicht weiss, was "taktische nuklearwaffen" sind; "kleine" sprenköpfe im einstelligen kT bereich nämlich -_-

    Dass Sie, makronaut, Kommentare zweier unterschiedlicher Kommentatoren zu einem widersprüchlichen Satz vermischen, um einen Widerspruch zu konstruieren, der darauf abzielt eine Art Widersprüchlichkeit unter den Argumenten der Grass-Befürworter auszumachen ist - wie soll ich es höflich ausdrücken - dämlich.

    Glauben Sie mir. Wenn es nicht so dumm wäre, würde ich Ihnen ein derartiges Konstrukt auch für seine Gegner konstruieren.

    Was wollen Sie damit eigentlich sagen? Dass die Befürworter nicht einheitlich diskutieren, weil sie evtl. sogar eine komplexere inhaltliche Diskussion führen? Großartige Erkenntnis.

    Schauen Sie sich doch bitte den verlinkten WDR-Beitrag (bis zum Schluss) an und fragen Sie sich, wie die Waffen der USA oder Israel beschaffen sein könnten um "die tiefstgelegenen Atomanlagen" gerade noch rechtzeitig zu zerstören, bevor sie evtl. "noch tiefer" unter die Erde verlagert werden (so ist doch die Rechtfertigung für die Angriffspläne oder?). Eventuell denken Sie dann nochmal über Uranmunition und moderne Kriegsführung nach

    den widerspruch "konstruiere" ich nicht, der besteht zwischen ihnen und angel_of_mercy ganz ohne mein zutun.

    dass sie es "dämlich" bzw "dumm" finden, darauf hinzuweisen, spricht für sich - und unterstützt meinen punkt. und mit "komplexität" hat das genau garnichts zu tun. höchstens insofern, als dass mindestens(!) einer von ihnen beiden selbiger offensichtlich nicht gewachsen ist.

    da sie aber beide falschaussagen tätigen - angel_of_mercy wie bereits oben von mir angesprochen, und sie mit dem unsinn betreffs "taktischer nuklearwaffen" - neige ich dazu, dass sie vielleicht beide über etwas anderes schreiben sollten.

    profitip: einen "erstschlag", welcher zur "auslöschung" eines volkes führt - also ein nuklearer holocaust, wie ihn sich grass hier ausgedacht hat und den israelis ein postuliertes recht darauf unterstellt - lässt sich weder mit uranmunition noch mit taktischen kernwaffen führen. um die geht es hier also nicht.

    dass sie trotzdem davon reden zeigt uns höchstens, wie schlecht die argumentative basis der grass-befürworter ist.

    q.e.d.

    • bayert
    • 08. April 2012 21:09 Uhr

    ehemaliger UN-Generalsekretär und österreichischer Bundespräsident durfte nicht nach Israel einreisen.

  5. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll angesichts der vollkommen überzogenen Reaktionen auf ein kritisches Gedicht.

    Man sollte die Fakten diskutieren und endlich aufhören die Person von Günther Grass zum Unmenschen zu erklären.

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    • Moika
    • 08. April 2012 13:04 Uhr

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/sh

    http://www.welt.de/debatt...

    und grass hat sich objektiv antisemitisch geäussert:

    http://www.zeit.de/politi...

    -> spannend, dass man antisemiten nicht als solche bezeichnen darf.

    “Chapeau, Herr Grass! Gut gemacht!”

    Die "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. bezieht Stellung:
    "Wir, die Mitglieder der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, gratulieren Günter Grass für seine aufrichtige Aussage in bezug auf die Atompolitik Israels. Auch wenn Günter Grass durch sein langes Schweigen über seine ehemalige Angehörigkeit zur Waffen-SS Glaubwürdigkeit in Sachen NS-Aufarbeitung einbüßt, so zeigt die hysterische Reaktion jüdischer und
    nicht-jüdischer Deutscher deutlich, dass er ins Ziel getroffen hat. Mit Recht weist Grass auf die überlegene Stärke der vierten Atommacht des Staates Israel und die Gefahr eines tödlichen Kriegs, der mit oder ohne Unterstützung der USA den ganzen Nahen Osten in Mitleidenschaft ziehen und möglicherweise auf die restliche Welt übergreifen würde..." weiter
    http://www.juedische-stim...

    "..der drohende Waffengang mit unabsehbaren Folgen für
    Iran, für Israel, für die Region, und wahrscheinlich für die ganze Welt ist wieder in der öffentlichen Diskussion. Und da gehört dieser zukünftige Krieg hin – bevor das erste Kampfflugzeug aufsteigt. Er
    sollte erst in die Mitte der gesellschaftlichen, politischen Debatte befördert werden – und dann auf den Müllhaufen der Geschichte, ehe er schreckliche Wirklichkeit geworden ist....

    Martin Forberg 2. Kommentar in:
    http://www.juedische-stim...

    "Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll angesichts der vollkommen überzogenen Reaktionen auf ein kritisches Gedicht.

    Man sollte die Fakten diskutieren und endlich aufhören die Person von Günther Grass zum Unmenschen zu erklären."

    Ein wahres Wort. Das würde sich im Fall Sarrazin aber gleichfalls anbieten, der in gewissen Kreisen immer noch hartnäckig zur Unperson erklärt wird.

    Fakten zu schweigen - Kleinkinderverhalten!

