Kita-AusbauKinder brauchen keine Aufbewahrungsanstalt

So schnell wie möglich will die Regierung jetzt möglichst viele Kitaplätze schaffen. Die Leidtragenden könnten am Ende die Kinder sein, kommentiert Katharina Schuler. von 

Zwei Erzieherinnen  mit ihrer Krippen-Gruppe beim Mittagesssen

Zwei Erzieherinnen mit ihrer Krippen-Gruppe beim Mittagesssen  |  © Patrick Seeger/dpa

Der 1. August 2013 könnte für die Bundesregierung das Datum einer großen Blamage werden. Ab dann haben alle Kinder unter drei Jahren, deren Eltern berufstätig sind, einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Doch bislang sieht es nicht so aus, als könnten Eltern diesen überall einlösen. Daran ändert auch das heute von der Familienministerin vorgelegte Zehn-Punkte-Programm zum Kita-Ausbau nichts.

Kurz vor der Bundestagswahl müsste die Regierung dann einräumen, dass sie mit einem ihrer zentralen Projekte zumindest partiell gescheitert ist. Fast noch schlimmer wäre das allerdings für die Kommunen. Denn die müssen mit Schadensersatzforderungen rechnen , wenn sie Eltern den gewünschten Platz nicht anbieten können.

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Der Druck auf alle Akteure ist also gewaltig. Sie wollen den Mangel so weit wie möglich begrenzen – von einer Zielerfüllung redet außer Kristina Schröder keiner mehr. Der Ausbau solle aber natürlich nicht auf Kosten der Qualität gehen, versichert die Ministerin. Und doch ist zu befürchten, dass genau das passiert.

Mangel an Fachkräften

In erster Linie liegt das an dem gravierenden Erziehermangel, der für die Kitas bereits heute ein Problem ist. Schon derzeit kann eine Kita in vielen Regionen froh sein, wenn sie freie Stellen überhaupt wieder besetzen kann. Auf die spezielle Qualifikation einer Fachkraft, auf ihre Begabung im Umgang mit Kindern kann die Einrichtung dabei kaum noch Rücksicht nehmen. Gleichzeitig sinkt der Druck auf die Erzieher, sich von sich aus weiterzubilden oder Zusatzqualifikationen zu erwerben.

Diese Situation wird sich in den kommenden Jahren verschärfen, denn um den Rechtsanspruch zu erfüllen, werden weitere Zehntausende Fachkräfte gebraucht. Weil die Ausbildung von Erziehern jedoch mindestens drei Jahre dauert, lässt sich diese Lücke in nur einem Jahr nicht mehr schließen.

Die Bundesregierung will deshalb vor allem Tagesmütter und -väter anwerben, die lediglich einen Kursus von etwa sechs Wochen absolvieren müssen. Von denen, die schon heute in dieser Funktion arbeiten, haben 40 Prozent sogar gar keine Ausbildung. Auch wenn ein großer Teil dieser Pflegekräfte sicherlich trotzdem gute Arbeit macht: Allein die massive Werbung für diesen Beruf wird dazu führen, dass auch viele Menschen sich davon angesprochen fühlen, denen es eher um den Job als um die Kinder geht.

Zwar versichert die Ministerin, Bufdis (früher: Zivis) sollten keinesfalls die Aufgaben von Fachkräften übernehmen. Und doch weiß jeder, dass Praktikanten und andere Hilfskräfte sehr schnell in eine solche Rolle hineinwachsen, wo Not am ausgebildeten Personal ist.

