Schleswig-Holstein : Knappe Mehrheit für Rot-Grün und SSW

Eine Dänen-Ampel hätte im Moment eine Mehrheit von einem Sitz. Dennoch sieht CDU-Landeschef de Jager den Auftrag zur Regierungsbildung bei seiner Partei.
Spitzenkandidaten nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein (von links): Wolfgang Kubicki (FDP), Jost de Jager (CDU) und Torsten Albig (SPD) © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die CDU ist bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein knapp als stärkste Kraft hervorgegangen. Den vorläufigen amtlichen Endergebnissen zufolge erreichte die Partei 30,8 Prozent. Die SPD kam auf 30,4 Prozent. Die FDP erreichte 8,2 Prozent der Stimmen, die Grünen kamen auf 13,2 Prozent. Erstmals zogen die Piraten mit 8,2 Prozent in den Landtag ein, während die Linkspartei mit 2,2 Prozent an der Fünfprozenthürde scheiterte.

Für den Südschleswigschen Wählerverband (SSW) stimmten 4,6 Prozent der Wähler. Die Partei der dänischen und friesischen Minderheiten ist von der Fünfprozenthürde befreit, sie wird also auch Abgeordnete im Kieler Landtag stellen. Die voraussichtlich 69 Parlamentssitze werden demnach folgendermaßen verteilt: CDU : 22, SPD : 22, Grüne: 10, FDP : 6, Piraten: 6, SSW: 3.

Die stabilste Mehrheit (44 Sitze) hätte eine Große Koalition von CDU und SPD. Reichen würde es denkbar knapp (35 Sitze) aber auch für eine sogenannte Dänen-Ampel aus SPD, Grünen und SSW, die SPD-Kandidat Albig zur Wunschkoalition erklärt hatte. Es wäre das erste Mal, dass die Partei der dänischen Minderheit mitregiert. Rechnerisch möglich wären auch eine klassische Ampel aus SPD, Grünen und FDP (38 Sitze) sowie ein Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen (38 Sitze).

De Jager sieht Auftrag für Regierungsbildung bei CDU

CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager sieht den Auftrag zur Regierungsbildung bei seiner Partei. Die CDU habe diesen Auftrag von den Menschen bekommen. "Wir wollen unserer Verantwortung für stabile Verhältnisse nachkommen", sagte de Jager. Er gehe davon aus, dass der CDU-Landesvorstand am Montag den Beschluss fassen werde, mit allen Parteien, die dafür in Frage kommen, Gespräche zu führen.

SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig dagegen setzt auf eine Regierungsbildung ohne die CDU. "Wir werden alles tun, dass es eine Regierung ist mit den Grünen und mit dem SSW gemeinsam", sagte er. Das sei die Schleswig-Holstein-Ampel. "Wenn es irgendwie geht, werden wir eine starke Einstimmen-Mehrheit organisieren." Andere Koalitionen wie ein Bündnis mit der CDU wollte Albig aber nicht grundsätzlich ausschließen.

Auch der SSW bekräftigte seine Bereitschaft, mit SPD und Grünen eine Koalition zu bilden. "Wir haben gesagt, dass wir in eine Regierung eintreten werden, sollte es dazu kommen", sagte die Spitzenkandidatin Anke Spoorendonk .

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Kommentare

312 Kommentare Seite 1 von 19 Kommentieren

Kaputt?

Wieso geht die Demokratie kaputt, wenn Leute/Parteien gewählt werden, die sie (offensichtlich) nicht gewählt haben? Wäre es nicht eher andersrum, dass die Demokratie am Ende ist, wenn Ihre Partei vollste Zustimmung hätte?? Welche Partei das auch immer sein mag. Und die Piraten werden sicherlich frischen Wind in das Parlament reinbringen. Auch wenn ich sie selbst nicht wählen würde.

Die Freiheit der FDP

"Erst die Freiheit, dann die Gleichheit. Nicht umgekehrt."
Die FDP mag zwar die Bezeichnung 'Freiheit' im Namen führen, aber für wirkliche Freiheit stets sie ungefähr so viel wie die Deutsche 'Demokratische' Republik für die Demokratie.
Mit 'Freiheit' meint die FDP nur die Freiheit ihrer Klientel, sich zu bereichern, den sozialen Frieden zu zerschlagen, die Menschen zur Lohnsklaven zu degradieren und die Demokratie zu unterwandern, um die Macht in die Hände von Managern und Großaktionären zu legen.

Sie haben doch die Freiheit....

....bei einer Hungersnot in Afrika auf steigende Nahrungsmittelpreise zu spekulieren. Die FDP steht für diesen verkappten Liberalismus der Märkte und nicht der Menschen.
Für welche Freiheiten setzt sich die FDP den sonst ein?
Bestimmt nicht für die Freiheit der Hungernden in Afrika die täglich versuchen ihr Glück in Europa zu finden. Das ist der Freiheitsbegriff den ich von einer Liberalen Partei fordere!

Freiheit der Menschen ohne Nationale Grenzen!

Antwort

"Die FDP mag zwar die Bezeichnung 'Freiheit' im Namen führen, aber für wirkliche Freiheit stets sie ungefähr so viel wie die Deutsche 'Demokratische' Republik für die Demokratie."
Na ja, Freiheit lässt sich sehr weit definiern. Genau wie sozial und Gerechtigkeit... Bei DDR und Demokratisch stimme ich Ihnen natürlich selbstverständlich zu.

Mit 'Freiheit' meint die FDP nur die Freiheit ihrer Klientel, sich zu bereichern, den sozialen Frieden zu zerschlagen, die Menschen zur Lohnsklaven zu degradieren und die Demokratie zu unterwandern, um die Macht in die Hände von Managern und Großaktionären zu legen.
na ja... ich würde mich jetzt nicht zur "Klientel" zählen, bin Student. Und das es Probleme in Dtl gibt, ist auch klar, allerdings finde ich, dass sich NICHT ALLES mit "mehr Staat" lösen lässt. Und da ist die FDP leider die einzige Partei, die noch etwas wert auf Selbstständigkeit legt. Auch wenn sie sicherlich in den letzten Jahren schwerwiegende Fehler gemacht!!!

Wollen Sie sich lieber

"Mit 'Freiheit' meint die FDP nur die Freiheit ihrer Klientel, sich zu bereichern, den sozialen Frieden zu zerschlagen, die Menschen zur Lohnsklaven zu degradieren und die Demokratie zu unterwandern, um die Macht in die Hände von Managern und Großaktionären zu legen."
-------------------------
Wollen Sie sich lieber mal mit den Inhalten der Parteiprogramme beschäftigen (wenigstens ein Bisschen).

