Umfrage-Hoch : Piratenpartei würde bundesweit neun Prozent erreichen

Nach ihrem Wahlerfolg im Saarland legt die Piratenpartei in Umfragen auf neun Prozent der Stimmen zu. Die Zustimmung für SPD und Grüne dagegen fällt.
Ein Mitglied der Piratenpartei beim Parteitag der Piraten in Münster © Rolf Vennenbernd dpa/lnw

Die Piratenpartei ist nach ihrem Wahlerfolg im Saarland auch bundesweit im Aufwind. Im aktuellen Sonntagstrend verbessert sich die Piratenpartei im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte. So kommt die neue Partei für Freiheit und Transparenz laut Emnid-Umfrage jetzt auf neun Prozent.

Mit Blick auf die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen in sechs Wochen können sich die Piraten auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Hoffnungen machen. Mit ihren derzeit fünf Prozent würden sie erstmals in das Düsseldorfer Landesparlament einziehen. Im Mai wird zudem in Schleswig-Holstein gewählt. Sollte die Partei dort ebenfalls erfolgreich sein, wäre auch ein Einzug in den Bundestag realistisch , sagte der Politikwissenschaftler Professor Kai-Uwe Schnapp von der Universität Hamburg Spiegel Online .

Die Wähler-Zustimmung für das rot-grüne Lager hingegen fällt derzeit. So verschlechterten sich die Sozialdemokraten um einen Punkt auf 27 Prozent. Die Grünen , Wunschkoalitionspartner der SPD für 2013, fielen um zwei Punkte auf 13 Prozent. Für die Grünen ist das der niedrigste Wert seit Februar 2010. Eine eigene rot-grüne Mehrheit sieht damit schlecht aus.

Die CDU legt im Vergleich zur Vorwoche ein Prozent zu und bleibt mit jetzt 36 Prozent stärkste politische Kraft. Ihr Koalitionspartner FDP verharrt unter der 5-Prozent-Marke bei vier Prozent. Die Linke liegt weiter bei 7 Prozent.

Künast rechnet dauerhaft mit den Piraten

Die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast stellt sich auf darauf ein, sich in Zukunft dauerhaft mit der Piratenpartei auseinanderzusetzen. "Ich sehe keinen Anlass, darüber zu spekulieren, dass die Piraten wieder verschwinden", sagte sie der Welt am Sonntag . "Wir sind gut beraten, davon auszugehen, dass die Piraten dabei sind. Wir nehmen sie ernst."

Die Arbeit in Parlamenten fordere die Piraten allerdings heraus, fügte Künast hinzu. "Wir werden sie zur Positionierung zwingen." Künast räumte aber auch Versäumnisse im Umgang mit den Piraten ein. "Wir hätten mehr machen müssen, um die Wähler zu erreichen, die sich für die Piraten entschieden haben. Und das sind vor allem Männer unter 25 Jahren."

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Kommentare

93 Kommentare Seite 1 von 12 Kommentieren

Einfache Berechnung des Erfolgskurses …

… wer meint die Bürger dauerhaft verschaukeln zu können, der muss sich darauf einrichten, sofern der Michel seine Wahlmüdigkeit überwindet, dass die Stimme an Kräfte geht die (noch) nicht korrumpiert sind. Solange die CxU, xPD und Grünen hinsichtlich dessen einig sind was das Volk nicht will, Euro- und Bankenrettung um jeden Preis. Die Einführung des Sozialismus nur für Banken und Konzerne trifft nicht den Geschmack der Bürger, solange werden sich klar denkende Menschen weiter von diesen Parteien weiter abwenden. Da bleiben dann nur noch 2 übrig und die frischesten sind nun mal die Piraten. Und entgegen allem Mainstream und dem Geblubber der Konkurrenz kommen die auch ohne nennenswertes Programm aus, hier beschrieben:

Sind wir nicht alle irgendwie Piraten … Link

Fahren die Piraten konsequent diesem Kurs weiter, dann werden Programm / Inhalte von unten nachwachsen, die Piraten die Moderatoren. Das ist die eigentliche Revolution, denn die bisherige politische Kaste schwätzt da Dummfug ohne Ende, dazu mit dem Anspruch dem Bürger die Welt erklären zu müssen. Mal sehen was die Etablierten noch so an Diffamierung aus dem Hut zaubern bei ihren Versuchen die Piraten wegzusägen, man darf gespannt sein. Aber die oben erwähnte Junta hat irgendwie abgewirtschaftet, weil sie einfach den Bürger nicht mehr anspricht … mit Ausnahme der parteilich Gebügelten.

welchen "kurs fahren" den die piraten?