Leserkommentare
  1. ... heißt es in der Überschrift. Ach nein? Die Semantik ist oft doch aufschlussreich. Seit einiger Zeit heißt es immerhin "Kindertagesstätte" statt "Kindergarten", und da lässt sich der Aufbewahrungsgedanke durchaus herauslesen.
    greetz, BG

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    Sie haben völlig recht.
    Als vor gut 20 Jahren die Mauer fiel, verstand ich nicht, warum die "Wessis" nicht vertanden, warum wir "Ossis" unsere schönen Kindergärten in der Ex-DDR nicht so toll fanden wie wir.
    Und warum sie "Kita" dazu sagten.
    Heute weiß ich, dass tatsächlich ein Zusammenhang besteht. Der Unterschied besteht nicht nur in der Qualität, sondern im Selbstverständnis der Erzieherinnen - und im Ergebnis für das Kind.
    In der Ist-Zeit suchte meine Tochter verzweifelt nach einem "Kindergarten" und hat inzwischen tatsächlich einen gefunden. Schade dass mein Enkel noch einmal wechseln musste. Aber gut, sie das durchgezogen haben, denn die Überschrift trifft es vollständig: "Kinder brauchen keine Aufbewahrungsanstalt"
    Kein Kind ist glücklicher als das Kind, dass sich morgens auf den Kindergarten freut und am nachmittag darauf, dass es wieder abgeholt wird. Die Beschäftigung der Eltern mit ihrem Kind kann am Nachmittag/Abend viel intersiver sein als es eine Erzieherin tagsüber könnte, aber genau solche "duale Erziehung" wirkt optimal.
    Warum nehmen wir statt "Kita" nicht einfach das englische Wort? Anglizismen sind doch sonst voll IN?!

    Sie haben völlig recht.
    Als vor gut 20 Jahren die Mauer fiel, verstand ich nicht, warum die "Wessis" nicht vertanden, warum wir "Ossis" unsere schönen Kindergärten in der Ex-DDR nicht so toll fanden wie wir.
    Und warum sie "Kita" dazu sagten.
    Heute weiß ich, dass tatsächlich ein Zusammenhang besteht. Der Unterschied besteht nicht nur in der Qualität, sondern im Selbstverständnis der Erzieherinnen - und im Ergebnis für das Kind.
    In der Ist-Zeit suchte meine Tochter verzweifelt nach einem "Kindergarten" und hat inzwischen tatsächlich einen gefunden. Schade dass mein Enkel noch einmal wechseln musste. Aber gut, sie das durchgezogen haben, denn die Überschrift trifft es vollständig: "Kinder brauchen keine Aufbewahrungsanstalt"
    Kein Kind ist glücklicher als das Kind, dass sich morgens auf den Kindergarten freut und am nachmittag darauf, dass es wieder abgeholt wird. Die Beschäftigung der Eltern mit ihrem Kind kann am Nachmittag/Abend viel intersiver sein als es eine Erzieherin tagsüber könnte, aber genau solche "duale Erziehung" wirkt optimal.
    Warum nehmen wir statt "Kita" nicht einfach das englische Wort? Anglizismen sind doch sonst voll IN?!

  2. Fachkräfte wären die Mütter der Kinder in den Kitas, natürlich auch die Väter- mit einem interessanten Abstimmungsprogramm zum Beispiel 20 Kinder in der Gruppe bedeutet mindestens zwanzig und maximal vierzig Elternteile, die sich einmal in der Woche einmal im Monat kümmern, ehrenamtlich natürlich und somit auch ohne Ausbildungstheater dabei-immerhin dürfen wir ja in Deutschland auch Kinder ohne Ausbildung bekommen-somit wären Eltern nicht mehr über Kitaplätze erpressbar und können es regional so gestalten wie es dann der Elternrat oder EV oder oder da gibt es viele Möglichkeiten vereinbart.
    Und wenn Omi noch Lust auf Kochen und Helfen hätte ....
    Warum muß in Deutschland immer alles vom Staat organisiert werden?

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    Wir haben es getan in einer kleinen, mit viel Engagement selbst gegründeten Einrichtung. Selbst betreuen mit einer Vollzeitkraft, dazu Elternarbeit und selbst gekochtes Essen täglich aus einem anderen Haushalt vorgefertigt angeliefert oder vor Ort frisch zubereitet.

    Ich habe nach einem Jahr von dieser Einrichtung Abstand gesucht, denn Eltern mögen im Umgang mit ihrem eigenen Kind unantastbar sein, pädagogisches Geschick oder Engagement in diesem Berufsfeld, kann man ihnen oftmals nicht nachweisen.

