Marina Weisband"Das war sexistische Kackscheiße, mein Lieber"
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"Ich werde in der Politik bleiben"

ZEIT ONLINE: Sind Flausch- und Shit-Storms die Zukunft der Demokratie? Sie haben einmal gesagt, dass die neuen Möglichkeiten, die das Internet an demokratischer Teilhabe bietet, den Parlamentarismus langfristig überflüssig machen. Wollen Sie die Parlamente abschaffen?

Weisband: Nein. Ich habe einem Journalisten Liquid Feedback erklärt. Er fragte, was wäre, wenn man Liquid Feedback zu Ende denkt? Wenn jeder Bürger sich daran beteiligen würde? Ich habe im Konjunktiv geantwortet: Wenn das wirklich jeder hätte, dann würde es die Parlamente überflüssig machen. Aber das ist nicht das erklärte Ziel der Piratenpartei. Wir haben durchaus das Potenzial, den Parlamentarismus zu reformieren – durch die Abschaffung des Fraktionszwangs oder den Verzicht auf feste Koalitionspartner. Aber wir wollen die Abgeordneten nicht abschaffen. Man braucht sie als moralische Kontrollinstanz.

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ZEIT ONLINE: Dürfen Ihre Mandatsträger und die Parteiführung überhaupt etwas anderes tun, als die Ergebnisse von Liquid Feedback vorzulesen? Dürfen Sie Ihre eigene Meinung äußern?

Weisband: Ja, darf man. Problematisch ist, wenn eine Meinung vertreten wird, die sich nicht mehr aus dem Programm ableiten lässt. Die muss man als Privatmeinung kennzeichnen. Der Vorstand muss die Partei gut repräsentieren. Er hat bei uns die Funktion, Dienstleister und Sprachrohr zu sein. Er muss bündeln, was die Partei denkt – und es nach außen tragen. Bevor er aber sagt, dazu haben wir keine Position, sollte der neue Vorstand lieber sagen: Dazu haben wir zehn Positionen, die beliebtesten sind derzeit diese und jene. Bald stimmen wir darüber ab.

ZEIT ONLINE: Muss Ihr neues Führungsteam mutiger auftreten als das bisherige?

Weisband: Sie sagen so oft das Wort "Führung". Die haben wir gar nicht. Das ist ein Verwaltungsteam. Das ist der Punkt. Klar, wir müssen künftig besser mit den Medien umgehen. Wir müssen selbst nach vorn gehen und unsere eigenen Themen platzieren. Nicht immer nur auf Fragen antworten.

ZEIT ONLINE: Kommen Sie nächstes Jahr zurück an die Parteispitze?

Weisband: Da bin ich mir noch nicht sicher, ganz ehrlich. Aber in der Politik werde ich bleiben.

ZEIT ONLINE: Ist der Bundestag 2013 Ihr Ziel?

Weisband: Vielleicht. Ich habe Ihnen erzählt, wie mein Jahr begonnen hat. Ich hatte wenig Zeit zu reflektieren. Ich muss mich lösen, schauen, wie sehr ich es vermisse und wie mein Psychologie-Diplom so läuft.

 
Leserkommentare
  1. ...Fraktionszwang, nicht von Fraktionen und das ist schon ein riesiger Unterschied. Im übrigen gibt es viele Länder, die demokratisch ohne Fraktionszwang und von vielen Parteien regiert werden und mir fällt spontan kein Land ein, bei dem man sofort eine Nähe zur Weimarer Republik erkennen kann. Obwohl ich zugebe, dass Italien manchmal den Eindruck von Unregierbarkeit vermittelt...

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Abschaffung von "
  2. 26. Doch...

    Sie hat sogar "sexistische Kackscheiße" gesagt... ;-)

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ich mag die Frau!"
  3. 27. Exakt.

    Dankeschön. "Mädchen" sollte nicht abwertend gemeint sein. Im Gegenteil.

    7 Leserempfehlungen
  4. Unterstellen sie, dass sie nur hofiert wird, weil sie Jüdin ist?
    Pfui Teufel...

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
    • JayB
    • 04.05.2012 um 13:11 Uhr

    Bei Lanz letztens hat sie mir echt leid getan. Umgeben von Pfosten, die die Piraten und ihre Positionen nicht oder falsch oder bewusst falsch verstehen. Wie Lanz sie da in ein Scheingefecht wegen ihrer Focus-Bemerkung verwickelt hat, war ganz schön mies. (Oder er hat das Thema auch nicht begriffen?) Weisband hätte eigentlich die Diskussion zurechtrücken können, hat es aber nicht getan. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie die Argumente Urheberpersönlichkeitsrecht vs. "geistiges Eigentum" nicht kennt. Also ist sie wohl wirklich durchgerockt. Mach Pause, mach was anderes, studieren oder so, aber komm' bitte wieder. :)

    2 Leserempfehlungen
  5. Ich halte die Aufregung hier auch für übertrieben!
    In meinem Umfeld ist es sehr üblich, anerkennende Sätze über Männer mit "Der Junge..." zu beginnen. Von daher: Das Mädchen (Frau Weisband) ist klasse!

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Warum"
  6. Weisband ist das Problem von Zeit + Co. Ähnlich wie Lindner von der FDP. Nett anzusehen und deshalb medial verwertbar. Inhalte werden durch Optik ersetzt. Was sollte man auch sonst über diese Parteien berichten?

    Eine Leserempfehlung
    • JayB
    • 04.05.2012 um 13:17 Uhr
    32. Ach ja?

    Ach ja? Und Cem Özdemir ist etwa kein Moslem? Der ist doch auch überall in den Medien präsent. Unsinniges Argument. Aber ja, ich weiß schon, in Wahrheit zielst du mit deinem Kommentar in eine andere Richtung.

    Antwort auf "[...]"

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