"Ich habe einen dritten Weg vorgeschlagen"
ZEIT ONLINE: Warum müssen es unbedingt Lafontaine und Bartsch sein, die doch eine tiefe innere Abneigung verbindet. Wäre ein junges, frisches Vorsitzenden-Team nicht die bessere Option?
Kipping: Wir sind uns alle einig, dass wir an die Zukunft denken müssen. Ich habe daher ja einen dritten Weg vorgeschlagen, falls sich Oskar und Dietmar nicht einigen können. Mir würde es gefallen, wenn sich zwei Frauen um den Bundesvorsitz bewerben.
ZEIT ONLINE: Welche Frauen kommen infrage?
Kipping: Ich bitte um Verständnis, dass ich das erst einmal intern auslote. In den Landesverbänden gibt es viele gute Frauen – junge und erfahrene –, die die Partei bereits heute prägen.
ZEIT ONLINE: Was ist mit Ihnen? Sie werden immer als aussichtsreiche Kandidatin für den Parteivorsitz genannt.
Kipping: Ich würde an einer Teamlösung gern mitwirken. Aber meine Tochter ist gerade ein halbes Jahr alt, daher ist der Parteivorsitz nicht eine Position, die ich unbedingt anstrebe.
ZEIT ONLINE: Ausschließen würden Sie dennoch nichts?
Kipping: Ich werde sehr darum werben, dass es eine andere Lösung gibt.
ZEIT ONLINE: Wenn es am Ende auf Lafontaine als Vorsitzenden hinausläuft, wird er der Promi an der Spitze sein. Ist er nicht längst Vergangenheit?
Kipping: Die Linke ist immer gut beraten, wenn sie in Ihrer Personalauswahl einerseits an Traditionen anknüpft und sich gleichzeitig auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts einstellt.






Vorsitzender werden sollte, kann die Linke einpacken. Die Ost-verbände, die sich bisher wenigstens teilweise an der Realität orientieren, werden dann auf das Wahlergebnis von NRW zusammenschrumpfen.
Auch Lafo sollte erkennen, wann es Zeit ist zu gehen. Bei ihm ist es überfällig. Als böser, alter Mann hat er in der Öffentlichkeit keine Zukunft, höchstens bei verbohrten Altlinken....
Nein, die PDS gab es vor den Linken und war eigentlich stärker als die Linke. Aber die Gefahr (oder Hoffnung :-)) ist, das es eine ostdeutsche Reginoalpartei ist, die bundesweit nicht über 5 % kommt (nötig etwas 20-30 % im Osten).
Eine sozial-konservative, islamfeindliche, EU-kritische, isolationistische ostdeutsche Regionalpartei würde locker auf über 40 % kommen.
"Seine (Lafontaines) Aussagen zur Finanzmarktpolitik begeistern mich mehr."
Frau Kipping. Das ist nicht Ihr Ernst.
Oskar Lafontaine hatte alle Chancen dieser Welt. Er war Bundesfinanzminister. Er hätte alle Wünsche und Änderungen einbringen und auf den Weg bringen können. Im entscheidenden Moment ist er beleidigt vom Platz gegangen, weil er den Ball nicht bekommen hat.
Wer soll denn diesem Mann noch ein Wort glauben?
Am besten hat es der Literaturnobelpreisträger Günter Grass vor Jahren mal in Richtung Lafontaine formuliert. Ich zitiere: "Halt´s M... und trink Deinen Rotwein".
Möge er bleiben, wo immer er auch ist.
denn wie soll er als Bundesfinanzminister etwas auf den Weg bringen, wenn er den Ball nicht erhält, ergo er nicht mitspielen darf?
Außerdem hat er das Spielfeld nicht beleidigt, sondern frustriert verlassen.
Abgesehen davon, wäre Lafontaine heute noch in der SPD und hätte den Verfall sozialdemokratischer Werte und damit den Verfall der SPD aufgehalten, er würde eventuell als großer Held gefeiert und seine Eitelkeiten wären ihm verziehen.
MfG
AoM
denn wie soll er als Bundesfinanzminister etwas auf den Weg bringen, wenn er den Ball nicht erhält, ergo er nicht mitspielen darf?
Außerdem hat er das Spielfeld nicht beleidigt, sondern frustriert verlassen.
Abgesehen davon, wäre Lafontaine heute noch in der SPD und hätte den Verfall sozialdemokratischer Werte und damit den Verfall der SPD aufgehalten, er würde eventuell als großer Held gefeiert und seine Eitelkeiten wären ihm verziehen.
MfG
AoM
denn wie soll er als Bundesfinanzminister etwas auf den Weg bringen, wenn er den Ball nicht erhält, ergo er nicht mitspielen darf?
Außerdem hat er das Spielfeld nicht beleidigt, sondern frustriert verlassen.
Abgesehen davon, wäre Lafontaine heute noch in der SPD und hätte den Verfall sozialdemokratischer Werte und damit den Verfall der SPD aufgehalten, er würde eventuell als großer Held gefeiert und seine Eitelkeiten wären ihm verziehen.
MfG
AoM
Nein, Lafontaine ist nach meinem Empfinden ein Mensch, der nicht gerne diskutiert, sondern einfach bestimmen will, wo es lang geht. Und wenn die anderen (auch die anderen europäischen Finanzminister) nicht sofort von der Lafontaine`schen Größe ebenso berauscht sind wie er selbst, dann geht er eben doch beleidigt (und nicht frustriert) vom Platz.