[...] Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. Die Redaktion/kvk

......

[Und das es Probleme in Dtl gibt, ist auch klar, allerdings finde ich, dass sich NICHT ALLES mit "mehr Staat" lösen lässt.]

Es ist doch völlig egal, ob der Staat, oder ein Konzern "regieren". Beides ist nicht zu wollen, weil das Ergebnis das gleiche ist.

[Und da ist die FDP leider die einzige Partei, die noch etwas wert auf Selbstständigkeit legt.]

Das ist wieder mal solch eine dumme Aussage. Wir leben in einer Wirtschaftsform, welche auf Fremderzeugung beruht. Das heißt, dass die Menschen miteinnander kooperieren müssen, damit es besser geht (heute ist das Geld[system] das Schmiermittel und das Übel der Probleme).

Aus dieser Maxime kann man ableiten, das ein mix aus Eigen- und Fremdverantwortung gibt. Man ist niemals selbst an der Lage schuld, aber auch sind niemals die anderen schuld.

Wer nur Wert auf Eigenverantwortung legt, der tut genau das gleiche, wer immer bei anderen die Schuld sucht - > er legt die eigene Eigenverantwortung ab.

Freiheit kann nicht Gleichheit sein

"Beides geht Hand in Hand. Ohne das eine, kann es das andere nicht geben. Freiheit gibt es nicht ohne Gleichheit und umgekehrt."

Das ist schlicht Unsinn. Menschen sind unterschiedlich. Sie haben unterschiedliche Talente, Interessen, Werte und Ziele. Deswegen werden Menschen in Freiheit uterschiedliche Entscheidungen treffen, die zwangsläufig zu unterschiedlichen Ergebnissen führen müssen. Freiheit führt zwangsläufig zu Ungleichheit. Das ist auch gut so. Eine gleichförmige Welt wäre furchtbar langweilig.

Mehr Staat?

Ich bin auch Student und trotzdem glaube ich Sie wissen nicht was genau der Begriff "mehr Staat" Bedeutet.
Der Staat repräsentiert die Bevölkerung, beschneidet man jedoch die Bevölkerung und lockt sie in die wohlgemerkt vermeidliche wirtschaftliche Freiheit, bilden sich Klumpen.
Kapitalklumpen die dann die Regeln durch Gewissen druck auf Politik ihre Regeln durchsetzen. Wohin das führen kann spüren und sehen wir tagtäglich und nicht nur bei den Hoteliers.
Ich meine Damit, Griechenland, Afrika, China, Leiharbeit, prekäre Verhältnisse, Minijobs und vieles mehr...

Sie reden so leicht von Freiheit, in Zeiten wo das Geld reagiert! Wie leicht man sich dieses gut erkaufen kann, sehen wir bei der Gasprinzessin.

Richtig?

Aus dieser Maxime kann man ableiten, das ein mix aus Eigen- und Fremdverantwortung gibt. Man ist niemals selbst an der Lage schuld, aber auch sind niemals die anderen schuld.

Da stimmen ich ihnen auch voll zu. Ich wollte ja auch nicht gesagt haben, dass alles man selbst schuld ist. Gewiss nicht. Aber auch nicht, wie sie ja auch schon richtig geschrieben haben, "die anderen" immer alles schuld sind.

Genau, es gibt einen Mix, und ich persöhnlich sehe diesen bei etwas mehr Eigenverantwortung. Wenn Sie sagen "mehr Staat" ist das ja auch vollkommen okay.

Zeit, wofür die Piraten wirklich stehen

Als Koalitionspartner ja eh uninteressant, wird gar nicht darüber gesprochen, aber gut, um die Opposition zu zerstören.

Schleswig Holstein hat in erster Linie gezeigt, dass sie noch nicht so weit sind, wie die Franzosen.

Aber da die Schleswig Holsteiner ja erstmal nur ihr eigenes Schicksal besiegeln, sei ihnen das gegönnt. Betrifft mich zum Glück nicht, auch wenn sie natürlich trotzdem mein Mitleid haben. Aber wer eben nicht hören will...

Blödsinn

es geht doch nicht um die Gleichheit der Handlungen und ihre Konsequenz sondern um die Gleichheit im Status also Mensch und in der Gleichheit der Chancen. Und genau deswegen bedeutet Gleichheit auch Freiheit, denn wer auch als Sohn eines Einwanderers gleiche Chancen hat, wie als Sohn eines Ackermanns, kann sich auch frei nennen, kann aus dem gleichen Ausgang gestalten und sich selbst finden und seine Position in diesem Land.

Genau das aber passiert NICHT in Schwarz-Gelb geführten Bundesländern. Die Chancengleichheit wird rapide abgebaut um Elitenbildung zu betreiben. Ausländer wären laut allen Studien evident benachteiligt, ob in Schulen oder im Arbeitsleben.

Es ist also richtig zu sagen, das Gleichheit und Freiheit sich die Hand geben. Es geht um faire Ausgangschancen, also Teilhabe/Zugang zur Gesellschaft.

Möglicherweise...

..sollten Sie sich einmal mit den aktuellen _Taten_ der Parteien beschäftigen.
Das prominenteste Beispiel - die SPD. Ihr Parteiprogramm gleicht dem, was Politiker der LINKEn im Bundestag fordern. Das Ganze umsetzen tun die seit Jahren nicht mehr, gar kein Interesse. Wie kann man sich auf die Parteiprogramme berufen, wenn man seit Jahren danebensteht und sehen muss, dass das alles Schall und Rauch ist..?
An den Taten sollst du sie messen!

Nordkorea

ist ein authoritär-konservativer Staat, der nichts mit der Linken in Europa zu tun hat und sicherlich auch Kommunisten in Europa nicht als Vorbild dient.

Zudem sollten Sie sich den Einwand gefallen lassen,m dass gerade Konservative deutsche Parteien für das Wirtschaften mit kommunistischen Diktaturen einstehen, wie die regelmäßigen Treffen Merkels mit Chinesischen Autoritäten belegen. Diese werden lediglich von leisem Menschenrechts-Gepiepse begleitet.
Auch wenn es darum geht solche Diktaturen mit Waffen zu unterstützen ist die Kapitalsitisch-neoliberale-chrsitliche Koalition ja wohl an vorderster Front dabei!

Die Freiheit, die die F.D.P. meint, hat Europa zerstört, und das

schadet allen Europäern, auch den Deutschen. Jetzt kommt hoffentlich etwas Gegenwind auf, sei es um den Preis des Euro, der dient eh in erster Linie dem Klientel der rechten Parteien. Frei ist nur der, der sich um das Morgen keine Sorgen machen muss, Sicherheiten haben F.D.P. und CDU abgeschafft, und damit auch das Kinderkriegen. Das wird einen Herrn Kubiki wahrscheinlich nicht mehr stören, wohl aber einige Andere.

