Die CDU ist bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein knapp als stärkste Kraft hervorgegangen. Den vorläufigen amtlichen Endergebnissen zufolge erreichte die Partei 30,8 Prozent. Die SPD kam auf 30,4 Prozent. Die FDP erreichte 8,2 Prozent der Stimmen, die Grünen kamen auf 13,2 Prozent. Erstmals zogen die Piraten mit 8,2 Prozent in den Landtag ein, während die Linkspartei mit 2,2 Prozent an der Fünfprozenthürde scheiterte.

Für den Südschleswigschen Wählerverband (SSW) stimmten 4,6 Prozent der Wähler. Die Partei der dänischen und friesischen Minderheiten ist von der Fünfprozenthürde befreit, sie wird also auch Abgeordnete im Kieler Landtag stellen. Die voraussichtlich 69 Parlamentssitze werden demnach folgendermaßen verteilt: CDU : 22, SPD : 22, Grüne: 10, FDP : 6, Piraten: 6, SSW: 3.

Die stabilste Mehrheit (44 Sitze) hätte eine Große Koalition von CDU und SPD. Reichen würde es denkbar knapp (35 Sitze) aber auch für eine sogenannte Dänen-Ampel aus SPD, Grünen und SSW, die SPD-Kandidat Albig zur Wunschkoalition erklärt hatte. Es wäre das erste Mal, dass die Partei der dänischen Minderheit mitregiert. Rechnerisch möglich wären auch eine klassische Ampel aus SPD, Grünen und FDP (38 Sitze) sowie ein Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen (38 Sitze).

De Jager sieht Auftrag für Regierungsbildung bei CDU

CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager sieht den Auftrag zur Regierungsbildung bei seiner Partei. Die CDU habe diesen Auftrag von den Menschen bekommen. "Wir wollen unserer Verantwortung für stabile Verhältnisse nachkommen", sagte de Jager. Er gehe davon aus, dass der CDU-Landesvorstand am Montag den Beschluss fassen werde, mit allen Parteien, die dafür in Frage kommen, Gespräche zu führen.

SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig dagegen setzt auf eine Regierungsbildung ohne die CDU. "Wir werden alles tun, dass es eine Regierung ist mit den Grünen und mit dem SSW gemeinsam", sagte er. Das sei die Schleswig-Holstein-Ampel. "Wenn es irgendwie geht, werden wir eine starke Einstimmen-Mehrheit organisieren." Andere Koalitionen wie ein Bündnis mit der CDU wollte Albig aber nicht grundsätzlich ausschließen.

Auch der SSW bekräftigte seine Bereitschaft, mit SPD und Grünen eine Koalition zu bilden. "Wir haben gesagt, dass wir in eine Regierung eintreten werden, sollte es dazu kommen", sagte die Spitzenkandidatin Anke Spoorendonk .