    Das Essen war in ca. 50 % der Fälle unter aller Kanone und die Diskussionen um einen Standard und sei er noch so niedrig endeten nicht.

    Ich ziehe seitdem jede Fachkraft und sie sie auch nur angelernt "engagierten" Eltern vor und würde solch ein Experiment für meine Kinder ablehnen, wie es auch die anderen nach dieser Zeit taten.

    Der Staat organisiert übrigens nicht "alles" im Bereich von Kitas sondern vielfach sind es auch private Träger, Kirchen oder Vereine. Und wenn es der Staat ist, kann es Gemeinde, Landkreis oder Stadt sein, wobei diese völlig verschiedene Ansätze in Sachen Kitas haben können und deren Konzepte auch weit voneinander entfernt sein können.

    Festgelegt sind Bauvorschriften, Verweildauer und ähnliches, organisiert werden Kitas normalerweise nicht vom Staat.

    es versucht haben, erfolgreiche Modelle existieren tatsächlich einige in Berlin-Foren oder Blogs könnten das ja unterstützen, so Hilfe und Tipps etc.
    Würde die Notwendigkeit bestehen und es keine Freiwilligkeit geben würde es noch besser funktionieren.

    • dubie
    • 01. Juni 2012 15:26 Uhr

    Wieso ist ein/e Mutter/Vater Fachkraft???
    Welche Qualifikation bringt man als Eltern mit?

    Da kann man dann wirklich jeden nehmen, schliesslich war jeder auch mal Kind.

  3. als altbacken und vollkommen reaktionär abgestempelt zu werden....ich halte das Abschieben von Kindern im Alter
    von unter 4 Jahren in eine Betreuung außerhalb der
    Familie für falsch und absolut nicht kindgerecht.

    Niemand wird gezwungen, Kinder zu bekommen.
    Wenn man sich bewußt für Kinder entscheidet,
    dann hat das Konsequenzenfür die eigenen
    Freiheiten.

    Man hat als Erwachsener die Wahlmöglichkeit.

    Ein Kleinkind braucht erst einmal nur EINES:
    eine sichere Bezugsperson, an die es sich emotional
    binden kann und von der diese Bindung erwidert wird.

    Das ist in Kitas nicht möglich.

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    Das Modell hat in den ehemals staatsozialistischen Ländern bestens funktioniert. Dort kamen Kinder frühzeitig in die Krippe, danach in den Kindergarten, danach in den Hort. Ab dem 10. Lebensjahr trat die FDJ in das Leben eines Jugendlichen, danach ging's zum Wehrdienst in die Armee. Die Folge: die Menschen in diesen Ländern waren bestens ausgebildet - wir profitieren heute noch davon. Und das Beste: Jugendkriminalität war in den genannten Ländern ein Fremdwort.

    Und aus meiner Erfahrung mit meinen Kindern kann ich sagen, dass es Kindern gut tut, wenn sie in Kitas gehen, ihre Bindungen nicht gestört sind und sie emotional keine Nachteile erleben.

    In vielen Ländern hat man das schon vor langer Zeit erkannt. Hier spricht man vom "Abschieben" der Kinder, als kämen sie in ein rumänisches Waisenhaus - unglaublich!

    ...was für eine Kita man gerade erwischt,in vielen werden die Kleinen heute oft nur aufbewahrt.
    In den Kindergärten/Kinderkrippen der DDR sah das etwas anders aus.Während es heute es keine Pflicht ist, die Kinder auf die Schule vorzubereiten, gehörte es in der DDR einfach dazu. Aber naürlich wurden die Kinder in der DDR nur propagandistisch indoktriniert.

    na und!

    Kinder unter drei Jahren brauchen mit Sicherheit KEINE Fachkräfte sondern die Eltern!

    Was hier gemacht wir, ist eine Investition in die Sozialindustrie mit Wählerfang!

    Eine Stärkung der privaten Verantwortung tut hier Not. Stärkung der Familien und jeden Einzelnen. Ja, zum Betreuungsgeld. Ja, zum bedingungslosen Grundeinkommen.