Für Chancengerechtigkeit

Ich würde es anders sagen:
Wir brauchen echte Chancengerechtigkeit - dann können wir über Freiheit reden.

Nur,

wie soll mit einer Klientelpartei, wie der FDP, Chancengerechtigkeit je hergestellt werden. In keinem anderen europäischen Industrieland ist die Durchlässigkeit zwischen den Schichten so gering, wie in Deutschland. Nirgends sozialer Status und kommerzieller Erfolg, so sehr durch Geburt geprägt wie bei uns.

Und die Parteien, die diese Ungerechtigkeit zu Gunsten der Eliten am Meisten zementiert sehen möchten, sind nun mal FDP und CDU.

Vergleichbare Weltbilder

"Nordkorea entspricht doch eher Ihrem antikapitalistisch-staatsradikalen Weltbild."
Wie kommen Sie denn auf die Idee?
Nordkorea wird von einer diktatorischen Clique beherrscht, die das eigene Volk als Gefahr betrachten und sich dadurch an der Macht halten, dass sie praktisch den Rest der Welt zum Feind erklären und dämonisieren. Dieses Verhalten passt am ehesten zu den Amerikanern, die ja nun wirklich nicht in dem Verdacht stehen, einem besonders linkem Weltbild zu entsprechen, oder?

Für Freiheit

"Ich würde es anders sagen:
Wir brauchen echte Chancengerechtigkeit - dann können wir über Freiheit reden."

Freiheit ist keine Verhandlungsmasse. Ihre ganze totalitäre Gesinnung wird in Ihrem Beitrag deutlich. Sie sagen nicht mal, dass es bei Bestehen Ihrer fiktiven "Chancengerechtigkeit" Freiheit geben sollte, sondern dann wollen Sie erst darüber "reden". Sicherlich finden Sie dann noch allerlei andere Gründe, warum es dann auch noch keine Freiheit geben sollte.

Wegen freieitsverachtenden Leuten wie Ihnen mussten wir auf deutschem Boden lange auf die Demokratie warten, mussten wir Nationalsozialismus und DDR über uns ergehen lassen.

Gewagt!

Wegen freieitsverachtenden Leuten wie Ihnen mussten wir auf deutschem Boden lange auf die Demokratie warten, mussten wir Nationalsozialismus und DDR über uns ergehen lassen.

Eine zumnidest gewagte Interpreation.
Lesen Sie doch mal z.B. Bracher: Die Auflösung der Weimarer Republik oder Kershaw: Hitler (3 Bde.) ...

Freiheit ohne Gerechtigkeit dürfte zumnindest schwer denkbar sein.
Es gibt ja auch die Freiheit des Ellenbogens.

Ich mußte auf überhaupts nichts warten...

... also halten Sie mich mal aus Ihrem - übrigens klassisch totalitären - "Wir" raus. Und wie frei ich bin, weiß ich morgen, wenn ich um sechs Uhr aufstehe und 10 Stunden meines freien Tages in meinem freien Land einer Arbeit nachgehe, die meine Taschen seit 20 Jahren jedes Jahr ein bisschen weniger füllt, während mein Boss mit dem Steuerhinterziehen schon garnicht mehr nachkommt.

Denkfehler der Neoliberalismuskritiker

Wieso um alles in der Welt benötigen wir Chancengleichheit? Wir brauchen Chancenmaximierung, wir müssen die Chancen der Menschen steigern. Chancengleichheit kann man auch anstreben, indem man bestimmte Chancen verringert.

Der Hauptfehler der Neoliberalismuskritiker liegt irgendwo hier: Sie meinen alles würde besser und gerechter, wenn man den Reichen etwas von ihrem Reichtum wegnimmt. Den können sollen die Armen dann verkonsumieren. Denn - und das ist die Dummheit - die Reichen hätten ja eh genug. Dabei übersieht man, dass der Reichtum der Reichen nicht in großen Champagnerbeständen und Luxuslimousinenflotten besteht, sondern in ihrem Besitz von Unternehmen. Sie mögen die Unternehmen über Anleihen, Aktien oder tatsächlich durch Privateigentum an Produktionsmitteln besitzen, entscheidend ist: Der Reichtum besteht genau hierin. Alles Geld auf irgendwelchen Konten ist immer über irgendwelche Ecken in irgendwelchen Unternehmen angelegt.

Nehmen sie dieses Geld weg - weil es ja angeblich niemand braucht - und geben es jemanden, der es verkonsumiert, dann verkonsumieren sie nichts anders als unsere Unternehmen, Produktionsmittel, Arbeitsplätze und die Leistungsfähigkeit unserer Gesamtwirtschaft. Dem Reichen ist es egal, weil tatsächlich genug hat: Er kann jederzeit Unternehmensteile verkaufen und sich dafür Champagner kaufen, wenn man seinen Wohlstand verknappt. Die dummen sind die Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz von diesen Unternehmensteilen abhängt.

Das ich nicht lache!

Sie schreiben von "Denkfehlern" und denken Ihren eigenen Gedanken nicht einmal zuende. Wenn die Verteilten Werte "verkonsumiert" werden, fließen sie nämlich wieder in die Wirtschaft zurück, d.h. in die Unternehmen die sie produzieren, bereitstellen etc. pp. Durch eine Umverteilung würde sich vor allem die vorhandene Schieflage zugunsten derjenigen ändern, die am Hungertuch nagen und es würde sich - relativ gesehen - für sehr viele einiges Verbessern (Lebensstandard, Gesundheit/Lebenserwartung, Bildung etc.). Das eine solche Umverteilung durchaus funktioniert und gesellschaftlich positiv ist, zeigt sich übrigens in den letzten 50, 60 Jahren in den skandinavischen Ländern.

Falsch!

Nein, das ist ein verbreiteter Irrtum, eine schlichte Lüge vom sog. "Ankurbeln der Binnenanchfrage" durch Steigern des Konsums, ein falsches Rezept von Politiker, die das Verprassen von Geld rechtfertigen.

Wenn sie eine Produktionsmaschine verkaufen und sich von dem Geld, dass sie für diese Maschine bekommen, Champagner kaufen, dann fließt der Champagner nicht wieder in die Wirtschaft zurück, sondern er fließt in ihre Kehle und nach den Verdauung ins WC und das war es dann. Morgen müssen sie versuchen, ohne ihre Produktionsmaschine zurecht zukommen, die ihnen andernfalls das Leben einfacher gemacht hätte. Entweder setzen wir heute unsere Arbeitskraft ein, um uns eine Produktionsmaschinierie zu konstruieren, die uns morgen ein leichtes Leben schenkt oder wir verkonsumieren (=Verbrauchen) die Früchte unserer Arbeit bereits heute und kommen nie im Leben voran. Noch besser: Wir verkonsumieren heute die Produktionsmaschinerie, die uns die Generation von Gestern überlassen hat und lassen die Generation von Morgen mit leeren Händen ins Wirtschaftsleben starten.

