Sahra Wagenknecht : "Wenn wir uns der SPD anbiedern, machen wir uns überflüssig"

Sahra Wagenknecht, Vize-Chefin der Linken, rät ihrer Partei im Interview zu einem klaren Abgrenzungskurs. Die Linken-Spitze kann sie sich auch ohne Reformer vorstellen.
Sahra Wagenknecht © Thomas Peter / Reuters

ZEIT ONLINE : Frau Wagenknecht , die Aussichten der Linken bei den beiden kommenden Landtagswahlen sind katastrophal. Wenn die Partei tatsächlich in keines der beiden Landesparlamente kommt, ist sie doch tot. Wie konnte es so weit kommen?

Sahra Wagenknecht : Tot sind wir noch lange nicht. Der Wahlkampf fängt doch gerade erst so richtig an. Wir werden darum kämpfen, in die Landtage einzuziehen. Sollte das nicht gelingen, wäre das natürlich ein schwerer politischer Rückschlag. Das Ende der Linken wäre es aber auch nicht. Denken Sie daran, wie lange die Grünen in keinem einzigen Ost-Parlament vertreten waren. Selbst in NRW sind sie einst herausgeflogen. Die Linke ist doch heute die einzige Partei mit einer sozialen, anti-neoliberalen Agenda. Die einzige, die sich nicht im Kapitalismus einrichten will. Deshalb wird sie gebraucht, auch wenn wir gerade nicht in Hochform sind.

ZEIT ONLINE : Ausgerechnet NRW! Das Bundesland mit den meisten Industriearbeitern, den ärmsten Kommunen, den drängendsten sozialen Problemen – es müsste eigentlich ein Paradies für die Linke sein. Und jetzt wird es ihr Untergang?

Wagenknecht : Es ist unser Dilemma, dass gerade die, denen es am dreckigsten geht, die für Hungerlöhne malochen oder von Hartz IV leben müssen, vom ganzen Politikbetrieb oft so angewidert sind, dass sie gar nicht mehr wählen gehen. Sie glauben nicht mehr daran, mit ihrer Stimme noch etwas zu ändern, sie empfinden die Demokratie als Farce, weil sie seit Jahren eine Politik hervorgebracht hat, die sich gegen ihre Interessen richtet. Objektiv ist es natürlich so, dass die herrschende Politik noch viel hemmungsloser würde, wenn die Linke nicht mehr in einem Landtag vertreten wäre. Aber das liegt für viele nicht auf der Hand, sie haben den Glauben an jede Art von Politik verloren. Wir verlieren deshalb die meisten unserer Wähler an das wachsende Lager der Nichtwähler.

ZEIT ONLINE : Sie verlieren aber auch Tausende von Stimmen an die Piraten , die jetzt in beiden Bundesländern in den Umfragen an Ihnen vorbeigezogen sind. Was haben die, was Sie nicht haben?

Wagenknecht : Die kommen halt mit dem Image: Wir gehören nicht dazu. Sie werden nicht als Partei wahrgenommen, sondern als Gegenprogramm zum Politikbetrieb. Und im Unterschied zu uns verfügen die Piraten über eine sehr wohlwollende Medienöffentlichkeit. Würde sich die Linke leisten, in auch nur einen Landtagswahlkampf mit derart unbestimmten, zum Teil inkohärenten Positionen zu gehen, würden wir öffentlich geschlachtet, bei den Piraten wird gerade das als reizvoll und kreativ kommentiert. Beispielsweise fordern die Piraten in der Regel die Einhaltung der Schuldenbremse, zugleich aber ein bedingungsloses Grundeinkommen und kostenlosen Nahverkehr. Steuern für Reiche wollen sie nicht erhöhen oder haben dazu keine Position. Das ist ein Gemischtwarenladen, aus dem sich jeder etwas aussuchen kann, aber keine konsistente Politik. In ihrer Beliebigkeit sind die Piraten den etablierten Parteien tatsächlich viel ähnlicher als die Linke. Von den Formen innerparteilicher Willensbildung bei den Piraten können allerdings auch wir uns etwas abgucken.

ZEIT ONLINE : Rot-Grün konnte in NRW auch deshalb zwei Jahre regieren, weil die Linke dem Haushalt zugestimmt hat .