    ... sind natürlich zu erwarten bei einem Kind. Wenn ich als gutausgebildete Akademikerin allerdings nicht mal für einen TEILZEITjob eine angemessene, flexible, wenn auch teure Kinderbetreuung für eine 2-Jährige finde, ist unser Staat leider nicht im 21. Jahrhundert angekommen.

    Im Übrigen ist bei 25 Stunden spielen mit anderen Kindern statt mit Mama kein größerer psychischer Schaden zu erwarten.

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au.

    Sie tun mir mit Ihrem Weltbid der 40er Jahre sehr leid.

    Man muss nicht wählen zwischen Kindern und Freiheit bzw. Beruf.
    Kinder verlieren nicht die Mutter, wenn man Sie früh in die Kita gibt. Man bekommt die Kinder Nachmittags zurück und die kleinen können gut zwischen Kita und "zu Hause" differenzieren.
    In der Kita geht es hauptsächlich darum, das Kinder mit Kindern spielen. Das ist nach meiner Meinung sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung.
    Unsere Kinder wollten jeweils mit ca. 2 Jahren zu den anderen Kindern und Geschwister in die Kita und konnten es kaum abwarten. (obwohl wir einen großen Garten ein großes Haus haben)

    In den 40er Jahren des vergangenen Jahrhundert brauchte man dafür keine Kita, jede Familie hatte mindestens 6 Kinder. Die Kinder haben mit den Nachbarkindern auf der Strasse oder in den Felden gespielt. Da war es OK die Kinder zu Hause zu behalten heute (mit 1-2 Kindern pro Familie) ist es besser die Kinder zur Kita zu geben.

    Ich hoffe Sie verzichten nicht wegen Ihrer Befürchtungen auf Kinder.

    • bayert
    • 30. Mai 2012 20:26 Uhr

    aber rechthaberisch. Meine Tochter fühlt sich in der Kita sehr wohl und hat schon einige Freundschaften geschlossen (ist aber noch nicht 2 1/2). Der Vergleich im Bekanntenkreis zwischen Kita und nicht-Kita Kinder fällt eindeutig aus.

    ... bei dem ganzen Gedöns geht es schon lange nicht mehr um das Wohl der Kinder! Genauso wie vor noch nicht allzulanger Zeit beruftätige Mütter als "Rabenmütter" verunglimpft wurden, genuaso unsachlich werden nun Eltere die ihre Kinder selbst erziehen wollen mit dem unsäglichen Begriff "Herdprämie diffamiert!

    Der Sinneswandel kommt doch nur aus der Wirtschaft. Wir haben inzwischen unter 3 Mio Arbeitslose, das ist besorgniserrregend! die Arbeitnehmer werden wieder "frech" und sind nicht mehr so leicht mit drohender Arbeitslosigkeit zu disziplinieren! Nachschub für den Arbeitsmarkt muss her, um jeden Preis !

    Und für die Gewerkschaften sind die Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst leichte Beute.

    Eine Win Win Situation für Interessengruppen. Wie gesagt um das Wohl der Kinder gehts erst unter ferner liefen!

  4. Deutschland hat ein gravierendes Problem - es gehen nämlich die Beitragszahler in die gesetzliche Rentenversicherung aus. Die Krankenkassen gehen wegen der Vergreisung der Bevölkerung die erwerbstätigen Beitragszahler aus. Die Unternehmen selbst klagen inzwischen allenorten über das Fehlen von Arbeitskräften - gleichzeitig steigt aber die Zahl derer, die Sozialleistungen beziehen, weil sie dem Arbeitsmarkt wegen fehlender Betreuungsmöglichkeiten ihrer Kinder nicht zur Verfügung stehen.

    Deutschland befindet sich in einem Mentalitätswechsel. Die Institution Ehe und die Institution Familie haben sich grundlegend gewandelt. Heute sind Patchwork-Familien, Alleinerziehende und Lebensabschnitts-Partnerschaften gang und gäbe. Kaum jemand bleibt noch lebenslang mit seinem Partner zusammen, die Partner werden - auch die neuen Rahmenbedingungen am globalisierten Arbeitsmarkt hervorgerufen - mehrfach gewechselt.