Richtig ist: Geld ist nie weg, Geld ist immer nur wo anders. Geld wird nur mehr oder weniger, wenn man neues druckt oder altes vernichtet. Aber der Wert, der sich im Geld spiegelt ist die real existierende Produktionsmaschinerie. Nur weil sich die Geldmenge nicht verringert, heißt dass nicht dass sich nicht deren Leistungsfähigkeit verringert (und damit der Wert des Geldes).

Ach, herrje...

"Wenn sie eine Produktionsmaschine verkaufen und sich von dem Geld, dass sie für diese Maschine bekommen, Champagner kaufen, dann fließt der Champagner nicht wieder in die Wirtschaft zurück, sondern er fließt in ihre Kehle "

Der Champagner fließt vielleicht in meine Kehle aber das Geld aus dem Kauf fließt an den Erzeuger, den Spediteur und an den Verkäufer des Champagners und damit absolut zurück in die Wirtschaft. Dass Sie das nicht kapieren ist mir schon klar und für Sie ein bisserl peinlich. Dass Sie Ihr Unwissen so laut ins Forum tuten und dieses auch noch unter der Überschrift "Denkfehler der Neoliberalismuskritiker" macht es nicht eben besser.

Morgen Kinder wird's was geben

Moin,

Sie vergessen dabei, dass eine Maschine "die uns morgen ein leichtes Leben schenkt" auch einmal genutzt werden muss, um ein leichtes Leben zu schenken. Um in Ihrem Bild zu bleiben, einmal sollte man den Schampus auch mal trinken.
Denn wenn keiner den Schampus trinkt kann auch keiner davon leben, Schampusmaschinen zu verkaufen.
Es kann in der Tat nicht der Weisheit letzter Schluss sein einen Zuchtbullen zu grillen*, aber kann man daraus schliessen dass es nie Rindsgulasch geben darf?
Es geht darum wie der in einer Volkswirtschaft erwirtschaftete Kuchen verteilt wird. In D ist das Kuchenstück der Arbeitnehmer deutlich kleiner geworden. Und dass eine guter Anteil an dem großen Stück Kuchen an dubioseste Bankster in den USA weitergereicht wurde und auf Nimmerwiedersehen in deren Mägen verschwand läßt eine gewisse Verbitterung verständlich werden.
BTW: Geld kann sehr wohl verschwinden, nämlich dann wenn Schulden beglichen werden.

CU

*Leseempfehlung: Isabel Allende "Das Geisterhaus"

Prasserei

Zweifelos können Sie Geld verprassen. Sie können die Menschen selbst entscheiden lassen, welchen Geldanteil sie verprassen oder sie erheben Steuern und und dann haut der Staat eben das Geld weg. Nur sollten Sie niemals der Wahnidee verfallen, Sie können das auf allein auf Kosten des Luxuslebens irgendwelcher Reicher tun. Und Sie sollten niemals glauben, hinter dem Argument vom "Ankurbeln der Binnennachfrage" sei irgendwas dran. Nachfrage gibt es immer genug, die Frage ist nur, welche Nachfrage auf Kosten welcher anderen Nachfrage bedient wird. Insbesondere ob die Nachfrage nach Konsumgütern Vorrang haben soll vor der Nachfrage nach Produktionsgütern. Und schließlich sollte man sich von der Vorstellung befreien, nur weil da jetzt Geld im Spiel sei, sei auf einmal alles anders, und Wohlstand entstünde nicht mehr durch wohlorganisierte Arbeit, sondern könne durch Fachleute herbeigetrickst werden.

Wenn man sich das klar macht, wird ein großer Teil der Staatstätigkeit hoffentlich nicht mehr so attraktiv erscheinen. Wenn der Staat jemandem Bafög und einen Kunstgeschichte-Germanistik-Bachelor bezahlt, ist dass Geldraushauen für irgendjemandes Spaß und Freuden auf Kosten unser aller Zukunft. Man kann das machen. Man kann auch Champagner für alle ausschenken. Nur hat das mit Moral, Effizienz und "Nachhaltigkeit" nichts zu tun, es ist und bleibt Prasserei auf fremde Kosten.

Kommt drauf an.....

...wenn man es danach bewertet, dass eine möglichst große Zahl an Menschen profitiert, selbstverständlich die Linke. So klug wie Sahra Wagenknecht wäre der Herr Lindner sicher auch gerne. Immerhin ist er dafür doppelt so laut.

Wenn man natürlich möchte, dass das Vermögen hauptsächlich zugunsten einer kleinen Elite wächst, sind sowohl CDU als auch FDP und SPD und Grüne mehr oder weniger gleich geeignen. Der einzige Unterschied liegt darin, dass die FDP wenigstens so ehrlich ist, auch gleich zuzugeben, dass wohlhabende Menschen für sie auch wertvollerer Menschen sind.

Mir ist nicht ganz klar....

...dass die Partei "Die Linke" (Gegründet 2007) für die Wirtschaftslage der Ex-DDR (Exitus 1989) verantwortlich gemacht werden kann.

Aber Ihre beeindruckenden Wirtschaftskenntnisse haben Sie ja schon in Ihrem Kommentar 197 kenntlich gemacht, wo Sie es als Verdienst der FDP hinstellen, dass es den armen "Schlecker-Frauen" jetzt doch möglich ist, auf Abfindung zu klagen und nicht gezwungen werden können, in eine Transfergesellschaft wechseln zu müssen.

Offenkundig ist für Sie die Rechnung "Mehr Geld - Mehr Lebenszufriedenheit" ein zwingend gültiges Faktum. Deswegen finden Sie ja auch die FDP gut. Bitte schön, gerne. Nur glauben Sie bitte nicht, dass das alle so sehen. Im Moment sind es grade mal 8,5%. Jedenfalls in Schleswig-Holstein.

Die volksparteien sind die wahren bonzen-parteien, nicht die FDP

Ich glaube ich muss mal hier grundsätzlich aufklärung betreiben

Cherti schreibt:
"Mit 'Freiheit' meint die FDP nur die Freiheit ihrer Klientel, sich zu bereichern, den sozialen Frieden zu zerschlagen, die Menschen zur Lohnsklaven zu degradieren [...] , um die Macht in die Hände von Managern und Großaktionären zu legen."

