BundeswehrDe Maizière will Veteranen künftig im Mai ehren

Mit einem bundesweiten Veteranentag will der Verteidigungsminister die Arbeit früherer Soldaten besser würdigen. Erwogen werden auch ein Abzeichen und Veteranenheime. von afp und dpa

Verteidigungsminister Thomas de Maizière ( CDU ) hat ein Konzept für eine neue Veteranen-Politik der Bundeswehr vorgelegt. Ziel sei es, "die gesellschaftliche Würdigung der Leistungen aller Veteranen der Bundeswehr zu fördern und zu erhöhen", heißt es in dem Papier, das de Maizière dem Verteidigungsausschuss des Bundestages vorgestellt hat. Im Vordergrund sollen dabei allerdings weniger materielle Leistungen stehen als "praktische Betreuung und Unterstützung" sowie eine "ideelle Würdigung".

Hintergrund für die Überlegungen sind die Entwicklung der Bundeswehr zu einer "Armee im Einsatz" in den vergangenen beiden Jahrzehnten sowie aktuell der Übergang zu einer reinen Freiwilligenarmee. Als Beispiel für eine mögliche Würdigung wird "eine offizielle Geste der Anerkennung" an einem bundesweit organisierten Tag der Veteranen genannt. Erwogen werden auch ein Veteranenabzeichen oder die Gründung von Veteranenheimen.

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Kritisch zu dem Vorhaben äußerten sich Grüne und Linke. Zwar sei eine Würdigung der Verdienste früherer Soldaten legitim, doch müsse dies "für alle gelten, die im Ausland Dienst tun", also ebenso  für Polizisten oder Entwicklungshelfer zum Beispiel, sagte Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour . Zu einem ehrlichen Umgang mit Veteranen gehöre auch "eine kritische Diskussion".

22. Mai als Datum für Ehrentag vorgeschlagen

"Wenn der Verteidigungsminister etwas für ehemalige Soldaten tun will, soll er Geld in die Hand nehmen und ihre soziale Absicherung verbessern", sagte Linken-Verteidigungspolitiker Paul Schäfer . Er warf de Maizière vor, mit besonderen Ehrenbezeugungen für Veteranen die Anerkennung für deren persönlichen Einsatz "in allgemeine Akzeptanz für Kampfeinsätze und Kriegführung" ummünzen zu wollen.

Als Tag für die Ehrung schlug de Maizière den 22. Mai vor. 1956 seien an diesem Datum die wehrverfassungsrechtlichen Grundlagen für die Bundeswehr in Kraft getreten, erklärte der Minister. Im Februar hatte de Maizière die Koppelung eines Veteranentages an den Volkstrauertag im November vorgeschlagen und war damit auf Vorbehalte gestoßen.

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Leserkommentare
    • joG
    • 03. April 2012 18:00 Uhr

    ....wenn es Einsätze gab, die wertvoll waren und man einen Unterschied machte.

    Das hat Deutschland seit 1900 nicht mehr. Ist es nicht also ein wenig den Karren vor das
    Pferd spannen, wenn man nun schon anfängt zu ehren?

  1. Muss man bei uns eigentlich sämtlichen patriotischen Mist aus den USA nachmachen?

    Deutsche Soldaten, die für irgendetwas den Kopf hingehalten haben, brauchen nach ihren Einsätzen eher Hilfe als Blechmedaillen.

    Wie es mit Hilfe für traumatisierte Kriegsheimkehrer aussieht ist verschiedentlich in den Medien nachzulesen.

    Dieser Politiker will keine "Würdigungen" generieren sondern eine weitere Sorte Fototermine für sich und seinesgleichen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • leon1
    • 04. April 2012 6:21 Uhr

    Sie deuten es schon an. Wie waehre es mit einem [...] Traumatag. Da koennen dann unsere Soeldner darueber nachdenken warum sie traumatisiert sind und wem sie das zu verdanken haben.
    Und die nicht traumatisiert zu hause gebliebenen Buerger koennen nachdenken warum wir unseren Mitbuergern in Uniform Kriegseinsaetze zumuten.

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/ag

    • Harzer
    • 03. April 2012 18:19 Uhr

    Da werden wir neben Veteranenheimen auch bald Versehrtenheime brauchen ... ... .

  2. Jetzt brauchen wir auch noch den Heldengedenktag, dann ist die Restauration vollständig!

    Gratulation

    • Harzer
    • 03. April 2012 18:23 Uhr

    ... Warum nehmen wir nicht den 8.Mai, den Tag der Befreiung ... ... ?!!

  3. Wie wäre es, wenn wir die Veteranen und Soldaten dadurch ehren würden, sie erst gar nicht an den Hindukusch zu schicken? Oder ist das zu radikal gedacht?

  4. Als weiteres Motiv für einen solchen "Veteranentag" fällt mir ein, dass damit vielleicht auch deutsche Kriegsteilhabe endgültig und nachhaltig als Selbstverständlichkeit in unsren Köpfen verankert werden soll.

    Dabei hatte ich de Matière eigentlich gemacht, als Innenminister :-/

  5. warum sollten bezahlte Söldner und mehr ist die Bundeswehr nicht seit die Wehrpflicht abgeschafft wurde "geehrte" werden ? Wofür und wozu wird einem Korpsgeist gehuldigt in einer Zivilgesellschaft die ihre Lehren aus dem zweiten Weltkrieg glücklicherweise in der Mehrheit gezogen hat. Die geringe Akzeptanz bei jungen Männern zum Militär spricht eine deutliche und sympatische Sprache.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte CDU | Grüne | Absicherung | Bundeswehr | Gründung | Minister
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