FDP: Rösler darf's noch mal versuchen
Die FDP blickt nach vorn, Personalspekulationen sind tabu. Rösler-Freunde hoffen wieder vorsichtig, dass der Parteivorsitzende sich noch berappeln kann. Von L. Caspari
© Sean Gallup/Getty Images

FDP-Chef Philipp Rösler
Am Ende macht Wolfgang Kubicki dann doch eine zweideutige Bemerkung. Der schleswig-holsteinische Wahlkämpfer stellt sich am Montag nach der FDP-Bundesvorstandssitzung gemeinsam mit Parteichef Philipp Rösler und dem neuen NRW-FDP-Helden Christian Lindner den Fragen der Journalisten. Kubicki will die Gelegenheit nutzen, um Rösler ordentlich zu loben. Die Spekulationen um dessen Zukunft als Parteichef sollen ein für alle mal abgewürgt werden.
Der Kieler Fraktionschef sagt daher solche Sachen wie: An seiner Person könne man ja sehen, wie schnell man in der öffentlichen Wahrnehmung "vom unsympathischen zum sympathischen Menschen werden kann." Das seien doch gute Vorzeichen für 2013. Kubicki meint das durchaus wohlwollend. Und Philipp Rösler, der laut Umfragen momentan für die allermeisten Deutschen ein rotes Tuch ist, lacht dazu.
Rösler wird das Format zum Spitzenkandidaten abgesprochen
Aber dann rutscht es Kubicki raus: Christian Lindner habe mit 8,6 Prozent ja ein besseres Ergebnis für die FDP erreicht als sein schleswig-holsteinischer Landesverband. "Er ist die Zukunft, ich bin die Vergangenheit", fügt er hinzu. Parteichef Rösler gefriert das Lachen im Gesicht. Mit solchen Nebensätzen kann man ihn treffen. Schließlich ist es gerade einmal zehn Tage her, dass Kubicki den Wahlkämpfer Lindner auch angesichts seiner "brillanten Rhetorik" als neuen Parteivorsitzenden ins Gespräch brachte – natürlich nur, wie Kubicki betonte, falls der unglückliche Parteichef Rösler irgendwann einmal freiwillig abtreten wolle.
Immer mehr FDP-Spitzenvertreter sprechen Rösler mittlerweile hinter vorgehaltener Hand das Format ab, die FDP in den Bundestagswahlkampf führen zu können. Er sei nach den ganzen Kommunikationspannen der letzten Zeit in der öffentlichen Wahrnehmung schlicht verbrannt. Kurz vor der Schleswig-Holstein-Wahl berichtete der Spiegel, dass die südlichen Landesverbände der Partei im Notfall 2013 lieber auf Fraktionschef Rainer Brüderle als Zugpferd setzen wollen.
Dass das stimmt, ist in der Partei ein offenes Geheimnis. Nur ärgerten sich auch Rösler-Kritiker darüber, dass der Bericht vor den wichtigen Wahlen veröffentlicht wurde. Denn parteiintern ist man sich einig, dass man nun erst einmal die guten Ergebnisse in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen für den Wiederaufstieg der FDP im Bund nutzen will. Personalspekulationen sind da kontraproduktiv.
Rainer Brüderle, so viel ist klar, stünde im Notfall bereit, den Parteivorsitz zu übernehmen. Herzenskandidat vieler Liberaler wäre aber Christian Lindner. Doch nicht wenige fürchten, dass er als Parteivorsitzender genauso schnell an Glanz verlieren würde wie Rösler. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagt am Montag dennoch, auf Lindner als möglichen Spitzenkandidaten angesprochen: "Starke Persönlichkeiten gehören auch in ein starkes Team für die Bundestagswahl."





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Diese Version von Spiderschwein war mir neu! ;-)
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... ist wohl eher Röttgen gefrusten CDU-Sympathisanten zu verdanken. Ohne einen tragfähigen sozialen Flügel wird sich die FDP nicht stabil in einem Aufwind halten können.
Denn ohne einen manipulativen Messias wie Lindner, sondern mit einem Rössler, der zu dem Mist steht den die FDP gemacht hat, kann die FDP nur unter 5% kommen. Wähler sind eben seltsame Tiere.
Die FDP hätte durchaus Potential wenn sie sich auf ihre ehemaligen liberalen Kernthemen konzentriert hätte, anstatt über Jahrzehnte zu einer rein wirtschaftsliberalen Lobby-Partei zu mutieren. Viele der Themen, derer sich jetzt die Piraten angenommen haben, hätten eigentlich einer FDP von früher gut zu Gesicht gestanden und wären durchaus im politischen Einheitsbrei willkommen.
Dazu kommt noch, dass die Generation der Sympathieträger, mit denen man sich wenigstens identifizieren konnte, so langsam ausstirbt. Zurück bleibt der Typus "Pennäler im Konfirmationsanzug" oder "Praktikant Unternehmensberatung". Was fehlt, ist die Menschlichkeit.
verjubelt, werde ich das, sollte ich mal aus meinem Betrieb fliegen, auch versuchen, Firma gründen mit fraglicher Geschäftsidee, Fördermittel einstreichen, mal eben aufhören, dann wieder anfangen, mir selbst das meiste zahlen, Firma bankrott gehen lassen und dann in die Politik gehen und von Freiheit faseln. Es ist für mich nicht nachvolziehbar, wie z.B. seriös arbeitende Selbstständige auf einen Herrn Lindner, der eventuell während seiner freiberuflichen Tätigkeit unlautere Konkurrenz war, hereinfallen können. Als angestellter Steuerzahler wünsche ich ihm von ganzen Herzen, dass er wieder runter kommt.
Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.
Rösler: Ein Mann, ein Wortversuch - da macht es doch auch schon nicht mehr so viel aus, dass er jetzt seinen zweiten Versuch als Parteivorsitzender ähm aussitzt...
Mehr wird es nämlich vermutlich nicht sein...
Wenn er bloß nicht laut sprechen würde...
Da iss nix was man von ihm noch hören möchte - aber na ja - darauf kommt es ja auch schon nicht mehr an...
"Denn er weiß ja gar nicht wirklich was er da tut"...
Denn wenn er es weiß, dann weiß ich nicht, weshalb in dieser Fraktion überhaupt Intelligenz vermutet wird - respektive wie kommen die darauf, dass dies eine Gegebenheit sei (außer Fr. Leutheusser-Schnarrenberger ist da keiner erwähnenswert in Sachen Tatkraft)...
"Rösler wird das Format zum Spitzenkandidaten abgesprochen.":
Ach! Welche Riesenüberraschung - vor allem in der Hinsicht, dass ihm dies je zugesprochen wurde...
Das sagt eine Menge über tatsächlich vorhandene Effizienz aus...
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