Das was Sie beschreiben sieht eher nach CDU und SPD aus.
Die FDP meint die freiheit der selbstständigen (handwerker, schriftsteller, freelancer, selbstständige friseur-salons oder boutiquen, familien-betriebe) und verteidigt diese gegenüber einem übergriffigen beamten-apparat (ich sage bewusst nicht staat, der ist nicht wirklich das problem); denn außer der FDP haben diese gruppen gegenüber dem staats-monopol keine lobby.

Hingegen, multi-nationale großkonzerne, Siemens, Thyssen, etc, aber auch banken, auf der einen seite (CDU); dann großgewerkschaften, die großen sozialverbände, der öffentliche dienst auf der anderen seite (SPD) sind allesamt feinde der freiheit. Die sind es die ihre monopol stellungen wahren wollen und wir alle müssen dafür bezahlen.

Hervorragend....

"Ich glaube ich muss mal hier grundsätzlich aufklärung betreiben"

Na, endlich erklärt mir mal einer, wofür die FDP eigentlich steht.

"Die FDP meint die freiheit der selbstständigen (handwerker, schriftsteller, freelancer, selbstständige friseur-salons oder boutiquen, familien-betriebe) und verteidigt diese gegenüber einem übergriffigen beamten-apparat (ich sage bewusst nicht staat, der ist nicht wirklich das problem); denn außer der FDP haben diese gruppen gegenüber dem staats-monopol keine lobby."

Ach soooo. Mensch, und ich Dummerchen hab immer gedacht die BEHAUPTEN das bloß und in Wirklichkeit sind sie genauso mit ihren Big-Spendern am Kuscheln wie der Rest auch. Aber dank Ihnen weiß ich ja jetzt, die meinen es ehrlich. Puuh, Danke für die Aufklärung.

Zocker

Die Oberschicht besitzt fünf Millionen. Das sind vor allem Eigenheime, PKW und Geldanlagen (=Zockerei). Sie müssen sich nur darüber klar sein, dass diese Geldanlagen letztlich identisch mit den Unternehmen und ihren Produktionsmitteln sind. Das Geld, dass in unseren Unternehmen steckt gehört natürlich irgendwem. Wem lässt sich nicht leicht identifizieren: Der eine gibt sein Geld zur Bank, die Bank gibt es weiter und irgendwann werden der Anleihen und Aktien genkauft sowie Darlehen vergeben von denen sich letztlich Unternehmen ihre Betriebsmittel zusammenkaufen. Und das ist die Grundlage unserer Wirtschaft und unseres Wohlstandes. Wenn Sie dieses Vermögen enteignen, ist von unserer Wirtschafts nichts mehr vorhanden.

Zocker sind nämlich in Wahrheit diejenigen, die unsere Wirtschaft aufbauen. Konsumenten sind dagegen diejenigen, die ihr Geld lieber verprassen, statt damit irgendwas nachhaltiges zu bezahlen, womit wir neuen Wohlstand produzieren können. Sie wollen den Ast absägen, auf dem wir alle sitzen.

Gier ist systemimmanent

"Jede Gier zerstört die Gemeinschaft" - da haben Sie recht, auch wenn mir "Gesellschaft" statt "Gemeinschaft" lieber wäre.
Aber ich meine nicht, daß es einen "sozialen" und einen "gierigen" Kapitalismus gibt. Diese Illusion stammt aus der Systemkonkurrenz im Kalten Krieg - als der Westen glaubte beweisen zu müssen, daß das wahre "Arbeiterparadies" bei ihm angesiedelt war. Dabei hatte der Osten ja eigentlich von Anfang an (spätestens, nachdem Lenin die Aprilthesen von 1918 kassiert hatte) gezeigt, daß er keineswegs eine Herrschaft der "werktätigen Massen", sondern nur einer kleinen Kaste von Funktionären anstrebte.
Wie auch immer - nach dem Zerfall des Ostblocks muß der Kapitalismus niemandem mehr etwas beweisen und zeigt sein Wesen wieder unverhüllt. "Gier" ist nur ein altmodisches Wort für "Profit". Und Profitstreben durchzieht das gesamte System - Arbeiter und Angestellte erwirtschaften "Mehrwerte" - die sich andere (Unternehmer, Aktionäre, Top-Manager ...) aneignen. Zu dieser fundamentalen Ungerechtigkeit kommt die Tatsache, daß die Produzenten nicht über das bestimmen, was sie produzieren. Das führt zu solchen Absurditäten, daß man quasi zum Kriegsfreund werden muß, um "Arbeitsplätze" zu sichern (in diesem Fall in der Rüstungsindustrie). Und so gibt es eine Unmenge schädlicher bis unnützer Dinge (oft genug ist das synonym), die angeblich der "Arbeitsplätze" wegen weiter produziert werden müssen, in Wahrheit aber nur Aktionäre usw. reich machen.
Die Linke hat hier recht.

"Die Tatsache, dass sich Parteien ausschließlich über Spenden

über Spenden finanzieren, ignorieren Sie dabei?"

Ja, tue ich. Das hängt damit zusammen, dass das keine Tatsache, sondern schlichtweg falsch ist.

Bitte informieren Sie sich:

"Die Einnahmenseite der Parteien umfasst vier Hauptquellen: Mitgliedsbeiträge, Parteispenden, öffentliche Zuwendungen (staatliche Teilfinanzierung, früher: Wahlkampfkostenerstattung) sowie Mandatsträgerabgaben/Parteisteuern (Abgaben bzw. „Sonderbeiträge“ von Abgeordneten und Ministern). Darüber tragen bei einzelnen Parteien auch Beteiligungen an wirtschaftlichen Unternehmen zur Finanzierung bei."
(Quelle: http://de.wikipedia.org/w...)

"Oder warum hat es Ihnen eine Spende von August von Finck besonders angetan?"

Die hat es mir deswegen besonders angetan, weil von Finck als Anteilseigner der Mövenpick-Gruppe recht kräftig von der Mehrwertssteuersenkung für Hoteliers profitiert.

Sie kapierens nicht und sind noch Stolz darauf

Sie kapieren es nicht. Geld fließt natürlich immer hin und her und wird nur dann weniger, wenn man welches vernichtet. Es wird auch mehr, wenn man etwas druckt. Aber Sie verwechseln Geld mit Realwerten, die sich im Geldwert spiegeln, sie halten Geldmenge und Geldwert nicht auseinander. Nicht die Scheine sind unser Wohlstand. Die Scheine sind nur deshalb von Wert, weil irgendwo etwas Reales prodziert wird, dass sie damit kaufen können.