Wagenknecht : Ja, das haben wir gemacht, solange unsere Forderungen wenigstens ansatzweise erfüllt wurden: kein Personalabbau, keine sozialen Kürzungen, Abschaffung der Studiengebühren. Im letzten Jahr hat die SPD dann zunehmend auf die FDP als Mehrheitsbeschaffer für unsoziale Politik gesetzt.

ZEIT ONLINE : Ist die Schuldenbremse Ihr neues Hartz IV? Taugt sie als Mobilisierungsthema, wenn eine Mehrheit der Deutschen für den Abbau von Schulden ist?

Wagenknecht : Es klingt erstmal populär, wir müssen Schulden abbauen, damit die künftigen Generationen noch Luft zum Atmen haben. Wir sind ja auch dafür, etwa durch die Einführung einer Millionärssteuer Schulden abzubauen. Aber wir lehnen es ab, die nicht zuletzt durch die Bankenrettung hochgetriebene Schuldenlast durch brutales Kürzen auf die kleinen Leute abzuwälzen. Wenn die SPD heute öffentlich behauptet, sie sei auch für höhere Reichensteuern , ist das verlogen. Erstens hat keine Partei Spitzenverdiener und Vermögende in ihrer Regierungszeit so stark entlastet wie die SPD. Und zweitens verzichten sie ja bis heute darauf, die Regierung über entsprechende Initiativen im Bundesrat unter Druck zu setzen.

ZEIT ONLINE : NRW ist auch das Land, in dem die Fusion von WASG und Linkspartei beschlossen wurde. Hat man jetzt nicht den endgültigen Beweis, dass die Zusammenarbeit von Ost- und Westlinken gescheitert ist?

Wagenknecht : Die PDS hätte Luftsprünge gemacht, wenn sie jemals auf die 7 bis 9 Prozent gekommen wäre, die der Linken bundesweit immer noch zugetraut werden. Woran misst man uns? Wenn man uns an den eigenen Erfolgen von 2009 misst, wo wir fast 12 Prozent hatten, dann kann man nicht zufrieden sein – und das sind wir ja auch nicht. Trotzdem sind selbst Umfrageergebnisse von 4 Prozent in NRW für eine Partei links von der SPD früher undenkbar gewesen. Klar ist: Wir haben in den letzten Jahren eine Reihe von Fehlern gemacht, die unser öffentliches Ansehen lädiert haben.

ZEIT ONLINE: Welche waren das?

Wagenknecht : Endlose Personaldebatten. Streitereien in der Öffentlichkeit. Falsche Themensetzung. Wir waren mit unseren zentralen Positionen oft kaum noch erkennbar.

Verlagsangebot

Der Kult ums gesunde Essen

Nahrung soll Energie und Freude bringen. Doch immer mehr Lebensmittel werden zum Problem gemacht: Vom Salz bis zum Fleisch. Warum eigentlich? Jetzt in der neuen ZEIT.

Hier lesen

Kommentare

228 Kommentare Seite 1 von 19 Kommentieren

Quatsch

Die SPD macht keine linke Politik. Warum soll sich dann eine linke Partei der SPD annähern? Das hat nichts mit SPD-Hass zu tun. Oder ist es CDU-Hass, wenn sich die SPD nicht an die CDU annähern will? Ach, huch, die SPD ist ja de facto schon die CDU, ebenso wie die Grünen schon de facto die FDP sind. Sieht man immer schon am Abstimmungsverhalten im Bundestag. Es gibt nur eine Opposition:

Die Linke

(2013 mit den Piraten vielleicht auch zwei. Schaden wirds kaum was)

Nicht Arroganz, sondern Fakt

Mag sein, dass die SPD in ihrer Basis noch links ist, aber ganz sicher nicht in der Spitze. Das zeigt sich schon darin, dass sie ihr eigenes Grundsatzprogramm (Demokratischer Sozialismus) mehrmals ändern wollten, weil romantische Spinnereien oder so ähnlich. Und wann hat Schröder je linke Positionen vertreten, als er die Möglichkeit dazu hatte?

Man kann die Augen halt auch vor der Realität verschließen.

Man kann auch...

Man kann auch selbstzufrieden erklären "Die einzige Opposition sind wir", die feste Überzeugung, als einzige "die Wahrheit" zu vertreten, vor sich hertragen, damit fast achtzig Prozent der Wähler implizit als Idioten bezeichnen und auf ewig auf echte Gestaltungsmöglichkeiten im Bund verzichten. Aber das macht ja nichts, solange man sich am Gefühl der ideologischen Reinheit berauschen kann.