    Diesem Mentalitätswechsel müssen wir uns stellen. Es kann nicht angehen, dass mit Steuermitteln und Mitteln von Unternehmen gut ausgebildete Frauen zu Hause bleiben und sich auf den Hausfrauenstatus zurück ziehen. Sie stehen gegenüber dem Staat, der Gesellschaft und der Wirtschaft in der absoluten Bringepflicht. Und dazu brauchen wir die Möglichkeit zuverlässiger Kinderbetreuungseinrichtungen.

    Was wir allerdings NICHT brauchen, ist Stümperei. Man hatte Zeit genug, qualifiziertes Personal auszubilden. Jetzt das Ganze mit Ungelernten durchzuziehen, ist mehr als katastrophal.

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    "Deutschland hat ein gravierendes Problem - es gehen nämlich die Beitragszahler in die gesetzliche Rentenversicherung aus. Die Krankenkassen gehen wegen der Vergreisung der Bevölkerung die erwerbstätigen Beitragszahler aus."

    Darf ich Ihren Kommentar zusammenfassen? Weil unsere sozialen Sicherungssysteme in ein Problem laufen, _müssen_ Kinder nach dem 1. Lebensjahr in eine Kita?

    Wenn das das einzige Argument wäre, dann sollte man einmal überlegen, ob Renten- und Krankenkasse wirklich unbedingt nur aus Lohnabzügen finanziert werden muss. Es wäre doch auch ein anderer Ansatz denkbar:

    Das soziale Umfeld in Deutschland ermöglicht es uns allen hier, leidlich gut zu leben und zu arbeiten. Davon profitieren auch Unternehmen, die große Gewinne auch ohne Lohnarbeit erzielen. Warum sollte also z.B. das Rentensystem nicht komplett auf Steuerfinanzierung ungestellt werden? Der Wohlstand an sich würde das erlauben. Und die ursprünglich geplante Unabhängigkeit des Rentensystems vom Staat ist sowieso schon lange Makulatur.

    Nebeneffekt: Die armen Kleinkinder dürften dann evtl. doch wieder länger bei ihrer Familie bleiben...

    "Deutschland hat ein gravierendes Problem - es gehen nämlich die Beitragszahler in die gesetzliche Rentenversicherung aus."

    Ist kein Problem für ganz Deutschland, sondern nur für die alten Kinderlosen, die niemanden haben werden, an den sie sich wenden können, wenn die Rentenzahlungen ausbleiben.

    "Die Unternehmen selbst klagen inzwischen allenorten über das Fehlen von Arbeitskräften"

    Das machen Unternehmer immer. Das braucht man nicht ernst zu nehmen!

    "die Partner werden mehrfach gewechselt."

    Das kann jedeR so machen wie er/sie will.

    "Es kann nicht angehen, dass mit Steuermitteln und Mitteln von Unternehmen gut ausgebildete Frauen zu Hause bleiben und sich auf den Hausfrauenstatus zurück ziehen. Sie stehen gegenüber dem Staat, der Gesellschaft und der Wirtschaft in der absoluten Bringepflicht."

    Doch, genau das kann angehen!
    JedeR kann nicht nur seine Partner nach eigenem Willen wechseln, sondern muss auch selbst entscheiden können, ob er/sie arbeiten gehen will oder nicht!

    Ich brauche keine selbst erfundene Bringe-Pflicht von Arbeit gegenüber Unternehmen, die sich in der Regel sehr mit der Ausbildung zurückhalten.

    Und Staatssozialismus und FDJ brauche ich auch nicht.

    "Es kann nicht angehen, dass mit Steuermitteln und Mitteln von Unternehmen gut ausgebildete Frauen zu Hause bleiben und sich auf den Hausfrauenstatus zurück ziehen. Sie stehen gegenüber dem Staat, der Gesellschaft und der Wirtschaft in der absoluten Bringepflicht."