Es bezweifelt ja niemand, dass er ein kluger Kopf ist - aber er ist eben nicht der einzige kluge Kopf und seine Vorstellungen können eben (zumal in einer Demokratie) nicht den Anspruch erheben, 1:1 umgesetzt zu werden. Und wenn diese Erkenntnis bei ihm nach viereinhalb Monaten Regierungszeit (und vorangegangenen 16 Jahren Opposition!) bereits zur Frustration führt, stellt sich die Frage, ob er bei der Vorstellung, sich in einer Koalition 100%ig durchsetzen zu können, nicht ein Maß an Naivität an den Tag gelegt hat, das es als geraten erscheinen lässt, dass dieser Mensch keinerlei politischen Gestaltungsspielraum mehr erhält.
Herr Lafontaine hat ignoriert, dass die Verfassung nur einen Bundeskanzler vorsieht. Nicht zwei.
Wer die Richtlinienkompetenz haben will, muss Kanzler werden, nicht Bundesfinanzminister. Der hat sich nach der Kanzlervorgabe zu richten. Genau daran ist er gescheitert.
Wer nicht ausführen kann, kann auch nicht herrschen. Diese alte Binsenweisheit der Macht hebt auch Herr Lafontaine nicht aus den Angeln.
Nein, Lafontaine ist nach meinem Empfinden ein Mensch, der nicht gerne diskutiert, sondern einfach bestimmen will, wo es lang geht. Und wenn die anderen (auch die anderen europäischen Finanzminister) nicht sofort von der Lafontaine`schen Größe ebenso berauscht sind wie er selbst, dann geht er eben doch beleidigt (und nicht frustriert) vom Platz.
Es bezweifelt ja niemand, dass er ein kluger Kopf ist - aber er ist eben nicht der einzige kluge Kopf und seine Vorstellungen können eben (zumal in einer Demokratie) nicht den Anspruch erheben, 1:1 umgesetzt zu werden. Und wenn diese Erkenntnis bei ihm nach viereinhalb Monaten Regierungszeit (und vorangegangenen 16 Jahren Opposition!) bereits zur Frustration führt, stellt sich die Frage, ob er bei der Vorstellung, sich in einer Koalition 100%ig durchsetzen zu können, nicht ein Maß an Naivität an den Tag gelegt hat, das es als geraten erscheinen lässt, dass dieser Mensch keinerlei politischen Gestaltungsspielraum mehr erhält.
Herr Lafontaine hat ignoriert, dass die Verfassung nur einen Bundeskanzler vorsieht. Nicht zwei.
Wer die Richtlinienkompetenz haben will, muss Kanzler werden, nicht Bundesfinanzminister. Der hat sich nach der Kanzlervorgabe zu richten. Genau daran ist er gescheitert.
Wer nicht ausführen kann, kann auch nicht herrschen. Diese alte Binsenweisheit der Macht hebt auch Herr Lafontaine nicht aus den Angeln.
Und genau um diesen Mythos aufrecht zu erhalten hat Oskar sich erst nach den absehbaren Pleiten der letzten beiden Wahlen positioniert.
Was kümmert den Oskar das Leid der Partei - hauptsache er steht gut da.
Es ist schon ein kleines Kunststück, in diesem Interview mit keinem Wort den eigentlichen Knackpunkt in dieser Auseinandersetzung anzusprechen. Bei der Interviewten nur allzu verständlich.
Kippings verzweifelte Suche nach einem dritten Weg - und etlichen anderen in der Parteispitze - ist längst nicht ausreichend mit den Persönlichkeiten der Kontrahenten erklärt. Hier steht die stets schwelende, längst überfällige Auseinandersetzung zwischen einer pragmatischen, koalitionsfähigen LINKEn und einer fundamentalistisch orientierten und im Bund vorsätzlich koalitionsunfähigen LINKEn zur Entscheidung.
In der Angst vor einer Spaltung der Partei sucht Kipping händeringend einen Weg, dieser Entscheidung zu entgehen, während z.B. ihr Noch-Parteivorsitzender Ernst mit allen Mitteln versucht, Bartsch, den Vertreter der linken Realos, aus dem Weg zu räumen.
Welche Lösungen könnte es geben?
- Kippings Dritter Weg gelingt noch einmal.
Mit der Folge, dass das die Richtungsentscheidung noch einmal vertragt wird. Der Konflikt schwelt weiter. Nichts ist für die Zukunft gewonnen.
- Lafonataine wird von Ernst und den Seinen noch einmal auf den Schild gehoben.
Mit der Folge, dass der mit eiserner Hand und Erfolg die Partei regieren muss. Fehlt es daran, dann war's das.
- Bartsch obsiegt.
Dann könnte es zu partiellen Abspaltungen kommen, doch zu KEINER Rückentwicklung zur Ost-Partei. Die neue Machtperspektive im Bund wird sie im Westen nicht nur für Protestwähler wählbar machen.
"Langsam wird das unerträglich, oder?"
"Ist das nicht alles ziemlich allürenhaft?"
Sternstunden journalistischer Fragetechnik. So lernt man das auf der Hanni-Nanni-Schule.
"Langsam wird das unerträglich, oder?"
"Ist das nicht alles ziemlich allürenhaft?"
Sternstunden journalistischer Fragetechnik. So lernt man das auf der Hanni-Nanni-Schule.
Nicht nur Oskar wusste das, Sarah auch.
Ironie an :
Gysi ist IM von Merkel.
Bald ist die Linke zerbröselt.
Ironie off.
ich halte den "showdown" für die richtige wahl. eine partei, deren spitzenpersonal mal wieder wie überall üblich ausgeküngelt wird, um klare perspektiven zu vermeiden wird dadurch kaum sympathischer fürs wahlfolg, welches nach authentischem personal sucht.
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