Am Anfang waren die Grünen noch nett zu den Piraten. Man lud sie ein, zeigte ihnen das Parlament, gab Ratschläge. Inzwischen hat sich das geändert: Seit die Piratenpartei in den Umfragen klettert und in die Landtage einzieht, behandeln die Grünen sie wie unliebsame Konkurrenz. Zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen bastelt man an einer Kampagne, deren Ziel es ist, die Piraten "zu entzaubern". Jürgen Trittin bezeichnet die Piraten unlängst als "größtes strukturelles Problem" seiner Partei.

Beides, anfängliche Nettigkeit wie neue Feindschaft, liegt daran, dass Grüne und Piraten in mehrfacher Hinsicht einander nahe stehen. Die einen wachsen auf Kosten der anderen, man konkurriert um ähnliche Wähler und Themen. Hinzu kommt: Auch die Grünen waren mal anders, frech und als politische Newcomer äußert erfolgreich. Viele Beobachter, aber auch die alten Grünen selbst, fühlen sich durch die Piraten an die grünen Anfangsjahre erinnert.

Tatsächlich gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen den heutigen Piraten und den Grünen von vor 30 Jahren. Aber auch einige Unterschiede, wie der folgende Vergleich der beiden Parteien zeigt.