Spd links?

das ist der größte Irrtum seit Schröder!

ist das links:
Krieg in Afghanistan
Kurnaz in Guantanamo
al Masri
Sarrazin
Hartz IV
Bankenrettung auf Kosten der Bürger
Millionen Boni an die Banker auf Steuer Bürgers kosten
Abschaffung der Kapital Ertragssteuer auch noch rückwirkend
Wirtschaftsvertreter die Gesetze schreiben lassen

wer so etwas macht kann aus meiner Sicht nur eines sein: das darf ich öffentlich nicht sagen aber in Süditalien wäre das normal!

Was ist links?

Ich stimme Ihnen zu, wenn Sie meinen es ist eine besonders gute linke Politik ALG II einzufuehren, den Spitzensteuersatz fuer Lohneinkommen um 10% zu senken, fuer Kapitaleinkommen gar um 17% zu senken, die GRV Leistungen zu senken, die Riesterrente einzufuehren, und das Rentenalter hoch zu setzen und zu guter letzt den Finanzmarkt voellig zu liberalisieren. Wenn all das eine gute linke Politik ist, dann hat die SPD ganz klar die Deutungshoheit fuer linke Politik. Ob die Gruender der SPD das auch so sehen wuerden, darf bezweifelt werden.

SPD Problem?

Sie schreiben hier so, als wenn die Linke eine Zusammenarbeit mit der SPD ablehnen wuerde, aber soweit ich mich erinnere hat doch bspw. die Saar SPD eine Grosse Koalition vorgezogen, und das mit einer Ministerpraesidentin, die gerade dadurch aufgefallen war, dass ihr Lieblingsprojekt kostenmaessig in nicht nachvollziehbarer Weise explodiert ist. Aber den Linken dann vorwerfen, mit denen koenne man nicht sparen. Fuer diesen Stabilitaetspakt haelt sowieso die gesamte oekonomische Zumpft ausserhalb Deutschlands die Deutschen fuer verrueckt. Und warum sollen bei Bruch des Stabilitaetspakt immer die Buerger bluten, also wenn man (ich nicht) so einen Pakt schon will, dann soll man doch bitte als Strafmassnahme die entsprechenden Politiker die den Pakt gebrochen haben zur Kasse bitten. Aber schlagen Sie das mal einem Politiker vor, nein dann sollen Rentner, Studenten und Kinder als Strafe leiden. Was ist das denn fuer ein Anreizmechanismus? Ich verletze ein Gesetz, und meine Frau wird bestraft? Auf so einen Supermechanismus muss man erst mal kommen. Aber die SPD findet das ja auch im Prinzip super, sofern eine wirkungslose Finanztransaktionssteuer kommt.

nun zur die Realität

Tatsächlich sind es natürlich die vermeintlich mittigen Parteien, an deren Wesen die Welt genesen soll.

Es ist jedenfalls nicht die Linke, die die "Demokratie" am Hindukusch verteidigt. Es ist nicht die Linke, die Serbien in die Knie zwingen wollte. Es ist nicht die Linke, die an der Seite von Bush im Irak einmarschieren wollte. Es ist nicht die Linke, die Panzer an so honorige Superdemokratien wie Saudi-Arabien liefert.

Das alles, werter Mitforist, kommt von den Parteien der sog. Mitte.

Die LINKEN...

...verteidigen die Demokratie ja nicht mal im Bundestag!

Und sehe ich das richtig: Sie hätten also lieber dem Genozid der Serben weiter zugeschaut, als sie "in die Knie zu zwingen"? Sie sind ja wirklich ein "lupenreiner" Pazifist!
Und tuen sie nicht so, als hätte die DDR, aus deren Schoß die LINKE entsprungen ist, nie irgendwo hin Panzer geliefert hätte! Sind Sie wirklich so naiv zu glauben unter einer LINKEN-Regierung gäbe es keine Panzer? Der einzige Unterschied wäre, dass die nicht von KMW, sondern von Uralwagonsawod geliefert würden.

netter Versuch :)

Ihre Krokodilstränen können Sie sich sparen. Fakt ist und bleibt, dass es nicht die Linke ist, an deren Wesen die Welt genesen soll. Serbien, Kosovo, Afghanistan, Irak usw. sind keine "Projekte" der Linken, sondern der Parteien der sog. Mitte.

