Kurt Beck: Die Rücktrittsgeister von Mainz
Kurt Beck wird Spekulationen über eine geplante Amtsaufgabe nicht los. Wenn schon, dann solle er jetzt abtreten, findet seine Partei.
Als Kurt Beck vor einigen Tagen im Mainzer Landtag saß, verfolgte er die Debatte hoch konzentriert. Nun ist das erst mal nichts Ungewöhnliches, der sozialdemokratische Regierungschef hat den Schlagabtausch im Parlament schon immer wichtig genommen. Interessant war vielmehr, wem das ausgesprochene Interesse galt: Am Pult sprach erst SPD-Fraktionschef Hendrik Hering und kurz danach Innenminister Roger Lewentz, ebenfalls Sozialdemokrat.
Die beiden werden als aussichtsreichste Kandidaten für eine Nachfolge des Ministerpräsidenten gehandelt. Es war, als studiere Beck die Konkurrenten ganz bewusst im direkten Vergleich. Seit Wochen wird in Rheinland-Pfalz spekuliert, wie lange der 63-Jährige noch im Amt bleiben wird. Das Thema beherrscht derzeit die Flur- und Hintergrundgespräche, doch keiner weiß etwas Genaues. Geht Beck vor der Sommerpause oder doch danach? Und wenn, wer übernimmt dann das Ruder?
In einem großen Interview von Südwestrundfunk und Allgemeiner Zeitung in Mainz musste der Regierungschef am Donnerstag denn auch als erstes einen Bericht des Tagesspiegel kommentieren, er wolle noch diesen Monat abtreten. "Blanker Blödsinn", konterte Beck mit blitzenden Augen: "Für Gerüchte, die in die Welt gesetzt werden, kann ich nichts." Der Ministerpräsident hatte immer klargestellt, dies sei seine letzte Amtszeit. Schon im Landtagswahlkampf 2011 hatte Herausforderin Julia Klöckner von der CDU daher geätzt, niemals halte Beck bis 2016 durch.
Kurt Beck ist seit 1994 im Amt. Kaum ein anderer Politiker hält so lange durch. Nach außen hin jedenfalls wirkt der 63-Jährige in diesen Tagen fit und agil wie lange nicht mehr. Als im Frühjahr allerdings Gerüchte über einen vorzeitigen Rückzug die Runde machten, bestätigte die SPD erstmals, dass Beck Gespräche mit möglichen Nachfolgern führe. Und das vier Jahre vor Ende der Legislaturperiode.
Die SPD will Zeit für den Nachfolger
Die SPD schweigt eisern zu dem Thema. Doch seit klar ist, dass der Chef gehen wird, gibt es ein gewisses Drängen in der Partei, es dann doch bitte bald zu tun. Ein Nachfolger brauche genug Zeit, um sich gegen die junge Oppositionsführerin Klöckner zu profilieren. Klöckner hatte die SPD schon im letzten Wahlkampf ins Schwitzen gebracht. Zuletzt überholte sie Kurt Beck in den Beliebtheitsumfragen, zum ersten Mal seit 18 Jahren war der SPD-Ministerpräsident nicht erster.
Niemand kann die Partei so zusammenhalten wie Beck
Auch der grüne Koalitionspartner in Mainz hofft, dass die Entscheidung bald fällt, damit die Landesregierung Zeit hat, sich auf den Wechsel einzustellen. Aus den Diskussionen hält sich die Partei aber vornehm heraus. Die SPD hingegen reagiert auf Nachfragen gereizt: "Sie erwarten nicht im Ernst, dass ich dazu was sage?", heißt es in diesen Tagen von Sozialdemokraten.
Die Geschlossenheit der Landespartei ist Becks ureigenstes Werk, vielleicht sogar sein Meisterstück – eines, das er dem unruhigen und intriganten Berliner Politikbetrieb immer wieder gern vorhält. In Rheinland-Pfalz regierte "König Kurt" mit eiserner Hand, sorgte für die Seinen, bestrafte Abweichler hart. Und so schwingt denn zuweilen in den Gesprächen auch Unbehagen mit und die Frage, was eigentlich passiert, wenn Beck dann wirklich geht. 18 Jahre sind eine lange Zeit, ob der Mann nach Kurt Beck die Partei ebenso eisern zusammenhalten kann, weiß derzeit niemand.





mit seiner Arbeitslosenschelte "Waschen und rasieren, dann kriegen Sie auch einen Job" doch das passende Gesicht:
http://www.spiegel.de/pol...
Alleine aus Gründen der Glaubwürdigleit seiner Partei, die sich immer wieder gegen den kleinen Mann stellt, sollte er sein Amt behalten.
...."Die SPD will Zeit für den Nachfolger".
Und wie Sie wohl wissen, geht Solidarität in der Seilschaft vor.
...."Die SPD will Zeit für den Nachfolger".
Und wie Sie wohl wissen, geht Solidarität in der Seilschaft vor.
...zur Rente ohne Abzüge hat, will er nicht Platzmachen. Hey Beck, das ist unfair - die Andern wollen auchmal an den Trog!
Frau Biedenkopf als Ministerpräsidentin konnte es auch nicht lassen. Es fiel ihr zu schwer zurückzutreten, wollte ihren Nachfolger selbst bestimmen und stolperte dann, weil sie an der Kasse bei IKEA mit der Kassiererin um Rabatte stritt, von denen sie meinte, eine Ministerpräsidentin dürfe überall billig einkaufen gehen.
Er stand nur rum und wurde zum "Ja"-Sagen gebraucht.
Vielleicht ist hier einmal eine Danke von allen Seiten fällig, unabhängig davon, wo man politisch steht und wie man konkrete Entscheidungen des Ministerpräsidenten auch beurteilen mag.
Er ist gewählt. Er ist im Amt. Er weiß, was er tut.
Ich wünsche ihm, dass er in aller Ruhe und Besonnenheit seine Nachfolge regeln kann. So hat er es im Wahlkampf angekündigt und so sollte er es auch tun dürfen. Er hat es sich einfach verdient.
Spätestens wenn der Druck durch die Millionenpleite Nürburgring zu groß wird, MUSS er gehen: Seit März ermittelt die EU-Kommission wegen Subventionsbetrug (524 Millionen)...
..........in der am 11.5. übertragenen Bundesrats-Sitzung jedenfalls s c h l i e f er,
aber Bundesrat ist halt nicht Pfälzer Weinkönigin........
Darin war die SPD schon immer ein Meister.
Man denke nur an Kronprinz Clement...Aber auch viele andere Beispiele in einer Partei, die in ihren Sonntagsreden die SOLIDARITÄT groß schreibt.
Es ist doch egal, wann Beck sein Amt aufgibt. Tatsache ist, er ist gewählt worden. Wer auch nachfolgen mag, die Politik der SPD richtet sich wie eh und je nach dem Wählerpotential.
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