Konsum und Produktion stehen in einem Konkurrenzverhältnis. Wenn ich große Geldmengen einsetze, um Champagner zu trinken, wird sich die Gesamtwirtschaft auf die Produktion von Champagner ausrichten. Gebe sie Geld für die Produktion von Maschinen aus, so wird sich die Wirtschaft darauf ausrichten, Maschinen zu produzieren.

Wenn das ganze Volk große Geldmengen ausgibt, um sich in Kneipen betrinken, ziehen unsere Arbeitnehmer aus der Industrie in die Kneipen und verbringen ihre Arbeitszeit damit, uns Bier zu zapfen, statt in der Industrie Sachwerte zu produzieren. Ergo: Mehr Rausch, weniger Sachwerte, weniger Wohlstand. Genau diese Tendenz würde zweifelos veranlasst, wenn der Staat HartzIV- und Bafög-Sätze erhöht und dafür den Wohlhabenden eine Vermögenssteuer auflegt. Und sowas schadet dem Land. Macht es langsam "Klick"?

Nein, mein Guter....

Sie haben leider überhaupt keine Ahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen. Dass sie dies annehmen, ist eher tragisch für Sie. Und Ihren mehr oder weniger immer gleichen Beitrag hier lesen zu müssen, macht dessen Inhalt auch nicht richtiger, ist allerdings ein wenig ermüdend. Andererseits hat Ihre Fixierung auf Champagner schon etwas leicht manisches.

Aber bitte, dies ist ein freies Land...

Griechische Verhältnisse

Wenn Sie Geld an der falschen Stelle einsetzen, erzeugen Sinnlose Nachfrage und die ganze Wirtschaft tut das Sinnlose, für das dieses Geld ausgegeben wird. Das erscheint abstrakt harmlos, ist es aber nicht.

In Griechenland sind größte Teile der Wirtschaft auf ausgerichtet, eine Nachfrage zu bedienen, die sich aus deutschem Geld ergibt, das wir den Griechen geben. Geben wir Ihnen dieses nicht mehr, laufen zahllose Produktionsketten einfach ins leere, die ganzen Abläufe, nach denen die Griechische Wirtschaft organisiert ist und die ganz ganzen Produktionsmittel, die für diese Abläufe eingesetzt werden, wären auf einen Schlag völlig sinnlos. Die Produktionsketten sind etwa zu wesentlichen Teilen darauf ausgerichtet, deutsche Produkte zu importieren und dann zu verteilen. Dies ist vollkommene Misswirtschaft. Aber sie versorgt auf deutsche Kosten wiederum die griechschen Staatsangestellten mit dem Lebensnotwendigen und ermöglicht es den Griechen so, überhaupt einen Staat zusammenzuhalten und die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten.

Wenn Sie Staatliche Umverteilung bis zu diesem Punkt treiben, treiben Sie alles in den Zusammenbruch. Spätestens bräche die Wirtschaft zusammen, wenn wir Deutschen nicht mehr zahlen könnten, weil wir unsere eigene Wirtschaft nach derselben ineffizienten Weise organisiert hätten.

......

[Die Scheine sind nur deshalb von Wert, weil irgendwo etwas Reales prodziert wird, dass sie damit kaufen können.]

Was hat er anderes gesagt?

[Konsum und Produktion stehen in einem Konkurrenzverhältnis.

Es ist eine Symbiose.

Der Produzent braucht den Konsumenten und umgekehrt. Wird nichts davon konsumiert, ist ihr sog. Realwert des Unternehmens gleich Null.

[Wenn ich große Geldmengen einsetze, um Champagner zu trinken, wird sich die Gesamtwirtschaft auf die Produktion von Champagner ausrichten.]

Wo wäre hier das Problem, außer das wir Alkoholiker produzieren?

[Gebe sie Geld für die Produktion von Maschinen aus, so wird sich die Wirtschaft darauf ausrichten, Maschinen zu produzieren.]

Und wozu brauchen wir die Maschinen?

[Wenn das ganze Volk große Geldmengen ausgibt, um sich in Kneipen betrinken, ziehen unsere Arbeitnehmer aus der Industrie in die Kneipen und verbringen ihre Arbeitszeit damit, uns Bier zu zapfen, statt in der Industrie Sachwerte zu produzieren.]

Wann hat ein Sach"wert" einen Wert? Wenn es doch nachgefragt wird, oder? Ansonsten ist der Sachwert gleich NULL.

[Genau diese Tendenz würde zweifelos veranlasst, wenn der Staat HartzIV- und Bafög-Sätze erhöht und dafür den Wohlhabenden eine Vermögenssteuer auflegt.]

Wie wäre es, wenn es das Geld zur Schuldentilgung nutzt? Weniger Kosten für Unternehmen, weniger Steuerlasten für den Staat und somit mehr Handlungsspielraum für Bürger und Unternehmen?

Verstanden?

Ach, kuck an....

..bis vor wenigen Minuten waren Sie noch der Meinung, eine Partei finanziere sich AUSSCHLIESSLICH aus Spenden (und frugen nach, ob ich das etwa "nicht wisse"). Und jetzt schon sind Sie bereit zu konzedieren, dass es auch aus anderen Quellen stammen könne...allerdings nur zu "einem kleinen Teil".

Das ist so global gesprochen (mal wieder!) falsch: Bei der FDP machen die Mitgliedsbeiträge tatsächlich nur einen geringeren Prozentsatz aus, da überwiegen die Spenden. Für andere Parteien gilt das nicht, da überwiegen Mitgliedsbeiträge und Wahlkostenerstattung.

Ich stelle fest: Bei Ihnen gibt es reichlich vorhandenes Halbwissen. Weist man Sie darauf hin, ignorieren Sie dieses und tätigen einfach die nächste semi-richtige Aussage. Kein Wunder, dass Sie die FDP gut finden.

Absurdes System

Sollte es tatsächlich so sein, wie Sie es beschreiben - dann ist das Wirtschaftssystem der EU einfach absurd. Jedenfalls, wenn man den Anspruch der "Union" ernst nimmt. - Anders herum: So lange es noch nationale Volkswirtschaften gibt, sollten sie zumindest um relative Autarkie bemüht sein. Wenn aber eine sehr starke - so wie die deutsche - ihre Stärke auf die Abhängigkeit und Schwäche anderer gründet, braucht sich eigentlich niemand über die "Staatsbankrotte" unserer Tage zu wundern. - Ich denke, daß insgesamt bei solchen Darstellungen die Dinge auf den Kopf gestellt werden: Daß in Griechenland eine ineffiziente und besonders korrupte Bürokratie herrscht, welche die Wohlhabenden de facto weitgehend mit Steuern verschont, ist wohl richtig. Aber es ist gewiß nicht die eigentliche Ursache der Misere. Es gibt in Griechenland jede Menge tüchtiger Menschen, welche für ihren Unterhalt schuften und damit die Grundlage des gesellschaftlichen Reichtums legen (müßten) - so wie in allen anderen Ländern auch. Kaum einzusehen, wieso diese Gesellschaft nicht für sich selbst sorgen könnte. Sie kann es doch nur deshalb nicht, weil sie über ein sich gegenseitig bedingendes Kapillarsystem von korruptem Staat und korrupter Finanzindustrie in eine Misere getrieben worden ist, an welcher sie keine Schuld trägt.
Diese angebliche "Krise" ist fiktiv. Würde die Finanzwirtschaft nach gemeinwirtschaftlichen Kriterien organisiert, existierte diese "Krise" nicht. Sie gehört zur Strategie des Kapitals.