Natürlich sind deren Kriege immer gerechtfertigt. Das ist immer so. Auch Hitler hat ja nur "zurück geschossen". Man kennt das.

Mehr faellt Ihnen nicht ein?

Habe ich das geschrieben? Ich denke eher nicht, aber Ihr Links-Konzept bleibt immer noch im Unklaren, ausser das Sie meinen die SPD verkoerpere das in irgendeiner Hinsicht. Nur in welcher denn? Unter Helmut Kohl betrug der Spitzensteuersatz 52% auf Kapitalertraege und Einkommen, unter der ersten CDU Regierung gab es eine Vermoegenssteuer von 50% (nannte sich Vermoegensabgabe), auf das Vermoegen wohl gemerkt, allerdings gestreckt ueber 30 Jahre, aber 50% des Vermoegens waren weg und gingen an den Staat. Uber die Entwicklung der Vermoegensverteilung seit Schroeder verliere ich jetzt am besten kein Wort. Wenn Leiharbeit, endlose Kettenzeitvertraege und Minijobs ploetzlich soziale Errungenschaften sind, ja dann ist die SPD wirklich ganz weit links. Und um gleich Ihrem naechsten Vorurteil vorzubeugen, ich gehoere zu den sogenannten Besserverdienenden, mein Geldbeutel hat also mitprofiert von dieser ach so links-sozialen Politik, ich habe sie aber nie gewollt. Ich habe nichts gegen hohe Steuern, auch wenn mich die Verschwendung von Steuern fuer sinnlose Grossprojekte durch die SPD in meiner Heimatstadt schon sehr annerven. Aber bei sowas wird ja besser nie gespart. Lieber 30 Jahre lang einen sinnlosen Regionalflughafen jaehrlich mit EUR 20 Mill. subventionieren, als ein Sozialticket im Nahverkehr einzufuehren das ist die reale SPD.

Von Ihnen...

...hätte ich mehr erwartet, als die übliche und zunehmend langweilige Nazi-Keule. Der Vergleich ist an dieser Stelle im Übrigen nicht nur unangebracht, sondern zeugt auch von Geschmacklosigkeit und/oder mangelnder Geschichtskenntnis.

Ich habe zudem nirgendwo behauptet, dass alle Kriege des "Westens" gerechtfertigt sind. Aber Menschenrechtsverletzungen gegenüber bestimmten Ethnien sehe ich durchaus als gerechtfertigten Grund für einen militärischen Eingriff an. Wenn Sie das anders sehen, ist das Ihre Sache. aber wenn Sie Sozialisten grds. als Friedensengel ansehen, ist in den letzten 100 Jahren so einiges an Ihnen vorbeigegangen.

Am Deutschen Wesen

soll momentan vor allem Europa genesen. Wie gut das klappt, sieht man ja in Spanien, wo sogar die überzeugtesten Neoliberalen schon der Meinung sind, dass der Sparkurs wohl in die Hose geht. Wer ists gewesen? Die Linke wars jedenfalls nicht. Genauer gesagt hat die Linke diese Entwicklung vorausgesagt.

Passt natürlich nicht in Ihre Vorstellung, dass die sogenannten Extremisten doch eher bodenständig argumentieren, und die angeblich so gemäßigten aus "der Mitte" dem Rest der Welt mit ihren radikalen Spar- und Liberalisierungsprogrammen auf die Nerven fallen.

