Linke-Parteichef Klaus Ernst hat sich dafür ausgesprochen, dass Oskar Lafontaine ihn an der Parteispitze ablöst. Ernst sagte, er sei "selbstverständlich" für eine Kandidatur des saarländischen Fraktionschefs beim Parteitag Anfang Juni in Göttingen .

Der frühere Linke-Vorsitzende Oskar Lafontaine hatte am Morgen seine Bereitschaft zu einer Rückkehr an die Parteispitze signalisiert. Ob er tatsächlich zur Wahl antritt, machte er jedoch vom Verlauf einer Sitzung des geschäftsführenden Bundesvorstands und der Landesparteichefs an diesem Dienstag abhängig.

"Ich werde mir zuerst anhören, was die anderen sagen", sagte er im Deutschlandradio Kultur . "Es kann ja auch sein, dass niemand jetzt nach dieser Wahl diese Lösung für richtig hält, sondern andere Lösungen befürwortet werden." Lafontaine hatte monatelang zu seinen politischen Ambitionen geschwiegen. Vor zwei Jahren war er wegen eines Krebsleidens zurückgetreten. Inzwischen gilt der saarländische Fraktionschef aber als voll genesen.

Der Bundesvorstand der Linkspartei kam am Montag in Berlin zusammen, um über das Wahldesaster in Nordrhein-Westfalen zu beraten. Am Nachmittag sollten sich die Landeschefs treffen. Die Linke war in NRW klar an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und muss sich nach zwei Jahren aus dem Landtag verabschieden.

Widerstand gegen Lafontaine

In der ostdeutschen Linken formiert sich indes Widerstand gegen Lafontaine . Der Landesfraktionschef in Sachsen-Anhalt , Wulf Gallert, sprach sich in der Mitteldeutschen Zeitung offen gegen ein Comeback aus. Zuvor hatten bereits der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern und thüringische Kommunalpolitiker für den stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch , als Parteichef plädiert.

Mit Blick auf mögliche Bedingungen Lafontaines für eine Kandidatur sagte der Berliner Landesvorsitzende Klaus Lederer dem Tagesspiegel : "Wir sind nicht in einer Tarifverhandlung. Innerparteiliche Erpressungsmanöver sind das Letzte, was wir jetzt gebrauchen können."

"Meine Kandidatur steht"

Bartsch ist bisher der einzige Kandidat für die Doppelspitze aus einem Mann und einer Frau. Er hatte sich bereits im November vergangenen Jahres bereit erklärt, bei der Wahl anzutreten. Nach dem Ausscheiden der Linken aus dem Landtag in Nordrhein-Westfalen bekräftigte Bartsch: "Meine Kandidatur steht."