Was ist das Programm der Piraten, ausser den KOnservativen unter die Arme zu greifen, denn konservativ sind sie in der Mehrzahl, unterscheiden sich lediglich mit ihren Babys auf den Knien. Sollten sie dann irgendwann mit den anderen konservativen Kräften Regierungspolitik verantworten müssen, dann wollen wir mal sehen, was dann noch von der Piraterie übrig geblieben ist.

der Kurs der Piraten

kann ja mal schreiben, was ich von den Piraten in der Politik bisher erlebt habe, und was ich, natürlich viel schärfer in der Zeit vor den Piraten, von der CDU (ich nehme an, die meinen Sie mit "Konserativ" erlebt habe, bzw. gar nicht erst erfahren habe und jetzt seit kurzem mir langsam so zusammensuche. Weil, ich glaube, die CDU hatte nie Wert darauf gelegt, relevante Dinge zu erwähnen:

1)Verträge, relevante Unterlagen u.Daten aller
Art

Piraten: => veröffentlichen
CDU => verheimlichen, verschwinden lassen, löschen, am besten gar nicht erst erzeugen, fälschen??

2) Verhandlungen, politisch relevante Gespräche

Piraten: am besten gleich gleich öffentlich, Inhalte zusammenfassen, veröffentlichen
CDU (v.a. vor den Piraten, von Kohl bestimmt perfektioniert): Vorliebe für 4- und 6-Augengespräche, keine Unterlagen anfertigen, Inhalte vergessen und das Stattfinden auch, lügen

3)Meinungsbildung/Informationsvermittlung, warum man etwas tut:

CDU: machen und nicht erklären, Lügen erfinden, Fragen nicht konkret beantworten, immer möglichst pauschal oder Halb-Antworten geben, immer so, dass niemand etwas damit anfangen kann
Piraten: Informationen zusammensuchen, diskutieren, Vorschlag finden, annehmen, umsetzen + Werbematerial basteln + Vorträge + Presse => Anregungen sammeln => verbessern ...

4) "To Do's"
Piraten: berichten auf Parteitagen wofür sie ihr Geld bekommen. Viele schriftliche Berichte im Netz.
CDU: Hä? Termine, Tätigkeiten? Vergessen!!!!! oder erfinden.

Juppi - dann bläst dem ESM ein scharfer Wind entgegen

Es ist höchste Zeit, dass der sozialistischen Einheitspartei im Deutschen Bundestag namens CDUCSUFDPSPDGRUENE neben der Linken auch noch ein starker Gegenwind von den Piraten entgegenblässt. Der ESM-Vertrag in seiner derzeitigen Fassung darf nicht von den nationalen Parlamenten ratifiziert werden (http://www.schuldenunion....) und damit gültig werden (er ist derzeit noch nicht gültig, daher ist das Geschwätz von einer Aufstockung auf 800 Mia. eine Täuschung der Bürger). Das sagen auch zahlreiche deutsche Staatsrechtsprofessoren.

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"Wir sind gekommen um zu bleiben"

geraubmordkopiertes Zitat ^^

Ja, natürlich haben die PIRATEN Erfolg und mittlerweile verstehen das auch die etablierten Parteien, die vorher nur bis eins zählen konnten.

Der Grund für den Erfolg ist auch klar: Jeder Bürger darf mitmachen, keine Delegierten, kein Hochbuckeln, keine Weisungsangaben eines Vorstands. Statt dessen eine "Mit-mach-Partei" - "die Partei ist das, was du daraus machst".
"Du willst die Politik in diesem Land verändern? Kein Problem, mache es einfach".

Transparenz und Bürgerbeteiligung sind die piratigen Zauberworte oder anders formuliert: "Democracy is magic!"

Das alles sind Schlagworte, aber damit ist auch klar, die PIRATEN werden sich auch inhaltlich immer besser positionieren, denn je mehr Leute mitmachen, desto mehr Leute mitarbeiten und sich einbringen, desto mehr Inhalte werden dadurch basisdemokratisch geschaffen. Damit ist Demokratie eben kein leeres Wort, sondern mit einem unglaublichen Eigenleben erfüllt.