    Selbstverständlich kann es angehen, dass Frauen zu Hause bleiben, wenn sie sich dafür entscheiden! Das gilt auch für Männer. Jeder entscheidet dies für sich allein, das ist nicht die Aufgabe von Staat oder Wirtschaft! Und wieso stehen die von Ihnen beschriebenen Menschen gegenüber dem Staat, der Gesellschaft oder der Wirtschaft in der Pflicht? Wir leben in einem (zunehmend weniger) freien Land - hier entscheidet (zur Zeit jedenfalls noch) jeder für sich, wie er seine Zukunft gestaltet, das hat weder Sie noch den Staat oder einen Konzern zu interessieren! Die Wirtschaft sollte vielmehr für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung sorgen, anstatt ständig darüber zu jammern, dass es zu wenig Frauen gibt, die ausgebeutet werden können. Im übrigen ist der "Hausfrauenstatus" ein Vollzeitjob, was gerne ignoriert wird. Die Geringschätzung dieser Tätigkeit ist in Ihrem Beitrag deutlich erkennbar.

    • Stroke
    • 30. Mai 2012 19:18 Uhr

    2,5 Millionen arme Kinder gibt es in Deutschland, wie dieser Tage wieder gejammert wird.
    Der beste Schutz gegen Kinderarmut ist die Berufstätigkeit der Mütter, die nicht allzu lange unterbrochen werden sollte, um den Wiedereinstieg ins Berufsleben nicht zu gefährden! Der schnelle Wiedereinstieg ins Berufsleben, nach der Geburt eines Kindes, sollte deshalb auch hier in Deutschland zur Selbstverständlichkeit werden. In anderen europäischen Ländern ist es der Normalzustand.

    • Rudi01
    • 30. Mai 2012 19:36 Uhr

    "Deutschland hat ein gravierendes Problem - es gehen nämlich die Beitragszahler in die gesetzliche Rentenversicherung aus."

    Das ist aber kein Problem der Demographie.

    Das Problem liegt darin, dass Arbeitslose und Geringverdiener keine oder keine nennenswerten Beiträge in die Rentenkasse einzahlen.

    Und daran würde eine Umstellung auf ein kapitalgestütztes Altersversorgungssystems nichts ändern - wo nichts eingezahlt wird, kann nichts ausgezahlt werden. Und wo nicht anständig verdient wird, kann auch nicht eingezahlt werden.

    Die immense Steigerung von Geringverdienern und der Abbau von gutbezahlten Dauerjobs zugunsten von schlecht bezahlten Hilfsjobs und Zeitarbeit ist von Schröder & Co ganz bewusst begonnen worden, und wird von Merkel & Co. munter fortgesetzt.

    Wenn es wirklich so wäre, dass die Bevölkerungszahl in unserem Lande langsam sänke, wäre das angesichts des Ressourcenverbrauchs in Ländern wie dem unseren eine durchaus begrüßenswerte Sache.

    Wie man an diesem Artikel und den Kommentaren sieht, kostet nämlich sowohl die Betreuung der jungen Menschen wie auch die der alten Menschen Geld -- es sei denn, man geht den gerade eingeschlagenen Weg und überlässt das Wohlergehen jedes Kind dem Geldbeutel der Eltern.

  5. Das Modell hat in den ehemals staatsozialistischen Ländern bestens funktioniert. Dort kamen Kinder frühzeitig in die Krippe, danach in den Kindergarten, danach in den Hort. Ab dem 10. Lebensjahr trat die FDJ in das Leben eines Jugendlichen, danach ging's zum Wehrdienst in die Armee. Die Folge: die Menschen in diesen Ländern waren bestens ausgebildet - wir profitieren heute noch davon. Und das Beste: Jugendkriminalität war in den genannten Ländern ein Fremdwort.

    Antwort auf "Auf die Gefahr hin...."
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    • TDU
    • 30. Mai 2012 16:56 Uhr

    Vielleicht profitieren wir auch noch mal von den Millionen Geheimdienstlern in Russland. Die von der Stasi haben ja leider keine Macht mehr hierzulande.