Sachverstand

Dann schreiben Sie doch was Sachverständiges. Das Berufen auf irgendeinen Gemeinsachverstand, über den Sie angeblich verfügen, das Missverstehen offensichtlicher Zusammenhänge sowie deren bestätiges Leugnen beeindruckt leider herzlich wenig. Lassen Sie mich raten, Sie sind so ein mauliger Linksparteianhänger und suchen nur eine Bestätigung dafür, dass Sie irgendwie ungerecht behandelt werden. Die Realität interessiert Sie gar nicht.

Was heißt denn "Gleichheit"?

Sollen Könner und Nichtskönner wirklich in alleim "gleich" behandelt werden: In der Schule die "gleiche" Note, im Beruf die "gleichen" Chancen? Wollen Sie, dass Ihre Freunde allen Menschen "gleich" viel Zeit zur Verfügung stellen? - Doch wohl nicht! Im Unterschied zur Gleichheit, die nur im richtigen Zusammenhang eine gute Sache ist, ist die wirkliche Freiheit immer gut, denn Freiheit bedeutet ja nicht, Beliebiges tun zu können, sondern das Richtige erkennen und wählen zu können. Dass dafür im Pluralismus verschiedene Maßstäbe vorgeschlagen werden, macht die Wahl anspruchsvoller, auch weil es manchmal unerwünschte Resultate gibt: Die Bundesbürger hätten bei der letzten Wahl gerne eine große Koalition gehabt - und bekamen Schwarzgelb, die Norddeutschen wollten vielleicht eine stabilere Regierung als sie jetzt bekommen werden. Und was die Griechen wollten, werden sie wahrscheinlich auch nicht bekommen: Weiter über die eigenen Verhältnisse leben, ohne pleite zu gehen oder aus der Eurozone zu fliegen.

Werte, Nachfrage und Produktion (1)

Irritierender Weise kann die Wirtschaft wachsen, ohne dass die Geldmenge mehr wird und sie kann schrumpfen, ohne dass die Geldmenge weniger wird. Die Menge des Geldes hat mit der Wirtschaftsleistung überhaupt nichts zu tun. Wenn Löhne generell steigen, hat das ebenso nichts damit zu tun, dass die Wirtschaft leistungsfähiger geworden ist, es geht immer nur darum, Inflation auszugleichen.

Wirtschaftswachstum lässt sich also nicht ohne weiteres in Geldwerten abbilden. Bestenfalls zeigt sich eine Verschiebung bei den Wechselkursen und damit relativ zum Nachbarland. Wenn sie nicht durch Inflation ausgeglichen wird. Und damit stellt sich letztlich die Frage, worin die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft eigentlich besteht und wie wir sie steigern.

Der Begriff 'Freiheit' wird wohl ähnlich missbraucht bzw.

unterschiedlich verstanden wie die 'soziale Gerechtigkeit'. Freiheit, wie sie die 'Liberalen' verstehen bedeutet zum einen die Freiheit, den teuersten und besten Anwalt nehmen zu können, wenn ich denn einen brauche, die Freiheit für Vermieter, das mehr als Maximale bei einer Mieterhöhung herausholen zu können, die Freiheit, Steuern 'sparen' zu können, wenn ich die Lücken im Gesetz kenne (oder mein Steuerberater) ... es ließe sich endlos fortsetzen. Nur mit Freiheit, für die die FDP einmal gegründet wurde, hat dies nicht das Geringste zu tun.

Und weil man mehr als vierzig Stundenwoche arbeitet

muss man dann seine Arbeitnehmer ausbeuten?
Seine Zulieferer auspressen bis aufs Blut? Und sich auch ansonsten so asozial aufführen, wie man nur kann?

Es wird Zeit, dass die Arbeitnehmer den Unternehmen zeigen, wer Viele sind und wer Wenige.

Diejenigen, die die Produktivität und die satten Gewinne erarbeiten sollen diese auch einstreichen. Und das sind in den seltensten Fällen die Manager oder die Geschäftsführer und schon gar nicht die Aktionäre.

Selbständig machen

"Diejenigen, die die Produktivität und die satten Gewinne erarbeiten sollen diese auch einstreichen. Und das sind in den seltensten Fällen die Manager oder die Geschäftsführer und schon gar nicht die Aktionäre."

Warum machen sich "diejenigen" dann nicht einfach selbständig? Wenn Manager und Aktionäre so überflüssig sind, dann brauchen "diejenigen" sie ja nicht, können sich einfach ohne Manager und Aktionäre selbständig machen und die "satten Gewinne" einstreichen. Ganz einfach.

Natürlich passiert das nicht. Ohne Kapital der Aktionäre ist die Produktivität "derjenigen" verschwindend gering. Gleiches gilt, wenn "diejenigen" nicht durch fähige Manager organisiert werden.

Fähige Manager

So fähige Manager, wie bei der Lufthansa? Wer glaubt denn wirklich, das da dreitausend Stellen abgebaut werden und alles so weiter läuft wie bisher?

Nein es werden dreitausend reell bezahlte tarifliche Stellen abgebaut und dafür dann Zeitarbeiter und Outgesourcte zu Dumpinglöhnen wieder eingekauft. Was soll an solchen Managerentscheidungen denn schwer oder gar leistungsträgerisch sein.

Diese Pseudoeliten braucht kein Mensch. Als staatliche Konzerne oder noch besser von der Belegschaft organisierte Genossenschaften wären diese "Konzerne" sicher viel besser aufgehoben. Jedenfalls im Sinne der Belegschaft.

Warum machen sie es dann nicht?

"So fähige Manager, wie bei der Lufthansa?"

Ich halte die nicht für besonders fähig. Sieht man ja an den Ergebnissen. Aber zeigen Sie doch mal fünf Konzerne in Deutschland, die ganz ohne die überflüssigen und unproduktiven Manager auskommt? Bin gespannt!