Schoener Kosovokrieg

Das ist immer so eine Sache mit den Kriegen, offensichtlich haben Sie auch die naive Idee es gaebe Gute und Boese und naturgemaess sind wir natuerlich immer auf der Seite der Guten. Wenn ich mir jedoch vor Augen fuehre, dass Herr Scharping den Kriegseinsatz mit dem sogenannten Hufeisenplan der Serben gerechtfertigt hat, dessen Existenznachweis bis heute fehlt und nachweislich mit gefaelschten Bildern gearbeitet hat, so habe ich meine Bedenken, ob wir die Guten waren. Nach meinem heutigen Wissen stand die UCK in Sachen Menschenrechtsverbrechen den Serben kaum nach, aber wir haben dafuer 50% von Serbien inkl. chinesischer Botschaft mit Flaechenbombardements platt gemacht. Ob das mal den Guten so gut zu Gesicht steht? Und was wurde in Afghanistan bis heute erreicht? Ein korrupter Wahlfaelscher ist an der Macht, der von Frauenrechten genauso viel haelt wie die Taliban. Der Preis dafuer war ein Unzahl von zivilen Opfern und einige Bundeswehrsoldaten, und langfristig scheinen die Taliban dann doch die Macht wieder zu uebernehmen. Falls Sie meinen man haette den Terror bekaempft, muss man anmerken von den Terroristen von 9/11 war nicht einer Afghane, aber ein paar Saudis, die auch sonst gerne Terrortruppen weltweit unterstuetzen sofern deren Ziel der Wahabismus ist. Aber lesen Sie mal am besten Kant dazu, der zu dem Schluss kam, dass nur ein reiner Verteidigungskrieg ein gerechter Krieg sein kann.

Offenbarungseid ? - ja, bloß von wem ... ??!

..."Ich glaube, wenn wir uns der SPD anbiedern und unsere Positionen weichspülen, dann machen wir uns überflüssig. Die Linke hatte Erfolg, weil sie klare Positionen vertreten hat."...

Noch eine "Seeheimer Partei" brauchen wir bestimmmt nicht !
Mit der einen ist ja schon nichts mehr anzufangen ... !!

"Die SPD macht keine linke Politik. Warum soll sich dann eine linke Partei der SPD annähern? Das hat nichts mit SPD-Hass zu tun.
Die SPD ist ja de facto schon (wie) die CDU, ebenso wie die Grünen schon de facto (wie) die FDP sind."

Sie wird aber durch die Medien, und so manchem Troll(o), zum/als "Schmuddelkind" ge-/be-schrieben.

So wird es uns wohl erst noch sehr viel schlechter gehen müssen - was auch passieren wird (siehe z.B. Prof. Max Otte) - bevor "die Mehrheit" merkt/erkennt, daß wir andere Rezepte brauchen ... .

"Es gibt nur eine Opposition gegen die Demokratie: Die Linke"

Na ja, da fällt mir noch die CSU ein ( die würden sofort wieder einen König nach Neuschwanstein schicken !), grosse Teile der SPD/CDU, die für alles zu haben sind, Hauptsache am Schluss steht eine saftige Rendite und at last die FDP, die ...ach, auch egal !
Da nehmen wir doch lieber die Linken und die Piraten, die gehen nicht mit Ackermann und Konsorten frühstücken. Vielleicht werden die auch mal so korrumpiert wie oben Genannte, aber das ist mir dann auch Pappe, weil ich dann nicht mehr an Politik interessiert bin.

#1 suryo und folgekommentare

ihre beiträge sind aus meiner sicht ein offenbarungseid.

sie haben doch kein wort in diesem beitrag verstanden. kritik an den positionen der spd und der vereinbarkeit mit den grundsätzen der linken sind gerechtfertigt.

nicht umsonst hat sich ein teil von der spd abgespalten (wasg). es gab unter schröder keine linken positionen, die von der parteispitze vertreten und umgesetzt wurden.

es scheint mir eher ein haß ihrerseits zu sein, gegen jeden der "ihre" spd kritisiert, im ganzen gegen die linke.

in der spd gibt es keinen politiker / politikerin die soviel kompetenz hat wie waagenknecht /gysi. sie haben eben mit begrenzten denkstrukturen mit menschen ihrer art zu kämpfen, die nicht über ihren tellerrand schauen können.

lieber lassen sie sich belügen, verarschen und finanziell abkassieren, als nur im ansatz mal richtig zuzuhören, sich zu informieren und dann gedanken darüber machen, das die ansätze von fr. waagenknecht und hr. gysi der wahrheit entsprechen, denen sich bürger wie sie allzugerne entziehen, damit sie ihre geschichten von der ddr/marxismus/stalinismus/mao und die roten kmehr , die sie in ihre geradezu lächerlich peinlichen folgebeiträgen aufzählen und die überhaupt keinen bezug zum thema haben.

ich finde es schade, das so verblendete, die sich weder mit den zielen der linken auseinandersetzen, noch mit den menschen, für die sie kämpfen.

diskriminierung einer bevölkerungsgruppe (hartz4) war schon immer spiegelbild für meinungsbildung in deutschland.