    Von der Pressevielfalt und der Meinungsfreiheit die da herrscht. Nicht zu vergessen der breite Wohlstand, die vorbildliche Infrastruktur und Überwachung, die natürlich die Jugendkriminalität und manche Erwachsenkriminalität, erst recht die poltisch oppositionelle verhindert.

    Toll! Das war ja fast so schön wie bei den Nazis. Wofür Diktaturen nicht gut sind, nicht mal denken muss man selber – nachdenken auch nicht.

    Und die Fahne flattert uns voran – ist doch so aufbauend, hier könnte eine Windel bessere Dienste leisten – müsste dann aber auch: Und die Windel flattert uns voran heißen – geht doch. Aber wenn sie besch….ist?

    Dafür wurden damals schon Kinder recht früh auf den sozialistischen Kurs gebracht. Individualität und selbsständiges Denken werden zu Fremdwörtern, wenn der Staat die komplette Erziehung von Kindern übernimmt.

    ...osteuropäischen "Volksdemokratien" (=Diktaturen)! Oder wie ist Ihr Beitrag gemeint? Klar, alles wurde dort organisiert, man musste sich nicht kümmern, wenn man schön gehorsam war! Was war das Ergebnis? Diese "bestausgebildeten" Leute waren zum Teil dermaßen unselbständig (und sind es noch heute), dass sie nach der Wende unter die Räder kamen. Und wer nicht spurte, konnte sein Abitur oder Studium etc. vergessen!

    [...] Bitte äußern Sie sich sachlich und verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/kvk

    Ab dem 10. Lebensjahr trat die FDJ in das Leben eines Jugendlichen

    Die FDJ trat erst im 14.Lebensjahr (massiv) in das Leben der Jugendlichen.
    Und Jugendkriminalität gab es auch in der DDR.

  6. Wir haben es getan in einer kleinen, mit viel Engagement selbst gegründeten Einrichtung. Selbst betreuen mit einer Vollzeitkraft, dazu Elternarbeit und selbst gekochtes Essen täglich aus einem anderen Haushalt vorgefertigt angeliefert oder vor Ort frisch zubereitet.

    Ich habe nach einem Jahr von dieser Einrichtung Abstand gesucht, denn Eltern mögen im Umgang mit ihrem eigenen Kind unantastbar sein, pädagogisches Geschick oder Engagement in diesem Berufsfeld, kann man ihnen oftmals nicht nachweisen.

    Das Essen war in ca. 50 % der Fälle unter aller Kanone und die Diskussionen um einen Standard und sei er noch so niedrig endeten nicht.

    Ich ziehe seitdem jede Fachkraft und sie sie auch nur angelernt "engagierten" Eltern vor und würde solch ein Experiment für meine Kinder ablehnen, wie es auch die anderen nach dieser Zeit taten.

    Der Staat organisiert übrigens nicht "alles" im Bereich von Kitas sondern vielfach sind es auch private Träger, Kirchen oder Vereine. Und wenn es der Staat ist, kann es Gemeinde, Landkreis oder Stadt sein, wobei diese völlig verschiedene Ansätze in Sachen Kitas haben können und deren Konzepte auch weit voneinander entfernt sein können.

    Festgelegt sind Bauvorschriften, Verweildauer und ähnliches, organisiert werden Kitas normalerweise nicht vom Staat.

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    Antwort auf "sehr geeignete"
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    Solch eine Einrichtung in Elterninitiative kann auch sehr gut funktionieren. Wichtig dabei ist aber nicht nur das Engagement der Eltern, sondern auch ihre Bereitschaft, dazuzulernen oder auch mal einen Schritt zurückzutreten.

    Die Mithilfe der Eltern ist aber immer eine Ergänzung zur Arbeit der Erzieher/innen, kein Ersatz! Dieses Modell wird daher den Mangel an geeignetem, ausgebildeten Personal nicht lösen!

  7. Und aus meiner Erfahrung mit meinen Kindern kann ich sagen, dass es Kindern gut tut, wenn sie in Kitas gehen, ihre Bindungen nicht gestört sind und sie emotional keine Nachteile erleben.

