Gut zwei Monate nach seinem Amtsantritt besucht Bundespräsident Joachim Gauck Israel. Er will damit deutsche Solidarität und Unterstützung für den jüdischen Staat demonstrieren. "Der frühzeitige Besuch in Israel ist mir ein Herzensanliegen. Dieser Staatsbesuch unterstreicht die auf immer besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel", sagte Gauck in Tel Aviv.

Für ihn ist es der erste Staatsbesuch überhaupt und die erste Reise als Bundespräsident in ein Land außerhalb Europas. Treffen mit Präsident Schimon Peres und Regierungschef Benjamin Netanjahu stehen ebenso auf dem Programm wie Gespräche mit Holocaust-Überlebenden. "Die Erinnerung an die Shoah zu erhalten ist eine besondere Aufgabe für uns Deutsche. Die deutsche Verantwortung gegenüber Israel und der Kampf gegen den Antisemitismus sind Eckpfeiler unserer Politik", sagte Gauck.

Bestimmende Themen der politischen Gespräche dürften die schwierige Lage im Nahen Osten und der Atomkonflikt mit dem Iran sein. Aber auch die Kontroverse um den Schriftsteller Günter Grass, der mit einem kritischen Gedicht für Verstimmung in Israel gesorgt hatte, könnte eine Rolle spielen. Auf dem Programm steht auch ein Mittagessen mit dem Schriftsteller und Friedensaktivisten David Grossman, der 2010 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt.

Gauck will Palästinenserpräsident Abbas treffen

In der Gedenkstätte Yad Vashem für die Opfer des Holocaust wird Gauck am Dienstag als erster deutscher Staatsgast auch das Archiv besichtigen. Am Grab von Theodor Herzl, der als Begründer des Zionismus gilt, will er einen Kranz niederlegen. Begleitet wird Gauck auch von Dieter Graumann, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Zum Abschluss der Reise wird er am Donnerstag auch die palästinensischen Gebiete besuchen. Dort trifft Gauck in Ramallah mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und mit Regierungschef Salam Fajad zusammen. Bei Nablus in den Palästinensergebieten wird er bei der Einweihung einer Mädchenschule dabei sein.