"Als staatliche Konzerne oder noch besser von der Belegschaft organisierte Genossenschaften wären diese "Konzerne" sicher viel besser aufgehoben. Jedenfalls im Sinne der Belegschaft."

Das mit den staatlichen Konzernen hatten wir schon mal. Ging nicht besonders gut, Und die Belegschaften scheint es in den Konzernen ganz gut zu gehen, sonst hätten sie ja längst eigene Genossenschaften gegründet.

"Das mit den staatlichen Konzernen hatten wir schon mal...

...ging nicht besonders gut!"
Doch ging es, selbst in der Bundesrepublik hat man mit staatlicher Konzernen positive Erfahrungen gemacht. Öffentliche Unternehmen funktionierten gut, wirtschafteten sogar kostendeckend bis gewinnbringend.Nach dem aber alles privatisiert wurde, änderte sich besonders die Bedingungen der Mitarbeiter.
Die Idee von staatlichen Konzernen ist nicht schlecht! Warum Gewinne nicht sozialisieren, wenn Verluste auch sozialisiert werden können?

Mehr Brutto vom Netto?

Das war es doch was die FDP für die Mittelschicht tun wollte. Heiße Luft wars, mehr nicht. Mindestens 8% der Wähler möchten eben keine Staatsdoktrin, ansonsten wären die Piraten kaum im SSH Landtag. Die FDP Wähler in SSH mögen Opfer des Kubicki Schamanismus geworden sein, oder es sind tatsächlich wieder mobiliserte glühende Verfechter des Marktextremismus. Dafür würde die geringe Wahlbeteiligung sprechen, bekanntlich profitieren davon extremistische Parteien. Für die Mittelschicht tut die FDP so gut wie nichts. Vielmehr werden die Abstiegsängste der Mittelschicht seit Hartz 4 geschickt ausgenutzt.
Mindestlohn? Nein dann würden sich höhere Löhne den Mindestlöhnen angleichen. Unser Export würde zusammenbrechen, wenn plötzlich eine Friseurin 8,50 verdienen würde. Das kann niemand wollen!!!
Die übliche gelbe Märchenstunde eben...

5% hätte ich akzeptieren, für eine Demokratie ist Parteinpluralismus wichtig. 8% für die FDP ist allerdings
sehr nah am schwarz geleben worst case szenario.

Ideologische Phrasendrescherei bringt nix

Gucken Sie sich einfach SAP an. So kann man auch als Unternehmer agieren, wie der Herr Hopp. Mehrfach beliebtester Arbeitgeber Europas - grosses gesellschaftliches Engagement und einen gesunden, florierenden Konzern oberdrein.

Ist der VW Konzern vielleicht auch deshalb wirtschaftlich erfolgreich, weil sie ihre Zulieferer auspressen, wie eine Zitrone. Wenn VW statt 18 Mrd Euro nur 10 Mrd Euro Gewinn gemacht hätte. Dann hätten die Aktionäre gut verdient, die Manager, die Belegschaft und die Zulieferbetriebe und deren Aktionäre und Manager und Belegschaft auch.

Wäre das eine schlechtere oder eine bessere Welt?

Ist Energie seit der Privatisierung für den Bürger billiger oder teuerer geworden? Gehört Energieversorgung zu den Grundbedürfnissen des Menschen oder nicht? Muss man mit den Grundbedürfnissen der Menschen Milliardengewinne erwirtschaften oder könnte man das auch genossenschaftlich und kostendeckend organisieren.

Warum darf ich mir diese Fragen nicht stellen ohne ideologisch in eine Ecke gestellt zu werden?

Das ist also die Freiheit, die Sie und Ihresgleichen meint. Die Freiheit nur für die, die so sind wie man Selbst.

Bei der "Kosteneffektivität"...

...mag das der Fall sein, obwohl hier die Begriffe Profitoptimierung oder Gewinnmaximierung besser gewählt worden wären. Kein Wunder, denn die Personalkosten sind geringer. Zu den Heilerfolgen sei geschrieben, daß es sich bei privaten Krankenhäusern i.d.R.um kleinere Häuser handelt in denen weniger komplexe, risikoträchtige Fälle behandelt werden.

Netto vom Brutto

Ich hätte mir einen beherzten Griff ins Zeitalter der regenrativen Energien gewünscht, ich hätte mir eine Finanztransaktionssteuer gewünscht, bzw. überhaupt irgendwelche Konsequenzen aus der Eurokrise. Ich hätte mir die Abschaffung von Riester gewünscht, was letztentlich nichts anderes ist als das pumpen von öffentlichen Geldern in diverse Finanzlobbies. Ich hätte mir eine Umstruckturierung der Jobcenter gewünscht, die wirksam fördern anstatt zu erpressen. Ich hätte mir im Großen und Ganzen ein politisches Konzept gewünscht, das sowohl mehr in Bildung und Forschung investiert, als sich auch der zunehmenden Armut in unserem Land annimmt, unser Gesundheitssystem auf Vordermann bringt, die zunehmende Verknappung der Ressourcen (an)erkennt und begreift das wir unsereren kommenden Generationen mehr als nur Schulden hinterlassen. Mangelnde Ressourcen, eine belastete Umwelt, und eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft, die letztendlich demokratiegefährend sein kann.

Für sowas würde ich gern mehr von meinem Lohn abgeben.

@3. xajija --- Bessere Idee

".... unglaublich einfach. Warum gehen die nicht alle einfach in die Schweiz?..."

Es gibt einen Ort in Spanien, wo angeblich der Kommunismus funktioniert: "Marinaleda" in Andalusien.

Es ist doch viel effizienter, wenn alle wirklich Linken dorthin gehen.

Dann brauchts hier für die verbleibende Bevölkerungsmehrheit

- keine mühevolle Erfassung und Enteignung von Vermögen,
- es braucht keine Umerziehungslager und
- keine Säuberungen wegen zu hoher Einkommen.

Und die haben dort Kommunismus fix und fertig ohne Aufbaumühe in angenehm sonnigem Klima. Der normale Rest der Gesellschaft kann dann in Deutschland in Ruhe und erfolgreich leben.

Klassische Win-win Situation!

Na, das ist doch mal ein schönes Ergebnis!

Herr Kubicki mit der FDP im Landtag, das dürfte Philipp Rösler am wenigsten gefallen. Wenn nun noch Christian Lindner nächaten Sonntag ein ähnliches Ergebnis in NRW erreichen sollte, steht einer prinzipiellen Kurskorrektur der FDP nichts mehr im Wege.
Vielleicht setzt sich ja wieder etwas Seriosität durch in einer Partei, auf die eigentlich unsere Demokratie nicht verzichten kann.