#43 bürger 2012

zu den grundsätzen / grundlagen und theorien des sozialismus kann man ja auch stehen (ob sie mit menschen wie ihnen umsetzbar sind, ist wieder eine andere geschichte).

das man anderen menschen zum geburtstag gratuliert, ist ja wohl das menschlichste auf der welt. ich sollte fidel auch ne mail zum geburtstag schicken.
oder wollen sie mir erzählen, das sie ihm den tod wünschen würden ? was würde sie dann von solchen "verbrechern" unterschieden?

würden sie einen größen einblick in die thematik haben, würden sie den unsinn der öffentlichen medien hier nicht wiederholen.

"Frau Wagenknecht glänzte ja in der Vergangenheit zudem als "Fan" Stalins." - zu der info sollten sie mal eine quelle angeben

sachverhalte aus dem kontext reissen und sie in einem neuen darlegen zeugt natürlich auch von sachlichkeit.
waren/sind das nicht maßnahmen/mittel von regimen die sie ständig aufzählen, um ihre standpunkte darzulegen?

Was für die Einen...

Verlust - ist für die Piraten Gewinn...:

"Wir verlieren deshalb die meisten unserer Wähler an das wachsende Lager der Nichtwähler."

Oder habe ich da was falsch verstanden, dass gerade die Piraten sehr viele Stimmen aus dem "Nichtwählerlager" geholt hat respektive auch noch weiter holen wird...

P. S.: Heute ist es echt hart - erst Schröder jetzt Wagenknecht mit Bild auf der Titelseite...

Erbarmen liebe Redaktion!

Genau die Aussage zum Lager der Nichtwähler von Frau WK...

...beweist sehr deutlich, dass die Linke überhaupt nicht begriffen hat, was sich durch die Revolution in der DDR und dem Zugang zum Internet für alle Bundesbürger verändert hat.
Wer gut gelernt hat nimmt die Piraten als genau das wahr, was sie sind. Eine schwarmintelligente Politikrichtung die den angeblichen Nichtwähler schon am Anfang von Politik mitnimmt und die neuen Zeiten der Wissensgesellschaft in vollem Umfang umsetzt. Wir reden hier von einer Neuauflage des bürgerlichen stillen Ungehorsams ala DDR durch einen anderen Zusammenschluss mittels Wissen und offener Diskussion. Die Linke hat verpennt was man auch nur verpennen kann und klebte so sehr an ihren Doktrin, dass ihr der Sinn für Realitäten abhanden gekommen ist. Wer will schon die alten Parolen der letzten 150 Jahre hören, wenn wir selber denken und lernen können. Vordenken und Vorbeten war gestern. Klar machen zum Ändern ist heute.

Vergangenheit also überflüssig

Wer will schon die letzten 150 Jahre? Vielleicht ja um daraus zu lernen. Ich will garnicht sagen dass das Konzept der Piraten schlecht ist, aber halten Sie persönlich doch zwischen dem Hurra schreien einmal einen Moment inne und überlegen, wieso es Menschen gibt, die an 150 Jahre alten Ideen festhalten.

Schwarmintelligenz in allen Ehren, aber gehts auch ein wenig konkreter? Für mich klingt das wie ein klassischer Hype. Sicher ist die Idee gut, aber auch nicht so neu. Das Internet machts jetzt möglich, ok auch gut, aber meinen Sie bloß weil das Kommukationsmedium jetzt weitere, schnellere Vernetzung möglich macht kommen jetzt nur fundamental neue Ideen auf den Tisch? Oder ist es nicht vielmehr naheliegend dass genau diese 150 Jahre alten Ideen jetzt immernoch aktuell sind, weil über diese garnicht so wahnsinnig lange Zeit ein paar grundsätzliche Dinge nicht geändert haben.

Bloß weil Sie das Programm der Linken nicht kennen, heisst das nicht, dass da nicht schon die richtigen Antworten auf manche Fragen drinstehen. Angeblich wissen manche von denen sogar, wie man einen Computer bedient :)

Eine kluge Frau,

Dazu auch noch attraktiv. Würde uns gut anstehen in diesem Politbetrieb.

Aber ich sehe schon, wie allein der Name Wagenknecht dem deutschen Kleinbürger den Achselschweiß kübelweise ins Feinripp-Unterhemd fließen lässt.