    Und es ist bezeichnend für die konservative Regierung des Staates Israel, nur durch Hetze und Einreiseverbot gegen die Person Grass vorzugehen, anstatt diesem auf intellektuellem Wege zu antworten - solch Primitive Leute gehören aber nicht in die Staatsführung, erst recht nicht in die Staatsführung einer Atommacht - noch dazu einer, welche sich weigert den Atomwaffensperrvertrag zu ratifizieren, bzw Kontrollen über Arsenal und Weiterverbreitung zuzulassen (siehe z.B. militärische Zusammenarbeit mit dem rassistischen Südafrika vor Mandela).

    G.Grass beliebt es gerade, sich in einer Minderheitenposition zu gefallen. Und er hat dazu bewußt ausgeschert aus einer Deutschen Tradition, betreten "die Gosch zu halten", wenn es um Israel und Juden geht.

    Ob das besonders klug von ihm war, bzw ob er auf diese Weise etwas Gutes bewirkt wird erst noch die Geschichte zeigen müssen.

    Was wir aber jetzt gerade sehen, ist die Ohnmacht derjenigen, die um ihre bisherige professionelle (und kommerzielle) Deutungshohheit zu diesem Themenkomplex fürchten, wie z.B. Marcel R-R.&Co).

    Unfähig! inhaltlich auf Grass Worte zu antworten (vielleicht weil ihnen die Argumente fehlen?) und einen Dialog zu suchen, verfallen die alten Herrschaften der (Nach)kriegsgeneration in Schreikrämpfe.

    So machen diese Herrschaften aber nicht nur sich, sondern auch ihr Anliegen lächerlich.

    Diese Episode ist ein gutes Beispiel für das zunehmende Verlagen sogenannter Eliten.

    Dass Sie, makronaut, Kommentare ZWEIER unterschiedlicher Kommentatoren zu EINEM widersprüchlichen Satz vermischen, um einen Widerspruch zu konstruieren, der darauf abzielt eine Art Widersprüchlichkeit unter den Argumenten der gesamten Befürworter auszumachen ist - wie soll ich es höflich ausdrücken - dämlich.

    Glauben Sie mir. Wenn es nicht so dumm wäre, würde ich Ihnen ein derartiges Konstrukt auch für seine Gegner konstruieren.

    Was wollen Sie damit eigentlich sagen? Dass die Befürworter nicht einheitlich diskutieren, weil sie sich evtl. sogar eine komplexere inhaltliche Diskussion führen? Prima, makronaut. Aber eben einfach dämlich. Schauen Sie sich doch bitte den verlinkten WDR-Beitrag (bis zum Schluss) an und fragen Sie sich, wie die Waffen der USA oder Israel beschaffen sein könnten um "die tiefstgelegenen Atomanlagen" gerade noch rechtzeitig zu zerstören, bevor sie evtl. "noch tiefer" unter die Erde verlagert werden (so ist doch die Rechtfertigung für die Angriffspläne oder?). Eventuell denken Sie dann nochmal über Uranmunition und moderne Kriegsführung nach.

    • fegalo
    • 08. April 2012 12:14 Uhr

    Israel macht sich lächerlich.

  6. 7. [...]

    Entfernt. Verzichten Sie auf diskriminierende Äußerungen. Danke. Die Redaktion/sh

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    • Majik
    • 08. April 2012 14:27 Uhr

    Wer ist eigentlich der offen antisemitische Schmierfink, der sich hier mit Nicks wie "Prälatus Saujud", "Aaron Dämonius Brülljud" oder "Shlomo Grapscheblume" schmückt? Warum nicht gleich "Schmulchen Schievelbeiner ("schöner ist doch unsereiner", Wilhelm Busch)? Die "Zeit" sollte so etwas nicht dulden. Es ist schon erschütternd genug, dass hier wie fast überall die meisten Deutschen - solange sie anonym bleiben dürfen - Grass' einseitige und realitätsblinde Israelschelte unterstützen oder sogar noch überbieten. Oder sollte man "unterbieten" sagen?

    Diese Leser wurden bereits alle gesperrt. Die Redaktion/mak

  7. wo gibt es die noch, ohne an die Konsequenzen denken zu müssen?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich dachte, Israel wäre der einzige demokratische Staat in der Region.
    Die Reaktion erinnert mich ein bisschen an Gaddafi, wie er die Schweiz abschaffen und aufteilen wollte, weil man ihm ein bisschen auf den Schlips getreten ist ;-)

    • Ffm74
    • 08. April 2012 14:57 Uhr

    Jedes Kind lernt dass sein Handeln Konsequenzen nach sich zieht. Warum sollte ausgerechnet für Grass eine Ausnahme gemacht werden?

    natürlich muss jeder mit den Konsequenzen seines Handelns leben. Doch sprechen die Reaktionen auf das Gedicht schon Bände. Und im Allgemeinen ist es interessant anzusehen, dass, egal ob jetzt Integrationsdebatte, Afghanistan, Frankreichs Burka-Verbot oder eben der Nahe Osten, sobald mal jemand kritisch Stellung nimmt (ich heiße damit Herrn Grass' "Gedicht" nicht gut, ich breche nur eine Lanze dafür dass es auch IMMER gegenteilige Meinungen geben sollte und MUSS, sonst wären wir wieder vor +-70 Jahren), gleich der Nazistempel auf die Stirn gedrückt wird.

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