    In vielen Ländern hat man das schon vor langer Zeit erkannt. Hier spricht man vom "Abschieben" der Kinder, als kämen sie in ein rumänisches Waisenhaus - unglaublich!

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    Antwort auf "Auf die Gefahr hin...."
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    • TDU
    • 30. Mai 2012 17:21 Uhr

    Eigentlich müssten Sie schreiben "da" sie keine Nachteile haben, denn das "wenn" ist ja gerade umstritten. Aus eigener Biographie, allerdings zu anderen Zeiten, würde ich das pauschal eben nicht so befürworten, aber das würde zu weit führen und in diesem heutigen Massenmasstab ist das eh wieder ganz anders zu beurteilen.

    Dass kleine Kinder in Kitas und Krippen "emotional keine Nachteile erleben" ist vielleicht Ihr Wunschdenken. Der Wahrheit entspricht es nicht. Als dreifache Mutter habe ich vielfach das Gegenteil erlebt, wenn ich mit meiner Tochter morgens in die Einrichtung kam und nach Mami schreiende 2-Jährige sich heiser brüllten. Viele Kinder brauchen lange, um sich an die Abwesenheit ihrer primären Bezugspersonen und an die fehlende Nestwärme zu gewöhnen. Sie fühlen sich unter Umständen verlassen, fremd, haben z.T. Angst vor aggressiveren Kindern, werden in ihrem Wunsch nach Aufmerksamkeit vielfach enttäuscht, da es einfach zu viele Kinder gibt, die um die Gunst der Tanten buhlen. Viele Kinder unter 3 sind einfach noch nicht reif für eine Tageseinrichtung, daß kann ein sensibler Beobachter deutlich spüren. Ich selbst mußte meine 3-jährige Tochter für einige Wochen aus der Einrichtung nehmen, weil sie morgens immer nur weinte und schluchzte - obwohl sie nur 3 Stunden bis Mittag dort ist. Das hat mich sehr erstaunt, da das erste halbe Jahr völlig problemlos verlaufen war. Es stimmt also keinesfalls, daß es Kindern ausschließlich "gut tut", fremdbetreut zu werden.

  8. "Deutschland hat ein gravierendes Problem - es gehen nämlich die Beitragszahler in die gesetzliche Rentenversicherung aus. Die Krankenkassen gehen wegen der Vergreisung der Bevölkerung die erwerbstätigen Beitragszahler aus."

    Darf ich Ihren Kommentar zusammenfassen? Weil unsere sozialen Sicherungssysteme in ein Problem laufen, _müssen_ Kinder nach dem 1. Lebensjahr in eine Kita?

    Wenn das das einzige Argument wäre, dann sollte man einmal überlegen, ob Renten- und Krankenkasse wirklich unbedingt nur aus Lohnabzügen finanziert werden muss. Es wäre doch auch ein anderer Ansatz denkbar:

    Das soziale Umfeld in Deutschland ermöglicht es uns allen hier, leidlich gut zu leben und zu arbeiten. Davon profitieren auch Unternehmen, die große Gewinne auch ohne Lohnarbeit erzielen. Warum sollte also z.B. das Rentensystem nicht komplett auf Steuerfinanzierung ungestellt werden? Der Wohlstand an sich würde das erlauben. Und die ursprünglich geplante Unabhängigkeit des Rentensystems vom Staat ist sowieso schon lange Makulatur.

    Nebeneffekt: Die armen Kleinkinder dürften dann evtl. doch wieder länger bei ihrer Familie bleiben...

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    ...politisch mehrheitsfähig ist. Vermutlich würden irgendwelche "Märkte" sofort beginnen, gegen Deutschland zu "wetten".

    Keine politische Mehrheit findet ja auch die Abschaffung von sozialversicherungsfreien Beschäftigungsverhältnissen - insbesondere im Bereich der geringfügigen Beschäftigung, aber auch im Bereich der sogenannten Spitzenverdiener. Die Widerstände hier sind riesengroß.

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