Wir haben in D. nicht diese Größe, diese Grandezza, jemanden gut zu finden, auch wenn er eine völlig andere politische Meinung vertritt. Und dann auch noch diese Kommunistenangst - oh mein Gott.

@9 haraldstrauß --- Eine kluge Frau

"....machen wir uns überflüssig"

Herr Strauß, Ihre Hymne in Ehren, aber man will sie ja nicht gleich heiraten. Sie hatte ja ausserdem den sympatischen Anlageberater, der ab und zu amüsant dem Nähkästchen erzählte, wohl aus Parteiräson oder linken Karriereüberlegungen gegen den großen Demagogen ausgetauscht.

Vielleicht sollte ihr aber jemand mal mitteilen:

IHR SEID ÜBERFLÜSSIG!

Sie begreift es bestimmt sofort - dumm ist sie ja nicht

@ 144 das rote Tuch ....

Das rote Tuch ist das Objekt des Angriffs eines Stieres in der
Arena in Spanien. Fanatisch rennt der Stier gegen das rote Tuch an.
Alles andere nimmt er nicht wahr, weder den Torero, den Menschen
oder das Umfeld. Der Stier an Todesangst, ist logisch.
Aber Menschen mit Verstand, die sich so intolerant und
fanatisch gegen eine Gruppe in Szene setzen, die mit Sicherheit
viele gute Ideen für das soziale Zusammenleben der Menschen
schon erbracht hat ist unverständlich.
Jetzt fangen Sie nicht mit dem Ostblock-Kommunismus an, das ist jedem bekannt, das war auch Kapitalismus in anderer Art -
der Honecker und Tross hatten ihre Anzüge auch vom Ku-Damm in W-Berlin, sie hatten alles ,was das Volk nicht hatte. Das Volk ist auch, aber anders ausgebeutet und geknechtet worden.
Kennen wir ja alles.

Oh doch!

Nein, es ist mein voller Ernst.

Es es braucht eigentlich keine zwei extremistischen Parteien, eine links (DIE LINKE) und eine rechts (NPD), die die Not und die Lebenssituation der Ärmsten ausnutzen, um diese mit Demagogie zu verführen und letztendlich in eine noch viel schlimmere Situation bringen - aber, darüber hinaus, den Rest der Bevölkerung gleich auch noch mit ins Unglück stürzen. Es ist auch keine argumentative Bereicherung ständig falsche agitatorische Parolen zu verbreiten a la: "die Spekulation ist schuld an allem" - "die Ausländer sind schuld an allem", etc.

Diese Parteien sind inhaltlich voll verzichtbar.

@219 -- 40248walter

Alles Genannte macht doch leider schon die SPD, als so genannte Volkspartei, zur Genüge. Wozu also eine extremistische Partei, die ein gescheiterten Systementwurf zum Schaden aller einführen will? Sie wollen doch auch nicht die NPD - oder?

Abgesehen davon zu Ihrer Anmerkung:

"Es braucht keine Opposition gegen die Dominanz des Finanzsektors über den Realproduktionssektor, und dass das Vermögen der Reichsten jährlich um 10-20 % wächst, während aufgrund dieser Logik die öffentliche Verschuldung national und EU-weit zunehmen?"

Es ist doch exakt die dirigistische Politik, die DIE LINKE vertritt, die das, was Sie als Problem sehen, erzeugt hat und uns direkt in die Lehmannkrise geführt hat.

Wer anders als das ökonomische Mastermind der DIE LINKE, Flassbeck, vertritt den vehement staatliche Lenkung von Zinsen, Wechselkursen und Löhnen? Das soll nicht stracks in die nächste Krise führen? Warum sind denn die staatslenkende DDR und SU zusammengebrochen? Warum öffnet sich China dem marktwirtschaftlichen Denken?

Und würden die Schuldenbuckelländer nicht eine derart unsolide Politik machen, wie sie jetzt u.U. auch in Frankreich abzusehen sein könnte, bräuchten sie auch keine hohen Zinsen an ihre Geldgeber zu zahlen.

Und die Trennung von Finanzsektor und Realwirtschaft existiert nur in den Köpfen des linken Spektrums.

Große realwirtschaftliche Firmen, wie Siemens betätigen sich schon lange im Finanzbereich. Wie wollen Sie das denn auftrennen?