Ein Mitglied der Piratenpartei beim Parteitag der Piraten in Münster © Rolf Vennenbernd dpa/lnw

Die Piratenpartei ist nach ihrem Wahlerfolg im Saarland auch bundesweit im Aufwind. Im aktuellen Sonntagstrend verbessert sich die Piratenpartei im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte. So kommt die neue Partei für Freiheit und Transparenz laut Emnid-Umfrage jetzt auf neun Prozent.

Mit Blick auf die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen in sechs Wochen können sich die Piraten auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Hoffnungen machen. Mit ihren derzeit fünf Prozent würden sie erstmals in das Düsseldorfer Landesparlament einziehen. Im Mai wird zudem in Schleswig-Holstein gewählt. Sollte die Partei dort ebenfalls erfolgreich sein, wäre auch ein Einzug in den Bundestag realistisch , sagte der Politikwissenschaftler Professor Kai-Uwe Schnapp von der Universität Hamburg Spiegel Online .

Die Wähler-Zustimmung für das rot-grüne Lager hingegen fällt derzeit. So verschlechterten sich die Sozialdemokraten um einen Punkt auf 27 Prozent. Die Grünen , Wunschkoalitionspartner der SPD für 2013, fielen um zwei Punkte auf 13 Prozent. Für die Grünen ist das der niedrigste Wert seit Februar 2010. Eine eigene rot-grüne Mehrheit sieht damit schlecht aus.

Die CDU legt im Vergleich zur Vorwoche ein Prozent zu und bleibt mit jetzt 36 Prozent stärkste politische Kraft. Ihr Koalitionspartner FDP verharrt unter der 5-Prozent-Marke bei vier Prozent. Die Linke liegt weiter bei 7 Prozent.

Künast rechnet dauerhaft mit den Piraten

Die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast stellt sich auf darauf ein, sich in Zukunft dauerhaft mit der Piratenpartei auseinanderzusetzen. "Ich sehe keinen Anlass, darüber zu spekulieren, dass die Piraten wieder verschwinden", sagte sie der Welt am Sonntag . "Wir sind gut beraten, davon auszugehen, dass die Piraten dabei sind. Wir nehmen sie ernst."

Die Arbeit in Parlamenten fordere die Piraten allerdings heraus, fügte Künast hinzu. "Wir werden sie zur Positionierung zwingen." Künast räumte aber auch Versäumnisse im Umgang mit den Piraten ein. "Wir hätten mehr machen müssen, um die Wähler zu erreichen, die sich für die Piraten entschieden haben. Und das sind vor allem Männer unter 25 Jahren."